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“*—a, sowie für alle übrigen örtlichen .

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Montag. 13. September 1915. Kbend -KU§g<tbE. _ Hr. 426. . 63. Jahrgang.

Der Krieg.

Die Sahnlinie Wilna - Oünaburg - St. Petersburg an mehreren Stellen erreicht!

Ein neuer Luftangriff auf England» der vierte in 6 Tagen.—wesentliche Zart schritte der Armeen kfindenburg. — Die Verfolgung im Njemenbogen. — Ueber 3300 Gefangene im Selwiankaabfchnitt. — Rückzug der Russen gegenüber der Armee des Prinzen Leopold. — Die Verfolgung der Russen auf pinsk. — Abgewiesene russische Angriffe bei Tarnopol.

Der Tagesbericht vom 13. September.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 13. Sept.

(Amtlich.)

westlicher Rriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Ein feindliches Flugzeug wurde bei C o u r t r a i, ein zweites über dem Walde von Montvaucon (nordwestlich Berdun) abgeschossen. Die Insassen des rrstercn sind gefangen, die des anderen tot.

In letzter Nacht wurde ein Luftangriff auf die Befesti­gungen von Southend durchgesührt.

(Vestlicher Rriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.

Auf dem linken Ufer der D ü n a, zwischen Friedrich- stadt und Jakobstadt ist der Feind aus mehreren Stellungen geworfen. Weiter südlich wich er aus. Die folgenden deutschen Spitzen erreichten die Straße Eckengrafen (30 Kilometer südwestlich von Jakob-, st a d t - R a k i s ch k i). Auch zwischen der Straße K u p i s ch k i- D üna,bur g unterhalb Wilna ist die Vorbewegung in flottem Gange. Die Bahnlinie Wilna-Dünaburg-St. Peters­burg wurde an mehreren Stellen erreicht.

Im Njemenbogen östlich von Grodno blieb die Ver­folgung im Fluß.

An der unteren Zclwianka sind mehrere starke Gegenstöße des Feindes abgeschlagen.

Es wurden gestern über 3360 Gefangene, 1 Geschütz und 2 Maschinengewehre cingebracht.

Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls

Prinz Leopold von Bayern.

Der Feind ist im ü ck z u g. Es wird dicht auf gefolgt.

Über 1666 Russen wurden zu Gefangenen gemacht.

Heeresgruppe des Generaifelömarschallr von Mackensen.

Der Widerstand des Gegners ist auf der ganzen Front gebrochen. Die Verfolgung in Richtung auf P i» s k ist im Gange.

Südöstlicher Rriegsschauplatz.

Die deutschen Truppen haben gestern westlich und süd­westlich von Tarnopol mehrere starke feindliche Angriffe blutig abgewiesen und dabei einige hundert Gefangene gemacht. In der Nacht wurde eine g ü n st i g e Stellung (einige Kilometer westlich der bisherigen gelegen), unge­hindert vom Gegner, eingenommen.

Oberste Heeresleitung.

Von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Petersburg im Verteidigungszustand.

Berlin, 13. Sept. (Zens. Bln.) Wie verschiedene Mor­genblätter berichten, meldet der „Temps" aus Petersburg, daß in dieser Stadt.und im Hafen alle Maßnahmen getroffen seien, um die Stadt in Verteidigungszustand zu setzen. Wäh­rend der Nacht fei jeglicher Verkehr untersagt. Längs der Küste würden schwere Geschütze ausgestellt, ebenso auf den Höhen, die den Hafen beherrschen.

Ruhki der tatsächliche Oberbefehlshaber?

Berlin, 13. Sept. (Zens. Bln.) Nach der „Deutschen Tagesztg." enthält „Az Eft" ein Petersburger Telegramm, demzufolge der Kaiser den General Rutzki zu feinem General­adjutanten ernannt habe. Man gehe daher in der Ansicht nicht fehl, daß Rutzki der tatsächliche Oberbefehls­haber der russischen Armee sei.

Ver ungeheure Rriegsschaden auf russischem Boden.

