Einzelbild herunterladen
 

Wiksbsltemr Sagblatt

• *** 2 -hrs«««. ro r . o ,

Verlag: Langgaffe 27 .

Anzeigen-Prei-r

Worgen - Ausgabe.

§für Wovemöev irrrö Aezemberr

auf das

„Wiesbadener TagbLatt"

ZU abonnieren, findet sich Gelegenheit

im Verlag Langgasse 87. bei den Ausgabestellen, den Zweig-Expeditione«

der Nachbarorte,

und bei sämtlichen deutschen R-ichspastanstalten.

Dir zrlbr Erfahr.

. Tss: Berhimmelungen japanischer Leistungen in der europäischen Presse stammen meist aus japanischer Quelle JtKrfJ^ir 6 ?"eillosen Nachbeter behaupten bann, ber japa- " Arbetter stehe ben. europäischen zwar an Körper- 1" ihm aber in ber Leichtigkeit ber Arbcitsbe- wegnng und in der ^Fingerfertigkeit überlegen- er sei fügsamer und Ausstände seien bisher dort noch unbekannt ^egen sind die drei industriellen Kommissionen, welche

Osten^entkanbt Nordamerika und Deutschland nach dem entsandt wurden, um dort die mongolische Gefahr zu studieren übereinstimmend zir dem Schluffe gelangt, daß eine solche nicht vorhanden sei oder, wo sie etwa gegenwärtig bestehe, doch über kurz oder lang verschwin- Kölnische Zeitung" vom 22. und 23. Januar öer panischen Industrie trete einerseits das starte, bis zur Uberhebung entwickelte Selbstbewußtsein anderersertv eine große Unzuverlässigkeit hervor, nament­lich bei der Fabrikation von Massenartikeln, wie Seiden- waren, Matten, Streichhölzern, Teppichen und selbst bei Rohseide, Tee. bei denen sich sofort der Versuch einstellt minderwertige Ware auf den Markt zu bringen. Dazu hat der Japaner eine große Vorliebe dafür, sich seiner Geldverpflichtungen zu entziehen, in entschiedenem Gegen­satz znm chinesischen Großkaufmann, dessen Zuverlässig­keit über jedes Lob erhaben ist. Die meisten japanischen Sandler haben von Ehre und Ehrlichkeit keinen Begriff Indern sehen cs vielmehr als eine selbstverständliche Handlung an, einen vertrauensseligen Europäer hincin- zulegen (Moritz Schanz). Der kindliche Leichtsinn und die Sorg- und Achtlosigkeit des durchschnittlichen Japaners lst groß (H. Schuhmacher). Die industrielle Entwicke­lung Japans während der letzten Jahre ist sehr erheb­lich überschätzt worden, es fehlt in Japan heute noch sehr an geschulter Arbeit. Auch erstreckt sich die Konkurrenz der japanischen Industriellen zurzeit nur auf wenige In­dustrien und die Gefahr dieses Mitbewerbes wird nach und nach durch die zu erwartende Veränderung der sozia­len Verhältnisse gemildert werden. So sind seit der Silberentwertung die Löhne schnell gestiegen, um 40 bis 60 Prozent, der Lebensunterhalt ist in demselben Ver­hältnis teurer geworden, die Bedürfnisse größer und der Preis der Kohle ist doppelt so hoch wie früher. Schon beginnt auch die Arbeiterbevölkerung die Nachtarbeit zu verschmähen oder diese sich teuer bezahlen zu lassen, was

5? öer Rentabilität gegen früher bedeutet. m ° sn biX Baumwollspinnerei beschäftigten Arbeiter E B^rmanner füllen ihre Stellungen nur sehr unge-

t feiere Sorten Garne überhaupt nicht in Japan hergestellt werden können. Auch in Japan

K&e wvLu dreimal so viel Arbeiter^ür

dieselbe Arbeit gebraucht als in England, und die Ab­nutzung von Material ist fast 25 Prozent größer als ^Ach^er,apanlsche Arbeiter hat sich noch nicht dieser sol- w rtf Disziplin gebeugt wie sein europäischer Bru- nebeltet nur, wie es ihm paßt, nimmt seinen ^ ertag, wenn es ihm gefällt, kommt an und geht, wie ^ ^bt, verläßt das Lokal, um zu effen oder zu rauchen, und wenn man ihn deswegen ausschimpft gebt

