M. Jahrga-r«.
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480 * Verlags-Fernsprecher No. 2958.
gegenstehen. Deutschland werden 9 Stunden Nacht- ^I ru je .® a 5?^ rt .' totr sind also auch von dem Mindestmasi ^ üor l 12 F>run.den noch recht weit entfernt. Außerdem ist
Die ifrocrtilidic jüattjtmbcit der flauen. »SÄSÄWtÄ
0r ? t Schwierigkeiten entgegenstehen, denn die Aus- nahmevsstrm.mungen der verschiedenen Länder bieten ein Ä ~ l h die gesetzlichen Beschränkungen.
Man will den Saison-Industrien in Zukunft keine Aus- N^fn mehr gewahren iind wo zeitweilig verwehrte Arbeit vorlregt, sollen irur insoweit Überstunden gewährt werden, daß erne zehnstündige Ruhezeit bleibt. Wo. wie z. B. m der Konservenrndustrie und in der Fischerei, durch Verzögerung ein Verderbeil des Rohmaterials eintreten kann, soll Nachtarbeit gestattet bleiben, wi!^^ Internationale Vereinigung wird aber keine .vcuhe scherwn, auf eine internationale Regelung der Frauermachtarbert hrnzuarbeiten, und wenn es ihr gelingt die Zusammerrberufung einer intenrationalen Konferenz zu erwirken, so hat sie schon einen wichtigen Schritt vorwärts getan. Das Deutsche Reich hat noch keine große Neigung, an den internationalen Bestrebungen auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes sich zu beteiligen. Im vew # all fc e n ? r c f auf der Delegiertenversammlung m Köln .allerdings gut vertreten, jetzt in Basel hatte es auf eme Vertretung verzichtet.- es ist aber anzunehmen nehmml wirtzE mternationalen Konferenz wieder teil-
..Das Internationale Arbeitsamt in Basel hat zu nächst zur Orientierung der Internationalen Arbeiter, fchutztommlstion einen stattlichen Band mit werwollerr Referaten erscheinen lassen, in denen Sachverständige die Lage der ^rauennachtarbeit in verschiedeneii, auch außereuropäischen Staaten dargestellt haben. Dieser Band ist .1 Gustav Fischer in Jena) erschienen und verdient die werteste Beachtung.
Darüber war sich die Kommission schon vor Beginn ver Beratungen klar, daß die Durchführbarkeit des Verbote» der Nachtarbeit in gewerblichen Betriebe in allen Staaten möglich sei. daß die von den verschiedensten Seiten wiederholt vorgebrachten Bedenken nicht stichhaltig seien. M handelte sich nun darum. Wege zu finden, die zu einer internationalen Regelung führen könnten. Das Ergeb uw der Beratungen ist, daß man beschloß, den schweizeri scheu Bundesrat zu veranlassen, eine internationale Kon. serenz zusammen zu berufen, damit auf dem Wege internationaler Vereinbarung die gewerbliche Nachtarbeit der grauen verboteir werde. Den Regierungen, die an dieser Konferenz teilzunehmen gewillt sind — und es bleibt zu hoffen, daß das Deutsche Reich sich daran beteiligt wird im nächsten Jahre eine Denkschrift mit Erläuterun gen zu den Beschlüssen der Kommission überreicht wer. den. Das Verbot der Frauennachtarbeit soll darin bestehen. daß sämtlichen in irgend einem gewerblichen Betriebe außerhalb ihres Haushaltes beschäftigten Arbeiterinnen eine von abends bis morgens ununter- brochene Arbeitsruhe gesichert werden soll. Also ein Mindestmaß der Nachtruhe von 12 Stunden. Die Gesetzgebung der meisten Staaten ist von einer derartigen Be- chistwung noch recht weit entfernt. So besteht ein völliges Vmbot der Frauennachtarbeit z. B. in Deutsch, land, den Rerchslcmdern Österreichs, in Frankreich. Groß- britannren, Rußland, der Schweiz. In anderen Staaten werden dagegen nur die jugendlichen Arbeiterinnen ge- schiitzt,- so in Belgien bis zum 21. Lebensjahre, in Norwegen, Schweden. Dänemark bis zum 18. Lebensjahre in Ungarn. Italien bis zum 16. Lebensjahre. Spanien'be- schrcmkt nur die Nachtarbeit der Jugendlichen von 14 bis 16 Zähren. Andere Staaten regeln die Nachtarbeit gar K nur in einigen Industriezweigen, in Bergwerken, in Werkstätten und Fabriken. Es ist nicht zu ver- tennen. daß man in einzelnen Staaten bemüht gewesen ist auf ein Derhot der Frauennachtarbeit hinzuarbeiten' oatz auch mehr und mehr an eine gesetzliche Regelung der Lagesarbelt gedacht wird, daß anderseits aber'doch einer nnhertlichen Regelung sehr große Schwierigkeiten ent-
Dentsches Keich.
