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* «•». —» gnanerring , de« 17. Kepteml.ee. S2 .- 1903.

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Aahn ilalls Leiden.

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Fast scheint es, als hätten sich die Elemente »eaen England verschworen. Ein Unwetter nach dem anderen sucht das Jnselreich heim, die fruchtbarsten Ackerbau- lanöereien wurden in Seen und Moraste umgewandclt dre Ernten sind vernichtet und die Küsten mit dcnTttm- mern zerschmetterter Schiffe übersüt. „Es ist die Schüft Ä »".Wand , sagte unlängst der Vikar der Christus- Krrche m Burton am Trent in seinem Kirchspiel-Maaa- Si". „Warum tosen die Fluten jetzt drohend selbst um das stolze Königsschloß von Windsor und wälzen ncli Re blühenden Gefilde, au denen des Kün?gs Arlge sich sonst zu werden pflegte? Warum haben Jammer und Elend das Volk heimgesucht, und warum ha" sich der Regierung plötzlich der Wahnsinn bemächtigt, so daß fte die protestantischen Großgrundbesitzer Irlands expro­priiert, um das Land den Katholiken auszuhändiqen und fr', r-v b «Rom- R«le di- IS,“.

®er hochwurdlge Vikar weiß noch gar viel anderes zu fragen und erzählt uns außerdem, es erhebe sich nun auch noch ein großer Teil der protestantischen Christen Englands, vom, Gei,te der Revolte besessen, um dem Ge­setz zu trotzen, indes die mächtigste Regierung, die Eng­land ,e gehabt, über die Frage der Zollpolitik uneinig wird und rm Begriff steht, einen leidenschaftlichen er­bitterten Kampf der Herden Parteien im ganzen Lande vnzufachen. Uber die Ursache all des Jammers ließ uns der geistliche Herr nicht etwa im Zweifel, denn er hält den König selbst verantwortlich, der des Himmels Zorn öurch seinen Besuch beim Papst herausgeforöert. Der Vikar der Christus-Kirche mag zwar ein Original sein, über originell ist er im vorliegenden Malle darum doch nicht, denn auf die gleiche Weise erklärte seinerzeit die religiöse Zeitschrift „The Rock" die englische Niederlage in Somaliland. Es wäre nicht überraschend, zu hören baß der befremdliche Kurssturz des ersten und sichersten Staatspapieres der Welt, der englischen Konsols, auf die gleiche Veranlassung zurückzuführen ist, und es fehlte dann nur noch, daß die Herren, die John Bulls Leiden so genau zu diagnosicren wissen, ihn, auch ein Heilmittel verschrieben. Da das aber nicht besonders wahrschein­lich ist, so dürfte der große Zolltarifkampf unausbleib­lich sein, doch es mehren sich die Anzeichen, daß die Pro­vozierenden in demselben eine zerschmetternde Nieder­lage erleiden werden. Auf dem gegenwärtig tagenden Kongreß der englischen Gewerksvereine wurden Mr. Chamberlains Pläne einstimmig verurteilt, die sämt­

lichen Volkswirte Englands veröffentlichten einen gehar­nischten Protest gegen dieselben, und zahllose Körper- schaftcn taten dasselbe. Die Nachwahlen, die in neuerer Zeit für das Parlament stattfanden, bewiesen einen un­geheuren Stimmungswechsel im Volke, der für den auf- e m i r i; f T Cn , Beobachter indes nichts überraschendes an sich haben kann. England besaß während nunmehr zwei aufeinanderfolgcndeii Legislaturperioden die numerisch kräftigste, aber auch unfähigste je dagewesene Regierung, und dem Kricgstaumel allein, der das ganze Volk er- griffen hatte, verdankte sie es, daß sie sich so lauge vehaup- ten konnte Arg tn Mißkredit geraten, Hütte es kaum ^^."och des Chamberlamschen Zollprojekts und des Be­richtes der Kriegskommission bedurft, um sie unmöglich zu machen. Der letztere lieferte nicht nur eine schreiende Schilderung von der Mißwirtschaft unter der gegen­wärtigen Regierung, sondern er bestätigte auch noch, daß der verilvrbene Rhoöes und seine Clique den Krieg provozierte. Dadurch wurde man wieder an die seiner­zeit gegen den Kolonialminister erhobenen Anschul' digungen erinnert, und um dem Faß den Boden noch vollends auszuschlagen, erklärte sein Bruder, Mr. Arthur Chamberlain^ ein Fabrikant, soeben öffentlich, er erachte das Zollprozekt als ein Unding. Unter einem Schutzzoll­system, sagte er, würde er wie andere Industrielle zwar bereichert, der Arme aber nur noch mehr belastet werden, und so müsie er als Patriot und Freund des Volkes pro­testieren. Die fanatischsten unter den Anhängern der Staatskirche, mehr noch aber die Nonkonformisten, haben übrigens ein Mittel entdeckt, um den vom König so schwer beleidigten Himmel wieder auszusöhnen. Sie schlagen nämlich eine Art Kreuzzug nach Makedonien vor, um das Land vom Tyrannen, beziehungsweise dem Türken zu befreien. Die liberalen Zeitungen sind dafür Feuer und Flamme und verlangen, daß die Nation sich endlich ihrer Christenpflicht erinnere und die Regierung zum Eingreifen zwinge.

