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Verlag: Langgaffe 27.
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469. Berlaas-Ferusprecher No. 2988
Morgen ■Ausgabe«
Aorm-rstag, den 8. Oütodrr.
}m Küplkel der MohnilWsrW.
Von Do. Ottq Gotthilf.
.. „Trautes Heim. Glück allein!"
r ., Em gemütliches. behagliches Wohnen ist ein wesent- Kches FordernngArmttÄ des geistigen und körperlichen ^ Wohnung ist das erste, das Ur- Maschen, sie rst ihm nötiger als Kleidung, noch Stämme in Afrika, Australien na S- ?l Erika, welche zwar ganz oder fast ganz ohne Bekleidung, chr Leben verbringen, dagegen stets » HEen besitzen. Das sind aber wahre LUen die Mietskasernen, gegen die Zins- pserche unslwer Großstädte. In diesen können sich die ..Mieter nie heumsch, me behaglich fühlen; daher die er- schunüch geringe Seßhaftigkeit namentlich der „kleinen f® ' fuhren eine Art zivilisierten Nomadenlebens. K™ emfatten tn den ärmeren Stadtteilen aus je ^000 Wohnungen mhrlich 662 Umzüge! 1 1
schlechte Wohnungen untergraben die Gesundheit ganz bedeutend. Die, Kriegsfurie fordert nur alle paar Jahrzehnte einmal größere Menschenopfer, aber das von ^ zu Jahr gleichmäßig unauchörlich
Städten dahinschleichende Wohnung^
Im^rrl m b l e M r '!f ö 'K Te toett Ehr. Namentlich in A?^°Znungen haust es unheimlich, denn d-e Stockwerkshohe hat einen bedeutenden Einfluß aus die Sterblichkeit der Bewohner. Nach den statistisch Erhebungen von Professor Richard Böckh starben z. B in Berlin von 1000 Bewohnern
des Kellers . . ^ 31 i
des Erdgeschosses . . , ' ' 20,4
des I. Stocks ...... 18,4
des II., leo
5 . ~ TTT " k * * S « * lo,ö
des III. M w -jg
sirrf ti bc§ *- V ‘ " uud höher * * 21,4
151° A tnT Mten Stock (eine Treppe hoch) die Sterblich, kert am geringsten, mmmt dann nach oben und untm zu, ist aber m den obersten Stockwerken noch etwas größer als m dm Kellerwohnungen. Läßt man dagegen bei der Berechnung die kleinen Kinder, welche besonders ü! den Dachwohnungen rm Sommer an Berdauunasleideii m großer Menge sterben, außer acht, so erweisen sich am meisten gesimdheitschädlich die Kellerwohnungen Es be>
E-Iv !>°s Durch.
LeuiUrton.
Vollblut.
Don vr. Kurt Rudolf Kreuschuer.
hr* ^5" Wtt Vollblutpferden die Rede ist, so versteht Ochmann darunter nicht etwa, wie vielfach in Laten- vrr^Zeglaubt wird, das arabische Pferd, das die edelste rpnv- ,Cl öer uns bekannten Pferderaffen r,»^Ä^^brt. Der edle Araber ist zwar, wie bekannt, «a . ai ? ntwt * er unseres heutigen europäischen, oder rich- aö rr' Mglischen Vollblutpferdes, aber heute für ^^i-lsutauffrischung unserer Pferderaffen nur von neben- ,achticher Bedeutung. Gerade die edelsten dieser Tiere, die t Hochplateaus Mittelarabiens gezüchtet werden mro über viele Hunderte von Jahren zurückrcichende ^ammbaume besitzen, kommen nicht in den Handel, während selbst die besten von den Arabern Palästinas, «yrrens und Ägyptens feilgebotenen Pferde hinter dem gliichen Vollblut sowohl an Größe, wie auch an Akkli- matisatwnssähigkeit, Leistungen und Stärke bedeutend zurückstehen. Der Ausdruck „Vollblut" ist daher in den loigenden Ausführungen stets gleichbedeutend mit „eng- nfchem Vollblut, das für die Veredelungszucht aller Zander heute von so großer Wichtigkeit ist, daß alle an- oeren Raffen daneben nicht in Betracht kommen.
