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MudMaulpser als Reserven der Kriegsmarinen.

Der neueste Jahrgang des „Nauticus, Jahrbuch für Dmtschlands Seeinteressen", wird durch ein erfolgreiches Bemühen gekennzeichnet, für die Handelsmarine ebenso wie bislang schon für die Kriegsmarine eine möglichst vollständige, umfassende Jahresübersicht zu werden. Außer dem bisher üblichen Jahresbericht über die deutsche Handelsmarine finden wir diesmal auch Übersichten Wer die englische, französische und amerikanische Handelsflotte, eine aus authentisches Material gestützte Darstellung von der Entstehung des Morganschen Schiffahrtstrustes, die sich von dem jüngst aufgetauchten Wirrwarr englischer Berichts über diese Organisation vorteflhast abhebt, ferner eine gründliche Untersuchung über die Ölfeuerung huf Schiffen usw. Auch das Tabellenmatcrial über Handelsflotten und Seeverkehr hat interessante Erweite- jungen erfahren.

In die jährliche Übersicht über alle Kriegsschiffe der Seemächte sind diesmal auch die Hülfskreuzer einbezogen worden. Je 4 Schnelldampfer der Hamburg-Amerika Kinie („Deritschland", „Fürst Bismarck", „Columbia", ^,Augusta Viktoria") und des Norddeutschen Lloyd („Kaiser Wilhelm II.", „Kronprinz Wilhelm", „Kaiser Wilhelm der Große", „Kaiserin Maria Theresia") mit jiber 18 Knoten Schnelligkeit stehen der deutschen Marine im Kriegsfälle zur Verfügung. Darunter befinden sich die 4 weitaus schnellsten Hülfskreuzer der Welt, von denen idie Hamburger „Deutschland" Wer den Ozean mit mehr als 23^4 Knoten Geschwindigkeit gefahren ist und auch die drei ersten Lloyddampfer diese Geschwindigkeit nahe­zu erreicht haben.

Feuilleton.

Umsturz.

9B soll also wirklich wahr werden! Das heißt, man MgftfeÜ «4! Oder vielmehr, man raunt cs einstweilen nur! Man glaubt noch nicht recht daran! Aber diejenigen, t**i*m*m. (kiublid i« die ^sanz großen" Schneiücr-AtelierS

Sig. 1. Stg. 2.

getan haben, versichern es hoch und heilig, daß es diesmal wirklich und wahrhaftig wahr ist. Die Mode-Umwälzung nämlich — der Umsturz! Lange genug hat's ja auch ge­dauert! Lange genug sind wir schlank gewesen, allzu schlank, gänzlich ohne Kurve. Lange genug haben wir eine sogenannte „natürliche" Figur gehabt, — denn das kleine Battisttuch oder das flache Kissen, das wir vorn in unsere lose Taille steckten, um den ebenso unumgäng­lich nötigen, als anatomisch unmöglichen „geraden Magen" zu erzielen, das zählte doch eigentlich nicht. Lange genug haben wir die schlanke Silhouette gehabt. Das war

Samstag, de« 5. September.

Diese neusten Schisse sind den Anforderungen unserer Marineverwaltung entsprechend gebaut worden; durch die Anordnung der Kohlenbunker ist ein Schutz der Maschinen erzielt, die Ausstellung der Geschütze ist beim Bau vorge­sehen worden, und die Umwandlung in Hülfskreuzer erfolgt in wenigen Tagen. Die „Deutschland" beispiels­weise erhält dann 2 lange 15 em-Geschütze, 4 zu 15,5, ferner 2 8,8 cm- und 2 5,7 em-Schnellfeuergeschütze und 14 Maschinenkanonen. In früheren Jahren hat die Kaiser-liche Marine mit einem Hamburger Hülfskreuzer praktische Übungen veranstaltet, die für den Kriegsfall einen Anhalt für die Instruktionen geben.

Außer den 8 ersten Schnelldampfern nennt der Nau­ticus als verfügbare deutsche HAfskreuzer die 4 großen schnellen Postdampfer der Hamburg-Amerika Linie „Moltke", „Blücher", „Hamburg" und „Kiautschou", die Bremer Reichspostdampfer gleicher Klasse „König Mert" und „Prinzeß Irene", ferner die älteren Lloydschnell­dampfer „Lahn", „Trabe", „Aller", „Hohenzollern" und die jüngeren Lloydpostdampser „Barbarossa", „Bremen", „Friedrich der Große", „Großer Kurfürst", „Königin Luise", „Prinz Heinrich" und „Prinzregent Luitpold", außerdem den Touristendampfer der Hamburg-Amerika Linie „Prinzessin Viktoria Luise".

