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Morgen-Ausgabe.

Kriegsgefahr in Mafien?

Die Spannung zwischen Rußland und Japan im fernen Osten hat einen sehr bedenklichen Grad erreicht so daß m ernsten politischen Kreisen eine Kriegsgefahr als vorhanden angesehen wird. . Seit der russische Kriegsminister Kuropatkin von seiner Reise nach Japan zurückgekehrt ist, hat man in Petersburg die Überzeugung gewonnen, daß ein Krieg zwischen Rußland und Japan nur schwer zu vermeiden ist.

Kuropatkin hat zwar bei Hose eine sehr freundliche Auf­nahme gesunden, aber sich da­von unterrichtet, daß die Bolksstimmung so unzwei­deutig kriegerisch ist, daß ihr auf die Dauer schwerlich Widerstand entgegengesetzt werden kann.

, Als nächster Zankapfel zwischen beiden Mächten ist Korea anzusehen, woselbst beide festen Fuß zu fassen und den Gegner zu ver­drängen suchen, obgleich beide Mächte angeben, eine fried- licheTeilung ihrer Interessen­sphären auf der Halbinsel vornehmen zu wollen. Unser beistehendes Kartenbild gibt einen Überblick über die geo­graphische Situation der jetzt im Vordergründe des po­litischen Interesses gerückten Gegend.

In den letzten Tagen hieß es plötzlich, Japan habe den an der Südseite Koreas ne­ben Fusan belogenen Hafen Masampo besetzt. Wie dann später gemeldet wurde, hat ftd)' diese Nachricht anschei­nend nicht bestätigt. Jedoch haben beide Mächte, Rußland undJapan, erhebliche Flotten­verstärkungen in die köre- anischen Gewässer entsendet.

In japanischen Häfen und Truppenstandorten herrscht fieberhafte Tätigkeit, Ruß­land andererseits konzen­triert Truppen in seinem Kriegshafen Port Arthur,

vo neue Baracken für 50 000 Mann errichtet sind; im ganzen soll Rußland mehr als 30 000 Mann in Ost- asten haben.

Dem aufmerksamen Beobachter der politischen Bor- gange in Ostasten kann es nicht entgchen, daß Rußland, nachdem es die Mandschurei einfach in Besitz behält, nun- mehr seine Arme nach Korea ausstreckt. Bekannllich wurde ^apan 1896 durch die Mächte verhindert, alsFrucht Sleffeg über China Korea einzuheimsen, dessen Gebiet Mein der überschüssigen Bevölkerung des Insel- eiches ein Feld zu industrieller Betätigung und zur Be­

siedelung bietet, und eine allmähliche Besitznahme Koreas durch Rußland würde am Ende Japan selbst in dessen begehrliche Hand liefern. Im vorigen Jahre haben Eng-

FemÄeton.

Msere Brennmaterialien und Ihr fjeljmert

Von Dr. Albert Neuburger, Berlin.

Der Winter naht nun allmählich und als seine ersten Vorboten fliegen uns die Prospekte und Preislisten der Brennmaterialienhändler ins Haus, von denen jeder einzelne behauptet, daß er das billigste und zugleich das beste Material führe. Die Frage: „Mit was wollen wir heizen?" wird wieder aktuell, und sie verursacht sv manches Kopfzerbrechen. Der eine hat mit diesem, der andere mit jenem Brennmaterial schlechte Erfahrungen gemacht, und die Meinungen über die einzelnen Sorten von Heizmitteln sind sehr geteilt. Wenn irgendwo, so gilt ganz besonders für das Gebiet der Heizmaterialien der Ausspruch: „Eines schickt sich nicht für alle", und wenn irgendwo, so ist gerade auf diesem Gebiete das in jüngster Zeit so beliebt gewordene Schlagwort von der „individuellen Behandlung" voll und ganz zutreffend. Der Brennstoff mutz der Individualität des Ofens, der des zu heizenden Raumes, der des Ortes und, last not lvusk, der des Geldbeutels angepaßt sein.