SÄÄ»ff»' ** link

s«fflS s :L 8 ' e S'‘s„“„ # “‘ ttn ' -»- ,mm -

!•?, der Aufschwung, den Japan seit der Annahme europäischer Produktionsmethodcn und Maschi­nen genommen hat, zweifellos sehr groß, die Frage ist nber, ob die Japaner heute die Massenerzeugnisse bei gleicher Gute ebenso billig erzeugen wie die Westvölker. Gelungen ist ihnen das fast allein Indien gegenüber dessen grobes Baumwollengespinst durch japanisches nahe- zu ersetzt ist, dagegen ist die Einfuhr der feineren eng­lischen Garne nach Indien erheblich gestiegen, ebenso nach Japan, von 52 Millionen Yards 3885 aus 110 Millionen 3 8.,6, wie auch nach China, wo Japan nur mit dem chinesischen Hanögespinst im Wettbewerb steht. Auch entfallt ein großer Teil der japanischen Aus- fuhr nicht auf neue Fabrikate, sondern auf alte Stapel- artikel, wle Reis, Seidenwaren, Kohle,- von neuen Ar- Ekeln stnd es, wie bereits erwähnt, gröbere Sorten Garne, Streichhölzer, Glas, Fächer, Schirme, in denen Japan vorteilhaft mit den Ländern des Westens konkur- lir cine Glanze Anzahl anderer Artikel, die £** tn Alp«? angefertigt werden, zeigt die Einfuhr trotz- ! ^ ^ !M^de Werte, so selbst für Baumwollengarn,

! m r 8 f ? U r r L 1 ' 8 Millionen eingeführt wurde und seit 1900 sind viele Betriebe, namentlich die Spinnereien ~ n , ÖC f = r ? r anö des Abgrundes geraten und haben laut nach Staatshülfe geschrlen. Ihre ertragsreiche Zeit fiel in »Lder Silbcrwährung, wo Arbeitslöhne und Lebensmittel noch mit dem vollwertigen Silber bezahlt wurden, als dieses um 60Proze.it fiel, stiegen jene Posten »7 ** und glichen sich der Goldwährung all­

mählich an. Der durchschlagende Grund liegt aber in der schon erwähnten kaufmännischen Unfähigkeit und Gc- wissenlostgkeit des Japaners. In den japanischen Divi­dendenberechnungen fehlt ein Posten, der in den West­landern allfahrlich schwer ins Gewicht fällt: die Ab­schreibungen. So lange die Maschinen und Gebäude neu waren, dachte man nicht an eine solche Rücklage, und als sie alt wurden, da war mit den hohen Dividenden zugleich der größte Teil des Aktienkapitals verschwunden. Gegen­über den staatlichen Unternehmungen (Werften, Stahl­werken), die ohne Rücksicht auf die Produktionskosten ar­beiten, und einigen wenigen Großuntcrnehmungen der Privatlndnstrie steht die Masse der übrigen großen und kleinen Fabrikanten, die fast immer mit ungenügendem Kapital uyd mangelhaften Ingenieuren und Beamten anfangen, denen Fachkcnntnis fehlt und die nicht zu kal-

Femüelon.

Wie «uv M Moser JuWOWer" wurde,

. - r - ”-r - 77“- r (T j - -- 1

das hat er selbst einmal in „Bühne und Welt" mit seinem liebenswürdigen Humor erzählt. Es war der „Traum seiner Jugend", Lustspieldichter zu werden, aber ein „Zu­fall" hat es gewollt, daß er sich darein fügen mußte, „Schwankfabrikant" zu werden. Aber einen Anlauf zu dem höheren Ziele hat er doch genommen. Er hatte be­reits eine Anzahl einaktiger Stücke geschrieben, ehe er es unternahm, an ein größeres Stück zu gehen. Da kam ihm eines Tages die Idee zu seinem Stück „Stiftungs­fest". Als er den ersten Akt beinahe fertig hatte, hatte er jedoch einige Bedenken und fuhr, um sich Rat zu holen, nach Leipzig zu Roderich B e n e d i x. Der alte Herr nahm den Vorschlag sehr freundlich auf, er hörte den Stoff schmunzelnd an und war bereit, das Stück gemein­sam mit Moser zu schreiben. Zu diesem Zweck reisten sie gemeinschaftlich nach Holzkirch, dem damaligen Wohnsitz Mosers. „Die gemeinsame Arbeit", erzählt Moser weiter, „war eigener Art. Morgens machten wir einen Spazier­gang, entwarfen dabei die einzelnen Szenen, und wenn bann etwas auszudcnken war, trennten wir uns, gingen ln den Wald, und wer zuerst etwas erfand, sollte einen Ruf ertönen lassen. So erschallte dann manchmal von ihm. manchmal nun mir ein ...fSaHn" durch den Wald.

