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SriS'l“ 1 m *, ö,ei Ausgabe». — BezugS-Lrei«: Boft Pfg. uronatlich, durch die
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Berlag: Langgaffe 27 .
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K 0 . Berlags-Fernsprccher No. 2953 . Mtifttrodt Vtt 2 » ~ ' ----
N»rrrv 01 y, orn ^S. Y AMooer. Redaktions-Fernsprecher No. 52. 1903 .
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Das Kabinett der starken Hand.
Nachdem sich in Ungarn die Versuche eine Art unter dem Präsidium von ^.E°cs oder sonst ernent „neutralen" Staatsmann zu zerschlagen haben, will es Kaiser Franz ^oseph oder, um die ,z-orm zu gebrauchen, auf deren An- dre Ungarn sehr streng halten. König Franz
Kabinett Lrnem Kabmett der starken Hand, mit einem Kcwmett T. lsza versuchen. Eigentlich ist Graf Stephan uiinder berühmte Sohn des berühmten^um bpf Koloman v. Tisza, in den Ruf
weniger diirch seine Taten als denen er sich wiederholt
Lbracht^ba? ^ £ Zukunft in geneigte E^Mung gebracht hat .Scan wird nunmehr abwarten rnNNoi,
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s- a ,„ , Jt . an svird nunmehr abwarten müsseir. ob
Tisza dem Ruf der ihm vorangeht. Ehre macht, oder ob fw, er JP ie ^ a ° a ? Staatsmänner, die sich für den s.^mten Mann ausgeben, am Ende auch nur mit Wasser
welches Programms Graf Tisza die Kabinettsbildung unternimmt, das steht noch nicht aanz HL Graf Tisza selbst hat erklärt, daß das Programm Regierung bezüglich der schwebenden militäri- werde, an den bisherigen Be- Ichlussen des Neutomatees der liberalen Partei nur unwesentliche Änderungen erheische. Soviel Hiericher bekannt geworden ist, hat Kaiser Franz Joseph von seinor- stierlichen Erklärung: „An dieEinheit undGemeinfamkeit der Armee darf nicht gerührt werden!" nichts zurück- genmnmm und nichts nachgelassen. An diesem Haupt- Punkt der Armeestreitfrage wird und muß der Kaiser aber auch m Zukunft feschalten. Tenn die Verwirklichuna £ ^on der Unabhängigkeitspartei erhobenen Forderung wonach bei alleil ungarischen Regimentern die ungarische
Dienstsprache eingeführt werden soll, würde eine Zerreißung der ganzen Organisation des gemeinsamen Heeres bedeuwn.
, In letzter Zeit ist nun in Bezug auf diesen Punkt ein Kompromiß angebahnt worden, mit dem zwar die Heißiporne derUnabhängigksitspartei nicht zufrieden sind, das aber für die überwiegende Mehrheit der liberalen Regierungspartei eine Art goldener Brücke zum Rückzug bilden soll. Das vorhin erwähnte Programm des Neu- tomitees fordert nämlich nicht die ungarische Ko-mmando- sprache, sondern es hebt ausdrücklich hervor, daß die Ein- i 1 #S m 9 öer Kömniandosprache durch den Kaiser im Jahre 1867 ctne vollkommen gesetzmäßige Maßnahme gewesen > CT - um ober dem magyarischen Chauvinismus ein Zugeständnis zu machen. erklärt das Programm, daß die Hoheitsrechte des Kaisers auch in der Armeefrage verfassungsmäßiger Natur seien und wie sedcs andere Recht unter den bestimmenden Einfluß des ungarischen Reichstags gehören. ’