Aas Neichs-Alkohol-Uerkblatt.

Eben verläßt die Presse ein Merkblatt des Kaiser- lrcqen Gesundheitsamtes, welches die Gefahren des Miß­brauchs geistiger Getränke den breiten Leserschichten ein­dringlich vor Augen führen will. Der Ton, der alle?' Pathos vermeidet, ist der der ärztlichen Beratung und L-chrlderung. Eine graphische Darstellung der chemischen $f an <i5 ten ' e ^ unö einiger Hauptnahrungsmittel (Mager­käse. Milch, Schweinefleisch, Brot) und die Vergleichung dieser mit den verschiedenen alkoholhaltigen Getränken wird freilich nicht vielen Neues bringen, aber denjenigen die immer noch dem Bier und Branntwein als Nah­rungsmittel das Wort reden, dürfte der Boden dadurch weiter abgegraüen werden, wenn auch vielleicht zu

Erkältung oder Verkühlung.

Bon Dr. med. Ebing.

Was ist wohl häufiger als Erkältung und Schnupfen? Man nimmt diese kleinen Leiden in der Regel sehr leicht. Es ist aber nicht gut, sie zu leicht zu nehmen, weil sie auch schlimmere Leiden nach sich ziehen können. Erkältung oder Verkühlung ist eine Störung der Hauttätigkeit, her­vorgerufen durch Kälte. Wie ist das möglich? Und warum sind Erkältungen so häufig? Die menschliche Haut hat die wichtige Aufgabe, die Junenwärme des Körpers auf dem normalen und gesunden Standpunkt von 86 bis 88 Grad Celsius zu erhalten. Kann sie das nicht, so treten die größten Störungen und Krankheiten auf. Kann die Haut nicht genug Wärme abgeben, so erfolgt Hitzschlag, gibt sie zu viel ab, dann erfolgt Erkältung, Schnupfen, Husten bis Lungenentzündung. Am leichtesten und ge­fährlichsten tritt Erkältung auf, wenn große Kälte auf sehr warme oder gar schwitzende Haut einwirkt und wenn diese Einwirkung plötzlich geschieht. Die Haut kann große Kälte eher vertragen wie große Hitze. Bei der Kälte ziehen sich nämlich die Poren der Haut zusammen, und zwar um so mehr, je größer die Kälte ist. Kommt die Kälte also nicht zu schroff und nicht zu stark, so hat die Haut Zeit genug, ihre schützenden Verengungen vorzunehmen. Je enger die Gefäße sind, desto weniger Blut ist in ihnen und desto weniger Blut kann also auch abgekühkt werden, bei weiten Gefäßen der Haut ist die Sache umgekehrt. Hat also die erhitzte und erweiterteHaut nichtgeit genug, sich zu verengen, zusammenzuziehen oder ist sie durch Ermüdung oder Krankheit zu schwach dazu, so tritt unbedingt Er­kältung ein. Eine einfache Erkältung ist nicht schlimm, sie kann schon nach wenig Stunden wieder schwinden. Sie äußert sich in der Regel dadurch, daß eine leichte Ent­zündung der Schleimhäute der Atmung Sorgane eintritt. Durch diese Entzündung sind die Schleimhäute ge­schwollen, lockerer, also leicht empfänglicher für Krank­heitserreger, die man Bazillen nennt. Nun ist aber der Schnupfen nach den neuesten Forschungen eine ansteckende Krankheit, die also durch Bazillen verbreitet wird. Die

Gefahr liegt daher nahe, daß die geröteten und erweich­ten Schleimhäute den Schnupfcnbazillus aufnehmen. So entsteht aus der einfachen Erkältung der Schnupfen. Aus dem Schnupfen kann sehr leicht ein Luftröhren- oder Bronchialkatarrh entstehen. Also Vorsicht auch bei der einfachsten und leichtesten Verkühlung.

