**• S-Hr««»«.
MZr? ä*j»s
SÄ m **•
Verlag: Langgaffe 27
19,000 Avonnentem
«nzeigen-Prei-,
Petttzeile für lokale Anzeioc» 15 Pfg., für auswärtige Anzeigen 25 Pfa — Reklamen die Petitzeile für Wiesbaden bO^Äfg für auswärts 1 Mk. '
jumtitag, irre 18. mttbn. *, s , “S 0 3. _
Morgen-Ausgabe.
Arbritrrschutz in Frankreich.
Der ''Französische Verein für Arbeitersckmü" tw.
-ZE Maximalarbeitszeit"
OT7?'^f 1 ’ „Wochnerinnenschutz" (Dr Fauauetl Me drei Schriften zeigen, wie ungemein schw« es ist Republiken und Demokratien jene Maßreaekn des Allgemeinwohls und Arbeiterschutzes durchzufZ?m
erzwung7n werd?n'°^ Monarchen schlimmswn Falles'
^E^tz von 1848: 12 ständige
Maximalarbestszest; m gemischten Werkstätten (Männer ^ Diaximalarbeitszeit 10%stündig 1904 an 10 ständig). In der französischen Republik muß das Kind also ebenso lang arbeiten wie die
S$ m Z ^ erf0nm - Das Kind wi?d unter Äubk kamschem Regime auch schon init 13 Jahren ja mit 12 Fabrikarbeit zugelafsen (in Deutschland ^mit 14) m -p! e Zulassung der 12 jährigen Kinder hängt von der Beibringung des Eerkikieuk st'äknckes (Elementarschul- zeugnis) und eines Gesundheitsattestes ab. Letzteres N Sr S - ^rwelgert. Die Eltern möchten gerne .daß der Kleine verdient", es kann auch jeder beliebige dieses Zkmgnis geben, während man dafür eine bestimmte verantwortliche Stelle schaffen sollte. Tie Ge- werbeinspektoren machen ihrerseits so gut wie keimm Gebrauch von dem Recht, die jugendlichen Arbeiter auf Kßh\ ^bfundheltszustand untersuchen zu lassm. Die publik aber straft eigentlich die intelligentesten Kinder r^s Volkes geradezu für ihre Intelligenz, indem sie den Begabteren schon mit 12 Jahreii den industriellen Vagno
Die Ruhepausen, die nach dem Gesetz von iqnn in Werkstätten für aüe&^ntaSvin ^ te gleichen sein und der Arbeiterfamilie gestatten sollten gemeinsame Mahlzeiten einzuhalten, sind durch die Entscheidungen dev Kassationshoses für die Männer ver-
**» *»»w
dans z. B. dw Betriebswcrkstätten und die'Privat- Wohnungen zusammenliegen, daher n.ehrere Eingänge ffd ^ ^§ebene Pförtner haben. Die Ankunft der Gewerbeinspektlon wird aber signalisiert, und die Arbeiterinnen, denen das eine drollige Unterbrechung ist.
machen sich einen Spaß daraus, die Hintertreppe hinunter
hinauLt T«i°n, die LLtrFp7
den JwrnL ."l^.lwöh'chen Tage freilich denunzieren sie den Betrug in einem anonymen Brief. Wollte man
de^ anfangen, so wäre die Nachtarbeit in
stellten S?,°u überhaupt überflüssig. Auf die Ange-
Handelsgewerbe, die Kleinindustrie, das Ver- 3tÄt r "' taf ' ,We Morm-I-rb-iisz-it »°ch
n ,J^ e avligchorische Sonntagsruhe herrscht weder hier de? »„aI" Werkstätten. Ein Ruhetag in
für die Großindustrie festgesetzt braucht jedoch nicht der Sonntag zu sein (der kirchliche
.der Sitzgelegenheit für die weiblichen 2 GchckättEbah^n vorgeschrieben, aber voll
Tie Gewerbeinspektion ist nicht imstande, alle Der
stmdm" 27 10?Er??^^llcu Im Jahre 1901 unter-
iranden o2> 103 Fabriken nnt 2 865 832 Arbeitern der Gewerbeinspektion. 124 016 Fabriken mit 1 967 463
insvektion hÄ ? efucf,t r S«t Bestehen der Gewerbe lnspektion (1892) waren aber 82 424 Betriebe nock nie
aiifsicht^wär77lw°^"n ^ Personal der Gewerbe- anfjicht Ware aljo zu vermehren und die Strafen für
Übertretung der Gewerbeordnung zu erhöhen. Keilte sind sie so niedrig, daß der Arbeitgeber eine Strafe von er ** ,^rank bei der ersten Übertretung, von 10—100 grernf bei der zweiten gern in Kauf nimmt, wenn er da durch einen weit größeren Gewinn erzielen fann.
