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Wiesbadener Tagblatt (Morgen-AnSgabe). Verlag: Langgasse 27.

Seite 2. 25. Juli 1903.

i>en Bezirk Langenburg. Neulich äußerte ein Engländer, welcher vom Kilimandscharo her durch die Kolonie ge­zogen ist, mit Bezug auf das Kondeland: Deutschostafrika betritt und verläßt man auf paradiesischem Boden. Und oft kann man aus englischem Munde das Bedauern hören: Wenn wir doch die deutsche Kolonie hätten! Sie enthält das beste Land von ganz Ostafrika.

Ausland.

* England. Die Tatsache der „gälischen Renaissance" wird in einem Artikel über Irland von Thomas O'Donnell in der „Revue" beleuchtet. Von Interesse ist besonders die Feststellung, daß seit 1893 die „Gälische Liga" 412 Zweigvercine gegründet hat, und daß sie im Jahre 11901 nicht weniger als 250 000 Exemplare gälischer Werke verschiedenster Art veröffentlicht hat, das heißt, die doppelte Zahl der englischen Werke, die in Irland im selben Jahr erschienen sind.

* Serbien. Über den politischen und finanziellen Nachlaß König Alexanders verlauten neuerdings weitere interessante Einzelheiten: Mit der Sichtung ist eine Kommission beschäftigt, welche eine ganze Reihe von Schriftstücken und Kassebelegen bisher sortierte, durch die eine groß Zahl in- und ausländischer Persönlichkeiten mehr oder minder schwer bloßgestellt erscheinen. Trost­los ist es um die Berlassenschaft des niedergeschossenen serbischen Königspaares bestellt. Die im' Auslande Unterhaltenen Depots sind bis auf etwa hunderttausend Frank bisher nicht auffindbar gewesen. Königin Natalie hat sich durch ihren Belgrader Rechtsanwalt Oreschkowitsch >,8ub beneficio inventarii" als Erbin angemeldet, d. h., haß sie für die Deckung eines etwa vorhandenen Defizits nicht aufkommen wolle. Die größte Gläubigerin König Alexanders ist die Wolga-Kama-Bank mit den seinerzeit zur Rangierung KörnA Milans vorgestreckten drei Millionen Frank. Für diese auf die Belgrader und Semmdrianer Liegenschaften der Familie Obreno- witsch eingetragenen Gelder ist eine jährliche Zinsen- und Tilgungsquote bon 73 000 Frank zu zahlen, während die Liegenschaften derzeit nur einen Nutzwert von 50 000 Frank ausweisen. Das alte und das neue Palais, die Sommerfitze Topschider, Nisch und Semendria stnd Staatseigentum. Nur die Gegenstände im alten Konak waren Eigentum des Königs Alexander. In dem mit fiirftlifter Pracht ausgestatteten neuen Trakt wurden bloß wenige Zimmereinrichtungen aus der Privatschatulle König Milans angeschasst. Der vor­handene Schmuck der Königin Draga, darunter zwei Diademe und eine fünfreihige Perlenschnur, wird höch­stens auf 120 000 Frank geschätzt. Der Schmuck und die sonstigen Wertgegenstände dürften in allzu ferner Zeit in Belgrad zur öffenllichen Versteigerung gelangen, wobei die Wolga-Kama-Bank als einziger privilegierter und Hauptgläubiger voraussichtlich den größten Teil des Nachlasses erstehen wird.

Aus Stadl und Kaub.

Wiesbaden, 25. Juli.

6. Gcrichtspersonalien. Herr Referendar vr. Elsas- Elberfeld wurde an das hiesige Landgericht, Herr Referendar Otto Roß- Erstein i. E. an das Amts­gericht zu Höchst a. M. und Herr Aktuar L i l l - Frank­furt a. M. an das Amtsgericht Idstein versetzt.

— Freie Schulstelle» sind in folgenden Orten: 1. Ober­st ö ch st a d t ikathvlisch), Grundgehalt 1150 M. nebst 150 M. Mictsentschüdigung für verheiratete und 100 M. für unver­heiratete Lehrer, 150 M. Alterszulage lMeldungstermin

Gesundheit der Bemannung durch den unterseeisch,en

Aufenthalt in keiner Weise gelitten hatte.