Mit Recht scheuen die meisten Menschen die Zugluft. Nur wissen viele nicht, was Zugluft ist. sie verwechseln Lusibewegung mit Zugluft. Zugluft ist nur dann vor­handen, wenn sich in dem Raum, wo sich Menschen auf­halten, warme und kalte Luft auszugleichen versuchen, wenn in ein warmes Zimmer auffällig und für den Men­schen unangenehm kalte Luft eindrinat. Im Freien kann wohl Wind, aber keine Zugluft herrschen.

An Zugluft kann man sich niemals gewöhnen, das glauben aber leider viele Personen. Man sollte in Häu­sern niemals Zugluft dulden. Es ist eine Unsitte, Haus­und Hoftüren, die sich gegenüber liegen, zusammen weit offen stehen zu lasten. In einem Hause, wo die Zugluft die Treppen und Korridore von der Haustür bis zur Dachöffnung wie ein Schornstein durchstreicht, ist es nicht möglich, gesund zu bleiben, namentlich nicht zu kalter Jahreszeit.

Die Zugluft steht bei vielen Menschen in sehr bösem Rufe, aber sie ist lange nicht an jeder Erkältung schuld. Diese kann auch ohne Zugluft zustande kommen, kaum merklich oft, und zwar durch die leichte Kleidung bei Tage und durch zu dünne Bedeckung während des Schlafes im Bett.

Auch dauernder Aufenthalt in feuchten Wohnungen zieht Erkältung und andere schlimmere Leiben nach sich.

Große Vorsicht muß man stets anwenden beim Schwitzen. Der Schweiß an sich schadet nichts, wenn seine Verdunstung nur nicht zu schnell erfolgt. Bei der Ver­dunstung wird nämlich dem Körper sehr schnell eine große Wärmemenge entzogen. Geschieht dieses zu schnell, so kommt eine Erkältung zustande. Ein guter Schutz gegen diese allzu schnelle Verdunstung ist die Wolle, wenn sie direkt auf der Haut getragen wird. Die Wolle saugt die Feuchtigkeit schnell und leicht in sich auf, so daß die Haut bald wieder trocknen während die Wolle die Feuchtigkeit nur langsam wieder abgibt. Die Leinwand ist weit

SÄ w gewesen wäre, daß der Verfasser des Merk- üesundheitswidrigen Folgen des zwar nicht 9 «»i« v D af gewohnheitsmäßigen Genusses von

Branntwein mehr hervorgehoben hätte. H^ptsachltch scheint die ausdrückliche Behauptung, daß

mioMt m ömiI0cr . Mengen geistiger Getränke Herz- w 0 ™/» Atmung und Verdauung anregt, nicht im Dienst ® adj , e zu liegen, denn der „gute Bürger" sieht ^gsllmaßiges Stammseidel und sein Gläschen °/?.BEdursnis für Leib und Seele an. Wenn auch die Abbildungen der unter dem Einfluß des Alkohols ent» arteten Organe, wie Leber und Niere (Herz ist vergessen «Tf <, einc Warnungstafel wirken können, so ist daß fortgesetzter und unmäßiger Ä d d'e meisten Körperorgane dauernd schädige, heute nachgerade ein Gemeinplatz.