tMi r . ' or Zay sagt: „Wer einen Baum unrechtmäßia i^llß bekommt 6 Tage bis 6 Monate Gefängnis. Wer mies Menfchen Gesundheit gefährdet, zahlt 5—15 Frank Strafe". Die hohen Geldstrafen (5-500 FraZ ja &efcmgm§ in der Schweiz) erscheinen Professor Zay nebst ci,,äiat -
öm Ausartungen der Heimarbeit in Kreatins zu st-mem Die Einführung _ der obligatorischen Alters- und Krankenversicherung ist eines der friedlichen Mittel der Lohnerhöhung Der Versicherungszwang schafft die
Ver rcherungsfahlgkeit". (Schaeffle). Die obligatorisZ -ÄT 3 'n Deutschland Lohnerhöhung bewirkt
^ede Maßregel, die den Arbeiter vor Hunger und Sorge um den kommenden Tag schützt, erhöht die Nation»?- Produktionsfähigkeit. Professor Zay findet, daß Deutsch-
Rchublik FwZrM? ^ aU ^
Die bevorstehende Einführung des 10 stündiaen
ApA?1904i^bat°d^ gemischten Betrieben (1.
Hat die Arbeitgeber nun auf folgende Idee
Man"^gestw?0 Arbeitsstunden — 60 Wochenstunden. D^an gestatte, sie folgendermaßen zu verteilen: 5x14
Schicht am mm
NLLi'L L
ÖT W: Sa d-r fmbÄww S,
^, it '^ ccr Leistungsfähigkeit angelangt. Eine weitere Erhöhung der Schnelligkeit wäre nur auf Kosten
iuarSm h ? Sicherheit der Arbeiter
zu erreichen. Wird die Produktion aber verrinaert fn
mufje n auch die Lohne sinken. Ilm dieses zu vechindern
Ästen ^nur»5 ie Stunden arbeitm und anr
Myten nur o Stunden. Wir werden dann, selbst bei etwas verringerter Produktion, die früheren Löhne zahlen kannem da wrr an Heizung bedeutend sparen. Eine wKere Abendstunde, wenn die Motore in vollem Zuge wd
merkba?stnÄ' 5 Stunden Stillstand recht be-'
merroar sind. Auch tonnen dann am SamstaanoW- mittag die unentbehrlichen Reinigungen und Reparaturen vorgenommen werden, die bisher am Sonntag ? S men menunb mit doppeltem Tarif berechnet wirdm Den Arbeitgebern möge die Wahl zwischen der 6x10 werden^ ^ öer 5x11+5 stündigen Arbeitszeit gelassen
FeuiUeton. Neiherfeöern.
Von H. Stein.