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Der nächste internatio- nächsten Jahres in A m st°e r d a m statt
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D^^sier Parteitag spricht sich in einer entschiedenen nach heftigen Debatten gefaßten Resolution auch in der E's stÜ' Versammlung ist von dem Ergebnis
befriedigt. Sie hat von demselben mehr und besseres erwartet, als die unfruchtbare von ^^bnlrcher Leidenschaftlichkeit getragene Literaten- Die Frage der Mitarbeit an bürgerlichen Blattern hatte mit weniger Lärm und mehr Erfolg er- ledigt werden können. — Die Versammlung mißbilligt aus das ensichieöenste die Art und Weise, mit der einzelne Genossen sich das Recht anmatzten, über ganze Parteiac- ^iischaften sich als Richter aufzuspielen und sie grnnd- r 3U r bcfchimpscn. Die Verhandlungen des Parteitages haben erwiesen, daß die in der Resolution betreffend die Taktik, enthaltenen Anklagen gegen Bestrebungen innerhalb der Partei, welche dahin zielen
sollen, die Partei vom Boden des Klassenkampfes abzu- Öra Ür? e ?x und sie zu einer bürgerlichen Resovinpartei umzugestalten, unberechtigt erhoben sind, da solche Bestrebungen in der Partei nicht existieren.
* Deutschland und die Union. Aus Chicago wird
"d. T." berichtet: Der zum Besuch seines Schwagers,
des Professors Jenkinson, hier weilende frühere Botschafter in Berlin, White, wurde vielfach über die Ansicht befragt, die er über die angebliche Kriegsgefahr Swrscheu Deutschland und Amerika habe. White erklärte, unsere Beziehungen zu Deutschland waren me besser und für ihre Fortdauer ist jede Bürgschaft vor- yanden. Deutschland prosperiert und schreitet fort, wer von Krieg spreche, rede Unsinn. Wenn auch kommerzielle Eifersüchteleien bestehen, so ist doch kein Krieg, am allerwenigsten ern Angriffskrieg seitens Deutschlands zu bc- furchten. Kaiser Wilhelm fördert unsere freundschaftlichen Beziehungen, wo er nur kann. Alle Versuche der Jrngos, hüben und drüben Unfrieden zu stiften, sind aussichtslos.
* Rundschau im Reiche. Das Berliner Oberlandes- gerlcht hat in dem ProzeßdergräflichPotocki- s ch e n Familie gegen den preußischen F i s - k u s auf Anerkennung der Erbnachfolge in dem fürstlich Sulkowskifchcn Majorat die Berufung kostenpflichtig abgewiesen. Es geht also nach dem Tode des kinderlosen Fürsten die etwa 40 000 Morgen große Majoratsherrschaft Reisen in den Besitz des preußischen Staats über.
Der BreSlauer Sozialdemokratische Verein hat in seiner Sitzung, welche der Debatte über den Dresdener Parteitag gewidmet war, feinem Reichstags- abgeordnetcn Eduard Bernstein sein Vertrauen m einer besonderen Resolution ausaesoro-ben, die erklärt, es liege keine Ursache vor, ihm das Vertrauen zu entziehen, da er öffentlich die Beschlüsse des Dresdener Parteitages anerkannt habe.