. Jedenfalls scheint es. daß die liberale Partei sich mit einigen kleinen mehr äußeren Zugeständnissen in der ürmeefrage begnugeii will, um auf diese Weise dem Lande : artun zu können, daß man doch irgend etwas erreicht habe Vielleicht wird man auch einen Ausweg nach der Richtung Wahlen, daß man den Kernpunkt der Streit- nämlich die Frage der Armeesprache, umgeht und die Losung auf eins spätere Zeit hinausschiebt. Jedenfallswird das Kabinett Tisza, wenn dessen Bildiing überhaupt gelingt, einen ganz außerordentlich schweren Stand haben. Denn daß die Unabhängigkeitspartei unter den fetzigen Umstcmden ihre Opposition und Obstruktion ein-
stellen wllte. mof\r r,T a cn-r *
Das Ware, ganz abgesehen davon, daß nach der strengen Auslegung der ungarischen Verfassung während der Dauer des fetzigen budgetlosen Zustandes eine Aus- losung des Reichstags überhaupt nicht zulässig ist. jeden- falls em sehr gewagtes Experiment, denn eine solche Maßnahme konnte im Lande leicht wie der Funke im Pulverfaß wirken Uiid wenn Graf Tisza nicht mit dem unter dem Kabinett Szell eingeführten System öer „reinen Jf¥ en orecheii und wieder wie früher den gesamten Regierungsapparat aufbieten will, dann würden die Neu- wahlen die Opposition zweifellos noch verstärken. Jeden- falls ist die Situation, auch wenn das Kabinett Tisn« zustande kommt, noch keineswegs geklärt. Und wenn man sich ermnert, wie kläglich in Österreich das Kabinett der „eisernen Hand Badems" gescheitert ist, so wird man auch m die „starke Hand" Tiszas kein übermäßiges Ver- trauen setzen dürfen.
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stellen sollte ist mach mehr als unwahrscheinlich. Vielmehr liegt die Gefahr vor, daß auch der ftarfe liberale Flügel
^iÄ/rund der Berichte der Wahlkonimissare hat das^ i??^orliche ftatistische Amt setzt eine vergleichende über- sicht der Reichstagswahlen von 1898 und 1903 aufge- stellt und amtlich bekannt gegeben. Dieselbe füllt nickt »rEf- °i 5 f 6 -Druckseiten in Großfolio und birgt d?s Aügemein-^nteresianten so Mel, daß es keiner Recht- fertigung weiter bedürfen wird, wenn an dieser Stelle aus ihr eme die Verhälchisse unsrer nassauischen Heimat angehende kurze Blummilese gegeben wird, in der jedoch nur die Ergebnisse der Reichstagswahl von 1903 erwähnt
Es/lpponyi, der seit längerer Zeit mit den Unabhängig- keitspolltikern liebmigelt, aus dem Regierungslager in die Opposition übergeht.
Was gedenkt nun Graf Tisza anzufangen, und wie ^osen, zu deren Entwirrung doch die Kabinettsbildung nur deii ersten kleinen Schritt bedwiten wurde? Graf Tisza hat erklärt, daß er in erster Reche danach trachten wolle, dieses Ziel auf friedliche Wei e zu erreichen, und nur. wenn die Haltung der Qpposision den Kanipf unvermeidlich machen würde, wolle er diesen mit verfassungsmäßigen Waffen, die mit dem parlamentarischen Gerste vereinbar sind, anfecksten. Graf Tisza denkt dabei offenbar zunächst an eine schärfere Handhabung der ParlainentarischenGeschäftsordnung und ^^Euell an eine Verschärsting dieser Geschästsordnung Als letzter Ausweg aber dürfte dem Grafen Tisza die Auflösung des Reichstags und die Ausschreibung von Neuwahlen vorschweben.
Landkreis Wiesbadm- Obertaunus . . . . Stadt Wiesbaden . . . llnterwcsterwald-Rheingau Ober- u. Untcrlahnkreis . Dillkreis - Oberwesterwald Stadt Frankfurt a. M. . Überhaupt
Von den Wahlberechtigten haben
gewählt
32785 32817 19 237 20348 16 597 45 561
sich der Wahl enthatten
76.7
74.4
77.4
86,1
70.7 62.2
9951 11278 5 619 3283 6871 27 672
28.3
25.6
22.6
13,9
29.3 87,8
gültige
Stimmen
32617 32685 19184 20275 16 560 45377
FruilLeton.
Aus Eleonore Aul es Frühzril.