SStem! man heute durch die Straßen ciner Stadt geht und man braucht nicht einmal die belebtesten zu wählen ba.-.-ch.^vOckt man auf den Hüten vieler Damen der Kreise einen schönen Federschmuck, der unter fcnJ }'gar wohl bekannt ist. Der Nicht- ihm ein Kunstprodukt vermuten,' doch natürliches Erzeugnis und stammt von einem SKÄ unseres Fischreihers, dem sogenannten Esther, der zu unserer Zeit vornehmlich in Asien t % wahrend des ganzen Jahres vorbei, Europa findet man ihn ziemlich häufig in
Mittelmeer-Landern, in den Sümpfen der unteren iS 1 ^,B°uedelta, in Spanien, Sardinien, Sizilien leii- tm r,^x^u binßland, welches letztere er jedoch nur
S?n t w* ft SLfi U * ö v ?°i>ern des kleinen weißen Reihers !ioii seit Jahrhunderten als Zierde,' doch war ihre Ver- wendung zu diesem Zwecke bei weitem nicht so allgemein sM,,^u^ die Mode alljährlich viele Taufende der Ichönen Vögel als Opfer fordert. Wenn die Frauenwelt zunp^u^^Es nicht bald überdrüssig wird, was kaum an- wnehmen ist, so wird der weiße Reiher in kurzer Seit n Europa zu den seltensten, wenn nicht ausgestorbeuen Sögeln gehören. Denn die enorme Zahl getöteter Reiher, we che der Handel jährlich fordert, würde auch die verbreitetsten Vogelarten unseres Erdteils in er- 'Mcckendem Maße vermindern, während die hier in Bc- acht kommende Reiherart in Europa zwar zu den häufig trii 0 ""«" ?!' ^ber keineswegs zu den in besonders £ 3 w s vertretenen Vögeln gehört. Wenn man
°i, enkt, daß die Mode des Reiherschmnckes erst ungefähr s^^uhrzehnt besteht, so mnß die merkliche Abnahme der s^uen Vögel icden Naturfreund mit Schmerz und Be- > rgnis über ihre Zukunft erfüllen. Dazu kommt, daß
ber auf die Berichte Strohk-Fagnot fokaenden
merkt daü einfach und schlagend be-
merkt, daß die Annahme der 11 stündigen Arbeitszeit für
fSS m L?lo7^?ückschritt Ls ArbeLLL
«eorare (Jett 1900 10% Stunde), daß die Arbeiter fnlls lieben llnachmittagFeiertag ist, auch für die sainstäg. Ku Remrgungen den doppelten Tarif verlangen könnm Die Gesellschaft hat die obigen Anträge dah? abgelchw.' .....Der Wochnennnenschutz ist gleichfalls in der ft™.
shfefäf« *»«»
Li besteht m Frankreich überhaupt noch nicht.
vr. G. Fauguet hat in dieser Hinsicht folgende ftor. Lerungen ausgesprochen: Die. Wöchnerinnen, die sich 2 o Monate vor der Geburt des Kindes ausrwhen Lw? S l re Kwder und es zeigen sich bei ihnen west weniae?
früh geborene Kinder bleiben abev köbi!! ~ ebm ■ lQnS sächlich und wenig lefftungs. f Ruhezeit vor der Enwinduna
wünschenswert, ebenso eine vierwächiae nack derselben (rm ganzen also eineKarenzzeit von 3MonatenP Wie notig die Btutter dem Neugebovenen ist geht daraus hervor daß m den Textilbezirken SbÄßS
»Lim lammt. 1 ^ ^ eimS “” ter -2
fnnnp« fff ^cher Nicht so vorsichtig und nicht so schwer zu fangen ist wie sein großer Namensvetter,- dagegen ist sein ,angelegtes Nest nur schwierig zu finden m*tirJf rr¥ $ en ' Während der Brtttezeit trifft man die oftmals in großer Anzahl, so daß die
Fcöersammler verhältnismäßig leichtes Spiel habem
gesuchten federn sind die sogenannten HoMeit^- federn, weiche die Reiher am Hinterkopfe, auf der Brust und im Schwänze tragen. Sie sind ein wenig gebogen von ganz vorzüglicher Feinheit und können von dem PwuesS,^"Ebcn ähnlich den Schwanzdcckfedcrn des }ei friS f P f fnMf k a's Da auch das Weibchen während aMrtrfJrJf 9 * 1 * i d) 1 Federn tragt, leiden natürlich beide Geschlechter unter den Nachstellungen der Fcöersammler
iS? ift LrUmfin? 0 s"t 9 s , ‘ ri< 5 nrau i Qm erscheinen
iaBt/t|t der Umstand, daß der durch gewalttätiges Nuvien
häufig arg verstümmelte Vogel dem Tode preisgegeben fff?' unter großen Qualen an ^Ver-
blutung dahinitlrbt. Die Federn werden nämlich dem lebendigen Tiere auögezogen, da die von toten Vögeln gesammelten für die Zwecke der Mode ebenso wenig ae braucht werden können als die abgeworfencn. Wie bc- ff?’f C findet die Jagd auf die Vögel besonders ^EUtzeit statt, weil die Tiere während der übrigen
Irfnmfrf irjl J£ n ft l verhängnisvoll gewordenen
schmuck nicht besitzen. Da viele der alten Reiher iniolac ^EE.un^nen verübten Mißhandlungen sterben so müssen
E ch,°nch viele noch unentwickelte'Junge in tfjr^n
Nestern öen Hungertod crlckdcn, wodurch die Bermcb- rung dieser Vogelart bedeutend beeinträchtigt wird Ob- TS?Ev kleine Reiher schon seit Jahrhunderten seine
r£S e i und Hclmbüschc und Turban
schmuck liefern mußte, i>t die Masscnjagd in der gesäiil- dertcn rohen Weise doch erst eine Erscheinung unsrer rvbe7wf?"ten Zeit' die nur zu gern hochmütig auf die rohen Oiebranche früherer Jahrhunderte blickt.