Besonders der letztere Punkt scheint uns der schwer­wiegendste zu sein. Während früher Vergleiche zwischen den Kosten der einzelnen Arten von Brennmaterialien recht schwer waren, da man keinen Vergleichsmatzstab hatte und sich scheute, auf sic die bekannte Frage: „Wenn ein Pfund Zwetschen 20 Pf. kostet, was kostet ein Pfund Kirschen?" anzuwenden, hat man jetzt einen Vergleichs- rnatzstab gefunden, der uns in die Lage setzt, eine vor­

zustliche Schätzung eines jeden Brennstoffes vorzunehmen. Die beliebten, auf subjektiven Gefühlsäußerungen be­ruhenden Gespräche, die meist darin gipfelten, daß der Herr Meyer behauptete, im letzten Winter für soundso- viele hundert Mark Holz verfeuert und dabei doch ge­froren zu haben, während der Herr Müller trotz des ge­ringen Preises seiner Kohlen immer recht warm gehabt zu haben vorgab, sind heutzutage wirklich nicht mehr nötig: Die Wissenschaft hat uns in den Stand gesetzt, den Heizwert jedes Brennmaterials aufs genaueste zu ,E.uumen, und dieser Heizwert ist der beste und zuver­lässigste Maßstab für den Preis. Nur auf Grund dieser Bestimmung läßt sich das „teuer" oder „billig" richtig und vollkommen einwandsfrei erwägen, und es wäre wünschenswert, daß sich der Begriff des Heizwertes mit der Zeit immer mehr einbürgert.

Man mißt heutzutage den Heizwert ähnlich, wie man die Lichtstärke verschiedener Lichtquellen oder die Kraft verschiedenartiger Maschinen mißt. Als Einheit für did Wärmemenge, respektive den Heizwert eines beliebigen Brennmaterials, gilt die sogenannte „gewöhnliche Kalo­rie", d. h. diejenige Wärmemenge, welche ein Kilogramm Wasser von der Temperatur von 18 bis 17 Grad Celsius um einen Grad zu erwärmen vermag. Man kennt in der Wissenschaft eine ganze Anzahl derartiger Kalorien. Für die Wertschätzung der Brennmaterialien hat sich aber die eben angeführte „gewöhnliche Kalorie" eingebürgert. Je mehr Kalorien also ein Brennstoff zn entwickeln ver­mag, desto wertvoller ist er, und wenn z. B. in nachfolgen­den Zeilen behauptet wird, Holziohle habe eine Heizkraft von 7800 Kalorien, während Holz nur eine solche von 4600 Kalorien habe, so heißt das, daß man mit demselben

land und Japan, um Rußland ein Gegengewicht zu bieten, ein Bündnis geschlossen, im japanischen Parlamente sind trotz cher Finanzschwierigkeiten des Mikado bedeutend« Verstärkungen der Flotte und Vervollkommnungen des Heeres beschlossen worden. Über Korea ist ergänzend noch folgendes anzuführen: Korea ist durch fünf Per- tragshafen dem internationalen Verkehr erschlossen, es sind dies die in unserer Karte durch Unterstreichung kenntlich gemachten Häfen von Dschinampo, Chemulpo.

und Gensan. In mehreren koreanischen Städten besuchen sich zur Zeit russische und japanisch« Truppen als Garnison, so in der Hauptstadt Söul Müssen und Japaner, in Gensan, Fusan und Tschinampo Ja- paner, m Chemulpo und Port Lazarew stiussen. Einen vollständigen Überblick hierüber zu gewinnen, ist bei dem uuuslgen Wechsel und der Heimlichkeit der Tvuppennach- schube nicht möglich.

Durch Anschluß an die mandschurische Dahn soll Korea m noch innigere Beziehungen zu den von Rußland be- herrschten nordchinesischen Gebietsteilen gebracht werden An Bahnlinien sind solche von Wiju über Söul nach Chemulpo und nach Gensan vorgesehen. Überlandtele- graphen bestehen bereits von Söul nach Gensan bezw beenden sich im Bau von Söul nach Fusan und nach Wyou, sowie von Gensan nach Wladiwostok. Von dem ^gmannten russischen Kriegshafen aus geht ein unter- seeisches Kabel nach Nagasaki und ebenso ein solches von Fusan; von Nagasaki besteht Kabelverbindung nach Aanghm und weiter. Japan hat vor einigen Jahren schon unter dem Schutze der englischen Zolldirektoren in den Hafenplatzen Tschinampo und Mokpo „Handels- Niederlassungen/' errichtet, welche vollständig milüärische Waffen- und Schreßbedarfs-Niederlagen enthalten sollen. Ebenso sollen die angeblichen Kaufleute japanische Offi­ziere und deren zahlreiches Beamten- und Arbeiter- Personal ausgediente Soldaten sein.

