Do« a Mk. so Pf,, viertel,ährlich für betbc Ausgaben zusammen.
Lerlag: Langgaffe 27.
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C*®* “® VerlagS-Fernsprecher No. 2953 . Ütrtmiitrtrt----
AKMSrag, orn 10 . Vktover. R-öakti»ns.F-rnsprecher No. 52. 1903 .
Abend'Ausgflbo.
Politische Übersicht.
Kriselt es? Wre aüjcUjvM) im Herbst, wenn der Begmn der Parlamentssession herannaht, so treten auch diesmal allerler Krisengerüchte auf den Plan. Von dem emeir oder anderen preußischen Minister hieß es schon früher, daß er derAmtsmüdigkeit zuneige. Aber diefeGerüchte haben sich bisher mcht bewahrheitet und auch der Land- wirtichaftsmimster v. Podbielski hat das angeblich von chm gesprochetie Wort, daß er „nach der Heuernte ver- üusten wolle, mcht wahr gemacht, Neuerdings machen stch jedoch dm Krisengerüchte an den Reichskanzler und Mlmsterpra,identen Grafen Bülow heran, und zwar ist ^bemerkenswert, Latz diese Gerüchte voir extrem-agra- rischer L-erte ausgehen, wo offenbar der Wunsch der Vater Le- Gedantens i,t Daß, Graf Bülow im neuen Reichstage ber den, handelspolitischen Fragen einen schweren vtand und einen noch schwereren im Preußischen Land- tage haben tmrd, wenn er dort, was doch zu erwarten ist, die Kanalvorlage vertreten soll, ist nicht zu bezweifeln, aber die wtzigen Krismgerüchte greifen doch dem Laufe oer zu erwartenden Ereignisse mindestens weit voraus.
Vorläufig weiß noch niemand, wie im Reichstag und un preußischen Landtag der Hase laufen wird. Die ktorberettungen zu den L a n d t a g s w a h l e n werden letzt mit größerer Regsamkeit betrieben, aber von einem wärmeren Eifer und Kampffreudigkeit ist doch nicht Sa Das preußische Dreiklassenwahlrecht,
das „schlechteste aller Wahlgesetze", bringt es mit sich, daß die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung diesem Wahlkampf ziemlich teilnahmslos gegenübersteht Bei
Sachsen' ist die Wahlbe- 2« dresmal verhältnismäßig stark geweseir, aber das «ruhte wmrger auf der Hofsnmrg. eine wesentliche Änderung m der ^risammensetzung des Landtags gu cr- aI§ ^Elmehr auf der weitergehenden Hoffnung, dag die neu gewählte Kammer sich das Verdienst erwerben r-Tr-P* r bm bisherigen rückschrittlichen Wahlrecht gründlich aufzuraumen. Inwieweit diese Hoffnung in Erfüllung gehen wird, das hängt freilich noch von man- ^rler Faktoren ab dm sich heute noch nicht hinreichend bem besten Wege zu einer modernen Deform des Landtagswahlrechtes ist man dagegen in mV} 6 ? ? "P b i! Regierung dem Landtage ein neues Wahlgesetz übermittelt hat, welches zweifellos mit großer Mhrhert zur Annahme gelangen wird.
^ So unklar und zerfahren wie nur möglich ist die Politstche Situation m unserem Nachbarlande Ö st e r - reich-Ungarn. Insbesondere in Ungarn hat die chronische Krisis, einen so bedenklichen Grad erreicht, daß man Zwleithamen darüber allgemach die eigeneii bergessen beginnt. Der gar nicht schlecht bezahlte Posten des ungarischen Ministerpräsidenten ist noch immer vakant,.und es füidet sich keiner, der chn besetzen ^t abgewirtschaftet und Kdloman Ißbll will nicht. Der Notschrei „Ein Königreich für ein Pfmdt erfahrt zetzt in Ungarn die Variation: Ein Könige reich für n, Mlnisterpräsideiiten!