Die ostnsmtische Frage.
cm Oktober. Gegenüber einer „Times"-
Meldung, wonach die Rückkehr des Grafen Bülow nach Berlin in Zusammenhang mit der Lage in Ostasien stehe wo Deutschland infolge eines geheimen Abkommens mit Rußland interessiert sei, erfährt die „Nat.-Ztg." ans gut unterrichteter Quelle, daß es keinen den tsch- rc Ge heimvertrag gebe, durch welchen
-Deutschland in Oftasien irgendwie gebunden wäre Überhaupt gebe es keine Abmachungen Deutschlands mit einer aiideren Macht, durch welche die neutrale Haltung Deutschlands in Ostasien nach irgend einer Seite eingeschränkt werden könne. Ebenso unsinnig sei die Meldung, wonach Deutschland die Feindseligkeiten schüre.
hd. Berlin, 13. Oktober. Zu den Alarm-Nachrichten aus Ostasten äußert sich der „Wiener allgemeinen
Oie Nevolutzee.
Roman von Walther Schulte vom Brühl.
(1. Fortsetzung.)
Der Zug formierte sich aufs neue. Wo bisher der «wim seine X-Beine durcheinandergeworfen, dorthin waten nun ein Trommler und ein Pfeifer. „Bataillon marfch!" kommandierte Emamiel von der Pforten ^ronimel und Pfeife ertönten, taktmäßig hoben und streik- w M E Beine, und m strammer Haltung marschierte k^^T^her Kriegerverein weiter zum Feste. Nrin ent- Mwand er um eine Waldecke den Blicken Welms Dem irrupsEl war's, als zuckte ihm etwas in den Beinen, als 5 von Ferne die Querpfeife in flottem Marschtempo Ds Liedchen spielen hörte:
Lott is dodt, Sott iS öoöt,
Lieskcn leiht cm Sterwen.
Tat öS got, dat es got, r, Do gvt et Jet (etwas) to erroen.
Fast War es rhm, als müsse er seinem Vereine nach- wnnen: aber dann stellte er sich vor, wie wohl bald ein aug vornehmer Herren dort um die Waldecke biegen nrde, ihm den Orden vom schwarzen Hengst zu über» hTÄ sind ihn selber abzuholen und vor das Angesicht ,urngs zu bringen. Die schweren Tropfen, die un- . ^gesetzt durch das Blätterdach der Buche auf ihn nicder- s.-, - die Feuchte und Kühle des Steines, auf dem er B, dessen achtete er nicht. Sein Hirn beschäftigte sich nnt der Ehrung, die ihm bevorstehe. Er lächelte wie - Draum, bis ihm die Zeit zu lang zu werden begann, a betrachtete er sich das Kastemännchen mit dem ver- lauerten Bilde Friedrich Wilhelms des Dritten. „Et ^ noch der auk (alte) König", murmelte er vor sich hin nach weiterer Prüfung des Silberlings: „O, Frctz- Aussig (fuchsiges, kupferfarbenes) »n .sivt! (Gesicht). Darauf verzehrte er mit Muße den bimk und das Zipfelchen Leberwnrst, zog dann seine Mutz- for l c uns der Tasche, sie stopfend und anzündend, und si-,.siunend den blauen Rauchwölkchen nach, ivie sie in das ^"Nvwerk emporstiegen.
T einer Weile, als die Pfeife ausgeraucht war, und at» er suhlte, wie die Feuchtigkeit kältend aus den Kleidern auf seinen Leib schlug, verloren seine Mienen nach und nach ihren Misdruck der Zuversicht und Freudigkeit; seine «ürn nmwolkte sich, und er grübelte finster vor sich hin. Dann plötzlich verzog sich sein Anllitz zum Weinen. Er an.zu schluchzen und schließlich liefen die Tränen uimblassig mit den Regentropfen um die Wette in seinen Bart hinab. Oft hrelt er inne in seinem leisen Gejaiiner; dann ballte er die Fatist, schüttelte sie gegen das Tal und knirschte:^ „Die Tvnnerkiels, die verdamntten Donner- k-els! Dann wieder weinte und schluckjgte er wie ein kleines, sich vereinsamt suhlendes Kind.
