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___ , **■ Jahrgang.

Crfmeint in zwei Ausgaben. — BezugS-Brett»

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Verlag: Langgaffe 27 .

Anzeigen-Prei-r D'- einspaltige Petitzeile für lokale Anzeige» fflv für auswärtige Anzeigen 25 Pfa — Reklamen die Petikzeile für Wiesbaden 50 Bf.

Abend-Ausgabe.

Politische Übersicht.

SStttn auch der Entdecker der kritischen Taae von dieser Erde geschieden ist, die kritischer? Tage selbst und zwar nicht auf dem Gebiete des Dre verflossene Woche war reich an kritischen ^^^rdrmng, und die drohendenGewitterwolken, ^eÄsm^ p^"tschen Horizont verdüsterten, haben noch gemacht ^ einern freundlichen Mau Platz

• Dage waren und siich es, die wir im Wetter-

Das^arnü/^s dalkan, zu verzeichnen haben.

Halseabschneiden tn Makedonien nimmt

der Mnrff hrt+ ne H ü0rt ^ an i' und das Reformprogramm hat Zwar eine der turktscheir Regierung von "ad Oiterrench-Ungarn aufgezwungene Er­weiterung erfahren, aber bis auf weiteres steht das Pro-

' SSSt"Ä r mmCT ?Uf Papier. Auch die Spannung Sachen Buk garten und der Türkei ist noch nicht

bu?aaÄ^t' wenn auch nach der von den Mächten den „"^Eschen Hitztopfen verabreichten kalten Dusche die unmrttelbare Kontliktsgefahr als beseitigt gelten kann, p -r a üt überhaupt ent Glück, daß in der Welt nichts so hech gegessen wrrd, wie es gekocht wird. Das hat fick At r-ur E Orient, sondern auch in Ostasien gezeigt ^r, Ul den letzten Tagen die Spannung zwtfchen den beiden ostafiatischen Rivalen, Japan und Z"fr^ani>, eine recht bedrohliche geworden, aber die ^°ner wollten die ostasiatische Suppe ,ücht so

bÄite?hatten"' ^ Cn9ltfd5en ^ fie 'ihnen zu

® er 8 - Oktober ist so ein kritischer Tag erster Ordnung K- > F" wnem Tage hätten die Russen, wenit sie gewiffenhafte Leute waren, den Anfang mit der Räumung ^5 M a n d s ch u r e l machen müssen. Aber das ohn- mächtige China war nicht in der Lage, den Russen ein Ui a u m dich, oder ich fress' dich!" zuzurufen. Desto lauter war zwar das Wehgeschrei, welches die englische 8*11° anstimmte aber der russische Bär brunmnte dazu:

O? iach ick oder. Hatten die länderhungrigen Russen "nt dem fetten Mandschureibissen begnügt, dann hatte ^.apan, welches nicht darauf versessen ist, mit der russischen Grotzniacht anzubinden, stillgeschwiegen. Als Wer Rußland anfmg, koreanische Gelüste zu Mfa ten, da begann auch Japan, freilich mit höflichem Mrmsen, die Zahne zu zeigen. Indessen: man schlägt M' wan vertragt sich! Es sieht heute ganz danach aus, ols ob auch die ostastatifche Gewstterwolke sich in kurzeni zerteilen wrrd zum Schmerze Englands, welches in Ost^ asten vergeblich das Feuer zu schüren versucht hat V, ^ er ? en ostafiatischen Mißerfolg sucht man sich an der Themse init der neuesten sogenannten Sensation dem

e n gli s ch - f ra n z ö si s ch e n Schiedsgerichts

vertrag, zu trösten, aber der Trost ist mager Die Berge kreißten und eine lächerliche Maus ward geboren. «JiS: wit so großem Pomp angekündigte Schieds- der ww>w,m^'^mm" d ^ politisckMi Fragen von Bedeutung Einigung entzieht, bringt kaum

zu errüAn war°^E ^ Haager Schiedsgericht

{,at man dmn auch diese „Errungen- M^^"uhl aufgenommen, und das war gut, denn w ^ Begeisterungsfähigkeit nicht für den Emp- wns des italienischen K ö n i g s p a a r e s hin- der m der Tat ein überaus herzlicher war Die NL Deutung dieses Fürstenbesuchech welcher den

reich^und Buchungen zwischen Frank-

M 7 >"„ Italien bildet ist nicht zu verkennen, wenn auch me Franzosen ihre weitergehenden Pläne einer Ab- drangungItaliens vom Dreibund als aussichtslos auf- geben mußtep. Wenn der König von Italien in seinem Trmkspruch ausdrücklich erklärte, daß das „Werk der Aw

