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Erscheint in »»ei Ausgabe». — « durch den Verlas
Verlag: Langgaffe 27.
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Die letzten schönen Tage des September haben in den Weingauen des Deutschen Reiches große Freude hervorgerufen, als durch die nachträglich gespendete, ungewöhnliche sommerliche Wärme die Reife der Trauben und da
nach den Angaben für das letzte Rechnungsjahr. Auf unserem Bilde ist der Gesamtertrag der Weinmosternte für öie Verwaltungsbezirke der Wrinbau-G-emeinden und der darunter nicht angeführten Ortschaften wiedergegeben, und zwar in der Weise, daß die Menge des Mostes durch entsprechend große Flaschen gekennzeichnet wird, auf deren Etiketts der entsprechende Verwaltungsbezirk und die Anzahl des daselbst gekelterten Mostes in Hektolitern angegeben ist. Zur Veranschaulichung der Größe, welche diese Flaschen haben müßten, hat der
mit ihre Qualität ganz erheblich gefördert worden ist, so daß schließlich die Hoffnungen auf einen halbwegs guten Herbst wieder wach geworden sind. Die Kenner freuen sich aber bei diesen günstigen Mostaussichten auf das gute Tröpfchen, welches sie vom Jahrgang 1803 zu erhalten Mfen. Welche Bedeutung der deutsche Weinbau in wirt- Waftlrcher Beziehung hat, geht zur Genüge aus der ^ratistlk yervor, von welcher wir beistehend unseren ^ern eine anschauliche Darstellung bringen, und zwar
Zeichner in dem oberen Teil der Zeichnung das Heidelberger Faß eingezeichnet, welches bekanntlich bei einem Durchmesser von 7 Meter 2124,2 Liter faßt.
_, sind im Deutschen Renhe im Jahre 1902
2 475 699 Hektoliter Wein geerntet, und dafür ein Erlös von 80 248 129,2 M. erzielt worden. Die Rebfläche, auf
ficwroo l *I e ltn " , . enße Wein gebaut worden ist, beträgt 119 922 Hektar. Für den Ertrag und Erlös sind nur die Angaben für gekelterten Wein zur Berechnung heran
gezogen worden, da über Traubenweinverkauf keine Angaben vorhanden sind. An der Weinproduktion eigenen Gewächses beteiligen sich die verschiedenen Verwaltungsbezirke in folgender Weise (die hinter den Namen stehenden Zahlen bedeuten die Menge in Hektolitern): I. Preußen: Frankfurt 1114, Posen 46, Liegnitz 6956, Merseburg 2543, Kassel 61, Wiesbaden 50 211 , Koblenz 288 735, Köln 2376, Trier 223 301, übrige preußische Lanüesteile 1669. II. Bayern: Pfalz 395 749, Mittel
franken 5218, Unterfranken 36 315, Schwaben 4512, übrige bayerische Landesteile 1749. III. Württemberg: Neckar- krels 140 552, Schwarzwaldkreis 17 564, Jagstkreis 24 726, Donaukreis 4726. IV. Baden: Konstanz 49 683, Freiburg 312 690, Karlsruhe 33 682, Mannheim 19173. V. Hessen: Starkenburg 10 543, Oberhessen 10, Rhein- Hessen 275 094. VI. Elsaß-Lothringen: Unter-Elsaß
807 396, Ober-Elsaß 256 408, Lothringen 142 781. VII. übrige deutsche Bundesstaaten 11116. Die Qualität dieser verschiedenen Weine ist bekanntlich sehr verschieden: die besten Sorten kommen wohl aus den Verwaltungsbezirken Wiesbaden, Koblenz, Köln, Trier und Rheinhessen, während für die gefürchtetsten Gewächse diejenigen von Posen und Liegnitz gehalten werden.
Feuilleton.
bteiue in unserm Rorper.
Von Df. Hans Fröhlich.
An den unglaublichsten Stellen unseres Körpers .vnneii „Versteinerungen" Vorkommen und dort die schwersten Schädigungen Hervorrufen. In Auge, Ohr und Nase, in Wange, Hals und Lunge, in Galle, Niere, Blase, Darm finden sich garnicht selten mineralische Ablagerungen, die bis zu Kindskopfgröße anwachsen können. Einen Begriff von der oft riesigen Anzahl kleiner Steine tu manchen Organen bekommt man in der sogenannten Ottoschen Sammlung, wo sich z. B. in einer einzigen Gallenblase nicht weniger als 7802 befinden.