Unterdes zog weiter oberhalb auf der kahlen Höhe ein Hausierer gegen das Tal. Unter einem großen, rot und blau karrrertm Baumwollmschirm war er und seine iAerdies durch ein Wachstuch geschützte Ware, die aus Stocken, wie er selber einen führte, zr, bestchen schien,
$ e0m n! ? <li"n geborgen. Er trug einen langen Lemenkittel, der am Brustspalt und an den Achjel- ^ber Stickerei versehen war. Eine ctivas blaiilich schimmernde Nase, wie sie der gewvhnheits- f^ohlgo Gebrauch des Klaren oder des vornehmere,: Gc- k-^ummels zeitigt, blickte in kecker Aiifwärtsbcugung Sch und Ndel aus dem glattrasierten Antlitz des etwa SS! 00 ? ® annc '- Listige, glitzernde Äuglein Sr b s Ct !J 8 / ofeen schirm seiner Mütze und
Weite d^vgendach hervor und verfolgten schon eine Presse eine einsame Gestalt, die sich von der anderen Seite her über Feldwege der Hauptstraße näherte. Sie gehörte pinern rüstig daherschreitenden Manne an, der gleichfalls eine große Schirmkappe auf dem Kopte trug. Langes Haar und ein spitzer Vollbart hingen jetzt regennaß auf einen groben Mantel nieder, der eigentlich nur ein großes Stück Tuch war, in dessen Mitte sich ein Loch zum Durchstecken des Kopfes befand, wäbrend an den Seiteii zwei Spalten zum Durchsteckeii der Arme an- gebracht waren. Ter seltsame Mantel zipfelte fast bis zu den in festen Ledergamaschcn steckenden Füßen des Wanderers hinab, der durch keinen Schirm gegen der,
Regen geschützt war. Einm derben Hakenstock aus geschalter Elche führte er in der Rechteil. Auf dem Rücken hmg der Mantel weit ab, so daß es schien, als sei sein Besitzer mit einem ordentlichen Höcker behaftet; aber bald toimtc der Hausierer erfmnen, daß der Mann wohl ein Felleisen oder ein Rän,^el auf dem Rücken trug und diesem dm Genuß des schützenden Ilmhanges mit gewährte. Dev Händler blieb, auf der Straße anqrlangt, stehen, bis daß der andere hemngekoinmen war. Er sah, daß es ein junger,^ frischer Bursch war mit Hellen Augen und ein Paar tüchtigen Narben auf der linke Gesichtshälfte, die dem ausdimcksvollen Antlitz zwar nicht zur besonderen Zierde gereichten, es abm auch nicht verunschönten.
„Ist dies die Straße nach Kaltenberg?" frug der An- kommende, und der Hausierer machte einen Bückling, zoa die Mutze und entgegnete mit der lusngen Höflichkeit, die er sich angeivohnt hatte: „Zu dienen, mein werter Herr, denn ein Herr seid Ihr doch wohl?"
■ ''Jedenfalls kein Knecht", entgegnete der andere und zeigte lachend die Zahne.
„Wenn Ihr einer wärst, würde ich Euch zu den Männern zahlen", sagte der Händler. „Für mich erissieren nur zwei Sorten von Menschen meines Geschlechts, näm lich Herren und Männer."
„Und der Unterschied zwischen beiden?"
„D,e Herren wissen, was sich schickt. Sie bandeln einem armen Teufel nicht, wie die andern, einen Silbergroschen herunter, wenn sie einen so vorzüglichen Stock und Tot- schlauer von ihm kaufen, wie ich Euch hiermit für vier ruppige 5laitemännchen anzichieten die Ehre und das Vergnügen habe."
". Ter Hausierer zog einen Stock au« seinem Bündel neigte den Schirm zur Seite und ließ den unten mit Btei beschivertenStab, der sich nach oben merklich verdünnte ein paarmal durch die Lust sausen.
_ ''Aber lieber Manu, Sie sehen doch, daß ich einen
ttÄte m *•*»
„ein Steden 3 ur Stütze, aber als Waffe fehlt ihr der Nchtige Wuppdich, oder was man so sagt, die Eklastizität
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