Einzelbild herunterladen
 

Beilage zum Wiesdllümer TagblaN.

9SÜtä**m *$* mit Nichten;

Ä« bricht st- mal ein Bein.

mi«schwerer einzurichte»

Air bei halber Freundschaft sein.

G. Bötticher.

(6. Fortsetzung.)

Cva Leoni.

Roman von Marie Bernhard.

Jt der einzige Wunsch gewesen, den Ick S?Ä e .® tn “ gegenüber ausgesprochen habe: wolck Ä!^!?Är^^^^^brhaIten! Und ich tat es auch wohl hauptsächlich, weil ich mit Bestimmtheit auf die Er-

LS in e ™ r l of t te - Hatte doch meine Groß- Sffi/wT" 1 dmefe, den ich heimlich gelesen, aus- f,ÄÄr t i an aroge nur jeden Wunsch gewähren, Mw rchllfahLnE^^^nterrlcht haben wolle, so solle man

nä^w t i® in “J Ör t e schweigend an, aber schon am nächsten ^age schrieb sie nach Dresden, und einige Zeit

l£Ätf fte r r ®rf eö1 ' rin paar Leute aus der Nach. SÄPs* Hulfelerstung zu holen, um das Pianoforte n.ck M S nraiIm herunterschaffen zu lassen. Ich war Ä Z Z n 2 ,n iP Oeben auf den Boden, dessen Schlüssel K, L? önt « ® m orl Snnmer waren, gekommen und ?atw bisher keine Ahnung gehabt, daß wir ein Klavier tat Hause hatten.

/ä-wfoTn hütest du das auch wissen sollen?" entgegnete Laute Gina kalt, als Antwort auf meine erstaunten Aus-

** wir doch nicht gleichgültig, was meine Eltern getrieben haben! sagte ich trotzig, denn ich konnte sehr heftig sein, obschon ich es hinterher stets bereute, da ich mir ledesmals damit schadete. „Hat denn mein Vater pder meine Mutter Klavier gespielt?"

SKutier hat Klavier gespielt und auch ge-

„Hast du sie gehört?"

„Gewiß!"

tool/rf"* 6 un ^ to * c swrg sie? Sehr schön, nicht

c ß uicht! Ich interessiere mich wenig für Musik, habe daher auch kein Verständnis dafür. Deine Motzmutter kann keine Musik mehr vertragen!"

„Ist sie denn krank?"

„Krank? Nein!"

„Warum also kann sie keine Musik mehr der- prägen?"

„Eva. du bist schon wieder in dies vorlaute Fragen hineingeraten, und ich hoffte doch, ich hätte es dir ab- gewöhnt! Merk' es ein- für allemal: was ich nicht für gut befinde, dir zu sagen, das erfährst du nicht, und wenn du hundert Mittel dazu in Anwendung bringst."

„ . Ach,, ich wußte es ja! Was anderen Kindern, die

S ' h mir das Unglück hatten, verwaist zu sein, das ein- te und natürlichste schien, ihr süßester Trost. . ,

daß nämlich die. welche sie auferzogen, ihnen möglichst viel von ihren Eltern erzählten, sie ihrem Gefühl ganz nahe brachten, — das blieb mir versagt! — Warum, ach warum?

Mit brennenden Wangen und stolz erhobenem Kopfe

Donnerstag, den 24. September.

verließ ich Tante Ginas Zimmer, innerlich fühlte ich mich tief gekrankt und gedemütigt, aber sie sollte es nicht merken! Ich war jetzt kein kleines Kind mehr, ich zählte zu dieser Zeit mindestens schon zwölf bis dreizehn Jahre, und meiii Selbstbewußtsein erwachte immer schärfer, je mehr es zu leiden hatte!

Ich schlich mich den Männern nach, die unter lauten Zurufen aus dem Bodenraum hantierten, Mattm ab- wickelten. Schrauben einsetzten. Stifte festnagelten. Es war ein weiter, niedriger Raum, den meine erstaunten Augen zum ersten Male überflogen! Und was da alles umherstand: ungeheure Truheir voller Betten und Leinen- zeug, mächtige Kisten voll Porzellan und Kristall, alt- modische Stühle mit dünnen, verschiiörkelten Beinen, er- blmdete Spiegel, zerfressene Sofas, eine kleine Wiege, und dies — was war dies?"

