Einzelbild herunterladen
 

—

1 . Keilayk nun Mleshailener Taablatt.

*44*444 * 4* * -* * * 4 44-t -* * *-*m*&*A**jf*. *** m 21 ' 4

Unser Herz.

Hnfer Herz ist eine Harfe,

Elne Harfe mit zwei Seiten,

In der einen jauchzt die Freude Und der Schmerz iveint in der zweiten Und des Schicksal« Finger spielen Kundig drauf die ew'gen Klänge.'

Heute frohe Hochzeüslieder,

Morgen dumpfe Grabgesänge.

A P. K. Rosegger. ^

(48. Fortsetzung.)

Freiheit!

Roman von Walter Schmidt-Häßler.

t*J*5**\> stammelte Reinhardt, „Gesell-

schastenn, das groß veranlagte Mädchen mit der hoch-

?icht ?rwaE Stellung! Das hatte ich

„V^zeih' mir die Frage, aber als was dachtest du sie derrn wräderzufinden? Es hat ihr nicht geschadet, denn

IT 1 U ?x Bct§ ® a ^ eilt ^ ist ein ganzer Mensch ge-

sti ia arm, natürlich, denn die Ihrigen haben fte verstoßen, als sie — deinetwegen den aufgedrnnaenen

^Swlluuk^?? " nb Hc H r Elend flüchtete aber ihre Stellung i,t keine erniedrigende, und keine unan-

gmehme Sre verdient sich eben ihr Brot, wie tausend Mststllost lange Mädchen aus guter Familie "

Die Dame, bei der sie engagiert ist, ist eine alte Freundin von nur, bei der ich sie gefunden habe "

„Eine Freundin von dir? Kenn' ich sie?"

«Dem Namen nach kaum!" antwortete Franz so ver-

oina^' r m t 6ei stiuer Erregung nicht ent-

c? e Baronin Wniterberg!" Mit dieser t? Be ttJ) aII - e§ besprochen, denn sie schätzt Ella sehr hoch Sie hat mich um 12 Uhr mit dir « stL vmgeladen, und wahrend ich mit der Baronin eine Partie Piguet spiele, oder auch zivei — kannst du dich mit LLM aussprechen. Ob wir dann alle S ’S meinsam zusammen dinieren — das hänat vom Resi»lt^,t deiner Unterredung rnit Ella ab." ^ ] t

"Da un bitte bestelle sofort das gemütlichste Extra- Muner in ganz Berlin!" jubelte Reinhardt, „denn keine Stunde langer soll das Mädchen, das ich liebe, abhängch ** SeBm l herumgestoßen unter fnS fbntX^ 5Cnumpl& wrll ich sie mir holen!

»Nl einmal

Eine ___ _ __ w ^

Dlla"'t^rEchtem

Pa Baronrn hatte sie gebeten, für sie eine Kommission chen, und Ella, die glaubte, daß Marianne den gern allein gesprochen hätte, war bereitwilligst gangen. ai

M o ] n a ®1 0 '! trat, erschrak Reinhardt

w ÄSÜ ersten Blick hatte er das Original

des Brldes erkannt, das er wohlverpackt in seinem Hotel- zunnwr stehen hatte. Er stotterte ein paar verlegene Worte, da aber Franz mit keiner Silbe von sich und

Dienstags den 13. September.

Marianne etwas erwähnt hatte, hätte er es für indiskret gehalten, ,em Erstaunen merken zu lassen. Auch ließ lhnl 010 Baronin zu keiner AuKeinandersehung Zeit. Die Zeit drängte, denn Ella war schon über eine halbe Stunde fort und konnte jeden Moment zurückkommen.

„Herr von Rernmingen wird Ihnen alles nötige be- rertS gesagt haben", sagte Marianne, „daß wir bei einem Charakter, wie Fräulein Röminger, alles von der Macht des Augenblickes und der Wirkung der persönlichen Be­gegnung erwarten müssen. Ich wünsche Fräulein Ella, der ich vielen Dank schuldig bin, von ganzem Herzen alles Gluck, und diesen Wunsch können nur Sie in Erfüllung gehen lassen, Herr Berning. Wenn Sie also in dem an- stoßenden. Zimmer die junge Dame erwarten wollen, so soll es mir eine große Freude sein, ihr zu sagen, daß ein lieber Besuch fte erwartet."