Diese gelungenen Probefahrten schienen ausschlag­gebend; aber man forderte einen noch glänzenderen Be­weis von der Brauchbarkeit des neuen Fahrzeuges. Fulton wartete zu diesem Zwecke vergeblich auf eine eng­lische Fregatte, die an den englischen Küsten kreuzte; es bot sich ihm jedoch keine Gelegenheit, sie mit seiner Höllenmaschine anzugreifen.

Napoleon wurde die Sache jetzt langweilig und in ihm setzte sich die Überzeugung fest, dpß unterseeische Angriffe überhaupt ein Ding der Unmöglichkeit seien. Er verweigerte deshalb dem Erfinder jede neue Unter­stützung^ Fulton verlangte indessen nichts wefier als Entschädigung der Kosten, die er für sein Boot aufge- wendet, bis zu einem Betrage von 40 000 Frank, wovon die bereits vorgeschossenen 10 000 Frank abgezogen wer­den sollten, ferner ein Patent, das ihm die Anerkennung als Kriegführender verleihen sollte, um zu verhin­dern, daß er und seine Leute im Falle einer Gefangen­nahme als Seeräuber aufgeknüpft würden.

Aber gerade das letztere Verlangen war der Haupt­grund, weshalb Fulton jede' weitere Unterstützung ent­zogen wurde. Der Kriegsminister, Admiral Pleville Le Pelley, war der Meinung, daß man unmöglich solches Anerkennungspatent einem Manne ausstellen könne, der derartige Angriffs- und Verteidigungswaffen anwendete. Caffarelli, der Marinepräsekt von Brest, war der gleichen Ansicht und fügte noch bei, daß diese Kämpfesmethode unbedingt mit dem Untergang sowohl des Angreifers als auch des Angegriffenen enden müsse, und das wäre kein ehrenvoller Tod. Fultons Erfindung wurde daraus von Frankreich preisgegeben. Trotz alledem setzte er seine Versuche fort, jedoch richtete er dabei sein Augenmerk mehr auf die Anwendung der Dampfkraft für die Schiff­fahrt. Hierin war Fulton glücklicher und am 9. August 4803 machte er mit seineni Tvmpfboot eine wohlge­lungene Probefahrt auf der Seine, angesichts einer un­zählbaren Menschenmenge. Aber dennoch hatten auch diese Vorführungen für Fulton in Frankreich keine weiteren günstigen Folgen. Die Ursache ist, wie man meint, die absolute Weigerung Napoleons, sich mit Fulton weiter einzulassen. Er zählte ihn zu den Quacksalbern und Be- ärügern, die keinen anderen Zweck verfolgen als ihre Taschen zu spicken. Ter Erfolg hat jedoch gelehrt, daß

20. August, Antritt der Stelle: 1. Oktober er.); 2. Münch­hausen, Dillkreis (evangelisch), 1000 M. Grundgehalt nebst Dienstwohnung, 150 M. AltcrSzulage (Meldung: 15. August, Antritt: 1. September er.): 8. Wörsdorf (evangelisch), 1180 M. Grundgehalt nebst Dienstwohnung, 150 M. Alterszulage, (Meldung: 15. August, Antritt: 1. Oktober er.): 4. Nauroth, Untcrtaunuskrcis levangelisch), 1050 M. Grundgehalt nebst Dienstwohnung, 150 M. Alterözulage (Meldung: 16. August, Antritt: 1. Oktober er.): 5. Neuenhat n levangelisch), 1150 M. Grundgehalt nebst 275 bezw. 150 M. Mietsentschädigung, 150 M. Alterszulage lMelbung: 1. September, Antritt: 1. Oktober er.), 6 Heck holzhausen, Obcrlahnkreis levangelisch), 1150 M. Grundgehalt nebst Dienstwohnung, 150 M. Alterszulage, lMelbung: 15. August, Antritt: 1. September er.),- 7. Idstein levangelischc Mittelschullchrerstelle an der vereinigten Bolks- nnb Realschule), 1800 M. Grundgehalt nebst 850 M. bezw. 200 M. MietScutschädigung, 175 M. AlterSzulage (Meldung: 1. Sepk., Antritt: 1. Oktober er.). Bewerber müssen die Befähigung zum Unterricht im Französischen und Englischen oder wenigstens in einer dieser Sprachen besitzen. In sämtlichen Fällen sind die Be­werbungen bei der König!. Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen, dahier einzureichen.

