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Verlag: Langgaffe 27 .
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^ Verlags-Fernsprecher N». 2958.
flbend-Ausgabe.
Krieg in Sicht?
. d ^ innerhalb weniger Wochen das zweite Mal, daß flL Öt sm Eiarmlerende Frage aufwerfen inüssen. Das /Zuspitzung der Lage auf dem dre kriegerische Auseinandersetzung zwischen .er ^urkei und Bulgarien als nahezu unvermeidlich er- lchrem Wenn wir lndessen damals trotz der alarmierenden Meldungen die Frage: „Krieg in Sicht?" mit einem Nein beantworteten und der Hoffnung Ausdruck gaben, es^ den Bemühungen der Dtächte gelingen werde, den gefahrlrchen Qrrentbrand im Keime zu ersticken, so haben uns die Ereignisse recht gegeben. Wenn auch das Feuer auf dem Balkan heute noch hier und da aufflackert, so kann doch die Gefahr eines Weltbrandes, so weit sie vom Orient ausgeht, als gebannt gelten.
.. ^e aber steht es mit dem Kriegslärm, der von Ostasten Heruberton? Wenn die aus englischen Quellen stammenden l>i.achrlchten zutreffend wären, dann ständen sich ^apan und Rußland nicht nur bis an die Zähne be- waffnet und, kampfentschlossen gegenüber, sondern sie hatten langst den „großen Entscheidungskampf" um die Vorherrichast tu Ostasien ausfechten müssen. Jeden Tag
srww-w. r te en «'^ c ^ re ^ e neue Sensationsnachrichten.
laßt ste. russische Schiffe mit versiegelter Order,aus- jLaus-en, omd laßt ste japanische Truppen einen koreanischen Hafen besetzen, und selbst vor einem richtigen Ultimatum schrecken die englischen Berichterstatter nicht zurück ^ r.T m ??°ber war der Termin abgelaufen, an welchem Rußland mit der Räumung der Mandschurei beginnen sollte An jenem Tage hätte,:, wenn Rußland seine Verpflichtungen emhalten wollte, die russischen Truppen aus Mutschwang und Mukden zurückgezogen wevden müssen, und die weitere Räumung der Mandschurei sollte alsdann staffelweise derart erfolgen, daß binnen nnem ^ahre die ganze Mandschurei mit Ausnahme der Landstriche längs der Eisenbahn wieder in den Besitz Chinas ubergeht. Aber Rußland macht es in Ostasien wie es bei der Echternacher Springprozession üblich ist: es geht zwei schritte vor und einen zurück. Die russische Regierung hat an die versprochene Räumung der Man- dschurei neue Bedingungen geknüpft, die in Wahrheit nichts anderes bedeuteten als eine erneute Festsetzung Diese Bedingungen hat die chinesische Regierung'ab gelehnt, und Rußland bleibt nunmehr — mit oder ohne Bedingungen in der Mandschurei. Nach einer Meldung aus Nlutschwang vom 9. d. M. hat der dortige russische
Oie Nevolutzer.
Roman von Walther Schulte vom Brühl.
I.
® ie 6e L®°, Irat ® er Krlcgerverein zur Einweihung des Knlten-
SBMm M, U "-n e r! mar S ie i' tc ' «ie er sein Appendix, den träumen «Selm, schmählich tm Stich Netz, und wie sich schließlich zwei mit ierdige Seelen des Verlassenen annahmen.
. Der Septembermonat des Jahres 1847 war ein schäbiger September. Anstatt daß er die Trauben am Rhein mit milder Sonnenwärme völlig gar kochte und den Äpfeln das rechte Wangenrot verlieh, welches sie erst zu rechten Äpfeln macht, zeigte er sein traurigstes Gesicht. Unendliche Regcnströme sandte er hernieder, und dies Be- gmnen war um so heimtückischer, als dadurch ein schönes und vielversprechendes Fest, der Besuch des neuherzu- Münsters zu Kialtenberg im tiefen Tale des Muihnbachs durch des Landes Herrscher, grausam zu verregnen schien, obgleich sich der hohe Besuch doch „Königs- Wetter" zu dem Feste bestellt hatte.
