Wiesbadener
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Lerlag: Langgaffe 27 .
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Morgen-flusaabe.
Dir Freisinnige Bereinigung.
m . L - Berlin. 12. Oktober.
Vorgänge auf -dem Parteitage der Freisinniaen Vereinigung geben zu, denken. Wenn inan sich schfteß lich auch auf eine Resolution geeinigt hat. die ein Zu- ^^wngehmi mit der Sozialdemokratie bei den preu- ßlschm Landtagswahlen empfiehlt, so kann kein Zweifel daran sein, daß die von Abg. Barth vorgeschlagene Taktik Waffenbrüderschaft mit jener Partei Schlsfbruch gelitten hat. Die ungefähr 40 Mitglieder &tG ^^L^tion stimmten, bedeuten noch lange ^ ganze Summe, des Widerspruchs gegen eine Politik, die dem Liberalismus dienen möchte, indem sie
Aber Radft'alismus bringt.
Aber wie das bei solchen Streitigkeiten und Mißverständ-
ftemncT U°gestellung und ihre Formu
lierung waren falsch. Der Oberbürgermeister von
Ehlers, traf das Richtige, als er an Bis-
Leufel düri?2l selbst ein Bündnis mit dem
S ^scheut werden, wenn es dem Pater-
mnde diene So sei auch gegen ein Bündnis mft der §rsvr^°^ie ulchts einzuwenden. wenn es Dorteil erspreche. ^n der Tat. der ganze Streit könnte unter- a toenn s nt ^.. a ^ diese nüchterne Wahrheit ausgesprochen worden wäre. Herr Barth aber hat es darin Ersehen, daß er ein Zusammengehen mit der Sozialdemo- »um Angelpunkt der Wahltaktik seiner Grichpe^e- »nacht wissen will daß er ein solches Bündnis d^m Zu- .sammengehen mit den andern liberalen Elementen nicht üwa nachordnet., sondern es ihm geradezu vorzieht Und si^w?s^" diese Fragen eine Verzerrung hinein, die sich letzt schon zu rachen beginnt. Die Widersprüche in der Freisinnigen Vereinigung sind so stark daß man doi- peiteren Entwicklung mit Bedenken zusehen muß Schon LLswn der. Nationalsozialen' 'mit der W EW" Vereinigung birgt ein Elenient Schwächung in sich. Wenn beispielsweise Professor Mstimmte. zugleich aber erklärte er werde ^ch niemals einen Liberalen nennen, was bat die
^imaekeb^ ^Egung dann von solchem Zuwachs? Und umgdrt. wie können Naumann, Sohin, Gerlach uiw tzme Forderung ihrer doch keineswegs aufgegebmm wzialresornierischen Sondertaktik von Männern erwartm K ff Tffff d'mkt zu ”"Ä
mr die Bodenreform nur ein sehr kühles Verbältnis haben? Die Fusion wäre für die Freisinnige Vereiniauna
^ugrobMi Werte wenn die Nationalsozialen aufhörten
^"^onalsozial zu sein. Aber das wollen und werden he nicht, und darum werden sie das Gesüge der Frei.
smnigcn Vereinigung mindestens nicht befesügen. vielleicht
cmch' Serr letzt. Denn wenn
BündEes ^s^ö der Haupttrager des Gedankms eines 4iuiidnlsses ,mit „der Sozialdemokratie ist, so hat sein Vorschlag eine stärkere Resonanz erst durch die National- Der Gedanke war gleichsam die Brücke, aus der, Naumann und die Seinigen ziir Frei-
abe'r^-eiw^^w'"^ ^übertreten konnten. Nunmehr aber zeigt es sich, daß zahlreiche kluge Köpfe in der
tTk„£Ä ff 'fff 11 ,™?. dutz eine literale Partei fipLnR” 1 Dadurch, daß sie sich selber stark mackst erftlllt, als, wenn sie sich einer Partei verschreibt die offenbar garnichts von ihr wissen will, die ihr bisher nur mit hochmütigem Spott begegnet ist. Praktisch wird
Äff*» dabei ÄienÄt
Barthsche -aktik eifrig oder lau befolgt wird. Denn so
rr - a rü m Parteilagern ohne weiteres sich endgültig zir binden, bevor sich am Tage nach den Urwahlen übersehen läßt, was der mögliche Verbündete er mag sich parteipolitisch so oder so nennen
imTh »mw eine ^ größeren Schadens beitragen kann und welchen Gegentvert er für seine Hülfe beanspruchen i a ± M ° es wirü Zeit sein, über die Sache zu L *5?, i olWT l M , Einstweilen freilich bleibt die Tat- ^ beftehen daß sich die Freisinnige Bereinigung aus ihrem Parteitage oder vielmehr in ihrer Gmeralver- ?nunbung Uber das wichtigste Problem, an dessen Lö ur^ sie gehen wollte, nicht hat einigen können.