Als echtes Vollblutpferd gilt hergcbrachtermaßen bloß ^lvjenige, dessen Stammbaum ohne Beimischung fremden Mutes auf väterlicher und mütterlicher Seite nur standes- «emaß gepaarte Ahnen enthält, die ihre reine Abkunft auf für englischen Vollblutverzeichnis (stud-book) eingc- «öflene Pferde zurückführen. Die Abstammung dieser "rahnen der heutigen Vollblutpferde ist jedoch nicht ganz lückenlos festgestellt. Schon 4m Anfang des 17. $afjr= Hunderts hatte man nämlich aus dem Orient edle Hengste Sur Zucht importiert und Karl II. ließ von eben daher auch Stuten einführen. Aus diesen, sowie aus einheinn- lchcn Landstnten ging schon damals ein Stamm einheimi- 4 ^ Laudpferde hervor, der ganz vorzügliche Eigenschaften aufwies, und sich besonders durch Kraft und Ausbauer auszetchnete. Itber die Herkunft der importierten Stuten herrscht nicht die wünschenswerte Klarheit. Einige scheinen ans Marokko, andere ans der Türket gekommen »u sein. Die meisten stammen jedoch ivahrscheiiitich aus
in den Kellerwohnungen 39 Jahre 41 Monate
rm Erdgeschoß . . . 42 „ 3 „
urt I. und II. Stock . . 44 „ 2
im III. und IV. Stock 42 „ 2
Darnach sterben mit Ausschluß der Kinder unter 5 Jahren dw Bewohner der Keller durchschnittlich fünf Jahre früher .ersten und zweiten Stock! Und dabei waren m Berlin rn den 90er Jahren über 28 000 Kellerwohnungen vorhanden ; sie wurden bewohnt von 118 000 k k Fünfzehntel der Berliner Bevölkerung hauste rn Kellern! ^n Altona befanden sich in 100 be> wohnten Gebäuden 55 Kellerwohnungen, in Bremen 31 Überhaupt mögen dw Stadtväter anderer Städte sich nicht 'bekreuzigen und sprechen: „Gott ser Dank, daß es bei uns nicht aussieht wie in Berlin!" gleitet nur mal einen Tag lang den Armenarzt und r Werdet auch m eurer Stadt unglaublich, Trauriges erleben. In dieser Abhandlung aber konnten des RMrmes wegen natürlich nicht mehrere städtische Sta- tlstiken verwendet werden.
Ust ungünstige Einfluß der Kellerwohnungen aus dre Lebensdauer ist hauptsächlich begründet in der ganz unzureichenden Zufuhr von Lust und Licht. Wo es an diesen beiden Lebenselenreiiten mangelt, tritt Feuch- t-gEt ein, welche zu Erkältungen führt, stellen sich Pilz, l U h bre 2U Krankheitsherden werdeii. Lust- und Lichtlosigkeit erzeugt namentlich bei jug.endlichen und widerstandslos«! Personen, zunächst blasses Ausfchen
und Blutarmut, später oft Bleichstlcht, Skrostilofe und Schwindsuchtsanlaae. Das v a^chstumaßig im letzten Jahre bewiesen wordm durch dw Kontrolleure der Berliner Ortskwmkenkassen Elche den Zustand der Wohnungen, in denen dw an Tnberkulvse Krankgeineldeten sich befanden, geprüst haben; das reichhaltige Material darüber ist erstmalig 0 ^,.^I^^3Z,.^^ralversammlimg des „Deutschen Zeiitraltomitees für Tuberkulosebekämpfung" per-
lE«-z-hl iw'knmrtS!
lumm aus Im Sommer wird durch die Sonnenbe- trahlung des Daches die Lust der Zimmer bis zur Back- cheuhitze erhohch Die Milch für die kleinen Kin^r dw Speisen, für die anderen Familienmitglieder gehen'sehr chnall in Zersetzung über und üben ihre derderblicke !^Eng ouf die Derdauungsorgane aus. Mcht einmal arr rSr ^ "J diesen Schwitzkasten eine erfrischemde Abkühlung ein. Daher sinkt bei ihren Bewohnern die
Rebaktions-Ferniprecher N«. 82 . 1993.
