flbend-flusgabe.
WIWaflWr nl JJolitirdjcs m Italien.
^Schwere Stürme hat das Königreich jenseits der Alpen rn den letzten Jahrzehnten durchmachen müssen. <>berdre LÄmskraft dieses Landes und Volkes schünt E" Ä' E^ill man nach einem sichtbaren llusdruck für dre Regenerationsfähigkeit Italiens suchm. io srnoet man rhn IN der überraschenden Besseruna der Engen Finanzen^ in den wachsenden Überschüssen des Staatshaushaltes. rm erfreulichen Steigen desLirakurses Also mntz , es mit dem Wirtschaftsleben Italiens doch wohl anftvarts und vorwärts gehen trotz der drückenden Steuerlast, trotz der enormen Auswanderung, trotz der MM" politischen Kämpfe, auch trotz des unleugbaren WacWtums der Sozialdemokratie. Wie sehr es in und mrt Italien aber vorwärtsgeht, vor allem, warum Land und nation trotz gelegentlicher Schwankungen die Quelle erneuter Kräftigung in dem unerschöpflichen Reichtum des Bodens finden, davon bekommt man eineii leftr- mcgert und sehr wohltuenden Eindruck aus einer Dar- stellung, deren Verfasser wegen seines Namens und ferner Stellung besondere Beachtung verdient. Es ist der vormalige Präsident im Reichsversicherungsamt, Bödiker einigen Monaten in der Staatswissenschafllich^^ Gesellschaft zu Berlin erneu Bericht über seine italienische Reife «stattet hat und jetzt seine Aufzeichnungen in den Lf^Nchen Jahrbüchern" veröffentlicht. Man liest die W^Eng mit dem Vertrauen, daß ein so sachkundiger Beobachter dem seine soziale Stellung überdies so manchen tieferen Einblick gestatten konnte, uns gut und stcher zu fuhren wissen wird.
Bödiker hebt das schnelle Wachstum der italienischen Bevölkerung her-vor. , In Frankreich beträgt die Be- volkerungszunahme nicht soviel Promille wie in Italien Dozent Mp der ,Zeitpunkt scheint nicht fern zu sein, in dem ^talim die Einwohnerzahl Frankreichs, die im Jahre 1896 (ortsanwesende Bevölkerung) 38ist und 5 Jahre jt)Qter 38 i/ 2 Millionen betrug, erreicbt haben wirch um danach Frankreich zu überflügeln. Welche ernste Sorge dt^e altbekannte Erscheinung den Franzosen selbst macht.
K bekannt. Der Uberschuß der Geburten über die Todes- folle bewegt sich in den letzten Jahren in Italien zwischen K°°0° u"d 400 000 Mrlich , (in Deutschland zwischen 7o0 000 und 850 000); in Frankreich zwischen — 2a 000 und + 100 000; seit 1871 hat in Fr ankreich
Kuf der Studienreise.
Original-Novelle von Berthold Paul Förster,
(2. Fortsetzung.)
®r saß eine Weile stumm neben mir; dann fuhr er F",*? stachen Hand über seine Augen und strich das dunkelblonde Haar aus der Stirn.
„Was soll nun mit ihr werden?" fragte er und blickte noch dem Hofe hinüber.
„Wir wollen uns danach erkundigen, lieber Freund". fWgegnete ich. „Die Ölmüllerin in Wiesenthal wird jedenfalls heute noch benachrichtigt werden, und man ronnte Änmal ein verständiges Wort mit ihr reden, wenn es wirklich nötig sein sollte."
Er sah mich groß und fragend an, sagte aber nichts.
. 3.°$ am Nachmittage erfuhr ich. daß die Ölmüllerin m Wlesinthal bei der Nachricht von dem so schnellen Tode Mer Verwandten , voll Teilnahme für Kamilla gewesen 1«t und sofort erklärte habe, das Mädchen zu sich nchmen -u wollen. Als ich Walther hiervon Mitteilung machte, iah er mich wieder mit jenem großen, fragenden Blick an und schwieg.