Da diese Ausstellung nur die Hülfskreuzer mit 15 und mehr Knoten Geschwindigkeit berücksichtigt, entgehen ihr die anderen Reichspostdampfer, insonderheit die zahl­reichen und stattlichen Dampfer der Deutschen Ostafrika- Linie, über die das Reich im Kriegsfälle ebenfalls ver­fügen kann. Unter den großen Schnelldampfern hätte vielleicht auch der „Kaiser Friedrich" der Schichau-Werst mitgezählt werden können. Ebensowenig kommt in der Aufstellung zur Geltung, daß auch alle anderen Dampfer unserer großen Reedereien im Kriegsfall dem Reich zur Verfügung gestellt würden, und daß gerade diese lang­sameren, Hir große Transporte sehr leistungsfähigen deutschen Dampfer sich als Transportschiffe für Truppen, Pferde, Kohlen und Material wie als Lazarettschiffe während der Chinaexpedition vortrefflich bewährt haben. Der erste große Transport der deutschen Diviswn bildete geradezu eine Stichprobe aus die Brauchbarkeit der ge­samten Flotten der Hamburg-Amerika Linie und des Norddeutschen Lloyd im Heeresdienst. Denn die Schiffe mußten so rasch gestellt werden, daß damals — in außer­ordentlich reger Geschäftszeit — ohne besondere Aus- Wahl von Schiffen, Führern und Besatzungen einfach die- jenigen großen Dampfer genommen wurden, die inner­halb von acht bis vierzehst Tagen aus fernen Meeren in den Heimathafen beordert, dort gelöscht, gedockt und im Verlauf von wenigen Tagen als Quartierschiffe für

hübsch, graziös, elegant! Aber schließlich wird cs lang­weilig. Und weil Madame La Mode die Extreme liebt, so kehrt sie jetzt auf einmal das Prinzip um und dekretiert, daß das, was schlank war, jetzt breit werde, das Lange kurz, das Kurze lang und — das Schlanke stark.

Warum auch nicht! Lange genug ist die Zeit des Schlanken gewesen, lange genug hat man nur das be­wundert, was — mm, was nicht da war! Warum soll nicht auch wieder einmal eine Zeit kommen, wo die Kurve, die Wellenlinie, wieder zur Geltung kommt, wieder schön gefunden wird. Wo die armen weiblichen Wesen, die über 60 Kilo wiegen, nicht mehr unter dem Hohn und Spott ihrer glücklicheren Mitschwestern zu leiden haben! Warum nicht? Es gibt gar keinen Grund!

Der Anfang ist gemacht! Aus den glatten Röcken hat sich der Faltenrock entwickelt und aus dem vertikalen Be­satz der horizontale. Das Neueste sind wieder die rundum laufenden Garnierungen bis zur Taille, vorläufig erst schräge Blenden, — die um die Hüften eingezogenen Röcke, die sehr stark machen, kurz alles, was „die Sil­houette verändert."

Und zum Winter soll sie nun wirklich und völlig ver­ändert werden. Das Battisttuch oder Kissen auf dem geraden Magen soll ein Gegengewicht erhalten durch — nun, kurz gesagt, durch die Turnüre!

So erzählt man! Und die Eingeweihten, die es wissen können, beteuern es hoch und heilig! Und wenn man schon solch ein halb Dutzend Modewandlungen mitgcmacht hat, dann hält man's für nicht unmöglich!

Bitte, das zu bemerken! Nicht für unmöglich! Keines­wegs also für bestimmt oder sicher. Denn irgend eine Modeumwälzung als sicher zu verkünden, — das hat die gewissenhafte Chronistin längst aufgegeben. Aber un­möglich ist's nicht, daß wir im Winter zum Magenkissen die Turnüre fügen, daß all die grausamen Vorrich­tungen, die am modernen Korsett behufs Verdrängung der natürlichen Fülle angebracht sind, fallen, und daß wir wieder mehr als 60 Kilo wiegen dürfen, ohne hoff­nungslos unmodern, weil „scheußlich dick" zu sein.