Deutsches Deich.

Gtillgestanden!

Entschieden, klar und die Aufmerksamkeit erzwingend wie der Kommandotitel ist jeder Satz in der Broschüre "" der sich der bekannte Schriftsteller und Redakteur bei „Wartburgsttmmen", Ernst Clausen, Hauptmann " D-, zu den Armeereformrufern gesellt. Der Unter! trtel „Ern Wort an das deutsche Offizierkorvs" deutet vornherein an, daß derVerfasser nur zu jenen sprechen will, die mit ihm über gewisse Grundfragen, wie * R ine Notwendigkeit des jetzigen Wehrsystems, einig find' Demgemäß wird nicht jeder jedes Wort der Broschüre unterschreiben können, aber der Ernst und der schöne Ester des Autors, der sich überall bemüht, unter der täuschend den Oberfläche die tiefer liegenden Ursachen zu erfassen werden auch den prinzipiellen Gegner zu ernster Prtp fung zwingen. Gegenüber der intensiven und vielartigen rein technischen Ausbildung des Offizierkorps, auf die heute alles hinzielt, betont Clausen die ungeheure Wich«

tlgkeit der seelischen Erziehung und Per- onlichkeitsentwrcklung des Offiziers die allein die Erfüllung der schweren Forderungen die der Krieg stellt, garantieren könne. Gerade diese höhere Vorbereitung auf den Ernstfall aber sieht Clausen, so wie die Verhältnisse heute liegen, aufs schwerste gefährdet. Clausen erhebt keine persönlichen Vorwürfe. Er sucht

Gewicht Holzkohle 7800 Kilogramm Wasser von der Tem­peratur 18 bis 17 Grad um einen Grad zu erwärmen ver­mag, mit dem man nur 4000 Kilogramm Wasser um das gleiche erwärmen kann, wenn man Holz benützt.

Der Heizwert eines Brennmaterials ist abhängig von seinem Gehalt an brennbarer Substanz. Als brenn­bare Substanzen sind der in jedem Brennmaterial ent­haltene Kohlenstoff und Wasserstoff zu betrachten, und je mehr von diesen ein Heizmittel enthält, desto größer ist also auch sein Heizwert. Beeinträchtigt wird der Heiz­wert durch das Vorhandensein nicht brennbarer Stoffe, wie Sauerstoff und Stickstoff, sowie von sogenannten Mineralbestandteilen, die wir im gewöhnlichen Leben Asche nennen. Sobald wir also die chemische Zusammen, setzung irgend eines Brennstoffes genau kennen, können wir uns aus derselben auch seinen Heizwert leicht be- rechnen. Und in der Tat wird der Heizwert einfach da- durch bestimmt, daß man die einzelnen Brennmaterialien analysiert und aus dem Ergebnis der Analyse berechnet welche Wärme sie zu entwickeln vermögen. Noch eine an­dere Methode ist gebräuchlich, die darauf beruht, daß man eine bestimmte Gewichtsmenge des zu untersuchenden Stoffes verbrennt und mit Hülfe genauer Apparate sorg­fältig mißt, um wieviel durch die beim Verbrennen ent­stehende Wärmemenge die Temperatur eines genau ab­gemessenen Wasserquantums erhöht wird.

Betrachten wir nun die gebräuchlichsten unserer Brennmaterialien in bezug aus ihre chemische Zusammen- setzung und auf ihren mit dieser in so engem Zujammeu- hang stehenden Heizwert!

Das älteste und bekannteste aller Heizmittel ist das Holz. Sein Gebrauch für Heizzwecke ist in steter Ab.