?aat"da7 ffW lei!«, so ist damit deutlich ge- fagt, daß an dw Verdichtung dieser Annäherung zu einem frarcko-italienrschen Bündnis nicht zu denken fest 3

Wahreiid man sich in Frankreich über die glücklich verlaufene Visite des Königs von Italien freute trauerte man m Italien über die g e s ch eVt e rteSHfi tedes ^ Die Radautaktik der italienischen Sozialisten iri"!* r vr' i>cr ^" nJ>en wlt der Anarchistenfurcht des Zaren SS L" Wege gÄracht, daß der bereits fest ange- kundlgte Besuch des Zaren in zwölfter Stimde abgesagt wurde; und das Ausgeschobeu dürfte in diesem Falle'??„ Lusgehoben sem Die Mßstimmung über diesen StR-b durch dw politische Rechnung aber ist so groß daß man bereits von einer drohenden Kabinettskrisis spricht Dw chronische Kabinettskrisis in Ungarn dauert ""wer.fort, obwohl die Suche nach einem geeigneten Mmlsterpraftdenten mit wildem Eifer betrieben ?ird

dikLK?' mi ‘ 6et ro6iota ' «pp°mw» M

Ungleich friedlicher spielt sich der Wahlkampf °bLder Sur Zert in Preuße ii im Gange ist Bon de Leidenschaftlichkeit, nut welcher der Kampf um die Reickis- tagvwahleii geführt wurde, ist bei der Landtagswahl- beivegung wenig zu merken. Und doch trennen uns mtfit rnd)r vier Wochen von den Wahlen. Da wäre es wirklich

tätigte! S ' 6 *** ^tische Interesse sich reger be-

sonstige politische Persönlichkeiten. Nach dem Essen sani Musikalische Aufführung statt. Um 11 Uhr trenntet sich die Gaste. Auf den Straßen fanden zu Ehren des ^ESspaarcs mehrere Fackelzüge statt. Bis tief in ött

fll ' 0fee Begeisterung unter der Stenge. Zwischenfalle waren nicht zu verzeichnen.

bck. Paris, 16 . Okwber. Der Arbeiter-Ver. i“" in der letzten Nacht eine Kundgebung anschlagen lassen, worin gegen die aus Anlaß der An- ltalrentschen Königspaares veranstalteten Festlichkeiten protestiert wird, weil die Regierung unae-

Z£T S ir^H Umen vorgenommen und Truppen habe" btC Ausständigen tat Nord-Departement mobilisiert

hd. Berlin, 17. Oktober. In Turin fand, nach einer römischen Depesche des „B. L.-A.", zu Ehren der fran- ovstsch-italienlschen Verbrüderung eine Festvorstellung in der Oper statt. In Neapel und Palermo fanden ebenfMs größere Demonstrationen statt. Zanardelli wird, wie einige seiner Freunde versichern, demissionieren.

Deutsches Deich.

Oie Nevolutzer.

Roman von Walther Schulte vom Brühl.

(4. Fortsetzung.)

W Scherl waren die drei Festwonderer, der Student, «er Engels-Pitters-Oberam und der kraum Welm, die ^/ er geschritten, bis der Hausierer unfern des zu Gehöften Kaltenbergs führenden Mühirbachüber-

blinkm Cme zwischen, dm Büschen

Gendarmen sind aufgestellt, damit „ihm" mne verdächtige Erscheinung zu nahe treten kann", sagte ^veram. „Wenil einer von diesen Kerls den Welm in bürchgelasten^' ^"Achtbarkeit erblickt, werdm wir nicht