Wir hatten unseren Aufenthalt in Venedig einen unterbrochen und waren nach Chioggia hin- uoergefahren, jener südwärts gelegenen kleinen Insel, auf der man ern eigenartiges Volksleben noch ohne die Ansektion des modernen bacillus internationalis toimsticus studieren kann, und wo zwei Hotels genügen. 4 Tremöenstrom zu bewältigen. Sehenswürdigkeiten elgentlichen Sinne gibt es in Chioggia nicht viele, und so schlenderten wir denn ohne Zweck und Ziel durch die engen Gassen der Stadt, die als Ganzes uns die beste Sehenswürdigkeit schien, freüten uns der malerischen Blicke und des lebhaften Volkstreibens, waren auch nicht böse, wenn uns die schönen Chioggiotinen mit ihren Ichwarzcn Angen freundlich anblickten. Plötzlich blieben war alle drei stehen in einer dunklen, lächerlich schmalen Gasse vor emem alten schmutzigen Hause: da stand es xsullrch am Eingang zu lesen: „Tipografia E. Düse", imturlich war auch sofort einer von uns mit der Bemerkung zur Hand, daß ja die Düse „bekanntlich" in Chioggia geboren sei, und so war eS uns denn sicher daß wir hier in dein Bnchdruckereibesitzer Düse zum mtnde- Iten einen Onkel der großen Künstlerin vor uns hatten leider trauten wir damals unseren italienischen Sprach- tenntnissen nicht genug (zumal das Chioggiotische ein sehr eigenartiger Dialekt ist), icm uns bei Signor Düse melden Sa lassen und ihn regelrecht zu interviewen. Wir »egnugten uns daher, einige in der Gasse spielende Kin- der für das Problem zu interessieren, ob wohl Eleonore >n dieser engen Gasse einst ebenfalls gespielt habe, und in welchem Vermandtschaftsverhältnis sic zu dem Tipograf Düse stünde. Aber die Kinder verkannten in unserem -Runde ihre schöne Muttersprache und versicherten immer wieder mit vergnügtem Kichern: „Niente Inglese, mente Ingleae" („Kein Englisch, kein Englisch"). Jedesmal aber, wenn wir den Namen Düse aussprachcn, streckten alle ihre Hände nach der Haustüre hin, augenscheinlich m dem Glauben, wir suchten die Wohnung des ehrsamen Signor Dnse. ‘ Ich wage nicht, festznstellen, ob ihnen der Name der grande Attrice überhaupt fremd war. Mit
der Popularität in der engeren Heimat ist es eine eigene Sache, und seit mir einmal in Braunschweig am 70. Geburtslage Wilhelm Raabes in der Leonhardstraße, wo Raabe wohnt, ans die Frage nach seiner Wohnung von einem Einheimischen die Gegenfrage wurde: „Raabe? Ja, was soll er denn sein?", seitdem bin ich etwas skeptisch in solchen Dingen geworden.
Wir also waren damals fest überzeugt, im Geburtsort der Düse zu sein, und einer von uns, ein begeisterter Duse-Lchwürmer, hielt es für selbstverständlich, daß die Tipografia auch das Geburtshaus der großen Klinstlerin sei, und sah sie in seiner Phantasie ihre Kindheit in Ehioggra verleben. Damals waren für uns Deutsche Herkunft und Entwicklung der Düse noch in geheimnisvolles Dunkel gehüllt. Seitdem ist mancherlei über sie bekannt geworden, und wir haben erfahren, daß wir uns damals schmählich getäuscht haben: die Düse ist nicht in Chioggia geboren, sondern sie hat das Licht der Welt in der Nähe von Venedig auf der Eisenbahn erblickt. Mit den Jüngern Gntenbcrgs hat ihr Geschlecht nichts zu tun, sondern sie war ein Schauspielerkind, nna figlia deii’ arte, wie die Italiener es nennen. Nicht nur ihr Vater war Schauspieler, sondern ihr Großvater, ihr Großonkel, ihre Onkels und ihre Tanten, Vettern und Basen, Neffen und Nichten