In früheren Jahrhunderten zogen hcilkünstlerische Scharlatane daraus in schwindelhafter Weise großen Gewinn, indem sie den Glauben verbreiteten, daß die verschiedensten Krankheiten, sogar Hysterie und manche Geistesstörungen durch Steine ijn Gehirn erzeugt würden und operativ entfernt werden müßten. Auf öffentlichen Plätzen vor einer großen Zuschauermenge führten sie dann scheinbar gefährliche Kopfoperationen aus, machten aber nur einen oberflächlichen Hautschnitt am Kopf und ivgen nun mittelst eines gut eingeübten Taschenspieler- kunststückchcns mit einer Zange den bösen Stein aus dem Schädel hervor, außerdem oft noch Nester von Ohrwürmern, Spinnen oder Fliegen als angebliche Urheber der Gehirnkrankhcit. Die niederländischen Maler ums Jahr 1600 haben diese Art der Steinschneiderei oft zur Darstellung gebracht. Vor mir liegt ein Kupferstich von H. Weidmanns ans dem 17. Jahrhundert, welcher eine solche Operation an einer Frau darstellt,' auf dem „Operationstische" sicht man schon 16 Steine liegen: das mußte natürlich auf Patienten und Zuschauer einen ganz gewaltigen Eindruck machen! Auf manche Hysterische und seelisch Kranke mag wohl auch bei der Operation die sichtbare Entfernung des vermeintlichen Übeltäters so beruhigend gewirkt haben, daß durch Einbildungskraft die
Ländliche Volkshochschulen.
Soweit wir in Deutschland überhaupt von einer Volrshochschulbewegung reden können, beschränkt sich die- selbe auf die städtische, um nicht zu sagen auf die groß, städtische Bevölkerung. Das Land geht vollständig leer aus. Es soll das kein Vorwurf gegen die Führer der Volkshochfchulbewegnng sein, es liegt dies einfach in der Natur der Verhältnisse. Die Landbevölkerung bedarf aber eben so sehr als die Stadtbevölkerung einer erweiterten Bildung, wird doch die Landwirtschaft immer mehr in ein wesentlich verändertes Wirtschaftssystem gedrängt, das eben zu seiner erfolgreichen Durchführung mehr Bildung verlangt. Anders freilich sind die Bildungsbedürfnisse des Landvolkes als die der Städter, wenn sich auch sehr viele Berührungspunkte finden lassen. Die Verschiedenheit wird einesteils durch die Beschäftigung der ländlichen Bevölkerung bedingt, andernteils erklärt sie sich aus der eigentümlichen Gestaltung des Volksleben« auf dem Lande.
Manche neue Bestrebungen berücksichtigen dies ver- änderte Bedürfnis auf dem Lande in gewisser Weise- es er nur an die Bestrebungen der Heimatkunst, an plattdeutsche Vereine, Gesellschaften für Heimatsgeschichte usw. erinnert,- auch die Genvssenschaftsbewegung kommt in dieser Hinsicht in mancher Weise in Betracht. Immerhin aber muß man doch sagen, daß die Landbevölkerung bezüglich der Bildungsveranstaltungen hinter der Stadt zurücksteht.
Da ist es wohl der Erwägung wert, ob nicht die Ein. rrchtung der dänischen Volkshochschule, die im Norden ur dre ländliche Bevölkerung viel geleistet hat. sich auk unsere deutschen Verhältnisse übertragen ließe. '
Krankheit in der Tat gebannt wurde. Die Heilkünstler
selcht werden sich allerdings wohl wenig um den Erfolg gekümmert, sonö^rn im allgemeinen auf den Standpunkt des Mönch-Chirurgen I. Beaulien igest. 1714, gestellt haben, welcher nach jedem vollführten Steinschnitt seine Hände in Unschuld wusch mit den Worten: „Die Operation i,t beendet, möge Gott Sie nun auch heilen."