y;. s^ug. mit jedem Weg und Steg in der ganzen Legend vertraut, einen schuialcn Waldpfad ein und die °rer mußten nun, tucht ohne Blühe, in Gänseordnung m dem glitscherigen Wege untxr dem schwer nieder, d st?pfcndm Gezweige »oeiterschreiten. Dann

l»--» Jl e ^. ! l Wald, durchquerten eine schmale Wiese W, -axelten über den hochgeschwollmm Bach, was be- 1_"?ors snr den Krüppel mit solchen Schwicrigkcitm toor ' ÖQÖ er beinahe ins Wasser gefallen und Egeschwoniinen wäre, hätte ihn der Student nicht mit Griff am Kragen gefaßt und ans Ufer gezogen, «w befanden sich nun in einem doii breiten Weißdorn- Men eingefaßtm Gemüsegarten und schlüpften ungc- a J eflw alte verknorrte Hagebuchenlanbe, die sich an >;„,,Hocke lehnte Obgleich die Straße dicht am Garten cbeifuhrte und Vereine, deren Fahnen über die Hecke die Kappes- und Musrabatten stolz nicderschauteii, .-.„bo^en Seiten dort Anfstelliing genommen hatten, be- ff™? keiner die drei, denn alle blickten, die Regenschirme i» mBwchre im Arme haltend, in gespannter Erwartung,

^ i>eih und Glied stehmd, mit langen Hälsen nach der Z>rung, aus welcher der König konunen mußte. Der

ita Itillraifdit pnijspnt in JtnnftttiiS

. bck Paris, 17 Oktober. Uber das gestrige Diner beim Minister des Äußern. Dekcaffch zu Ehren L Sic Nischen Konlgspaarcs wirb noch gemeldet: Geladen waren außer dem Präsidenten Loubet und Gemahlin die Mit- ^glteder^der Regierung, die Botschafter un d verschiedene

schlechten Wegeverhältnisse halber war dieser gezwünaen mit seiner Gefolgschaft noch ein Stündchm' Wcges^zu

Wagen"harrten^^"' ^st ber nächsten Ortschaft die

blähend schlich der Hausierer an der Hecke nach dem offenstehenden Gartenpfortchm hin und kam bald mit daß alles prächtig klappe, denn der ^Ykrather Ktiegerverem stehe nüt seiner Fahne auf der anderen Sette der Straße gerade dem Gartm gegmübm! "".b ov sei dem Welm ein leichtes, durch das Garteu- Pforschen zu spazieren, die dort stehende Reihe eines anderen Spalter bfldmden Vereins zu durchbrechen und om König zu begrüßen. Er nahm nun den Krüppel bei- ette und erteilte ihm eine genaue Instruktion iiXt alles, bws er s" tun und zu sagen habe, und Welm schaute mst bedäwii^ 9 ^" aufmerksam zu ihm empor und nickte öfter ^bachtlg zum Zeicheii seines Einverständnisses, während der Student sich zunickhiett und dein Händler die An-

Ferne"ein b "bw'lictz. Jetzt vernahm man in der .ferne ein langsam naher kommendes „Hurra", und die begaben sich durch das Gartenpförtchen und stellten

lern auf ^^nwnüe hinter den dort stehenden Verein

Das Hurragefchrei verstnmnite. Der königliche Zug war aufgehalten worden durch eine Bauernfrau, die sich oem König vor die Füße warf und urn Gnade für ihren Mann flehte, den man zu drei Jahren Gefängnis für «ne schwere Übeltat verurteilt hakte. Er hatte nämlich nnem toniglichen Gendarmen im Dienste nicht nur einen ehr despeklierlichen Schiiiipfilamcn zugerufen, er hatte lim auch, als cr deshalb verhaftet werden sollte, fürchter Iich verprügelt, ihm feinen Säbel zerbrochen und schließ uw we Waffe samt dem Gendarmen in den Jtterbach ge worfen.^ So erzählte die Frau unaufgefordert in fliegen •er Hast. Das alles hätte ihr Hermel (Hermann)^ be- orgt: sie wolle nichts beschönigen, aber er würde geiviß leine,i Gendarmen mehr verhauen, da stände sie gut vor.

... Kbmg hörte sie gnädig an. Man werde ihm über den Fall berichten, und sie solle nur in Frieden und

Ter Kaiscrinsel-Prozcß.

