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1803.
48ä 4 Verlags-Fernsprecher No. 2958 .
flhenJ^Aiisgahe«
Dir russischen llniuerj,täten.
_.. Petersburg, im Oktober 1903.
MouZ Zbitlang besaß Paris den Vorzug oder, wie *? m t me ? werden, den Nachteil, daß die b^>^^ der dortigen Universität am meisten von sich eed«i machten. Es vergingen selten ein paar Monate, fjuL nmn üon irgend einer Demonstration derselben meist einen sehr tumultuösen Charakter trug gewöhnlich aber absolut kein Resultat zeitig?
5w' ö s tefm ]iu , n9en Leuten, die man in ErUourdlgerweise zedesmal durchaus ernst ?aHvend man tm Auslande gewöhnlich baä hat, daß es sich um sehr theatralisch in Szene
^e Dn"imezunge^treiche handelt, wohl auch fast nie
loilk tout ßCn 1)Vm @Cnf äU ^ner Sache geben,
längeren Jahren schon macht aber Rußland und Petersburg vor allem bezüglich öffentlicher Kundgebungen S % Frankreich mit Erfolg den Rang streistg,
nur daß die Beweggründe, welche hier letztere veran- lassen, ihren Ansichten m etwas lauter Weise Ausdruck nLrfrt tt c Ä r ani tiefergehende sind. Manch-
Ei v ^le uberschäumende Jugend, die
auch bei diesen in etwas erregter Weise sich geltend mackt
fffÄ afier ^steAnlässe vor, und Z?2d w?rd d§ s?um es gerade die Studenten sind.
Erstens N?.'. m Empörung zu geraten'
häufig um Vorgänge politischer Efe wel^ diese Jünglinge, die noch von J?alen er- uud mit dem Leichtsinn ihrer Jahre nach den Folgen nicht fragen, m Aufruhr versetzen und dann unter- liegen sie selbst sehr strengen Mangeln JJ Ä duckende Fesseln empfinden und abzusItteln suchen.^ Nicht immer war die Universität in Rußland ihren Kindern eine so strenge Mutter, bei den zuerst begründeten haste man sich die deutschen zum Muster genommen und Lehrenden und Studierenden manche Freiheit aewäbrt Die Entstehung der Hochschulen ist hier !erhältnismWa neueren Datums, die älteste derselben ist die in Moskau durch die Kaiserin Elisabeth in 1755 begründete Dieser fvurde das Privilegium verliehen, daß sie keiner Juris-
gSS"Ä**t» m “ «notafiÄ
ElErn. " le 4 ed f n3 Universität wurde einem übertragen, das sich aus den Professoren
Die Nevolutzer.
Roman von Walther Schulte vom Brühl.
(2. Fortsetzung.)
wr. Der,H«usierer machte sein pfiffigstes Gesicht. „Was 9lau&en ' mein Herr! Ich bin ein Muster- von einem königlich preußischen Staatsunter. sÄF.' bin mit allein zufrieden, nachts, wenn ich siytaf oder tag-, wenn ich nicht gerade unzufrieden bin."
i llenugt. Aber sind denn in hiesiger Gegend Sie?"^"^ gerade so mit ihrer Zufriedenheit dran wie
's^artet's ab! Nachher könnt ihr sie Hurra hochi schreien Horen, bis ihnen die Stimme überschnappt. Aber cv gibt auch andere; wehe mir, daß ich es bekennen muß! Kiim" besonders nach der Gegend, wo sie die
ungen schmieden und die Beile machen" — er deutete 2K der Hand rückwärts, gegen Norden — „auf den Hofen hernmrommt, und es fällt die Rede auf so Sachen riii fangm oft die Augen an zu sprühen, dann wird Hammerstiel fester gepackt, und dann wird auf das llchauen, daß die Funken noch einmal so toll fliegen vnd dann Hort man das schöne Wort „Donnerkiel!" das S 1 ® 3 wild wachst, in einer Art, in einer Art! — Na, 's Lbesser, wenn wir von was anderem reden, mein' sich. Und seinen Begleiter von unten bis oben betrach. A luhr er fort: Ihr seid auch nicht im Bergifchen zu Haus. Man merkt's. Eurer Sprache an, Ihr kommt Mviß aus dem Hannoverschen. Und so'ne Mäntel, wie KW da einen habt, kennt man hier auch nicht. Er scheint r IC ^cht einfach und praktisch zu sein "
! I aB J$ r J i,v "'eine Fußreisen in München itoWw, ^ sLll Lberbayerii trägt man sie. Übrigens, Mu. haben Sie recht: ich stamme aus dem Hannöver
"Und Ihr seid wohl ein Fleischergeselle?"