Gegen einen alten, geschnitzten Schrank gelehnt, offenbar soeben von den Männern aus seinem Versteck gezogen, stand ein in graue Leinwand genähtes, ovales Gemälde; an einer Stelle war die Hülle getrennt, ein matt blinkender Goldrahmen wurde sichtbar, daneben etwas Hellschimmerndes . . .

Ein jäher, freudiger Schreck befiel mich. Hassig kniete ich nieder, und ob auch eine aufwirbelnde Staub­wolke mir über Gesicht und Kleider flog, ich zerrte irnd riß und erweiterte mit meinen Händen an dem Spalt herum, bis die mürbe, alte Leinwand nachgab und in Fetzen flog.

Welch' liebreizendes Gesicht! Lächelnd und jung und glücklich, blondlockig, blütenweiß, mit köstlichen blauen Augen! Und da unten stand es auch, für mein ahnendes, sehnsüchtiges Herz eine Bestättgung:

Editha Leoni. — Horst von Neuenburg pinxit.

Jetzt konnte ich auch weinen! Ja, hier, im vergessenen, staubigen Winkel knieend, von keinem beachtet, fand ich angesichts dieser jungen, lächelnden Schönheit, die meine Mutter gewesen war, die heißen Tränen, die mir damals an ihrem Grabe nicht hatten kommen wollen.

Daß ich diesen meinen herrlichen Fund als mein alleiniges Eigentum zu reklamieren und sorgfältig geheim zu halten hatte, stand bei mir fest. Kam Tante Gina dahinter, so nahm sie mir das Bild fort — ohne Zweifel, und das durste nicht geschehen. Behutsam verbarg ich meinen Schatz unter Schürze und Kleid, schlich unbemerkt in den Garten und verbarg den kostbaren Fund, in ein Tuch gewickelt, in einem hohlen Baume, der nur mir allem durch einen Zufall bekannt und zikgänglich ge­worden war.

Als das Pianoforte heruntergetragen war, stieg Tante Gina zum Bodenraum hinauf, um alles daselbst wieder zu ordnen, sie blieb lange oben und endlich trat sie vor mich hin, ein paar staubige Leinwandfetzen, die ich in der Eile hatte liegen lassen, in der Hand, und fragte mich, ob ich vielleicht oben gewesen sei und ein Porträt gefunden habe, sie habe bereits sämtliche Leute ausgefragt und sie erklärten, von nichts zu wissen.

„Das können sie auch nicht!" entgegnete ich ruhig „Aber ich weiß es! Ich habe zufällig oben das Portrat gefunden, und da es das meiner Mutter ist, so gedenke ich es zu behalten!"

„Auch wenn ich dir erkläre, Eva, daß du dies nicht darfst?"

Ich sch furchllos empor. — „Auch dann!"

„Das Bild gehört deiner Großmutter, es war chre Tochter, die es darstellt I"

51. Jahrgang. 1903.

„Unb meine Mutter l Da ich das Bild unbmch,.„ und vergessen unter altem Hausgerät oben auf dem Bodenraum gefunden habe, so gehört es jetzt mir!"

„Du wirst mir sagen, wo du es gelassen hast!"

«Nein, Tante Gma, das werde ich nickst!"

„Ich werde deine sämtlichen Sachen durchsuchen."

„Bitte! Du wirst nichts findeir!"

„Und weiin deine Großmutter es dir nun befiehlt, das Bild herauszugebcn?"

„So werde ich ihr dasselbe antworte, wie dir: das Bild ist und bleibt mein Eigentum!"

Und es blieb so! — Daß aber solche Szenen, wie diese, nicht dazu beitrugen, mir Tante Gina näher zu bringen oder mich ihr lieber zu machen, versteht sich von selbst.

Oft stand ich fortan, in Sinnen verloren, vor meinem Toilettenspiegel und sah hinein. Ich studierte genau meine Züge, — war ich so schön wie meine Mutter? Sie war so lächelnd und rosig ... ich ernst und bleich ! Und dann ihre strahlenden Blauaugen! Die meinigen blickten so tiefdunkel unter den schwarzen Wimpern und Brauen hervor,. — es war förmlich zum Erschrecken, wenn sie sich plötzlich aufschlugen! Das aschblonde gelockte Haar und der Schnitt der Gesichtszüge mochte stimmen, — aber der Ausdruck war ein himmelweit anderer!

