I Beilage zum Mirstmüener Tagdlatt.
Wo. 4 NS. Morgerr-Ansg-rbe.
Naturen, die keiner Lage gewachsen !» Daran« rntftl* j tCÖ "^uden, nnd denen keine gcnng tut. »
Ln 7 ^enu?^zeL""«^""° Widerstreit. der^^Leben fe
!Äf Sftfe. ^bzehn Jahre und auf sonst allerlei Gutes und Schönes, loas die liebe Natur uns auf den ^ gegeben hat! — An Herausgehen natür- Tch wie steht's denn überhaupt mit
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(33. Fortsetzung.)
Gva Keoni.
Roman von Marie Bernhard.
haft^? brave Arzt, verschneit wie ein leib-
nach mir m b0 Ä S°nkt Johann herauf, um
Dr^dmer^Wen Q ®rr moä) t-A m müsn dwiken, die ESrnlSTfim S e f n r| Q ^ n ^ch etwas Klügeres veil es inZne solche Suppe einrühren:-
schickten sie eine Fruhlmg machte, darum
ün 'ftI fcoffnungäholle Patientin, die sie
£friSS?nach je eher je lieber ^er herauf „zur Erholung"-und
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»»ck-r° Hm die,- Ge- tiv,r 4 - ?u? lä) batte wetten mögen, daß es so
— in schnem Wesensuu^. k/MLn Augenblick verargen I foB S, ?S± nS ’ ^ Cr m F } b°v°n nichts merken. Er
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ferne Pflicht zu tun, gleichviel, ob die Verhältnisse aünst-ia
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PflegeEÜm! 4S Sf^ ' immer Kopf oben. Frau 'puegemmrer i Rttt der Zert besinnen wir uns schon
dem Gehen? Stellen Sie sich gefälligst einmal auf Ihre Puppenfußchen. junges Fräulein, geben Sie mir Ihren Sie 'mal mit mir durch Peter Stolzels Staats-Gastzimmer! Solch einen schönen, i un ,^ ^^alrer haben Sie lange nicht gehabt, was? — £^0* p«*en doch nicht fallen wollen? Das leidm wrr nicht! So — so — immer langsam voran! — Nun setzen wir uns wieder! Das geht noch recht jämmerlich! — Die Trat beprecheu wrr noch genau, Frau Bertram!
Und noch ems, sagen Sie doch,-das Lachen und
Weinen hat das Pflegekind wohl schon seit langer Zeit verlernt? Sieht mir ganz danach aus! Und so ein ge horiger Tranenjchauer, so wenig ich sonst für dies Salz-
to0 »?VT~ 1 -aber hier wär' es Gold wert!" —
„Dasselbe sagten auch die Herren in Dresden", stimmte Hannah bei, „aber es ist wie ein Bann über dem S^r Doktor, man mag ihr das Rührendste und erzählen, es bleibt ohne Eindruck; auch der
Abschied, die Reise,-es ist ihr alles einerlei!"
• "AS M alles einerlei!" wiederholte Doktor Wörler, wie tief m Gedarckn. „Nun, hoffen wir. daß es bald andere kommt! Wenn nur das Wetter mithelfen wollte! Aber der da drüben" — er deutete auf den Groß-Glockner. den man deutlich aus meinem Fenster sah, — „zieht ein verteufelt griesgramliches Gesicht, uiid wenn der Wind aU i bE 2ache blast, wie jetzt, dann spielt er uns auch noch nicht sobald den Frühjahrstanz auf. Auf Wieder- sehen Pnnzeßchen! Nur sitzen bleiben! Mit mir gibt's keine Umstande! Hat sie ein Paar Augen im Kopf! Sind aber achtzig Prozent zu viel Schwermut darin — die müssen wir wegmanövrieren. Küss' die Hand,' Frau
Wiedmsthenff^ menU bespreche ich mit Stölzel! Mif
Fort war er, und draußen wirbelten die Schneeflocken tumultuarlscher durcheinander denn je. —
Das böse Wetter hielt tagelang an; Herr Stöffel prophezeite jeden Morgen: ..Heut' kriegen wir den Sirokko von chalien heraus und der bedeutet allemal ein anderes Z^r! aber kern Sirokko wehte, der Schnee stöberte in Massen durch die graue Luft, und ich ruhte kraftlos auf s e Ü V°Merten, nredrrgen Ruhebank, die man dickt vor knatternde Karmnfeuer geschoben hatte. Meine Kräfte hatten mich so total verlassen, daß ich nicht ein mal den kurzen Weg bis in den kleinen Salon, wo unser Mittagsmahl serviert wurde, zurücklegen konnte; Hannah mußte mir die Speisen aus mein Zimmer bringen Es war vortreffliche, stärkende Kost, aber ich tat ihr wenig Ehre an. Burger, das hübsche, blühende Zimmermädchen, rav mit seinen frischen ,varben und dm zwiefach um dm Kolif Mwuiidenen Zöpfen geradewegs aus einem S r !w?' e s Bilde getreten zu sein schien, schlug immer
™-'Tr ^ a r be Msammen. wenn sie die kaum berührten Schusseln fortzuräumen kam
. Doktor Wörler kam fast täglich, deii sogenannten „interessanten Fall" zu behandeln, und ich fühlte eine Art von mattem Bedauern darüber, dem prächtig^ fems besseren Resultate bieten zu können. Er verstmd s° Sut; Nie mutete er mir zu. viel zu redm. nie suchte er mich zu Dingen zu zwingm, die mir wider-
n, Petlfniprpp Akademisch PUl r IBI 1 ö gebildeter Optiker
Landen, er sah mir nach dm Augen, und es war, als .ese er alles da heraus, was mir lieb und was mir lästig er; und danach handelte er sodann.