^ »Waaas, ich ein Fleischergeselle?" frug der iunge Man,, verwundert und ein wenig verletzt ' 1 3
tof'^r"? n J t6 i? ,n £ £ uf 5 ie Tbee, wenn man Euch so M die linke Backe steht. Das Wurstmesser scheint Euch
[ei tt £ öarmat ausgerutscht und ins Gesicht gefahren zu
lachte der andere. „Sie haben Witz, lieber nun, darum will ich's Ihnen nicht krumm nehmen. Die
Dorrnerstng» den 15. G ütolirr.
^^EEfietzte und dem der Rektor präsidierte, der durch ^tere und aus deren Reihen erwählt wurde, in Moskau erhielt m 1802 Dorpat eine Universität, hL™» Eharkow, in 1814 Kasan. Das
^ m Petersburg wurde im Jahre
1^80 m eine Universität verwandelt und die Universität Wilna gmg ein, doch traten vier andere an ihre Stelle in Kiew, Warschau, Odessa und Tomsk
Die Geschichte dieser Universitäten ist nun aber ent- w £ h .bie dabei vorherrschen sollten, mit
rer politischen des Reickses eng verknüpft. So war die RegiMmg Pauls I. für die Entwicklung der Universitäten b rZ^! bat unIunstigste. Unter Alexander I. trat an- , Besserung ein, später wurden die Hoch- K^^ bmer äußerst strengen Überwachung unteiworfm. Die Revolution von 1848 hatte die schlimmsten Folaen
zweckm?ns"ÄE^^^ verboten, junge Leute zuStudüm- 'vs Ausland zu senden, die Borträge über Logik die Professoren der Theologie,
.. - ?? bv'st Studenten wurde (ausgenommen die me- ^^5^ bvvch die Regierung festgesetzt und es durften bei der Universität Dtoskau z B bis aus weiteres neue Einschreibungen nicht stattfinden.' ^
~ Außerdem suchte die Regierung die Autonomie der ZM/bN' welc^ die Basis der ersten Bestimmungen nur§ ^ mehr zu vermindern. Schon in 1835
wurde das Istglement dahin geändert, daß die Über- Studenten nicht mehr dem Rektor, sondern H tC ^s. 3ltr blniverjitat gehörenden Beamten über- EvdM war. In 1864 erhielt dieselbe indes das Recht zuruck, ihre Richter unter den Professoren zu ivählen und 'hr Einkommen selbst 3 n toftXt. ^SpÄew
r^ er r t ^ 5OTtnt ^ er besten dieses Regime aber für viel zu l-beml, ein neues Reglement erschien in 188P das dem ^^vhnteii Beainten das Recht verleiht, sich in das Uni- versitatsleben emzumischen,^ die Wahl des Rektors be- sestigt, der durch den Minister ernannt wird, und noch andere Privilegien geschafft. ^
.Die Studenten sind nach diesen noch bestehenden Vor- schriften . der strengsten Überwachung unterworfen sie rurfen nie anders als in Uniform erscheinen, keine Ver- sammlungen abhalten, keineVereine bilden, nicht öffentlich sprechen, alles, was ein Zusammengehen derselben bekun^ det, r>t untersagt und gilt als strafbar. Daß diese Ver- mcht immer ftrikte innegehalten werden, ist läkamst auch die Regierung weiß von der Uingehung derselben und druckt ein Auge zu, nicht durch ein Prinzip d^ x-oleranz dazu bewogen, sondern weil z. B. die Bstduna von Vereinen, dre nach Ansicht ihrer Begründer natürlich
RcdakiionL.Fernsprecher No. 52 .