Zfl den letzten Jahren haben sich mehrfach gewichtige Stimmen gegen den Massenmord und die gewaltsame Ausrottung unschuldiger Vogel erhoben und die Jn- oustric imt den so grausam erworbenen Federn als einen f WiEu Handcl bezeichnet, so daß sich die vornehmer denkendcu Damen anderen Schmuckartikeln zugcwandt ö5f/n. Auö diesem Gründe glaubten einige Händler, der -7'nchtung ihres Handels durch das Märchen cntgegen- arbeiten zll mußen, daß es sich für sie nur um abgeworfene
öele entnommene Federn han-
^s,r'nofu^w^t/huhen auch viele Damen ihr ohnehin nicht fnf? ffEschwertes Gewissen beruhigt, und man kann heute fast allgemein in den Kreisen der Frauen die Ansick,t Horen, daß die Febern ihrer Hüte ohne Grausamkeit ae- vonnen oder künstliche Nachahmungen wären.
Verteidiger der grausamen Verfolgung des kleinen Reihers, den man seines schneeweißen Gefieder« wegen wohl den Engel unter den'Lgeln nennk Pflegen die Reiherfagd oft als einen Sport hinzustellen der i»ie Ä Li-G-b---,-». feine 8er ISS &
fif bestreiten, daß beini Angelsport, bei der ÄL usw. den Tieren auch körperliche Schmerzen ver- we?ii!^f?eN' aber doch unterscheidet sich dieser Sport wesentlich von den Verfolgungen der Reiber K
Z m s rö ? ie Schmerzen des Opfers^nög.
l nbern und abzukürzen suchen. Der Jäaer f?E nicht auf Wild, um es zu verwunden, und er schießt schlossen ist. Möglichkeit, es zu erlegen a»L
^eine weiße Reiher, dem in bezug auf die schnee.
Fm^E seiner Federn nur noch die Schnee-Eule iin höchsten Norden Europas und der Polargegendcn aleick? kommt, ist heute das hauptsächlichste, aber keineswens da? einzige Opfer der launischen Göttin loTe TZÜf »»««.” -»d S'd-r» Wen“iÄ «LL Adgcl schmucken die Hüte und Baretts unserer Dnch-f. Ein englischer Schriftsteller berichtete vor einigen Jahren' '« Schiff aus Rio de Janeiro'eine haL Million ^ögelbalge nach Europa führte Abnlickie Ladungen werden auch ans Ncu-Guinca und ander?» Tropenlandern aüsgeführt. Auch die Molukken afbüfef ä<il den bevorzugten lNebieten der Feder- und Voaeliäaer ff'"« "'"''auch zu ihrer Ehre annimmt, daß die Be.' n- "-'«ach denen die armen Vögel lebendig ihres Balaes beraubt werden, auf Übertreibung beruhen so ist Ä die Vernichtung der herrlichen tropischen Vogelwelt bef klagenvwert genug, um alle denkenden Menschen -ur Arbeit gegen dieses Vorgehen zu veranlasse,, Scho , her Gedanke an die unzähligen Jungen, die. ihrer E tern b"aubt, kläglich zugrunde gehen müffen, sollte ieöls suhlende Herz gegen einen Handel ciuuehmen der ei» trübes Licht auf die kultivierte Welt wirst '
< - Leider aber hat eine rechte Modenärrin kein ffinr™ des Herz für ihre tierischen Mitgeschöpfe. ^