Die in Mut und Säften unseres Körpers befindlichen minet-slischen, namentlich kalkhaltigen Stoffe können an . den verschiedensten Teilen sich ansetzen, einen Niederschlag bilden Natürlich stellt dies stets einen krankhaften Zustand dar und zeugt von ungenügendem Stoffwechsel' denn ein gesunder Blut- und Säftestrom wird keine Ablagerung zustande kommen lassen. Namentlich an abgelöste Gewebsteilchen, an Eiterherde und dergleichen setzen sich leicht Kalksubstanzen an, bilden allmählich Schicht auf Schicht, bis schließlich nach Jahren oder Jahrzehnten eine ganz ansehnliche Verkalkung vorhanden ist. So entstehen im Tränengang die Tränensteine, in den eingedickten Ausscheidungen krankhafter.Halsmandcln die Mandclstcine, welche man schon bis zu 4 Zentimeter Länge gefunden hat,' in den Ausführungsgängcn der Speicheldrüsen in der Wange kommen Speichelsteinc bis zur Hühnereigröße vor. Bei chronischen Entzündungen der Nasenhöhle bilden sich dort bis haselnutzgroßc Nasensteine, bei solchen im äußeren Gehörgang Ohrstetnc. In den Venen können lange bestehende Blutgerinsel zu Venensteinen verkalken. Auch in den Geschwiilsten finden sich bisweilen größere und kleinere Steine,- so schnitt I)i\ Burow aus einer Fettgeschwulst der Achselhöhle solche von Nuß- bis Faustgrötze. die aus phosphorsaurem Kalk bestanden. Von Schwindsüchtigen werden manchmal verkalkte erbsengroße Tnberkelherde, sogenannte Lungensteine, ausgehnstet.
In besonders großer Menge kommen Gallensteine vor,' wie schon vorn erwähnt, hat man in einer einzigen Gallenblase 7802 gefunden. Diese sind dann nur sehr klein, wie Saud oder Gries. Überhaupt kann man sagen, je mehr Steine vorhanden sind, um so kleiner sind fic! Für das häufigere Vorkommen der (vallenstrine bei der
holden Weiblichkeit wird das enge Schnüren als eigent- ltche Ursache beschuldigt,' denn einerseits trifft man Gallensteine sehr oft zugleich mit der sogenannten ^Schnürleber" an, andererseits muß doch natürlich der Druck des eingeschnürten Rippenbogens auf die Gallenblase eine Stauung der Galle Hervorrufen, welche als Hauptursache der Steinbildung allgemein anerkaitnt ist. Möge dies die Frauenwelt beherzigen und sich vor solchem „Steinreichtuin" hüten! Denn es wird für sie kein Trost sein, daß auch der Stifter des Jesuitenordens. Ignatius v. Loyola, mit diesem Leiden behaftet war.
^lm häufigsten und von altersher am bekanntesten sind die Steinbildungen in den Harnorganen. Schon bet den alten Ägyptern gab cs eine eigene Klasse von Ncil- kunstlern, welche das Ausschneiden solcher Steine zu ihrem speziellen Gewerbe machte. Auch bei uns zogen in früheren Jahrhunderten Steinschneider von Stadt zu Stadt, von Land zu Land. Sie zeigten zur Reklame aus- geschnittene Steine von so schivindelhafter Größe, wie sie cm Körper garnicht Vorkommen. Ilberhaupt spielten damals die Stcinleidcn eine große Rolle und ihre Opfer wurden sogar poetisch Lesungen. Im Germanischen Museum zu Nürnberg befindet sich die Abbildung eines -0 Lot schweren Stecnes, welcher dem verstorbenen Ehr- wurdcgeN' achtbaren und hochgelehrten M. Johannes Albertus, wohlverdienten Prediger bei St. Sebald" aus geschnitten wurde. Darunter steht ein Gedicht, dessen Anfang also lautet: M
"Sich an den Schmerzengstein, Sen dieses HiobSSer,
So lang getragen hat: doch könnt alt dieser Schmer,
Des crom,nen .Herrn Geduld mit Nichten überwinden
Er ließ sich williglich in Gottes Wiüen finden."
. We Größe der Blasensteiue ist sehr vcr-schieöcn: vom feinsten Gries bis zur vollständigen Ausfüllung der Blase durch einen einzigen Stein. Die Oberfläche ist meist glatt, bei mehreren Steinen gegenseitig abgeschliffen- tst sic rauh und höckerig, wie bei den sogenannten Maulbeersteinen", dann entftchcu au den inneren Schleimhäuten oft böse Verletzungen. Die Farbe richtet sich nach dem Hauptbestandteil der Ablagerung,' oxalsaurer Kalk
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