Energie, die Leistungsfähigkeit und Widechandskrast gegen, Krankheiten. 1
Die winterlichen Wärmeverhältnisse führeii iiifolae 'v. ^E^EU Heizbarkeit der Dachwohnungen wieder leicht zu Erkaltungen und deren üblen Folgeii. Dazu kommt noch, daß die schlechte verbrauchte Lust ans allen unteren Stockwerken in den.(im Winter geschlosseiieii) Ee durch Lustabzugskanäle nach den Man- sarden steigt und dort eine wahre Schachtellust erzmät acht zu lassen ist auch bei sehr hohen ^oße Körperanstrengung beim ^^-^Ngen von Lasten, welche für schwächliche Personen, für Gwiesende und jüngere ver-- nuÄ^Z.^/ine mcht unbedenkliche Über-anstrengung doch neuerdings Oberstabsarzt Dr. Georg ffefl (Breslau) durch Tausende von vergleich-enden Untersuchungen an Soldaten nachgewiesen, daß die Be- ^Huerder oberen Stockweck der Kasemen
Steren tn der Zunahme an Körpergewicht durchgchends zurückbleibsn. "
tue hauptsächlichsten Ursachen der hohen Sterblichkeit m den Keller- und Dachwohnungen. Aller- "mß man auch noch andere Umstände berücki Die ärmeren Bewohner pflegen in der kalten ^mhreszeit aus Sparsamkeltsrücksichten fast gar nicht die Fenster zu offnen was gerade bei den im Verhältnis zn den anderen Sockwerken viel niedrigeren und engerm
Kopfzahl der Insassen um so notwendiger ist. Erreicht doch die Zahl der Bew^^ m kleirwn Woh nungen oft eine unglaubliche Höhe So
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Ungarn, wo unter -er hun-ertml-flinfziajäbrtaen Turkenherrschaft aus -er Vermischung -er von -en Os- manen ins Lan- gebrachten orientalischen Pfer-e mit -en ebenfalls aus Asien stammenden Pferden -!r Mamaren ausgezeichnete Raffen entstanden waren.
Die eigentliche Vollblutzucht begann in erst, nachdem drei hochberühmte Pferde ins Land gebracht waren, die die Stammväter des gesamten englischen Vollbluts geworden sind. Der erste dieser Senaitc war der „Sham" oder „Godolphin", ein Be^mpstrd oav nach mancherlei Fährnissen und seltsamen Schicksalen
Traiikreich in die Zuchtanstalt des Lords Godolphin gelangte, -rer zweite war der „Turc", ein Henast der im Jahre 1688 vor Wien erbeutet wurde, als das christliche Entsatzheer die Kaiserstadt aus der Not der türkisch n Belagerung durch Kara Muflaphas Scharen befreiw. und spater rn den Besitz des englischen Kapitäns Veyerlen ubergmg. Der dritte und beste endlich ivar Darleos „Arabian , angeblich ein echter Nedschedhengst aus b«n inneren Arabien, der im Anfang -7s Ezehnten Jab^ yunöerts nach England gebracht wurde und für alle Zeiten als der König der Pferde angesehen wird. Wie hoch die Bedeutung dieses ausgezeichneten Tieres noch heute für die gesamte Vollblutzucht geschätzt nürd gebt airs enier Bemerkung in Graf WrangelS nnistergültigem "” om P(«rde hervor, wonach die besten Eigen- schäften der heutigen Vollblutpferde auf ihre Abstam- wr” 0 gerade diesem Hengste zurückgeführt werden, dessen Blut in fast allen englischen Vollblutpferden der ^Eaenwart sortlebt, während die Nachkommen des Turc und Godolphin ihre hervorragendsten Eigenschaften nur durch Kreuzung mit den Epigonen des Arabian gewonnen yaoen sollen.
W.^Erentnnckelung der Rasse, die aus der Vermischung dieser drei Hengste mit den vorzüglichsten, schon Stuten entstand, ist der glänzendste Beweis dafür, wie wert ein konsequentes Streben nach bestimmten Zuchtzrelen von Erfolg begleitet und imstande 1'*» o e ” nn l*F utenf> feststehenden Typus eines Tieres nach den Bedurfmffcn des Menschen umzuändern. Indem man durch fortgesetzte Inzucht und Auswahl derjenigen Tiere zur FortpflanzWg, die die für die Schnelligkeit und Ausdauer wichtigsten Organe in bester Entivickelimg besaßen auf d,e Hausung bestimmter Eigenschaften hinarbcitetc' züchtete man im Laufe von zwei Jahrhunderten ein Pferd,'
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E etwa nur Fatmlienmitglieder, sondern in 1758 dick? Einzimmerwohnungen befanden sch noch frem^> lenke. Dwse Ziffem bedeuten nichts ande^aM'' Rum der Dolksgesundheit, der Sittlichkeit intd'dch Zü^
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3)er Prüfstein seiner Leistunasfüliiakeii m s sorgfältig trainierte Pferd das Wettrennen. Bekanntlich