M vwuu nuuiuimut UUII

ihm, manchmal von mir ein „Hallo" durch den Wald. Wir trafen uns dann wieder — es wurden Vorschläge gemacht und modifiziert. Benedix nahm dann zu Hans einen Bogen und schrieb mit Bleistift seine Gedanken — cs waren teils Skizzen, teils ausgcführtc Dialoge — durcheinander hi». Ich übernahm die Aufgabe, alles in

d,e richtige Form zu bringen. Er war in hohem Grade Herr der Worte — daher kam es wohl, daß er manchmal deren zu viel machte,- ich wagte dann einmal bescheiden RS”' önf3 - e ~I Lä" 0 en in seinem Dialog gäbe. „Das in einte tx, „wozu sind denn die Kerle, die Regisseure, da, die können fa streichen." Das gab eine Wendung denn als ich diese Auffassung hörte strick. ick> nun flott selbst - bekam auch'Mut. zu ändern und hinzw zusctzen, und so ging der zweite Akt nicht ganz ohne Frw n&€ ‘ Beim dritten Akt gingen aber unsere An- s'chten ganz auseinander - es ertönte kein Hallo mehr ich beschloß, Benedix zu überraschen und den Akt allein fertig zu schreiben. Stolz trat ich eines Tages vor ihn und überreichte ihm das Manuskript. Ich erwartete ein Lob, sollte indes eine große Enttäuschung erleben. Als Benedix mit der Lektüre zu Ende war ivarf er die Bogen unmutig auf den Tisch und mciitte' „Dazu gebe ich meinen Namen nun und nimmermehr

oetcktvielL"!" Ctl - Posse geworden, und Possen habe ich nie geschrieben! «eine Laune war dahin — er kehrte balö darauf Leipzig zurück und wollte das Stück nach

seinen Ideen schreiben. Es erfolgte dann ein Brief­wechsel, der von seiner Seite sehr schroff geführt nmriV " Mosers Stück hatte in Görlitz einen u.,b r te. e Er- folg,- aber Benedix blieb dabei, er wolle seinen Namen zu einer Posse nicht hcrgeben. Schließlich madi E der Agent Michaelson den Vorschlag se ne Hälfte «

40 Louisdor abzukaufen, und Benedir gin? £ Handel ein, machte sich aber aus, daß das Stück in feiner Passung in Wien gegeben werden sollte. Laube en sck, eä sich jedoch als Direktor des dortigen Staüttbcater?

^ Stück, und Benedix erhielt 600 Gulden Schwer zensgcld. Zwei Jahre darauf bekam Moser eine Prä > f. von Laube für das erfolgreichste Lustspiel des -r urch den Erfolg ermutigt, schrieb er ein anderes Lnst-

verstehen. Sie sehen in den europäischen oder amerikanischen Katalog hinein und bieten dann diese Waren billiger, oft für die Hälfte an, bis sie nach Be­friedigung des Marktes vor einer leeren Zukunft steüen

ist"verbummelt." öer Privatindustrie sagen: Sie

annn^ 6 u f' be ö ‘ e Taschenuhrfabrikation in Japan be.

und zwar mit in Japan gebauten Maschinen leövch mit eingeführteii Federn, Steinen und Kissei-' blättern. Aber schon '897 musi.e das G^öft a^kgLn

lieferten ^RaldÄ^^- «« unregelmäßig und zu schlecht lieferten. Bald fehlte ein Zeiger, bald der Bendel bolä

Stal*; S*n«"Ä

Das l^E- \ M°rttes für Zündhölzer verloren.

Unb baS ^ufige Versagen des Zündstoffes hat die Kunden schließlich kopfscheu gemacht.