n„.5f Q L5 er s ÖI s U Este jeden unnötigen, jeden zur Unselt stattfindeuden und leden unmäßigen Alkoholqenust Unterlasten sehen. Es sagt: „Besondere Vorsicht ist ge» bEn für Personen, welche infolge natürlicher Anlage Mm« Iwv» "worbene Schwächung ihres Nervensystems durch sehr kleine Mengen Alkohol heftig beeinflußt werden. Derartigen Personen ist völlige Enthaltsamkeit dringend anzuraten, für viele ist sie d i e e i n z i g e Rettung Für Kinder bis zum Ablauf der Entwicke- lungszeit (14. bis 16. Lebensjahr) ist der Genuß geistiaev den^r^Ehädliw. Stillende Mütter und Ammen gefähr» den durch Alkoholgenuß auch die von ihnen genährten Kinder. Völlige Enthaltsamkeit vom Alkoholgcnuß ist H! * ^'ucrlei Nachteil für die Gesundheit und Leistungs­fähigkeit des Menschen verbunden,' ja, für viele ist ne unerläßlich für ihr Wohlbefinden und für die Ausübung

» a T öfCtt -'r ■® eöer stch vor Augen halten, daß die durch übermäßigen Alkoholgenuß herbeigeführten E^?-"iungen und Schäden nicht eine unabwendbare Schicksalsfügung sind, sondern daß hierfür jeder die volle Verantwortung selbst zu tragen hat."

Dieser Appell an die Selbstverantwortlichkeit scheint durchaus angebracht, da auch die Lehre, daß Trunksucht eine Krankheit sei, von manchem so gedeutet werden

° «/ÄSÖSK

MerW"A £} Xi r ■! wie das Tuberkulose.

Merkblatt, das die gleiche Stelle vor einigen Jahren her»

ausgegeben hat, von den öffentlichen Organen, wie der Post, den Polizewerwaltungen, den Eisenbahndirek. tlouen, den städtischen Ämtern überall dort aufgelegt oder avsgehangen werden, wo viele Personen geduld,a «are»»

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lirfje Gesundheitsamt wenigstens in dieser Form Stellung zu», übermäßigen «tohosgennh genomme? jff, B . 9

rnnißei hygroskopisch, und deshalb Lleiütdie Haut unter L ??g'r ,-nch, Der Schweis -,-dnEwSS oe.leidung direkt auf der Haut. Feuchte leinene Kleider zeugen ein peinliches Gefühl der Kälte, während die trt öer Regel eine angenehme, gleichmäßige SrT?“ “* ""Ursachen. Jeder, welcher leicht in Schweiß gerat, tut daher gut, ein wollenes Hemd zu tragen aber h>irektai>f der Haut. Diese Bemerkung ist durchaus nicht ..Es gibt eine Menge Menschen, die glauben,

wvll?ne G ß ! n& ' WENN sie über dem leinenen Hemd eine wollene Jacke tragen. Das hilft garnichts. Das mögen Nch besonders örc,emgen Personen merken, die durch das

werden wolle"n."°^"^" 3Mc i5rcn Rheumatismus los

„ Wie schützt man sich am besten gegen die so häufige hathrt ?A nötigen Vorsicht ist die Abhärtung fP a ltte1, , ® te Wissenschaft versteht unter Ab- L^ ung das naturgemäße Verfahren, die menschliche Haut für Temperaturunterschiede weniger empfänglich

fipHaÄr» 110 Ä ö -, Cn Körper gegen den Einfluß gesund» he.tsschadlicher Strömungen zu stählen.

s W^MaEühigkcit öcg Kapers wird gehoben durch kalte Bader, gute Ernährung und viel Bewegung in der freien Luft. Das sind die drei wichtigsten Faktoren.

Bei den kalten Bädern übertreibe man nicht, man ge­wöhne den Körper allmählich daran. Hier führt langsam gehen am fchnellsten zum Ziel. Man steige nur langsam Bad bis zu einem solchen von 17 bis 18 Grad Reaumur. Kälter braucht ein Bad nicht zu sein »ader von 12 Grad können eher schaden als nützen Bei der Ernährung ist stets zu bedenken, daß kräftige und schwere Kost nicht immer ein kräftiges und gesundes Blut geben mutz,- das hängt ganz allein von der Verdau­ung ab. Einer kräftigen Nahrung muß auch stets ein energischer Stoffwechsel parallel gehen. Dieser gesunde Stoffwechsel aber wird am besten erreicht durch körper­liches Arbeiten und Bewegung in freier, frischer Luft Zu jeder Abhärtung gehört unbedingt Bewegung in freier Luft, denn ohne diese ist keine Stärkung, keine Whürtung denkbar. Jedes Luftbad ist abhärtenö Je mehr sich der Mensch der freien Lust entzieht, desto schwä­cher und verweichlichter wird er.

H!