Berlin, 13. Sept. (Zens. Bln.) Nach einer Meldung bersch irdener Morgenblätter ist in Wiener Blättern eine Meldung aus Petersburg enthalten, derzufolge der russische Finar^minister Bark in der Duma den durch den Krieg aus russischem Boden angerichteten Schaden auf acht Milliar­den Rubel beziffert habe, lvozu noch die Kosten sür die gewaltsame Entfernung der Bevölkerung kämen.

Die ernsthafte Gegenoffensive der Ruffen am Sereth:

Berlin, 18. Sept. (Zens. Bln.) Der Widerstand der Russen am Sereth hat, wie das „B. T." meldet, einen sehr ernsten Charakter angenommen und er ist wahrscheinlich aus einen Befehl der Obersten Heeresleitung zurückzusühren, die letzte Verteidigungsstellung auf g a l'i z i s ch e m B o d e n unter allen Umständen zu halten. Die Kühnbeit der russischen Gegenoffensive sei um so grösser, als die Sereth- Stellung an beiden Flanken bereits d u r ch brachen und umgangen wurde. — Im „B. L.-A." wird über die russische Verteidigung am Sereth berichtet: Das unverhält­nismäßig rasche Vordringen der Truppen der Verbündeten nach Dubno und in die Stubiel-Niedevung, also ziemlich nahe an Rowno, den letzten östlichen Hort russischer Kraft, konnte nichts anders als den Gegner zu verzwei­feltstem Widerstand in jenem Gebiete zwingen, in welchem seiner Berechnung nach alsbald bedeutende Ver­stärkungen aus dem Festungsdreieck angesprochen und hierdurch dies letztere Gebiet entsprechend entlastet werden müsse. Das erfolgreiche Vordringen unserer Truppen würde demgemäß anfgehalten werden. Zu diesem Zweck seien auf der ganzen Linie zwischen Trombowla und Czortkow, hauptsächlich aber westlich dieser beiden Städte, zwischen dem Serethlauf und der Chaussee Strusow-Buczacz, sehr große Verstärkungen des Gegners eingetrosfen, die bis­her noch nicht abgeschlossene Kämpfe zur Folge hatten. — In der „Köln. Ztg." heißt es zu den Kämpfen der österreichisch-ungarischen-deutschen Truppen am Sereth: Die

kraftvolle Entschiedenheit, mit welcher die Truppen der Ver­bündeten der mit großer Überzahl austretenden feind­lichen Macht entgegentveten und die günstige Entwicklung der Kämpfe im wolhynischen Gebiet berechtigen zu der Erwartung, daß die dortige russische Gegenoffensive bald zum Stillstand kommen wird.

Die franzjösische Presse über die Kämpfe bei Tarnopol.

W. T.-B. Paris, 13. Sept. (Nichtamtlich. Drahibericht.) Die Blätter sehen in dem russischen Erfolg bei Tarnopol einen großen Sieg, welcher die Periode der Niederlage be­enden werde und eine baldige Änderung der Lage an der Ostfront erhoffen lasse. Nur der „Temps" ist in seinen Be­trachtungen vorsichtiger. Er erklärt, daß die Russen trotz des Erfolges bei Trembola gezwungen sein würden, den Sereth zu verlassen und sich weiter ostwärts zurückzuziehen, falls die Armeen der Verbündeten die bei Dubno und Kramenetz da­von getragenen Erfolge ausnützen, was ihnen gestatten würde, Tarnopol von Norden zu umfassen.