... To rirl Geschick der Japaner wie der Chinese auch

w£? an&ai s ettEn «; i)at ’ für Blumenfabrikatiom X ut . e ' Matten- und Korbflechten, Holz- und Knochen- schnltz-re,en, eingelegte Arbeiten, Stickereien - lauter Hausindustrien —, so sehr verkennt er doch die Not­wendigkeit der gelernten Arbeiten, und so wenig ist er ferner zur Gewissenhaftigkeit bei schwierigen Arbeiten

niemals ri? aU möchte fast behaupten, der Japaner werde niemals lernen, eine feine Uhr oder eine feine Wage zu

verfertigen. Selbst Dampfkessel, die doch ke.Ae hohe erfordern, dürften zurzeit kaum in guter Be­schaffenheit gearbeitet werden, weil dazu große Sorgfalt gehört. Erfinderisch wird öer Japaner nach seiner ganzen rezeptiven Naturanlage schwerlich jemals werden und säbia lohnenden Großproduktion ist er nicht

fähig Nicht einmal unter europäischer Leitung Europäer vermögen allerdings Japanesen bei langsamer mH

Gckv ff/ 06 '.. Fhzuhalten, aber sie können den Mongolen nicht dazu bringen, sich zu einer intensiven Leistung auf- selbs/ pfm ^ haht die intensive Hingabe an seine Arbeit selbst ein raschere» Tempo im nichtmechanischen Zugrei. fen scheint ihm nicht beizubringen zu sein. Ob er eine 14 bnm Hanöspinnen sitzt, ist ihm gleich. Er u>uöe und abgespannt, aber auch nie voll Aibctt»frl,che oder Arbeitslust. In England bedie- nen zwei Spinner 3000 Spindeln, der chinesische und iapa- nischc Spinner^ bedient aber nur 200 bis 300 Spindeln Ter englische Spinner verliert mit dem Wicderanknttpfen abgeriffener Fäden 5 bis 8 Prozent der Spinnzeit der

ZmÄ r 6r w * 25 d^Ant. Dazu kommt, daß d e Spindeln wegen der haltbareren Baumwolle, die sie spinnen, und der leistungsfähigeren Arbeiter ge­nau doppelt so schnell gehen wie die japanischen. Wenn "/ordings die europäischen Reallöhne 2(4- bis 8mal so hoch sind als die japanischen und für diesen Lolin eben so viel mal mehr japanische Arbeiter als europäische M erhalten sind, um das gleiche zu leisten, so bedingt öa- gegen die zu derselben Leistung nötige größere Arbeiter- ^h/.llrrßere Räume, mehr Maschinerie, Belenchtung und Aufficht, mithin größere Anlagekosten des Betriebes, deren Verzinsung und Amortisierung vom Jahreslohn abzu- z.ehen waren und die Unterbilanz des japanischen Be- ^bes gegen den europäischen darstellen würden. Gerade der Übergang der modernen westländischen Produktions- weise zeigt die Nnterlcgenheit öer Chinesen und Japaner

Htfrfdf 10 fifr™ * e <Echt mit verhängnisvoller Deut- lichkc.t. Hermann Schuhmacher sagt (Denffchlaubs Jnter-

Fufall^^DÜs"^"^ bei diesem kam der verhängnisvolle -o |ciU. Das ^tuck erleöte seine Premiei'e in Grii'srir ""ä 3vurde oft mit großem Erfolg gegeben Ich batte^ reicht? cfT 1 ’ <ack) jeder Vorstellung noch "rewuchiert' Z^L e f ^m Intendanten Herrn v Hülsen ein jUUd schrieb öaz.l, „ich habe das Stück fünfmal gesehen immer noch gefeilt und meine, daß es in der ietziaen J U m Ö <> i ft*,,'' 005 Könrgl. Theater geeignet ist."' DieS ur\l l e n,,,röc Uiein Verhängnis. Wie ich es ci„- nepackt hatte erhielt ich mit wendender Post me ? Ma - skript zurück und Herr v. Hülsen schrieb mir v i

Ins ®tücf U ?ü? Wt Sl n Ä ri r ftä ^ en: "bck, meine, ^daß Kameraden gewesen - er stand beim Alexander-NeaG?ent"

°st L ZTX&l. ’

ein. „man kann sich einmal übereilen." Doch das Unasn!» war damals geschehen. Ich reicku^ ur«»,Unglück

ääsSSS

Bä *. & WaVÄ'

«»reichen. Vergrämt wie ich war, ging ich fi '

Theater am Gendarmen-Markt nut! f, siV °^ das

Sn, juieifdlmften ""