Arzlestreiks.
Feuilleton.
Die Reibereien zwischen Krankenkassen und Kaffen- arzten nehmen, nachgerade besorgniserregende Dimen- s onen an. Differenzen bestehen gegenwärtig in nicht weniger als zehn Orten, nämlich in Stettin, Bielefeld Laugenb-elau, Gera, Mühlhausen, Braunschweig. ViKen Brieg, Cnmmltfchail und Köln. Die Forderuu /-/sJr rmhf ^stehen zumeist in Einführung der freien Arzt- wahl und, Aufbesserung der Honorare, die Kassen- borftande widersetzett sich der letzteren, sind aber vielfach sur freie.lrztwahl zu haben, die ja an einer großen Labs ff ffff'ffff-ftcht „nt z„ „ff LffliLffeL
ff jff « der Ärzte nach HonornrdeSeffeffn, 4. rillst auf Verkennung der Sachlage, ihr Hinweis auf die niedrigen «atze für die einzelnen Konsultationen und Mm fuhrt zu irrigen Schlüssen; d-enn wenn man die m ben gelehrten Berufen in dieser Weise auf- lost, wenn man berechnet, wieviel ein Gelehrter in jedem einzelnen Falle an Honorar erhält, gelangt man imE?
"Origen Zahlen. Das Einkommen z. B. des s^Mlchen Direktors an der inneren Mteilung des fiäbti- ses Friedrichshain in Berlin beträgt
N-Ü 8000 M. pro Jahr Das Krankenhaus zählt 879 mit einer durchschnittlichen Belegsdauer von M,/S ^bedeutet im Jahr 273 966 Krankem
besuche, und da sich diese aus 2 Direktoren, einen Ober- dirigierenden Arzt verteilen, kommen auf den mo inneren Abtestung 68 491 Krankenbesuche
pro ^ahr amö wurde einem Honorar von 0,11 M. pro da er aber nicht täglich jeden Kranken b^uU:..sondern etwa zweimal in der Woche, erhält er für L^iNte 0.35 M Dasselbe Honorar od^r etwas mchr zahlen m Berlin die Krankenkassen mit freier Arztwahl
dstias^dm^ ^ Konsultation. (Zu bedenken ff? aller!
daß em Krankeiihausarzt keine besondere Wege M machen braucht, wie es doch der Krankenkassenarzt viel- stich tun muß, oft m weit eiitlegene Viertel, wozu er ein Beförderungsmittel braucht, das ihn vielleicht mehr kostet als er für deii Gmrg im Durchschnitt erhält. D. R.) Das meorr^e Honorar kann also nicht für die ärztliche Misere h^anüvortlich gemacht werden; schuld ist vielmehr die Uberfullung des Berufs. Es ist schon so oft l,ervo> gehobm worden, daß in den letzten zehn Fahren die Zahl jnUr$? unverhältnismäßig stark gesttegen ist; die Bevölkerung hat in diesem Zeiträume um 12,9 % zugenommen, die Zahl der Arzte dagegen um 32,5 %. Das txfyxwf Verminderung weiteren Zuzugs gerichtet sein und hier eröffnÄ sich den Ärztekammern ein fruchtbares Arbeitsfeld. * m
Dagegen muß das Verlangen nach freier Arztwobk i? b^eichnet werden, denn wer die 8-
S ^üü^°üation erlangt hat. muß auch das Recht haben der sich ihm anvertrauen will, zu behandeln. Dieser Forderung setzen aber Viele Ärzte Wider- stand entgegen weil bei ihrer TurchMrung die Zahl ^Konkurrenten, sich beträchtlich vermehren würde Sie plädieren daher für be,chrankte freie Arztwahl, d. h fiir Auswahl emer Zlnzahl der ortsansässigen Ärzte, die die Behandlung der Kassenmitglieder übernehmen sollen und unter denen die letzteren freie Wahl haben sollen, aber nicht für wirkliche freie Arztwahl, d. h. für Praris- berechtigung aller ortsansässigen Ärzte. Meses Svstem-
unae2ws^^ Arztwahl ist zweifellos das aller ungerechteste, denn wenn das dritte noch mögliche Spstem
'^ Ä^llung fest besoldeter Kassenärzte, das bureau-'
Zu dielen Unzuträglichkeften führt, so resultiert aus ihm doch ,eme Vereinfachung für die Kassen- verwalffmg, die „beschrankte freie Arztwahl bringt aber keinen Vortest für die Kasse, sondern bedeutet nur eine
Sni S roT P v g f! i9 ^ S r3t« Nim Nacksteil der Mchrzahl. Wollen die Ärzte daher chre Lage verbessern, so müssen sie sich Ärztekammern wählen, die den Zudvang zum ärztlichen Studium zu hemmen verstehen und ste w "hl" ' m Einführung wirklicher freier Arzt-
Nie MMgWhie einer taitbltmnmcn ßliniitn.