Dem einen sin Ul ist dem andern sin Nachftgall. In Ungarn wird man nur — ungern Ministerpräsident, in England aber i,t der Posten begehrter. Ter Er- Z?A?^^İ.rlain hat jetzt seinen Feldzug ftrr dve Schutzzollpolitik begonnen, der in erster Reihe ein für den Premiermmisterposten ist. Balfour Das ist dm Devise der Chamberlainschen Zoll agitation. Wird, das Kabinett Chamberlain, welches "PP ^beit m der Schutzzollpolitik machen will, das Kabinett der Zukunft in England fein? jedenfalls muß zugegeben werden, daß zur Zeit die
FreihmidleS ^ Estland weit reger arb!eiten als die
^Dijich^st mar [ in England augenblicklich durch mancherlei Sorgen der auswärtigen Politik in Anspruch SEnimen. Dm marokkanische Wolke steht noch immer Wmftv 11 tCr T b°Eti>chen Horizont, und den französischen Ambitionen bringt man an dm Themse keinerlei Zu- neigung entgegen. Wenn nicht alles täuscht, hat liS ?rf ( rLt er JäHvF e \ rn DbEasst kräftig abgewinkt. Und so
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r- R'cht geringere Kopfschmerzen verursacht den Ena lnnderndie Lage tu Ostasten, wo Rn ß la n d den man-
Beottfs^ wtt ^P'm Appetit zu verspeisen im
Begriff ist Da man ,n England den Russen nicht entgegenzutreten wagt, ermahnt man mit desto größerem .fö bw Japaner, sich das Vordringen Rußlands nicht gefallen zu lassen. Es ist immer zuträglicher für me eigenen Finger, sich die Kastanien von andereir aus dem Feuer holen zu lassen. Wenn man der errglischen Presse Glauben fchenken wollte, dann schickte sich ^avan bereits an, den Russen ein „Bis hierher und nichtwLS" zuzurufen Aber es fragt sich doch sehr, ob die schwuen Japaner bereit sind, dein englischen Schlachtruf Folge zu elftem der, da lau et: Hannemann! geh du voran' du hast die größten Stiesel an!"
Deutsches Deich.
s-HEssass
Berlin, 9. Oktober. Heute haben hier die Ber» Handlungen rmt der Schweiz wegen Abschlusses eines neuen Handelsvertrages begonnen.
dw Vor ein paar Tagen brachten wir auch
p Rleldung einer hannoverschen Korrespondenz zum ^wonach der Herzog von Cumberlandes abgw S/SJÄ ^uwn Pilgerzug seiner Getreuen aus Hannover zu empfangen, dre chm aus Anlaß seiner sllbernen Hock- zeit eiii „Landesgeschmk" überreichen wolltm. Diese Mel- dung war rrrrg: es waren bloß, wie jetzt der „Weser- Zeitung beschwichtigend aus Hannover geschrieben wird Unterbringung der angemeldeten 1800
» SVlKHSSSt. SÄ Ü5&% ?
m in di-M «VWi ÄM Z“' L
Ezemplar der eigens zu der sllbernen Hochzeit geprägten Erinnerungsmedaille übersandt werden." Wir lm^!
r \ Fahnenflüchtige vom deutschen Heere. In Deuttcki.
J e semövtig etwa zehntausend Fchnm- gesucht.. Bei,, zahlreichen deutschen Gerichten! Zuae" «n te,C Nuchtliiige Strafverhandlungen int Verurteilung erfolgt in vieleir Fällen auch nl ^outuiiiamain. Tie ungewöhnlich große Zahl der Leute, die sich dem Soldatendienst entziehen, hängt wvbl P r m,t E>en Nachrichten iifier die steten SoldatM-Mß. Handlungen ziisammeii. Das veranlaßt viele vor Zeit^ns Ausland, zu gehen. ^ ' V0V ***
in L^P e - Der am Karfreitag nr Breslau verbotene Vortrag des Predigers Tschirn „Hat Christus überhaupt gelobst?" fmt am Tvniierstagabend im Konzerthause bei ungeheurem Zudrange und endlosem Beifall ungestört stattgefunden,'
P« Wirren in der Türkei.