Der abgesetzte Nicolai und bis Duma. »

Br. Stockholm, 12. Sept. (Erg. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der „L.-A." meldet: Über die politischen Ursachen der Absetzung des Großfürsten Nikolai werden jetzt nähere Einzelheiten bekannt: Der Großfürst, versuchte hartnäckigen Widerstand, als die liberale Umformung begann. Auf ihn persönlich sind vor allem die Bestrebungen zur Bildung des schtvarzen Blocks zurück,zusühren, der die reaktionären Kräfte sam­melte. Es ist kein Geheimnis, daß der GroWirst neuer­dings einen Schritt gegen die Duma plante. Noch wenige Tage vor seiner Wsetzung veröffentlichte sein Blatt, die Petersburger „Wjodamosti", einen Aufruf gegen die „geschwätzige Duma", der ungeheures Aus­sehen verursachte. Eine Verschwörung gegen das Leben des Großfürsten wird bezeichnenderweise erst jetzt nach seiner Wsetzung aufgodeckt. Die Polizei nahm 50 Ver­haftungen vor.

Die Atlentatspläne gegen den Grotzfürsten ein »»werk der deutschen Regierung".

8. Berlin, 13. Sept. (Erg. Meldung. Zens. Bln.) Russische Blätter wissen, wie schon kurz angedeutet, von angeblichen Attentatsplänen gegen den Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch zu melden. Die „Nowoje Wremja" bringt es fertig, zu be­haupten, es sei erwiesen, daß die deutsche Regierung bei diesem Attentat die Hand im Spiele gehabt hckbe. Es bedarf kaum der Versicherung, daß auch diese, ganz der Art und dem Gedankengang der russischen Presse entsprechende Behauptung eine völlig grundlose Verleumdung ist. Derlei Machenschaften sind russische, nicht deutsche Metwoden.

Die bevorstehende Liberalisierung des russischen Rabinetts.

W. T.-B. London, 12. Sept. (Nichtamtlich.) „Morning Post" meldet aus Petersburg: Man macht gegenwärtig große Anstrengungen, dem Ministerium Goremykin eine andere Zusammensetzung zu geben, und es von den reaktivnären Elementen gänzlich zu befreien. Eine neue Partei ist unter der Benennung „Reformpartci" gegründet worden, die in der Duma uud dem Reichsrat die Majorität besitzt. Diese Partei hat bereits einen derartigen Einfluß, daß das Ministerium fünf seiner Mitglieder ausgewählt hat, um mit den Leitern der Partei zu verhandeln. Wenn die Reform­partei ihre Wünsche durchsetzt, wird Goremykin als Minister­präsident durch Kriwoschein ersetzt werden. Ssasonow soll Minister des Äußern bleiben, der Vorsteher der Semstwo- vereinigung, Fürst A w o w, Minister des Innern, der Bürger­meister von Moskau, Knowolow,.Handslsminister, und Schingarew Kinanzmimster werden.

Ein russischer Diplomat für die Autonomie Finnlands und Aufhebung der Judengesetzgcbung.

Br. Kopenhagen, 11. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.) Die Meldung des ehemaligen russischen Gesandten in Tokio, Baron Rosen, der offen aussprach, daß die Sympachie der Neutralen für die Alliierten durch das mitieltalterliche und despotische Regiment Rußlands beeinträchtigt werde, findet in der russischen Presse und Gesellschaft weitesten Widerhall. Baron Rosen fordert sofortige Wiederherstellung der sinn-, ländischen Autonomie und die Aushebung. der schmachvollen Judengesetzgebung.

Die österreichische Militärverwaltung in 1 - Russisch-Polen.

W. T.-B. Wien, 12. Sept. (Nichtamtlich.) Aus denk Kriogspresseg'uartier wird gemeldet: Die obersten Beamten der Militärverwaltung Russisch-Polens sind nunmehr durch allerhöchste Entschließung bestellt worden. Ernannt wurden zum Generalgouverneur bei gleib^eitiger Ver­leihung der Würde eines Geheimen Rates Generalmajor Erich fsrhr v. Diller, zum Stellvertreter des Geueralgonver- neurs Generalmajor Karl Lustig von Praenfeld, zum Generalstabschef des Generalgouverneurs Oberstleutnant Artur Hausner und zum leitenden Zivil-Landeskommissar Statthaltereirat Georg Graf Wedzicki von Granow.

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Die scharfe Sprache eins ruffischen Blattes gegen Serbien.