Reinhardt verneigte sich, küßte Marianne die Hand und zog sich in das Nebenzimmer zurück.

„Famos gespielt!" lächelte Remmingen der Baronin zu und neb sich vergnügt die Hände. „Sie sollten heute noch zur Birhne gehen, beste Freundin."

, »Wenn Sie mein Partner sein wollen!" erwiderte sie mit schalkhaftem Lachen, „denn Sie, mein lieber Rem­mingen, haben zum Mindesten so viel Talent zur Komödie, wie ich!"

, Franz errötete unwillkürlich. Da war schon wieder eine so versteckte Anspielung.

„Finden Sie nicht, daß ich für solch einen schweren Beruf, viel, viel zu alt bin?"

„Kokettieren Sie doch nicht immer mit Ihrem Mer. Sie sind ,n den besten Fahren, wo viele Ihrer Standes­genossen überhaupt erst heiraten, und das ist doch gewiß ein schwerer Berus."

„Das war stark", dachte Remmingen. Mer vielleicht machte sie sich bloß über ihn lustig.

„Übrigens ein hübscher Mensch, Ihr Freund Berning", sagte Marianne, „ein liebes, offenes Gesicht. Und dabei so bescheiden, so ohne jede Spur von künstlerischer Arro- ganz, so frei von jeder Pose."

„Ein Prachtmensch, Baronin, ein goldener Junge durch und durch, sonst hätte ich nicht gerade ihn mir zum Freunde ausgesucht. Hören Sie nur, wie ungeduldig er da drinnen auf- und abgeht. Das wäre zum Beispiel der einzige Mann auf der Welt, dem ich Sie gegönnt hatte.

- Marianne lächelte belustigt: „Es freut mich, daß Sie mir das Beste wünschen, aber für meinen Geschmack wäre er zum Heiraten zu jung. Biel zu jung." Jetzt trat eine Verlegenheitspause ein, in der Remmingen in all seinen guten Vorsätzen schwankend wurde, denn vielleicht war er wirklich noch gar nicht so alt, wie er dachte Er.wollte ebeck fragen, wie alt wohl ungefähr der Mann sein müßte, der ihrem Gattenideal entspräche, als Ella ans der Schwelle erschien. r . Sofort ging Marianne auf sie zu und Remmingen zog sich diskret in die Fensternische zurück.

„Liebste Ella", begann die Baronin, „Sie haben einen Besuch, bekommen, der dort im Zimmer auf Sie wartet und Sie durchaus sprechen muß."

Ella stutzte und sah bald Marianne, bald den Baron

°Einm Besuch?""' ^ 0n ° Cre '*** &iC SinfTer tanzen ließ.

51. Jahrgang. 1903.

»Ja, er kommt von weit her, nur Ihretwegen."

Weiter brauchte sie nichts zu sagen. Es gibt Mo- mente, wo das ahnungsvolle Herz dem Menschen mehr sagt, als alle Worte.

Das junge Mädchen flog an Marianne vorbei mit glühenden Wangen, alles um sich her vergessend, riß die ^ur aus, und beide hörten nur einen lauten Jubelschrei — Reinhardt!

Dann schloß Marianne leise,ganz leise die Tür, und ließ die Portiere darüber zufallen.

. Sie ließ sich darauf in die Sofaecke nieder und Rem­mingen blieb regungsloA am Fenster stehen.

^ Nach einer Weile sagte sie init einem Blick auf die Tür: „Ich denke, die beiden werden wohl gemeinsam mit uns zum Diner bleiben."

„Fa", sagte Franz lakonisch, „das scheint mir auch so."

„Das habe ich vorausgesehen, und der Gemütlichkeit wegen Ordre gegeben, daß man uns in dem kleinen Speise­zimmer im ersten Stock allein serviert."

„Sie denken doch an alles!"