Kuf der Ltudienreise.
Original-Novelle von Bcrthold Paul Förster.
(7. Fortsetzung.)
< ^ »w, ^gte der Müller und legte die Hand auf ^ aber laß' mich ihn tragen."
. "Ech!" anttvortete sie abweisend ; ließ es aber doch sielfto ^ ba ^ er ,ben ® orb "bnahm und auf die Erde
Sie blickte an „ihm vorüber in den Abendhimmel, und ßuriP 51 .Müllers ruhteii forschend auf chrem bleichen e t m ’, cix&'Itcfj h'ub er an, leise uiid eindringlich:
willst denn nur, Kamilla. Weißt doch, wie's um dich steht, Uiid daß er dich so nimmer haben möcht'."
. ^le wandte den Kopf laiigsam zu ihm herum und sah Mw mst kaltem Blick in die Augen; dann sagte sie ruhig "Nd langsam:
„Und glaubst denn, Ölmüller, daß ich ihn nehmen urd, selbst wenn er mich auch so noch wollt'? Nein, die vchand' tat' ich ihm nimmer an!" troch?^ — Ö ^ er — ivas willst denn eigentlich
„Was ich will?!" fragte sie mit erhob>ener Stimme, M gleich darauf im Flüsterton fortzufahven. „Hörst, vtmuller, wie's,am Wehr dahinteir rauscht?"
Sw erfaßte seinen Arm. sttzörft's doch?!" fmgte sie noch einmal.
. Er stichle ihre Hand abzuschütteln; sein Gesicht war "üfahl geworden.
„Bist närr'sch geworden —" stieß er hervor.
^^„Ein Wurider wär's alleweil nicht", sagte sie und klammerte noch fester seinen Arm.
Eine, Pause trat ein, während er scheu ihren Blicken .§DSUWeichen suchte., Plötzlich jedoch ergriff sie auch mit '«r anderen Hand seinen Arnr und schüttelte ihn.
„Was hast mit der Frau gemacht!" schrie sie entsetzt M ihn ein.
Cr ivollte ihr seinen Arm entreißen, und sie rangen ^teinander in stummer Derziveiflunq. Wie mit eisernen .Pommern schienen ihre schmalen Hände um den musku- I "le« Arm geschmiedet zu sein, i' „Wer sagt's denn?" rief er heiser.
„Die Spatzen auf dem Dach und die Weiber bei'm
Zurucken und und", sie neigte sich dicht zu ihm hinan Herzmlrag?" § ^ von dir unter'm
?.P'Peh'n, Kamilla — es ist ja nicht wahr!"
, „Hast dich m schon verraten; gesteh's, oder ich schrei's in die ganze Welt hinein. Gesteh's — ich will's wissen rief sie nnt lauter zorniger Stimme.
angstvoll Um willen, Kamilla —" bat er
Aber sie rief beständig:
„Gesteh's — gesteh's!"
i° wissen", keuchte er endlich und wischte sich mtt der freien Hand den Schweiß von der Stirn.
. "“12,'*!™} —" sagte sie mit eisiger Ruhe und trat einen schritt zuruck; „aber sprich die Wahrheit'"
»ÄSS SÄ s “ ® cri ® m "' tom
"Rivrmer —" entgeguete sie tonlos.
dem Maler", fuhr er lauenrd fort.