W. T.-B. Petersburg, 12. Sept. (Nichtamtlich.) Der „Rjetsch" verteidigte den Standpunkt Bulgarien, das die Revision des B^u k a r e st e r Vertrags mit Recht der- lange. Das Blatt fordert, daß die VierverbandSmächte Ser - bien ein Ultimatum überreichen sollten, die geforderten Provinzen an Bulgarien auszuliefern. „Rjetsch" hakt die ser- bische Antwort für eine Verhöhnnn-g der Verkrü-n- beten. _________

ver Krieg gegen England.

Unsere U»Boote an der Arbeit.

W. T.-B. London, 13. Sept. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Nach einer Lloydmeldnng wurde der Dampfer „Astzmvre" (2519 Bruttotonnen) versenkt. Bier Mann der Besatz«»« werden vermißt, die übrigen sind gerettet.

Die Wirksamkeit der dentschen Unterseeboote an der französischen Westküsten

IV. T.-B. Paris, 13. Sept. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die Versenkung französischer Schiffe durch deutsche Unterseeboote an den Küsten Frankreichs hat in Marseille! große Erregung hervorgerufen. Der „SDetnpS" erMrt, die Torpedierungen, die von den ffterreichisch-wngarrschen und deutschen Unterseebooten im Ozean und im Golf von Bisccchq ausgeführt wurden, beweisen, daß die Unterseeboote die eng­lischen Gewässer infolge wirksamer Verfolgung durch englische Schisse verlassen mußten. Der Tätigkeit der deut­schen Unterseeboote in den so weit von ihrer Basis entfernten Meeren sei eine gewisse moralische Wirkung wicht abzusprechen.

Auch eine Folge der Lnstschiffau griffe , auf Eu«knck.

Berlin, 12. Sept. (Zens. Mn.) Das „HamburgewFrem- denblatt" meldet aus Rotterdam: Nach einer Meldung der „Times" haben die letzten deutschen Lustschiffangrisffe auf die englische Ostküste zu einem Sturm aus die Versicherungs­gesellschaften geführt.

W. T.-B. London, 12. Sept. (Nichtamtlich.) „Daily News" meldet, daß die Städte an der Ostküste, die durchdas Ausbleiben der Ferienbesucher infolge der deutschen Lustraids leiden, an die Königin Mary ein Ersuchen richteten, um Unterstützungen aus Wohktätigkeitsfonds zu er­halten.

Die beunruhigende Steigerung der englischen Rriegskosten.

W. T.-B. London, 12. Sept. (Nichtamtlich.) Die „Times" schreibt in einem Leitartikel über das kommende Budget: Die täglichen Kriegsausgäben sind in ziemlich beunruhigender Weise gestiegen. Wir zweifeln, ob sich die Nation und das Parlament die gegenwärtige Lage deutlich gemacht haben. Mac Kenna konnte, als er am 21. Juni die Kriegsanleihe bekanntgab, sagen, daß die bisherigen Anleihen samt den Einkünften mit den Ausgaben seit dem 1. April balancierten. Die täglichen Kosten betrugen etwa 3 y 2 Millionen, aber seitdem stiegen die Ausgaben in einer Weise, die unge­nügend bemerkt wurde. Die Ausgaben betrugen in der Zeit vom 20. Juni bis zum 4. September gegen 530 Millionen, also täglich 6% Millionen Pfund Sterling. Dieser Betrag schließt freilich die Rückzahlung von 160 Millionen an di« Bank von England ein. Aber wenn man diese Summe ab­zieht, bleiben tägliche Kriegskosten im Betrage von! 4% Millionen, während die täglichen Staatseinkünfte 756000 Pfund Sterling ausmachen. Wenn dieses Tempo andauert, werden die Jahresausgaben sich auf über 1500 Millionen Pfund Sterling belaufen, die Einkünfte betragen bei der jetzigen Steuergrundlage 270 Millionen. Die bisherigen An­leihen betragen 900 Millionen, so daß ein beträchüiches Defizit bleibt. Von der neue« KrtsgHalckeihe wrrderr be­reits 462 Willmneu ausgcgeben.

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