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jfo 487. Morgen-Ausgabe.
iesdllüenrr Tagblatt.
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ben ^t U *i!w* i ^ en ' ®°^ renbel1 / Grabenden, Untergraben.
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^ Hugo Wolf.
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(27. Fortsetzung.)
Eva Keonr.
Roman von Marie Bernhard.
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If tm, kaum eine Stunde zu denken geaebm hätwn die tm sZZlin^^' ^ »*« bedeutsame
nach Skeujahr war's. — Das Weihnacktskest , me j fl* m ™ S vorübergegangen, es hatte mir
Srnrfi 1 fl Ä n ( T f° üetten und eine Menge Bücher
'S ^rher sehr lehrreiche, gute Bücher^_ aber
^uen grünen Tannenbaum, kein Nasichoerk keine feiten^* 1 ' ^^evollem Sinn ausgewählten Klein§
... ging also in den ersten Tagen des neuen ^nbres
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wuchern hinter mir, denn ich war soeben aus den SMn^n gekommen. Der frisch gefallene Swn^
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£jÄ tc£b & h n V e J 0n Mieren, die Ändernd bch
^^derstmid^ hatte schwerlich meine Aufmerksamkeit ge- ber.Herren nicht durch eine plötzlich^ Er w?k?ebr"/^E Augen auf sich gezogLi ffi
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8toeifS Mn r ~ erte i* f !? r , hatQn konnte kein
öroetjei lern ich sehe noch jetzt die unter dem aus
Mbogenen, blonden Bart leicht geteilten «ivven Ät den hervorblitzenden, schönen Mbnm ff mT ;
mochte sich nkcht schiL^L' D^aS'Ltkr w einer gl oßen Stadt, in einer Belebten Passage fo offenbar anzulacheln: aber der Mund, der es tat >uar für S^Mcher Schönheit, und die Augen, die L ihm nicht/nach. ^ ^blhung zu bitten schienen, gaben
Dennoch wich meine erste, ra^ch aukkeimenb.-- Wunderung sehr bald einer gewissen verlegenen Ent-'
Sonntag, den 18. Oktober.
E,^'.s XXXX H.blützlichals Geaenstand einer allgenieinen Aufmerksamkeit zu sehen, — denn die rasche Bewegung 3 WfsÄr^ trn vnd fern aiiffallendesMarkieren meiner toor ulchi unbemerkt geblieben, das lebhafte Gespräch war verstiimmt, die Augen sämtlicher Offiziere waren auf mich gerichtet, die ich absichtlich langsam naher
suckte"wobei^^i^ gleichgültige Mene anzunehmen tüblte ^och zu meinem unbeschreiblichen Arger
suhlte,^ daß ich glühend rot wurde. — Absichtlich wandte icfl meine Blicke seitwärts auf die gefrorene Elbe, die be- wegungslos in den Banden des Winters unter ihrer zarten Schneedecke ruhte, — aber als ich nun ganz nahe
vorüber ^angekoimnen, ja, schon fast an ihr
äw' konnte ich doch nicht widerstehen: ich hob die Wimpern ein klein wenig, — und da hob Mi die
nrüiienKb blonden Offiziers ehrfurchtsvoll
mäÄ? minu *•*'
eine?ku^u'^"b^ ich wußte es jetzt! Während ich furchte, etwas hochmütigen Gegen- gruß^ spendete und nun die Gruppe im Rücken hatte
wie eü Rl^d^F^bos meine Straße zog, war mir's Me em Blitz der Erkenntnis durch die Seele gegangen- Clemern, Günther von Rothkirch! Der Bruder memer
aller meiner RowE, mach
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And hier in Dresden weilte er! Wie kam er hierher? Hotte er Urlaub? War er auf Besuch? War Susi mit chm und wurde sie kommen, mich aufzusuchen? Hundert prägen und ^deen kreuzten sich in mir, wie im Traum kam ich daherm an, und mein Bericht über Lektionm und nÄ i" El so verworren aus, daß meine Großmutter SÄ-Ä wieder zum ersten Male mißbilligRw den Kopf schüttelte und mich nachdrücklich warnte ja nickt ^der m den alten Fehler
ju verfallen. — " Dw Botschaft hörte ich wohl, allein fehlte der Glaube, — welches siebzehnjährige