— Die Hnndstagc, die bekanntlich vom 28. Juli bis zum 23. August währen, haben ihre Herrschaft angetreten. Sie entlehnen ihre Bezeichnung dem bei den Griechen um diese Zeit (Opora) beginnenden kosmischen Aufgange des Sirius oder Hundssternes. Der Eintritt dieses Sternes, der nahe mit dem Eintritt der Sonne in das Sternbild des Löwen zusammenfüllt, bestimmte von je den Anfang der sogenannten Hundstage, sowie der Auf­gang des ArkturnuSsternes das Ende derselben. Der gelbrötlich schimmernde Bärenhüter Arkturnus im Sternbild Bootes, der den Alten als sturmbringendes Gestirn galt, und ferner der Sirius im großen Hunde, als hellster aller Fixsterne, bestimmen also eigentlich die Grenzen der Canicularia oder Hundstage der Alten, übrigens ist die Veränderlichkeit der Bewegung unseres schönen hellen Sirius vielfach nachgewiesen worden. Die Hundstage sind erfahrungsmäßig die heißeste Zeit im Jahre, daß bei ihnen selbst den Lernbegierigsten die Lust zum Studieren vergeht, denn dazu gehört geistige Frische. Viel Hitze aber erzeugt Trägheit. Wir treten also in die Zeit, in welcher die Trägheit gleichsam ihre Berech­tigung hat. Zu keiner Zeit im Jahre wird so viel ge- faulenzt, so viel am Tage im Grünen gelegen, so viel in der Hängematte hinter dem üblichen Buche kokettiert, wie zur Zeit der Hundstage, deren Hauptzweck ist, das dolce farniente so recht zum Ausdruck zu bringen. In den Hundstagen ist die Trägheit offiziell und salonfähig geworden, und wer nur irgendwie kann, hat in dieser Jahresperiode die gesellschaftliche Verpflichtung, ein recht gelangweiltes Gesicht zu machen und möglichst viel zu gähnen, so schreibt es die unbezwingbare Mode vor. In den Hundstagen ist das Langweilen schick und die leeren Köpfe sind die gesellschaftlichen „Löwen des Tages". Wer besonders Veranlagung hat, geistreich zu sein, der spare das bis auf bessere Zeiten; denn bei einem Kenner, oder besser, bei einer genauen Kennertn der unvermeidlichen Saison-Eigentümlichkeiten, würde er sich nur damit bla­mieren.

— Andrang anf der Eisenbahn. Nachdem mit Be­ginn der Schulferien der Reiseverkehr voll eingesetzt hat, macht sich besonders an Sonn- und Festtagen ein außer­gewöhnlicher Andrang bei der Beförderung auf der Eisenbahn fühlbar. Dieser Andrang nimmt Sonn- tagsabenös bei der Rückfahrt aus dem Rheingau in der Richtung nach Frankfurt a. M. und Wiesbaden oft einen beängstigenden Charakter an. Die Eisenbahnverwaltung hält es daher für angebracht, das Sonntags reisende Publikum wiederholt auf die beson­deren Einrichtungen htnzuwetsen, die von der Eisen­bahnverwaltung zur Bewältigung dieses Verkehrs ge­schaffen sind und leider immer noch zu wenig benutzt werden. Außer den regelmäßig fahrenden Personen­zügen, die an Sonn- und Feiertagen bedeutend verstärkt und, soweit erforderlich, in zwei Teilen gefahren werden, verkehren, wie aus jedem Kursbuch ersichtlich ist, Sonn.