interessantesten Bücher für den Psycho-
bioa?»?m?ü bt f Ie J tcn 3eit erschienen find, ist die Selbst- Tj^raphie der taubstummen und blinden Helen Keller, me soeben unter dem Titel „The Story of My Life" in London veröffentlicht worden ist. Es ist ein Wunder der foHSf? ^ f. darin handelt, ein schöner Er- Findigkeit und Geduld. Ein 19 Monate Ke nner? £*** schweren Krankheit wieder
Ki«*' E dur-h den Verlust von Gesicht und Gehör m eine Welt der ewigen Dunkelheit und des Schweigens ® ie f Bcn ^ a Ö rc lang ist das Kind in dieser trau- eingekerkert, wobei sich ihr Körper * m schlummernden Geist aber keine Kanäle A? n!?t^"Eeuaustausches eröffnet werden. Die Dame, t» ^r Erziehung beauftragt wurde, fand eine kleine, ? he verfallende Wilde vor. Sie griff nach den pusseln, wenn die Speisen gereicht wurden, und lag ^ und chreiend auf dem Fußboden. „Arger und ltterkelt hatten wochenlang ständig an mir genagt, und leidenschaftlichen Kampf folgte tiefe Stumpfücst!" ''ffüidu,e auf See in einem dichten Nebel gewesen, wenn eine greifbare weiße Dunkelheit dich . chloß und das große Schiff mit Senkblei und Lotleine 'einen Weg zum Ufer suchte und du klopfenden Herzens oarauf wartetest, daß etwas geschieht? Ehe meine Er- L^ung begann, war ich wie jenes Schiff, nur ohne Kom- w?». ""ü Loileine, und wußte nicht, wie nahe der Hafen ^ r ' »Licht, gebt mir Licht!" rief meine Seele wortlos auf £^ aöe i” iener Stunde schien das Licht der Liebe Und nach sechzehn Jahren studiert = n e °. n emcr amerikanischen Universität, besitzt we ansgebreitete Literaturkenntnis, beherrscht mehrere Sprachen und steht mit vielen der bekanntesten Männer ffv^ikas in vertrautem Briefwechsel. Wie dieser außer- dentliche Wechsel sich vollzog, darüber berichtet das Buch J "ste Teil des Buches ist Helen Kellers Selbstbiogra- fetV? on öer anziehendsten Anfrichtig- ,-"und Einfachheit und von zärtlicher Dankbarkeit gegen ne, die sie aus der Welt der Schatten in das Licht des
iE «ne Auswahl ihrer Briefe, ©tefiif "an dem ersten, halb verständlichen 1 Substantiven bis zum vollen, fließenden
wird die & a £% X °ürnbaren. Im dritten Teil
fSlfr« 1 Darstellung derer gegeben, die geholfen haben dieseo geheimnisvolle, von den gewöhnlichen Bekundungen der «innc abgeschnittene Bcwußffein zur Lcbens- raft zu entwickeln, in Verbindung mit der Außenwelt Äs ürmgen und zu einem Leben voller Wißbegier und Gluck öurchzubilden. Von den in den ersten Tagen ae scheuen und gehörten Dingen blieben sehr schwache Er- innerungen zurück. „Während der ersten 19 Monate
grünen Feldern,^1°uZenb-m SJfuS
«S» ÄS St L LSL mu
kühle Etwas bedeutete, das über meine Hand floß," war plötzlich eine Tür aufgesprungen „Jene lebende Welt erweckte meine Seele, gab ihr Licht Hoffnung, Freude, machte sie frei!" Zum erstenmal kam '"vralischcr Verantwortlichkeit in das Leben
ich Rene'^ öetan hatte, und zum erstenmal fühlte ich Reue und Trauer, zun, erstenmal sehnte ich mich nach einem neuen kommenden Ta--." Dann kam die Schwicrin- sräate'ichb Begriffe zu verstehen. „Was ist Liebe?"