. »Donnerkiel, dat es jo rein tom Versupen!" wurde eine Stimme in einem kleinen Menschentrupp laut, der auf einer schlechten, sich über eine kahle Höhe gegen das Muhntal hinziehenden Straße dahinmarschierte. Es waren etwa anderthalbdutzend Männer, meist reiferen Alters, die, trübselig unter ihren triefenden Regeiidächern aller Farben und jedes Alters hervarschauend, zu dreien und dreien, die Hosen aufgekreinpelt, hinter einer in Wachstuch eingehüüten Fahne daherstapfsten.
Mühsam und verdrossen trug sie der Pinkerts Jupp, flankiert von den beiden schärpenumschlungenen Fahnen- offizieren, dem Ziele entgegen, das sich oben fern im Tal Uber den Baumkronen in Gestalt eines riesigen, vor Nässe glitzernden Schieferdachs zeigte, ein gewaltiges Kreuz bildend.
„Da haben wir das Münster!" sagte der Präsident «es Dykrather Kriegervereins, der so zum Feste zog, nämlich der Kunst- und Handelsqärtner Enianiiel von der Pforten. Er reckte den langen Hals aus den vom Regen »ufgeweichten Spitzer seines von einem großen schwarzen «ewentuch umwickelten Vatermörders und deutete ins Wal hinab.
Dienstag» de« 13. Oktober.
Kilsouverneur nicht nur keine Instruktionen über die Zuimckziehung der Truppen erhalten, sondern das ganze
beu l et darauf hin, daß sie in der Rcalidschurei zu bleiben gedenken.
^ das freilich niemanden, und wenn die machen will, daß Japan die Man- dlckMeifrage als Anlaß zu einem ernstlichen Konflikt mit Rußlands benutzen wolle, so wird sie dafür außerhalb ^?^onds, wo eben der Wunsch der Bater des Gedankens ist, wenige Gläubige finden. Die nordamerikanische Kon- ^ Rußland durch die Öffnung der Leiden mandschurifchen Handelsplätze Mukden und Tatungkau für den auswärtigen Handel vom Halse geschafft. Mit Rußland keine besondere Umstände gemacht, es stt über die papierenen Proteste zur Tagesordnung ubergegangen. Denn das vor zweiundeinhalb Jahren zwischen England und, Japan abgeschlossene ostasiatische M 0 Praktisch nur in der Form verwirklicht,
ims w/ m Ostasten von den Japanern alles
und von sich nichts erwarten.
Was aber Japan betrifft, so hat es sich offenbar langst an den Gedanken gewöhnt, daß die Mandschurei m dem Rachen des großen russischen Kolosses auf Nimmer- E “] e en verschwindet. Die Mandschurei bedeutet keine KKnzfrage für Japan, um die es sich lohnte, den ge- ^vffengangmit Rußland zu wagen. Ganz ^ w Avr läge die Situation, wenn es sich bestättgte, caß Riißland ernstlich die Aufrollung der Korea-Frage m die Wege geleitet hat. Wie es heißt, habe RuUand
w ® or ^ rQ 9 gemacht, daß Rußland in
der Mandschurei bleiben und sich gleichzeitig mit Japan in Korea teilen, soll.. Das wäre nun freilich ein^noch aS’L ^ unbruderliche Teilung, , denn die HalbinsA Korea, welche dem japanischen Reiche unmittelbar vor- und den direkten Zugang zu ihm bildet, betrachten die Japaner als ihr natürliches Erbteil, das ihnen früher oder später zufallen muß. ^
Nach dinn chinesisch-japanischen Krieg von 1894/96 glaubten die Japaner ihre Ansprüche auf Korea reali-
!;t r „ Cn m e Mächte machten ihnen damals
einen Strich durch die Rechnung. Wenn es sich Lewahr-
Rn^°nd letzt nach der Hälfte Koreas seine Hand ausstreckt, so wurde daniit allerdings ein Lebensln eres e Japans berührt. Indessen erscheint es ^ sehr fraglich ob die Tinge in Ostasien wirklich schon so weit gediehen sind. Einmal ist Rußland in der Man-
fÄm! ftflrf Ä vngagierk. und andererseits
'st .man m ^apan mtschlossen, wenn irgend möglich dem gefährlichen Konflikt mit Rußland aus dem Wege zu gehen. Unter diesen Umständen spricht die größere Wahr-
Rebaktions-Fernsprecher No. 52 .