geheim sind, ideren. Vorhandensein der Polizei aber meist
l,t ' Ü r öie Überwachung der Studenten erielchteick und - wenn cs zu irgend welchen Auileb-
nU "S tSr ^»{06 3u härteren Bestrafungen gibt. OiwÄ« unter den vorhandenen Umständen die lernenden Jünglinge leicht geneigt sind, sich zu empören, kann nicht
stber^^l^s • ^ herrschende Zar gilt zwar als tiveraler als sein Vorgänger, in einer größeren Ge-
ÄÄ'S 1 "’ 6 “‘ » "-es biH-r aber noch
e?n N?a'njt Wefe Schmiß r-Macht-tt. warm
„Also kommt's von einer Studentenwursthackerei? Na, lein. Wer ich habe schon jüngere Studenten gesehen als Ihr seid. Oder seid Ihr unterdes
SSnS oder ein Bälgeflicker oder
ein höherer Schulmeister geworden?"
von alledem. Ich gönn' mir Zeit und werd's $ l[ ^ rr T n ' welchen nahrhaften, wissenschaftlichen w er9m £. Einstweilen bin ich mal wieder
auf der Walze, um draußen meine Augen vom Bückierleseil i'i'hffi 01 *?' r-' sd) will Vettvandte besuchen, und da ich verfaunien Hab, mochte ich mir mal das Münster lauten und die Gegend überhaupt ansehen, wenn Sie nichts dagegen haben . . Na, und Sie? Das ganze
^Lllhr mit dem Bund Stöcke unterwegens?"
friwS*' 55 ni 5 ö 5 n '- tootn c§ mich 'in den Beinen I™?*. Da^Svschicht immer, wenn meine Alte kra- .HÜP wird. Für gewöhnlich bin ich nämlich dabeim und richte Dompfaffen ab bis sie wenigstens den Anfang von Lied tadellos pfeifen können: „Im Grabe
cllirler r f «' tV mich ens verlangeii, Wat der
saht Nachher werden sie für gut Geld an den Liebhaber gebracht. Überdies züchte ich eine gewisse ganz uppvrte Sorte von Teckelw sodann das berühmte Hühner' wschleche der Bergischen Kraher, und meine ausgedehnte im Umkrsts^t 'm besten Geruch auf sechs Stundeii
nrc. "Donnerwetter, Sie sind ja ein vielseitiger Herr' aus Rtreiben?" ^lche Profession Sie von Haus
„Profession? Ich bin Professor von allem, was Geld bringt, Professionlst auf allen Gebieten. Gegen eine schone Lebertvurst oder ein paar Pfund schön durch wachsenen, geräucherten Speck mache ich sogar da- rührendste Geburtstags-, Hochzeits- oder Sterbegedicht das sich gewaschen hat und bei dem, wenn es gefühlvoll vorgetragen wird, die Katzen zu miauen und die Hunde zu heulen anfangen."
Plötzlich blieb der Hausierer stehen. Es war an der Stelle, ivo der Kriegerverein den Krüppel zurückgelassen hatte ,,^st mir doch, als horte ich grad so'nen Köter tvinseln", meinte er.
Jetzt vernahmen die beiden deutlich ein Schluchzen, da^ unter den niederl>ängenden Zweigen einer Buckie her
Das ltallenische KömgsMar ln Franirreltz.