Sie blickte ihn verächtlich an:
„Niemanden — ich schwörst dir! Nrm sprich —" Emen Aiigenolick, schaute er sie prüfend an, und ein Gesicht E"'"der spöttisä-er Zug huschte über sein erhitztes
„Kamilla", begann er dann, ttef aufatmend, „kannst schon ruhig sein, ich Hab' meine Hand nicht an sie gelegt M^gttöst —uber's Wehr — ein Brettl
»Du hastst gewußt!" fiel sie ihm ins Wort.
„Hck! Hab nicht d'ran aedacht — Gott ist mein Zeuae -a ist sie ausrutscht und über's Wehr stürzt" ^
„Und du?" fragte das Mädchen Er kante an seinem dunklen Barte und schwieg.
„Und du? fragte sie noch einmal und griff wieder nach seinem Arnr.
Doch bevor sie ihn erreichen konnte, stürzte der Müller licheü G^wtt ^ ^schlang ihre Kniee mit leidenschaft-
.."M könnt' ihr nimmer helfen, Kamilla", flüsterte er nnt heißer stimme, „ich mußt' au dich denken und nur an dich; da war mir der Arm tote gelähmt, und dann —"
warst^zizSspät ^ i(jrc& Kleides, „dann
Sie batte den Kopf tief herabsinken lassen- ihre Arme
o J 1< r'or^ cr - tn, o?' Dktober. Nach einer Meldung des <^°^^kuMgers aus Sofia hat eine größere türkisch« srupperiabteilung einen bulgarischen Posten bei Karamcitza überfall en. Zwei Mann retteten sich zum
biiigen schlaff am Körper herunter, und ein .dumpfes' schmerzliches Stöhnen eiitrang sich ihrer Brust. *
Stimm? nUd) g ^ n "' murmelte sie mit klangloser
in .aus und schloß sie mit wilder Lust
m £SL?3 w d) ^ nächsten Augenblick schon taumelt« zuruck uiid, fuhr mit der Hand nach seinem Gesichte, Mit beiden „Fausten hatte sie ihn von sich gestoßen- dann
K? vöm^WnS" traben, welcher die Land-
lnLs , m 0,1 "*
aber"^lle?blwb S raHa! " rie t er bittend hinterdrein; rorr a » ^ P tG r üill — nur das ferne Rauschen des Wassers hallte durch die abendliche Sülle.
smxfv* 60 Augenblick schien er zu überlegen, ob er dem £ doch Uiußte die Nutzlosigkett
, <ersuckw wohl einsehen. Langsam hob er dt'n ai,f den Rücken, und bald darauf lwrte ick dIST? mäßige Ausstößen des Rechens in der Ferne verhallen.
"icht; er hatte doch einen anderen Weg emgeschlagen. ^Der Abend wurde kAst, und dunkles (A wolk zog am Himmel herauf; mich fröstelte und fmm
S ich dmt Lngt^^ 3UrM - toar bereits finster
sra „/:^. mm 5 n Sie endlich. Sie Nachtschwärmer" rief mir
vnd w^ckSP^' rnühsam die Treppe hi'naufstieg nno leuchtete mir mit einem offenen Lickte
h-b° ,«,,l chic ,m>g a°Ä ,ZP' -« Er ging, ohne meine Antwort abiuwr>rf<m u
WfJÄÄ «*"'SS
»Nun sagen Sie 'mal. Beraer _" i«.
!; n !Sr Cr j id ! wlber und fuhr erstaunt flrt-^N
zum Teufel, wie sehen Sie aus?!" ' "Er,
f , 'S, es ist nichts", eittgegnete ich, „ein tvenio Ohm chmerz, ich habe wohl zu lange aearbeitet." ^ '
, »Z"/ange gearbeitet?" fragte er und lachte. Run
Horen Sie mal, wenn Sie das arbeiten nennen was Sie hente nachmittag geleistet haben, dann möchte ich dock wissen wie der Ihnen eigentlich die Faulheit aistseb.»,, MUßtej Sie haben die Farben w» ___ _
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Sie haben die Farben ja tmm ZStjP