spielten alle Rollen auf den weltbedentenden Brettern. In einem soeben erschienenen Werke eines Kollegen und langjährigen Begleiters der Düse, Luigi Rast *), finden wir die ganze Schauspieler- Dynastie Düse verzeichnet. Eleonore Düse ist die Tochter des ersten Hcldenspielers Aleffandro Düse, dessen Vater Luigi, ein beliebter venetianischer Darsteller und Schöpfer eines bestimmten CharaktertypuS, des sogenannten Giacometto, außer ihm noch drei Söhne hatte: Eugcnio, Sekretär und Souffleur, Giorgio, Komiker, Enrico, erster jugendlicher Liebhaber. Auch sein Bruder, Federigo, war Schauspieler und mit einer Btthnenangc- hörigen vermählt. Desgleichen hatte Eugenio eine Schauspielerin zur Frau und seine beiden Söhne, seine Schnüc- gcrtochter und seine Enkelkinder sind ebenfalls in Thalias Dienst. Auch Giorgio Düse, Eleonorens Oheim, kann
.. , — j 69,91 - j 30,71 -
r , diejenigen Wahlkreise, in denen eine Ersatzwahl l ltö ö S. e ^chs mit alleiniger
des Wahlkreifev Unterwesterwald-Rhemgau, ist vorstehend d?^ Ergebnis der Ersatzwahl eingesetzt worden. Ver- haltnismayrg die umfafsendste Teilnahme zeigte sich hier- ^nach^mi^Wahlkreise Ober- und Unterlahnkreis, wo 86,1 %'
f l J Die Düse. Autorisierte ttberiragung ® 1 a 0 I| arM. Mit 43 Illustrationen. Berlin 1904. S. Fischer, Perlag.
auf ein Geschlecht von Schauspielern und Schausviele- rmnen herabsehen: er war mit einer Schauspie^in ^r- und seine Tochter Alceste heiratete ebenfalls einen ack 7^tter, eine Ehe, aus der nicht weniges al!
acht Kinder hervorgrngen, die sämtlich die Bühnenlanf- bahn einschlugcn. Eleonore Düse ist in dieser Beziehung
Enri/etta £ rJ*s ^Magen, denn ihre Tochter? Ciirichetta, hat sich der Krankenpflege gewidmet.
erstes Auftreten fällt schon in ihr viertes Jahr. Von rhr-er Kindheit wissen wir nur sehr wenia- erder steht es ja den zukünftigen B-rühMhei J n™ &
öaf5 > ic einst die Welt mit ihrem für££k £o^^En, und daß diese Welt dann dankbar snr wöe kleine Nachricht aus ihrer Kindheit sein wird ° viel wissen wir, daß sie in, tiefsten Elend au£.' wachsen ist, die ganze Kindheit wie ein Zigeunerlind r?" einem Ort zum anderen sich mühselig durchschlagend nicht einmal im Besitz der paar Saldi, um sich beim Tode der Mutter (die sie in ihrem 14. Lebensjahre verlor)
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jä* v m "°n t •sfiÄiÄrs’sa
Kamen zu merken begann, war Zolas Therese R a quin Rach Rasis Aufzeichnungen fällt diese Bor. stcllung in das Jahr 1879 und fand im Teatro Fiorentini in Neapel statt. Es war die erste aroste iraaenso wnic» 'hr Gelegenheit zur vollen Entfaltung ihrer Kräfte gab Wir haben Zeugnisse in den Kritiken'der£mNn Zeit, daß man in dieser Rolle sofort ihre cm tu neTt7»«s geniale .Eigenart erkannte, und von nun £ war iL in aller Munde. Schon damals erkannte man *• n ! ! '™^ IC Künstlerin war, die der neuen Zeit das Sioa-s vom Munde nehmen und all ihre S hnsuckst L Träume, ihre Enttäuschungen zum Ausörnck brinaen tönnte. Man war sich des vollständig Neuen in ibrcr -lrt durchaus bewußt. Die Düse war der Stern der neuen Generation. Nur etwa 1% Jahre no* ffitS Triumph in Neapel erlebte die Düse ihren zweites g r o ß e n S reg, mit dem die Periode ihres c i g e „ t" lichen Ruhmes beginnt. Sarah Bernhardts Gastspiel im Theater Carignanv zu Turin, dessen Leiter
,,»S öeffen prima' doE Meinte Eleonore Düse war, wirkte ans sie wie eine Offenbarung