Wir saßen am Abend noch lange beieinander, aber die Unterhaltung war einsilbig und trübe; endlich trennten chfp uns und suchten unsere Ziminer auf. Ich konnte aber nicht schlafen und log wachend im Bette; das Geschick unserer kleinen Freundin wollte mich nicht einschlafen lassen. Auch an Walther mußte ich denken. Es mochte llegen Mitternacht sein, der Helle Mondschein fiel durch aas Fenster an die gegenüberliegende Wand — da wurde Este und vorsichtig an meine Türe geklopft. Auf meine Frage, wer draußen sei. trat Walther in das Zimmer; br war noch in vollem Anzuge.
«Habe ich Sie geweckt. Berger?" fragte er.
„Nein, nein", entgegneto ich, „kommen Sie nur; ich konnte nicht schlafen und wachte noch."
M Ml der Todesfälle rn fünf verschiedenen Jahren die der Geburten ubertroffen, obgleich die Sterblichkeit in Frankreich niedrig ist: 20—22 pro 1000.
Was Italien fehlt, sind bekanntlich Kohle und Eisen, dagegen ist es reich an Wasserkräften und mit Hülfe der Eletirizitat fangen diese Wasserkräfte an, die Kohle zu ^ ux Beleuchtung der Städte und zum Betriebe städtischer Bahnen oder auch großer Verkehrs- Vollbahnen. sondern auch zum Betriebe von Fabriken. Die Wasserkräfte, und die billigeren Löhne lassen .den italienischen Fabrikanten iinmer mehr Terrain erobern Go ist es eine Tatsache, daß die linksrheinischen Baum- wollen-Buntweber mehr und mehr bon der italienischen Ä cr et ? .s"?amerikanischen Markt zu leiden haben. Me Wasserkräfte sind Tag und Nacht tätig und
Die erste Enzyklika Pius' X.
kos^i keine Kohlen.
™ f ^<stiens ist gegenüber- seinem Import
^otrerde, Baumwolle und Wolle, Kohlen und Ersen, Maschinen und Bauholz beträchtlich. Schon allein die EsUhr an seide, roh und gezwirnt, wiegt den Wert an ^hle und Eisen um das Doppelte auf M0 000 000 Lire i I. 1901): die Ausfuhr an Wein, Olivenöl. Eiern, Flachs. Hanf. Rers deckt die Einfuhr an Getreide; die Ausfuhr von Seidenwaren. Schwefel (roh und rafflmert) halt der Einfuhr von Maschinen und Bauholz die Wage (nach den Zahlen von 1901) Was aber m den Exportzahlen zum Teil garnicht. zum Teil schwerlich voll erscheint und doch nach Mllionen zählt, dabei haichtsachlich Arbeitslohn repräsentiert, sind die vielerlei Kirnst, und Kunstindustriesachen, die von den Hunderttausenden von Fremden jahraus jahrein mit in die Heimat genommen werden. Gegen bares Geld werden all die, Sachen und Sächelchen gekauft, ganze Straßen
Auslärwer" ^ nur dew Verkauf an
Ae Ersparnisse der auswärts ihr Brot erwerbenden ^kbeiter werden nicht wenig zu dem llm-
129 J aT Ä bsig°1ragen haben,
unrn V w, - 1903 ) notiert die italienische Rente lick^ daß sie noch nicht höher steht, kommt ledig- Uch daher, daß die Konversion bereits in Sicht ist. eine Maßregel, von der man sich für die nächsten Jahre eine Erhohiing des Budgetüberschusses crttf jährlich hundert Millionen verspricht. jedenfalls eine erfreuliche Aussicht
SSm er mfeVem mb mfmv Suche nach neuen
Alles in allem ein erfreulickjes Bild, das Bödiker ent- st-und wir dürfen dessen umso froher sein, als es sich und Wehe eines uns verbündeten Staatswesens
„Ich dachte mir's wohl", sagte er und schloß die Tür Eise hinter sich.