1903.
»Dat säht verdammt katoll'sch ut", äußerte der Her^ Werts Drilles, der Schwertfcger, der als eine kritische Seele bekannt war.
„Lnt nichts, zur Sache", entgegnete der Präsident „Wenn der König, der doch arg protestant'sch ist, die Sache selber durch seine Gegenwart mit einweiht, da braucht sich [ e ."l formierter den Kopp drüber zu zerbrechen. Über- ries ist s für katoll fchen und protestant'schen Gottesdienst ^I^thtet. Herr Emanuel befleißigte sich, seine diplomatische Bemerkung in leidlichem Hochdeutsch von sich zu mÄ >v?s er stets tat, wenn er sich offiziell fiihlte. Gerade voch einige kluge Bemerkungen über die Nützlichkeit „des Protejtantlsch-katholischen Gemeinbesitzes an dem Munster zum besten geben, als ihm ein lebhaft einsetzendes nnstklingendes Getön auf einer kleinen vl^rnen Kmdertrommel das Wort vom Dtunde ab
Alles lachte. „Bravo Welm!" scholl es aus den Rechen w .siftwimger noch schlug ein kleines menschenähnliches Gewächs,, das vorne neben dem Zuge sich vorwärts be- wegte, nut den Tannenholzschlägeln auf das Fell seines Instruments. Der seltsame Musikmacher, in der ganzen ^Send unter dem Namen »der kraum Welm" bekannt, höheres ein Tisch. Er Hatte einen starken Rumpf und einen dicken Kopf, der, wie die Köpfe der Kriegervereinler,, mit einer Militärmütze bekleidet war.
lftem Schirm und unter buschigen Brauen hervor blickten em Paar braune, unendlich gutmütige, an die ^ , erinnernde Augen in die Welt. Aber ein gewisses Leuchten in ihremBlick verriet, daß dasMännlein »nicht gar^ bei Tröste" sei. ^ Sein Rumpf ruhte auf furcht- s a - tIien ' * 3te dermaßen nach außen gebogen waren, daß die Kniee kaum zwei Handbreit vom Boden sich be- Dennoch vermochte der Krüppel, indem er die Unterschenkel in kühnen Halbbogen iin Kniegelenk wstvenkte, sich mit einer großen Geschwindigkeit kortzu- bewegen. Auch an Ausdauer mangelte es ihm nickt, und ohne zu murren war er seit dem frühen Morgen auf dem Marsch mit dem Vereine, den er bei alle,i Ausflügen und Festen begleitete, kaum, daß man ihn beim Begräbnis eines Kameraden zu Hause ließ. Er gehörte zum Tvk- rather Kriegerverein als komische Zutat, ähnlich, wie sich wohl einige Truppenabteilungen einen Hund, oder einen .Gänserich, oder einen Ziegenbock halten. Ein verschabter
scheinlichkeit dafür, daß ebenso wie die orientalische auch zerteilen wird ^ ^^erwolke sich vor der Entladung
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QnnffifV 13 ‘ Su öem russisch-japanischen
/ öte rapamsche Gesandtschaft in London keiner- " ,Rachricht von einem japanischen Ultimatum an Rußland erhalten. Wie dem „B. L.-A." aus London berichtet wird, erklärte der japanische Gesandte, daß er gemäß dem englisch-japanischen Vertrag davon unterrichtet worden sein, müsse, um es dem englischen auswärtigen Zwischen England und Japan herrsche vollständiges Einvernehmen.—Einer PariserDepesche des- selben Blattes zufolge äußerte sich ein französischer Diplomat über Frankreichs Stellung zu dem Konflikt zwischen Japan und Rußland, daß diese Frage für Frankreich keineswegs eine brennende sei.