Inzwischen war mein Musikstudium meine schönste Freude und mein bester Trost. Eine sympathische junge Dame, Fräulein Ella Stromer, erteilte mir Unterricht; sie spielte selbst sehr schön, und es war meine größte Be- lohnung, wenn sie mir am Schluß der Stunde meine liebsten Musikstücke vortrug. Diese Belohnung wurde mir sehr oft zuteil, denn ich war eine fleißige, strebsame Schülerin, und es war meine glücklichste Zeit, wenn ich am Klavier sitzen konnte! — Zuweilen aber, wenn eine tvarme, seelenvolle Melodie unter meinen Händen den Tasten entströmte, faßte mich eine namenlose Sehnsucht nach Liebe, nach Freundschaft, nach Verständnis! Ich kam jetzt häufiger zur Stadt, — da sah ich die Mädchen meines Alters, wie sie vertraulich Arm in Arm durch den Stadtpark gingen und sich flüsternd wichtige Dinge mitteilten, — da sah ich die glücklichen Kinder zur Seite ihrer Mütter, ihrer Väter, ihrer Geschwister einher- kommen, frohen. Glanz in den Augen, ein sorgloses Lächeln um die Lippen . . . wie schön mochte chr Dasein sein, wie friedvoll, liebeatmend! Und für mich nichts von alledem! Keine sanft streichelnde Hand, kein weiches Liebeswort, kein Kuß! Und ich hatte ein so warm emp­findendes^ Herz und litt Hunger und Durst nach Liebe! Wie unbändiger Trotz kam es oft über mich, -— viel häufiger aber wurde durch die Musik mein leidenschaft­liches Verlangen nach einer fühlenden Menschenseele in mir entfacht, es loderte in mir auf wie eine Flamme, — aber in meiner Umgebung ahnte es niemand. Äußerlich war ich in der Tat der „Vernunftmensch", den meine Großmutter aus mir genmcht zu sehen wünschte, — inner­lich ein seltsam erregtes, in vieler Beziehung völlig un- reifes, nach anderer Richtung geistig ungewöhnlich ent- wickeltes Wesen. Denn das viele Alleinsein und Nach­denken, sowie die Lektüre zahlloser Bücher, die ich ohne jede Wahl, Klassiker und leichte Unterhaltungswäre, bunt durcheinanderwarf, hatten mich in mancher Hinsicht meinen Jahren weit vorauseilen lassen, .... dies sollte ich später erkennen, als ich Gelegenheit bekam, mich mit Altergenossinneri zu vergleichen.

lFortsetzung folgt.)

8. Wilhelmstrasse 6.

Mittwoch, Donnerstag, Freitag u. Samstag:

este

Fortlaufender Eingang der letzterschienenen Neuheiten für Herbst und Winter.

Möbel-Lager

Georg

5 Karl strafte 5.

empfiehlt

C-mplete Ausstattungen, Schlafzimmer, Betten u. P-lstermSbel, Büffets, Schränke, Waschtische, Flurtoiletten, BerticowS, Schreibtische, Paneele» Stühle, Spiegel» «üchen'Einrichtungen re. re.

hl. Mollath,

Schulberg 2 u. 4.

Telefon 304.

Zur Einmachzeit

empfehle:

Einmachständer, Stein,eughäfen, Material. Töpfe, Einkochkrüge, GlaShäfen und Geleegläser zu den billigsten Vreisen und bitte um geneigten Zuspruch. 2063

Bengalische Flammen, Schellackfeuer, Magnesinmfackeln

und alle Arten Feuerwcrkskörper empfiehlt als beste und billigste Bezugsquelle am Platze 2389

Kinlllfeuermrkerel Ang. Kecker UaWger Adolf Claus?,

Tel. 2581. Wiesbaden. Dotzyeimerstr. 106.

Stern-Kammes*

vorzügliche Bierquelle,

schöne Auswahl in Bieren, darunter das so sehr beliebte Dortmunder Actien-Hier.

JTean Uppert.

Zwetschen,

täglich frisch gepflückte. 10 Pfund 8« Pf.

Veite, Wcbergaffe 54.