Er hatte sich ans Fenster gesetzt und begann zögernd: „Ich m,öchte Ihren Rat haben — es läßt mir keine Ruhe. Wollen Sie mich wohl anhören?"
„Getviß, seien Sie nur ganz offen und ehrlich."
„Ich danke Ihnen", murmelte er: dann blickte er in E helwn Mondschein hinaus, als müsse er sich besinnen vne er s am besten anfange. mir seine Angelegenheit so
echalte aÖm ' ? €l ' mrinc Zustimmung zu seinen Plänen
ihn e i öet l n 1° ^wer, Walther?" ermutigte ich
m>» ih^zLnfs- ' °°» K-mM- r-d-„
„Natürlich", antwortete er und wandte sein Gelickt « "£L* » EM°.,dsch-m aeiftoW (4 auT* • ' t2ie ' Berger , fuhr er dann fort roeun
meine Eltern noch lebten, oder meine gute Mutter'noch «um °ße ich jetzt nicht hier und störte Ihre Nachtruhe- dann wußte ich, was ich täte. Meine Rtütter würdedas
e«‘fefruTra* u^iß es ganz gewiß. Aber
5) .Mil ja noch dw Schwester niemer Diutter, dieselbe
Ä^würdeÄwll^ ^sbtante nennen Ich glaube, auch me,e wurde Kamilla aufnehmen und das nachholen, was an ihrer Erziehung hier versäumt wurde "
„Die Schweswr Ihrer Mutter in allen Ehren" ent- gognete icst „Glauben Sie aber tvirklich, die alte Dame
Kind?° ÄÄ Persönlichkeit für die Er-ziehung eines Kindes, welches um eines der größten und vornehmsten k ®,^ den ehrlichen Vaternamen, betrogen wurde? Niemand urrestt über solche Dinge härter als ein älteres lediges Frauenzimmer. Uiid wenn das auch nicht wäre' lieber freund was soll denn daraus werden?'"
lich for/^ 9 ' imÖ nad} imm Puust fuhr ich eindring
„Ja. wären Sie beide älter; oder das Mädchen statt fünfzehn wenigstens siebzehn — aber so?! Indem Sie Kamilla aus ihren Verhältnissen Herausreißen und in eine ihr ganz fremdeWelt stellen. erregenSie zugleichGe- danken und Empfindungen in ihr, über welche sie sich erst uvch,-oahren klar werden kann. Mit welchen Gefühlen oll Kamilla denn Ihnen gegenübertreten — ja. wenn sie noch so unbefangen zu Ihnen aufseben könnte, wie zu
Vs snrjÄf Bekanntschaft. Sie dürfen in das Leben K Mädchens jetzt nicht eingreifen — Sie nickst. Walther Stellm Sw die Ziikunft einem gütigen Geschick, oder wie Sw es sonst neimen wollen, anheim " f
' > < i uan^vUii.