61. Jahrgang. 1903.
SS S WLSNÄ
ffFftand sei das höchste Gut, das die Natm ihm ver^ liehen habe? — Das, was mich jetzt ganz erfüllte all' meine Traume gefangen nahm und mich sogar momentan mein trauriges Leben vergessen ließ hatte wdenkaM mit dem Verstände nicht das mindeste zu tun
Meine Susi ließ sich nicht bei mir sehen, sie mußte ^ * 1 ^ch Dresden begleitet haben. ^
. f ^°0 e .?ach diesem denkwürdigen Erlebnis auf
Ma U ^ Ucfc bvssichte meine Großmutter mit mir ^ --- emh> ‘ ™ i ”
^sd) hatte vortreffliche Vorstudien zu diesem 8lbend machen müssen. Ein vollkommen unbefangener Genuß der auf einen unvorbewitenden Geist stößt und da selb st et .*E n Eindruck hervorbringt, war selbstredend
nicht gestattet. Alles mußte zergliedert, begründet kWr durchgesprochen werden: so hatte ich mich hetm geschichtlichen Don Carlos zunächst ernstlich zu befassen "S Un v tm <v C Abhandlungen allgemeiner Natur zu lesen uber^die Freiheiten, die sich) ein Dichter mit historischen
Persönlichkeiten, die er auf die Bühne bringen will, nehmen darf, ferner in Palleskes Schiller-Biographie dis auf .den Don Carlos bezüglichen Abschnitte gründlicki zu ftudieren, mdlich das Stück selbst zu lesen, ^— aber nicht ntoa mit jugendlicher Schwärmerei und verzückten! En- sondern ausgehend von den verschiedenen Gesichtspunkten, die sich nur durch die gehabte, eingehen!« ^ekture notwendigerweise eröffnet haben inußtm.
Äckang und das Bewußtsein eines am nachüen wage bevorstehenden strengen Examens büßten me Abende int Schauspielhause sehr viel von dem Reiz ein, den sie unter andern Verhältnissen ohne Zweifel auf ausgeubt hätten. Es wirde auch von mir erwartet, oas Spiel der Akteure genau zu beobachten, etwaige be< merkenswerte Nüaneen oder befremdliche Betonungen festzustellen, ■ kurz, die Idee „gib Rechenschaft von oeinem ^.un und Denken" war im Dasein meiner Groß- si'utter zum Leitmotiv geworden, und die Philosophie »es Unbewußten fand, wörtlich genommen, keine Gnade vor ihren Augen.
So saß ich denn auch dem schönen Don Carlos mit gemilchten Geftihlen gegenüber und versuchte redlich, nachdem der Vorhang nach dem ersten Zlkt gefallm war, einige gehabte Eindrücke in meinem Innern zu fixieren, als mein Blick zufällig seitwärts irrte und aus einer Loge haften blieb, die beim Beginn des Schauspiels leer ge- wesen war und sich jetzt, während des ersten Aktes, gefüllt hvtte. Es saßen zwei Damen darin, ziemlich jung, nicht londerllch hubsch,^ aber sehr elegant gekleidet, und hinter ihnen hatten einige Offiziere Platz genommen, darunter ber leuchtend weißen Uniform der Garde-
c ^hr fort, meine Ideen zu fixieren, aber mit dem won Carlos batten dieselben nichts mehr zu tun, r a ’.- 1 Ä en "sich einer ganz anderen Richtung. Mein Herz schlug mir bis zum Halse hinauf: hätte ich in diesem Augenblick meiner Großmutter, die in stattlicher Vor- nehmheit m ihrem violetten Samtkleide aufrecht neben mi-r saß, hon meinen! Denken Rechenschaft oblegen sollm,
— sie wäre entsetzt gewesen, denn von Schiller, Palleske, und hijtorijchen Grundrissen wäre da nichts zu finden gewesen; ich — studierte aufmerksam meine Toilette imd wuniäste mir sehnsüchtig einen Spiegel herbei, um feft- stellen zu können, wie ich aussähe!
neues Weihnachtsksstüm von lichwlauem ^ass'.MNl' sasz und ftxtr kleidsam atron^fert* als
idi e§ zum Geschenk erhielt, war es mir ziemlich gleich, gültig gewesen. Im Pensionat hatte ich mich gem ge- putzt und war sehr glücklich, wenn man mich hübsch fand,
— aber hier in Dresden.für wen sollte ich mich wohl
schmucken?-— Heute Abend war es mir doch lieb, daß
ifl ^u,,?Av Tmlette besaß, daß Hannah mir eigenhändig ein Bukett Schneeglöckchen auf der Brust befestigt hatte ^ch atmete tief und erregt und warf dann und wann einen ganz kleinen, verstohlenen Seitenblick nach der Loge zur rechten Hand. Clemens Günther hatte ein Opern- gla,' ergiiffen und süidierte unsere Loge mit einer Hingebung und Beharrlichkeit, die mich lebhaft an Susis unbesangene Kritiken gemahnte. Sie kehrte sich nie an das, was ihre Umgebung denken oder etwa tadeln könnte, sondern tat gerade das was ihr gefiel, und ließ die andern sich mit ihrem ^obe oder Tadel ruhig abfinden.
(Fortsetzung folgt)
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