14 - 1 9 ftoßer - Das italienische Königspaar ist pünktlich um sy 2 Uhr in Paris eingetroffen, wo cs der L'^ nt der Republik mit Frau Loubet und sämtlichen Ministern an dem Kleinen Bahnhof an der Porte Dauphme vor dem Bois de Boulogne empfing Bei der sche Gnm^ Luges spielte dic Militärmusik die italieni- E Jwnne. Der König, der zuerst dem Wagen entstieg
r fl 5m XÄ£ be ! ^äfidenten Loubet, dann umarmte und rußte ihn auf die Wange. Unterdessen mar die Königin nachgesolgt -und begann sofort eine lebhaste Unterhaltung mit Frau Loubet. Bei der Vorstellung der Minister zeigte jich der König besonders erfreut den Ministerpräsidenten Combes und den Minister Telcassä kennen zu kernen, denen er den Admiral Morin vorstcllte. Pra,rdent Loubet geleitete alsdann die Königin, der
nffi-TTPtt ^r£,° U s '‘' 0ulJCt c ? nt Ürme zu den außenstehenden ncn Landauern. Im ersten Wagen nahm Präsident dem König Platz, im zweiten Frau Loubet Kvnfgin. Der König trug Generalsuniform und sah mst seinem wallenden Federhut, mit seinen ge-
^oubet rhn an Körpergröße nicht überragt. Die Königin trug ein Helles, elegantes Promenadekleid aus grauer serde imt Spitzen, einen weißen Fcderbolero und einen flachen Hut aus silbergrauer Seide. Der Präsident Loubet verabschiedete sich im Ministerium des Äußern von dem Königspaare, d-O soeben, um 5 Uhr, Besuch im Elysäe abstattet. In den Ehamps Elvsäcs wogt die Menschenhai» - Wd) fürt mi& unterhält sich bei dem Spiel der in dre Kasernen zurückkehrcnden Truppen.
_ , w ^- Paris- 14. Oktober. Nachdem der König seine Karte beim Senatspräsidenten abgegeben hatte, fuhr er zum Karmnerpräsidenten, um auch bei diesem seine Karte abzugeben. Bald nach der Rückkehr des Königs in das Ministerium des Auswärtigen begann sich die Menge besonders in der Umgebung des Elyscke, auf dem großen
vorkam. Der Hausierer trat näher hinzu und, sein dem Fremden gegenüber ins Gefecht geführtes Hochdeutsch im ^üche lassend, rief er plötzlich überrascht: „Gott verdeck! do sut (sitzt) io der kraum 38dm!"
»Io, do set he!" kam es kläglich unter den Zweigen hervor und dann mit freudigem Llusdruck: „Kiek, dat böst du io, der Engels-Pitters-Oberam!" *)
Auf die teilnehmende Frage des Hausierers, was er denn dort.unter, dem nassen Baume mache, ließ der Krüppel seine Tranen alsbald verstechen, ballte die Faust ^/Earte: Die verdammten Donnerkiels hant mech (sitzen) loten (lassen)!" Tann erzählte er, was und >me er nun schon eine so lange Zeit auf die ÜEigs und auf den Orden vom schwai. hZ °5'- daß er Nicht mehr daran glaube, und
oag er es sich überlegt habe, der Präsident, der Manewel werde, wohl alle d,e Ehren und den Orden für sich selber' eingeheimst haben. Iluf die Frage des andern, warum 'Ln nich nach Kaltenberg hinuntermarschiere und cer ^.ache auf den Grund ginge, erklärte er wie er die Kundew dre. Dykrather, kenne, würden sie ihn verhauen § "'cht wagen, sich seiner doch eitvas
d-lSeftÄ“ iim i ° m "E-«t auf
Der Engels-Pitters-Oberam drückte ihm sein lebhaftes Dauern aus und versäumte nicht, ben Unglücken undankbaren Verein aufzuhetzen der + tc ^P'^uste vergäße, die der kranni Welm ^vüwten seit langen Jahren geleistet habe woraus i er !on]t_ so gutinntige Krüppel eine wahre grimmigsten Flüche und Beschimpfungen über deii Dok rather Kriegerverein und seine Hauptstützen dem wackd '
entströmen^liesp ^ brcmnen Zahnstumpfen
ciniAZL'üL?L
auf, und als der Fremde den Ulk, den man mit Teufel trieb und die Rücksichtslosigkeit mit ?
^^"'^gelafsen, kopfschüttelnd verurteilt? rückw W Stockhandler alsbald mit dem Plan wr us 55 dem Welm eigentlich Genugtuung verschaffen und lfm -um Trotze mit zur Feststäste.Len müsst *i D. h. der Abraham, der Sohn des Peter Engels.
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