KLS N SmViKTu' ä KW« AL
wurde Samstag abend veröffentlicht. Das Dokument, eme lange doktrinäre Ausführung, ist sehr verschieden von denen der beiden letzten päpstlichen Vorgänger. Es ent--
f ] W e i' ia jeder Anspielung auf das E.HEnis der katholilchen Kirche zu den voii chr los. gelosten chrisüicheii Bekenntnissen. Pius X. will ein Papst Liebe und des Friedens sein, er fordert jedoch L Klerus auf, „sich vor dem Hinterhalt einer ge» wissen neuen und trügerischen Wissen- s ch a f t zu hüten, vor den Rationalisten und den Semi- ratwnali,ten ‘, und schließt mit der leisen politischen An- spielung. es, müsse jedem klar sein, daß die Kirche, wie sie von, Chrislus errichtet wurde, sich voller Freiheit und Unabhängigkeit von jeder fremden Herrschaft erfreuen muffe, und „daß wir, mdem wir dieselbe Freiheit wieder verlangen, nicht allein dre sakrosankten Rechte der Religion auch für das gemeinsame Wohl und die Sicherheit aller Volker sorgen." Zur Ergänzung dieser .vcetdung meiie noch die folgende eingehendere Jühalts- angabe des papsllichen Rundschreibens: Pius X ^gedenkt Ö girier Wahl zum Papst. Er sagt, er habe unter Kranen und inbrunstigenGebeten seine Erwählung zu ver- meiden gefucht, da er sich umvert dieser Ehre gehalten und ihn der Gedanke tief bewegt habe. Nachfolger desjenigen
SÄ d^ 26 Jahre hindurch die
Kirche mit höchster Weisheit erhabener Einsicht und im Glanze,o vieler Tugenden gelenkt habe. Er sei auch besonder» durch me höchst verhäiignisvollen Verhältniffe in Gesellschaft erschreckt gewesen, west diese gegenwärtig mehr als in der Vergangenheit von einer sehr tlefgehendeii Unzufriedenheit erfüllt sei. die immer mst r E 'lck> ave-fe und die Gesellschaft ^dem VeÄben zw führe. Er habe sich dem Willen Gottes und im Ver- tmuen auf seme Hülfe gefügt. Für sein Pontifikat gebe
rnÄ anöej ^ Programm als das Ziel, alles auf Ehristum zuruckzuleiteii. so daß Christus alles und in allem sei., Ter Papst fährt dawi fort: Ter eine od^ Un,er f Seel« geheime Bestrebungen zu entdecken siichen, um sie auf, weltliche Ziele und Partei- Wunsche zuruckzufuhren. Wir erklären, um jeder nichti- gen Erwartung vorz-ubeugen. daß wir vor der men/w lichen Gesellschaft nur Diener Gottes sein wollen und sein werden, dessen, Willen auszuführen >vir eingesetzt sind svdann an der Mitarbeit der Bischöfe und beklagt, daß gegenwärtig überall gegen Gost angekämvtt Ae Gesellsckjaft müsse an die Kirchenzuch^erinnett und, die Christen mußten belehrt werden. Man müsse der ^ sisichung^der Jugend, beson dlers der für den geisstichen
KL jich in diesem Augenblick ein EritschlußHr ^cele lo»rang. den er alsdann iinbeirrt durchzusetzen einmal erhob ich warnend msine
h Sw 's denn wirklich nicht, WaWer wes.
halb sie hier nicht eingreifen dürfen?" ’
Noch immer schwieg er. Endlich'aber seufzte er tief
Vom Turme der alten Dorfkirche hallte der Drei. Grabgeläutes durch den stillenSornmermorgen ackc/^DiÄÄ b r n ^iierzug nach dem Gottes-
Hinter dem Sarge sckjritt Kamilla, wie ein Fremdes
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i» «r Oifoefollm, wie S“/« ( f, Ä*E
Sf n r Sie tnig ein schwarzes Kleid, das wahrlich
«rers,* C er 3e 5 niarf,t als die der übrigen Frauen und Mädchen, und um den 5lopf liatte fii Jn riZ 1 »
Spitzentuch geschlungen; aber toirjam mSS-ÄT® unscheinbare Anzug an diesen schlanken Glüdem ganz anders schritt sie dahin gesenkten
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konnte, durfte ich ihm anders ratend Ä SÄ/ m diesem Augenblick das Gesträilch^ welchc^mich Lr wenigen Tagen ihren Blicken verba/g, md mÄÄ meine eigme unglückselige Idee die r/fiw, , r "vH beobgchten. In meiiier Hand lag e« der UnLsÄ^^u Walthers vorzubeugen, ,'md ich Lß Beobachter zu spielen. Wäw da« nickt ' tL A"
des Mädchen ganz unbefangeii geblieben' man^bätLÄ ohne Gefahr für ihre eigene Ruhe aus ihren Berhältnissln herausnehnicn können. Aber w? Auch " C
noch zu jung, als daß ich. bei aller seiner ClnnnÄ^ Ä eme Garantie hätte ü ÄfflffSSgfij