„Ja, ich habe eben die Hausfrau noch immer nicht ver­lernt. Ich habe mir auch das Vergnügen gemacht, Herrn und Frau Röminger auf s^2 Uhr zu Tisch zu bitten. Ich bin heute in der Laune, alles um mich her zu über­raschen. Ich muß heute lauter glückliche Gesichter um mich sehen!"

„Sie sind wirklich eine berauschende Frau", sagte Rem­mingen, förmlich hingerissen. „Das haben doch Sie alles zu stände gebracht."

„O, durchaus nicht. Seien Sie nicht zu bescheiden. Der Löwenanteil gebührt Ihnen! Sie sind ein prächtiger Freund, ein rührend selbstloser Mensch!"

„Bin ich auch!" entgegnete er seufzend.

„Warum sagen Sie denn das so tragisch?"

„Das fragen Sie noch? Weil ich nun auf eininal ganz erschreckend überflüssig bin. Meine Mission ist nun zu Ende, und nach dieser meiner letzten diplomatischen Auf­gabe ziehe ich mich bescheiden ins Privatleben zurück und lege mein Portefeuille nieder."

„Sie wollen Ihre Demission geben? Ja, weshalb denn das?"

„Weil ich keinen Geschmack daran finde, dos SurpIuS zu sein, meine Gnädigste. Zwischen zwei Glücklichen ist der dritte stets zu viel, das ist der erste Lehrsatz in der Arithmetik der Liebe. Ich schnüre also meine Koffer und Hutschachteln und empfehle mich zu geneigter Erinne­rung."

Marianne lächelte fein. „Im Grunde genommen, haben Sie da ganz recht. Sie sind doch ein vortrefflicher Beobachter. Daran habe ich selbst noch nicht einmal ge­dacht. Di« Liebe mackü egoistisch, und so werde d«m wohl auch ich mich zrrrückziehen müssen auf das Schloß meiner Ahnen!"

„Sie auch? Ja, weshalb denn Sie?"

„Wie komisch Sie fragen. Weil auch Ella jetzt keiner Freundin mehr bedarf, wenigstens nicht für den täglichen Umgang. Freundschaft ist etwas sehr Hübsches, so lange man nichts Besseres hat. Man schiebt sie dankend bei­seite, sobald man liebt. Die Freundschaft gleicht an dev großen Tafel des Lebens der Barspeise, dem Zwischen­bericht, das abserviert wird, wenn der Braten herumge- reicht wird." (Schluß folgt.)

Kr gefl. Jmiiitnistißlpt.

Das häufige Regenwetter in diesem Sommer Halle zur Folge, daß wir ein größeres Lager in eleganten Sommerwaren, wie bisher um diese Jahreszeit, noch übrig haben. Um für die dem­nächst eintreffenden Herbstartikel Platz zu schaffen, sind wir genötigt, die elegantesten Schuhwaren ohne Rücksicht auf den Wert zu räumen und geben diese daher zu Preisen ab, die sicher ein Beweggrund bielen dürften, auch wenn momentan kein Bedarf vorliegt, solche jetzt schon zu erwerben. Wir verweisen dieserhalb auf unsere Schau­fenster, aus welchen jedes gewünschte Paar herausverkauft wird. Auswahlsend. werden von diesen Paaren nicht gemacht. Unsere seit Jahren bewährten Kinder-Schulstiefel verkaufen wir wahrend dieses Räumungsverkaufs zu folgenden Preisen: die Größen 2b und 26 für Mk. 2.50, die Größen 27, 28, 29 und 80 für 2.95, die Größen 31 bis 85 für 3.50. Fett & Co.'s Schuhwarenhaus Union. Lqnggasse 33, Ecke Goldgasse,

Gesehnt. Meyer,

9 Langgasse 9.

Neuheiten

in Unterröcken, enorme Auswahl.

2182

Aparte Neuheiten. Cravatten, Jabots, Westen, Boas etc. etc.

Sal. Bacharach

Webergasse 2.

Bionsen, Kragen, Bänder, Spitzen, Schleier, 2023 Handsclmhc.

Seiden-Haus ü3« EHqB®©IbSIBBS§!

3@. Latraggasse SS.

zu spottbilligen Preisen.

22851