Eines Nachmittags hörte das heftige Schneetreiben auf. und nach einem stundmlangen Regmguß, der stahl- hart und eiskalt, mit feinen Hagelkörnchen untermischt, hemiedertobte, machte sich ein sonderbarer Wind auf, — ein Raunen und Stöhnen war's, das in den Lüstm erwachte, und ein hartes Kämpfen und Ringen, wie auf Tod und Leben. — Nun atemloses Schweigm, und dann kam es wie fernes Donnern herab, gab Hall auf Hall, riß an den Baumzweigen, schäumte, zischte und gurgelte in den zahllosen Bächlein und Rinnsalen, die Schnee und Regen gebildet, —- stürzte sich jubelnd von den Fels- wänden und tobte mit fauchendem Ungestüm um unser festes Haus, daß die Fenster erklirrtm, die Türen erschütterten und die Grundmauern zu wanken schienen.
Das war der Frühling, der so kam! Endlich, nach hartem, verzweifeltem Kampfe hat er dem Winter, der sich zuletzt hier oben im Gebirge eingenistet, dm Sieg aus dm Händm gewunden, nun gehört ihm das Terrain! Aber er kann noch nicht, obgleich er Sieger ist, lächelnd und Blumen und Kränze werfend seinen Einzug halten -- noch tobt die entfesselte Kampfeslust in ihm, und aufjauchzend stürzt er sich dem eroberten Lande entgegeii, reißt nieder, was immer sich ihm in dm Weg zu stellen wagt, sprengt jede Fessel und läßt seineTriumph-Fanfare von den Spitzen der Berge hinaus ertönm, daß man es weit in alle Lande vernimmt: Ich bin da! Seht! Ich bin da!
Schon will die Sonne hindurch, aber der Frühlingssturm^Niehrt es^ ihr: „Noch nicht! Zum Friedenshandwerk ist's noch nicht Zeit!" Er enffaltet seine gewaltigen Schwingen und jagt von Berg zu Berg, schmettert die Lawine zu Tal und fährt sausend durch die dunkeln Föhrenwälder, die ihm trotzig ihre Riesenkronen bieten und nach einem kurzen, unwilligen Ächzen um so stolzer nur dastehm. Durch die geborstene Erdkruste sprudelt und quillt es; die Wasser habm es eilig, ins Tal zu kommen, sie wissen, hier obm ist ihres Bleibens doch nicht lange mehr. Ein paar verkümmerte Schneereft« wollen es noch wagm, sich zu halten, — aber hohnlachmd faßt der Frühlingssturm die Vermessmm. schnaubt ihnen em verächtliches: was wollt ihr hier? zu und wirbelt die Ohnmächtigen wie nichtige Spreu in die Tiefe. —
Nun mdlich, Sonne hervor! Des Sturmes Werk ist getan!! — — Da steigt sie empor in flammender llflaiestat! Wie alles, was wahrhaft groß und schön und herrlich ist, streut sie in verschwenderischer Mite ihr leuchtend Gold aus. hier und dort, — allüberall! Ms blmdende Strahlenkrone flinkelt es auf den Bergspitzen und überhaucht die Schneezacken mit rosigem Feuer, als zauberhafte Glorie umgibt es die Föhrenwälder und zuckt über dem unabsehbaren Meere der düsternstm Wipfel wie Flammmschein auf. — aber es verschmäht auch nicht, den dünnen, zögerndm Wassersttahl zu küssen, der langsam bergab sickert, daß er plötzlich wie schmelzendes Metall anzusehen ist, — es wirft glitzernde Fünkcheir auf die versprengten Tropfen des Röhrbrunnens, es küßt warm und mitleidig die armen, nackten Baumzweige- m. Sonnengold, echtes Sonnengold ist großmüttg, das naZ keinem Unterschiede, das gibt sich hin in un- erschopflichem Reichtum — (Fortsetzunk, folgt.)
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