dck. Berlin, 12. Oktober. Trotz verschiedener Dementi dauern die Alarmgerüchte über eine kriegerische Zu- fpltzung der Beziehiingen zwischen Rußland und Japan fort. In London kursieren, nach einem Telegramm des T- , verschiedene sensationelle Gerüchte über die Situation im fernen Osten, die grundlos sind. Weder der Nachricht, daß Japan an Rußland ein Ultimatum überreicht noch daß die Schiffe beider Mächte in kriegerischer Absicht sich um die Südküste von Korea sammeln wird in Londoner maßgebenden Kreisen Gewicht beige- legt Dennoch herrscht mit Rücksicht auf die Tatsache, daß bereits drei Tage vergangen sind, ohne daß Rußland Anstalten macht, die Mandschurei zu räumen, eine ge- misse ^orge über die mögliche Entwickelung der Lage.
M. Berlin, 12. Oktober. Wie dem „B. L.-A." aus London telegraphiert wird, sind, nach einer Meldung aus Singapore, dort die Admirale der chinesischen, australischen und ostindischen Geschwader von England versammelt, um eine Konferenz abzuhalten, die als Erwiderung der Konferenz der russischen Militär- und Marinebehöröen in Port Arthur betrachtet wird. — Der ^Standard" glaubt, daß ein etwaiger Konflikt zwischen Rußland und Japan auf beide Mächte beschränkt bleiben werde.
wb. Köln, 13. Oktober. Die „Köln. Ztg." meldet aus P et e rs b u rg : Nach einem Telegramm aus
P o r t Arthur läßt Generalgouverneur Alercjew die Meldung über eine Bewegung japanischer Truppen nach Korea dementieren. Darüber verbreitete Meldungen verfolgen offenbar nur die Absicht, zu Spekulations- zwecken Unruhen hervorzurufen.
., kd- London, 13. Oktober. Die heutigen Morgen- latter veröffentlichen lange Telegramme über die Lage
soldatenrock schlotterte um seinen Oberkörper. Der Regen der ihm das von keinem Schirm geschützte Gesicht wusch und über den, grau malerten Vollbart auf die Umform tropfte,, hatte rhn schon ganz durchnäßt; aber Mxm unter Dein kleinen Menschentrupp trug die Unbilden des Wetters mit großcreni , Gleichmut wie der arme Narr, auf dessen Imker Brust ein plunip geferügter, messingener Ordens- glanzte. Aus schwarzem Metall hatte mmi einen Ejelslopf ausgeschnitten und innwtten des Stemes astf- gemetet, und kein Großwllrdenträger konnte des Landes höchsten Orden mit größtem Stolze tragen, als der kraum Welm „diese narrische Auszeichnung. Ter König von Amerika, jo hatte man bei der feierlichen Überreichuna der Auszeichnung während einer närrischen Fastnachts- sttzung vor wahren schon dem Gemeindearmen einaeredet
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Bedenken getragen, den Welm zu der Festfahrt, die in einer Spalierbildung aller Kriegervereine der Gegend vor dem Könige gipfeln sollte, mitzunchmcn; gehöre doch nun einmal dazu, wandten andere
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hör Ä eine Schneise in dem Walde,
der sich den Abhang rechts von der Straße hinabwa drunten auf dem weiten Platz vor dem mit Kränzen und ÄK «^muckten Minister eine schwarzwiLlnde gewahrte, wie es auf allen Wegen G kiuzog in einzelnen kleinen Gruppen und in
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deshalb dem Präsidenten die Gegenwart des Krüvvels gegen, dessen Mitnahme er sich vergebens gesträubt hatte' >uwgl-ch konnte^ der Dykrather Kriegerverein mit dein .karren an der spitze in Kaltenburg einziehen und W tommandierte Emanuel denn energisch: „Bataillon halt!"
Nach einigem Hin- und Herreden beschloß man Welm nun zuruckzulassen,. Der Klaubergs Klos, der die'lä2 Ilchsten Sachen imt dem ernstesten Gesicht vorzubrinaen verjtand, wurde bestimmt, 'dem abseits stehende,? kr d» Beschluß gute Art nS
Stlfsofc ttnr, Bcnii ffirfnt hatte sich von mm SpgemSm nut dem Könige die herrlichsten Dinge versprochen ^