" S /og mich naher an sich und sagte: „Hier ist stc, und zeigte auf mein Herz, dessen Schläge mir znm erstenmal bewußt wurden. Ihre Worte gaben mir sclw ^-?^nkcn weil ich damals nur das verstand, was ich be- ruhrte. (jch roch die Veilchen in ihrer Hand und fragte
tS “cf«?' h?küiuZ,ichen einer Frage, die bedeutete. „Ist Liebe die Süßigkeit der Blume?" — Nein " ^gte meine Lehrerin. Ich dachte wieder nach. Die"warmc Sonne schien auf uns. „Ist das nicht Liebe?" fragte ich und wies auf die Richtung, aus der die Wärme kam Spater, als die Sonne aus den Wolken brach, fragte ich
di/D?olken^ fiiC e C? " ~ »Liebe ist etwas wic
die Wolken, die am Himmel waren, che die Sonne her
anskam, lautete die rätselhafte Antwort. Plötzlich düin- Et-auch die Wahrheit auf: „Die schöne Wahrheit brach auf meinen Geist herein — ich fühlte, daß sich unsichtbare Linien zwischen meinem Geist und dem Geist anderer er
streckten. Drei Jahre später lernte sie sprechen nur durch das Gefühl der Stellung von Zunge und Livven ??bnn ihre Lehrerin den Ton erzeugte. Mit fast unalaub-
bis^der Eckliöckip^^°h^ verbessert, Laute wiederholt, war" als II S ?er glücklichen Augenblicke kam. Es ^5' als wenn sich,n mir Jesajas Prophezeiung erfüllt h°"e:^Berge und Hügel sollen vor euch her frohlocken
Als -® eIÖC mit öen Händen klatschen."
Kind schrieb Helen eine Geschichte, die als ihr eigenes Werk veröffentlicht wurde,- schließlich fand man dast sie °hvn von Miß Canby veröffentlichten Gescklickite
Klagt °LmL8»°L^ vorsätzlichen Betruges an- KfL Allmählich fedoch fand man die Wahrheit. Die U ’?J' ihr einst vorgclesen und völlig vergessen worden. „Aber lange nachher kam sie mir so natürlicki zuruck, daß ich niemals ahnte, sie wäre das Kino eines g"?eren Geistes." Dieser Zwischenfall warf einen Schatten auf das Leben dieses sensitiven Kindes. „Ich bin seitdem Furcht gequält worden, daß das, was ich n * tl ® t «- me . tn Eigentum wäre." Das schließlickie Ergebnis der Erziehung ist ein glänzender Erfolg- Helen Keller fuhrt ein vollentwickeltes geistiges Leben' voller Si? vvd mit einem wirklichen Sinn für Humor. Bon Brooks hat sie ihre einfache Religion gelernt die Vaterschaft Gottes und die Brüderschaft der Menschen Sie erkennt die Leute am Händedruck,- von dem Fühlen r Hand allein begreift sic etwas von dem harten Leben der Armen und bittet für ihr Wohlergehen. Sie lat eine wirk .che Freude an Musik, obgleich sie völlig taub ist "1*1" ,te fvkennt den Klang fühlbar, wenn die Luftwelleii an sie anichlagen. Keiner weiß jedoch, was ihre Emn- L tnöu “ 0en ' Ut m- ^ Geruchs- und Tastsinn sind wunder- <^^nau. Ein Beweis, daß sic einen „sechsten Sinn" ni ^ t vor,- aber die Wunder, die sie mit den gewöhnlichen abgestumpften Sinnen vollbringen kann deuten auf die Möglichkeiten einer zukünftigen Entwicke^ /una der Ra,se. Sic hat eine starke Liebe für Natur- schönheiten, Blumen und Sonnenlicht,- sie fühlt die Grösi- rö u t T a 'o Mw&int sür die Wälder und hat eine ?e - denschaf lichc Liebe für die See. Ans was für geistige Elementen sich ihre Welt eigentlich zusammensetzt wird man niemals genau wissen,- aber cs ist eine Welt »ob nm,
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