Warten wir's ab. Vorläufig ist's noch nicht Winter, kaum Herbst. Vorläufig sind wir noch rank und schlank, und wenn wir einen Herbstmantel oder ein Kostüm be­nötigen, bevorzugen wir noch die „schlanke Linie", die allerdings beim Herbstmantel doch schon ziemlich volumi­nös ist. Denn er ist ganz lose, ganz weit (Fig. 1), sehr

RedaktionS-Jernsprecher N». 52. 1908»

Hunderte und Tausende von Mannschaften, für zahlreiche Offiziere und deren Pferde, für Gepäck, Geschütze und Munition umgebaut und hergerichtet und auf Monats hinaus verproviantiert werden konnten. Bekanntlich sind alle diese Schiffe auf die Minute pünktlich ausgelaufen, fast ebenso pünktlich in Taku eingetroffen und haben die deutschen Transporte daheim und in der Fremde großes Lob geerntet, insbesondere auch bei den Russen, als diese trotz ihrer Verfügung über die „freiwillige Flotte" das größte der Hamburger Transportschiffe mit einem Heim­transport von 2500 Mann von Ostasien nach Odessa beauftragten. Das gleiche gilt von den Pferdetrans- Porten Wer den Stillen Ozean und zurück durch di« Tropen nach Deutschland. Bei späteren Ersatz- und Rück­transporten konnten sich auch andere deutsche Reedereien und die regulären ostasiatischen Reichspostdampfer gleich erfolgreich beteiligen. Von den drei Lazarettschiffen des deutschen Korps erhielt eines auf der Frachtfahrt nach Ostasicn den Auftrag, sofort in Japan feine Ausrüstung zu beschaffen und sich unter den Befehl des deutschen Admirals zu stellen. Ein zweites wurde rasch in Deutsch­land ausgerüstet, ein drittes auf der Reedd von Taku aus einem Transport- in ein Lazarettschiff umgewandelt. Alle drei behielten ihre Besatzung und alle zeigten sich für ihre neue Aufgabe geeignet.

Als Hülfskreuzer der englischen Marine nennt dev Nauticus 8 Dampfer der White Star Line, 7 Dampfer der Cunard Line, 12 Schiffe der P. and O. Company, 6 der Orient Steam Nav. Co., 8 der Royal Mail, 4 der Pacific Steam Nav. Co. und 5 der Canadian Pacific Railway Co. Für 18 von diesen 49 Dampfern erhalten die Gesellschaften bedeutende Jahrgelder (jährlich Wer IV 2 Millionen Mark) dafür, daß sie diese Hülfskreuzer zur Verfügung halten, während Deutschland für seins Reserve an besseren Schnelldampfern keinen Pfennig be. zahlt. Der Nauticus schätzt die beiden schnellsten eng­lischen Hülsskreuzer fiir diesen Dienst nur auf 21 .Knoten ein, und diese Inferiorität Deutschland gegenWer beun­ruhigt die englische Regierung bekanntlich dermaßen, dass sie es sich in 20 Jähren 60 Millionen Mark an Sub» sidien kosten lassen will, nm, wenn möglich, durch di- Cunard Line 2 Hülfskreuzer zu erhalten, die den 4 deut­schen Werlegen sind.

Frankreich hat als Hülfskreuzer 20 Dampfer ixqt Compagnie Mnsrale und 13 der Messageries Maritimes zur Verfügung, darunter jedoch diele ganz kleine und fast! ausschließlich nur mäßig schnelle Schiffe, nur 4 groß« Schnelldampfer, die sich freilich mit den 4 ersten deut> scheu auch noch in keiner Weise messen können.

In Rußland kommt für den Hülfskreuzerdienst das

lang, fast so lang als das Kleid. Zunächst aus glaiteül Tuch — wie er sich im September noch „auswachsen" wird, vermag niemand zu sagen — mit Vorliebe aus schwarzem oder grauem. Mit weiten Ärmeln, die gern mit einem Samtaufschlag besetzt werden, der mit einer Seidenborte abgrenzt. Mit einem Aiglon-Kragen, der durch einen Stehumlegekragen ans Samt mit Bortenbesatz ergänzt wird. Das Ganze sehr schick, sehr einfach. Dolch eist

Mantel bedeckt auch sehr nützlich die schon etwas chtsfo- merten Toiletten, so daß wir mit den Herbstkleidern noch etwas warten können.

Viel nötiger ist irgend eine hübsche, elegante Bluse für die ersten Theatervorstellungen oder für intime Ge­sellschaften. Da ist die viereckig ausgeschnittene Bluse sehr hübsch, sehr neu. Der Ausschnitt kann nach Belieben tief sein. Er wird gefüllt durch eine schöne Spitze, die den Hals indessen frei läßt. Eine entzückende Bluse ist aus weißer, mattglänzender Lousine gefertigt (Fig. 2). Der tiefe Ausschnitt ist zweimal mit einer zweifinger-