.. . r r m I-. Berlin, 16. Oktober. Kalserinsel.Prvzeß gegen den „Vorwärts" be- E S rs & Einzelheiten der Verhandlung, daß das

dm gröblichste getäuscht wor-

rZ. ar «r ? es feine sensationellen Torheiten veröffent- Ete. - Auch nicht der Schatten des Schattens einer «rf e behaupteten Tatsachen war itachzuweisen.

drückte üt Hulsen-Haeseler sich ans-

druckte, ist an der Geschichte wahr. Die Zeugen-Der.

Nchmung verlief demgemäß mit einer gewissen stereotypen Regelmäßigkeit. Jeder Zeuge, Herr v. Trotha wie der Architekt Ebhardt, Graf Hüksen-Haeseker wie Herr von Lucanus, Freiherr v Mirbach wie Oberst v. Oertzen usw I, 0 ""^ nmner nur das Nämliche aussagen, nämlich daß er nichts au^zusagen habe. Selten wohl ist eine Geschichte aufgerischt worden, die so vollkommen jeder Grundlage entbehrt die ein Lügengewebe darstellt, für das keine mu r!^E"g"ug. beigebracht werden kann. Oder doch? L-ollte der „Vorwärts" nicht dadurch eiitschuldiqt sein

tiX%rZ P 3 ftT gehandelt hat? Um sich scher

.frage klar zu werden, muß man sich die wichtino Aussage des Chefredakteurs des „Vorwärts" näher aw

Aktmstü?bs5r,I^"^i. bekundete, daß er das betreffende Aktenstück selbst in der Hand gehabt habe. Es sei ein amtlicher Quartbogen gewesen, dessen erste Seite bch auf die gedruckte Überschrift und den Rand ausgeschnstten qe- wesen, sei. Die Überschrift habe gelautet: „Miüwnscher Begleiter Semer Kaiserlichen Hoheit des Kronprinzen" ste sei aber teilweise gestrichen und durch das geschriebene Wort „Hofmarschallamt"^ ersetzt gewesm. Der mitten im E^h^^^^ttcn^Seite^b eginnende Brief habe alles

Ew Crt - l w €n h^'MMb^n. Und Hr Monarch schÄtt weiter mit feinem glanzenden Gefolge. Jetzt passierte er die Front des Dykrather Kriegervereins, die Hand grüßend alle steif L legend, während die Wien

die Anw ^ «tocke dastanden, schnurgerade ausgerichtet, n " ber Hosennaht, im rechten Arm die swn> tte Srm Listen und würdevollsten aber

rZ u VCr von der Pforten, die Spitze der lanaen

Winke ?^ bl t m die äußersten -winrel nach rechts,^ woher der König kaut. Kauin batte

dieser mit dem. gnädigen^ Gruße: „Guten Tag, Kpieaer- ' , den Verein passiert, kaum wollte Herr Manuel

m J S e ‘ tf)Cn ' 3 v geben, da drärigte sich durch einiae

a " ^ devi an der anderen Wegesseite aufaestellten

Harsche,der Gesangvereins „Friede" gehörten dst Zwer" gengestalt des kraumen Welm. pflanzte sich mitten in der

V t Z'ne Militarmntze schwang, schrie er lant- Vivat hoch nse König Fretz-Welm!"

fWfw's, t w \ lini) deutete auf die Dykrather die laden da^.^besorgt, well der Manewel den Order?" hnm schwarzen Hengst, den Sie mir. liebster Herr Könia dock, durch den Gesandten schicken wollten, selber bat für firf! habe» wollen. Aber ich weiß, daß ich ihn dock, rw' ,8 nicht der verdammte Donnerkiel da " ""d

s - F'" Wahnsinniger, Majestät!" sagte der Adjutant des Königs, und schon schickten sich ein paar LeibaendärE! an, den Welm in Verhaft zu nehmen, da winkte der Köniä abzulassen, und indem er sich mit strengem Ausdruck i« Kreise umsah. frag er: „Was hat es m M m 1 s Worten dieses Unglücklichen?" ' Aich „nt den

Den Dykrathern fiel das Herz in die <5of™ ficrai Manuel von der Pforten schlotterten die Knste