Napoleon durch seine Vorurteile gegen verschiedene Neue­rungen sehr unvernünftig gehandelt hat, ein neuer Be­weis dafür, daß große Männer mitunter sehr beschränkte Ansichten haben können. Der Marschall Marmont sagt in seinen 1857 erschienenen Memoiren in bezug auf das Verhältnis zwischen Fulton und Bonaparte: „Es ist un­berechenbar, was alles geschehen wäre, wenn er (Napo- leon) einer anderen Überzeugung zugänglich gewesen wäre. Frankreichs guter Genius schickte uns Fulton. aber der erste Konsul blieb für dessen Stimme taub und ließ das Glück vorübergehen."

1806 reiste Fulton nach Amerika zurück, wo er seine Studien über die Unterseeschiffahrt und die Dampfschiff, fahrt mit besserem Erfolge fortsetzte. Er vervollkomm- nete das Unterseeboot und den Torpedo und machte auf Kosten der amerikanischen Regierung mehrere Probe­fahrten im Hafen von New Dort. Es'gelang ihm sogar, an seinem Apparat eine Vorrichtung anzubringen, mit der man die Kabel vor Anker liegender Schiffe durch- schneiden konnte.

Am 24. Februar 1815 starb Fulton. Das Untersee­boot und der Torpedo gerieten in Vergessenheit und blie­ben es ein halbes Jahrhundert lang; die Dampfschiffahrt hingegen kam nach und nach zur Entwickelung.

Der Schriftsteller Obalski erzählt über das erste Unterseeboot eine Geschichte, die er in einer Studie von El. Evrard vom Jahre 1830 gefunden hat; sie ist viel- leicht nur eine Legende, ist aber hübsch genug, uin wieder aufgefrischt zu werden; denn sie ist ein Beweis dafür, was man schon zu jener Zeit mit einem Unterseeboote glaubte erreichen zu können:

„Johnson, ein englischer Kapitän, nach anderen ein Schmuggler, der vor der englischen Admiralität die Ver­suche Fultons nachgeahmt, hatte einen kühnen Plan ent­worfen. Napoleon mittels eines Unterseebootes von St. Helena zu entführen. Johnson hatte sich vorgcnommcn, sich, nut dem Fahrzeug abends der Insel zu nähern, in einiger Entfernung davon unterzutauchen, um die Kreuzer zu täuschen und unbemerkt den Strand zu erreichen. Von dort wollte er einen Boten an den entthronten Kaiser senden und ihn erwarten, um ihn in sein Schiff aufzu- nehnien. Für den Fall, daß sein Unternehmen ge­lingen würde, waren ihm ungeheure Geldsummen der- sprachen worden und sein Mut und seine Kaltblütigkeit berechtigten dazu, die besten Resultate zu erwarten.

81. Jahrganq. No.»i,

t a g s z ü g e , welche leider immer noch nicht in dem Ui», fange in Anspruch genommen werden, daß ihr voll erreicht wird. Die alltäglich fahrenden Züge mer. den von den Reisenden gewöhnlich bevorzugt und überfüllt, während in den Sonntagszügen meist eine be­queme Beförderung gesichert ist. Der ab Eltville 8.7 Uhx nachmittags abfahrende regelmäßige Personenzug jsi Sonntags immer noch überfüllt, während der von Elt­ville 7.43 nachmittags nach Frankfurt a. M. und die beiden 7.63 und 8.82 Minuten nach Wiesbaden fahrenden Sonntagszüge nur schwach besetzt sind und eine äußerst günstige Befürderungsgelegen- h e i t bieten. Hierbei wird noch besonders darauf auf­merksam gemacht, baß der von Eltville 7.63 nachmittags nach Wiesbaden fahrende Sonntagszug vom nächsten Sonntag, den 23. d. M., ab bereits in Erbach beginnt und daselbst 7.46 nachmittags abfährt und 7.51 in Eltville ankommt. Die Weiterfahrt von Eltville ab 7.53 nach­mittags bis Wiesbaden (an 8.25) erfolgt zu den in, Kursbuch angegebenen Zeiten. Danach liegt eS tatsäch­lich im Interesse des Sonntags reisenden Publikums, mehr die Sonntagszüge zu benutzen, zu­mal dieselben meist vor den täglich fahrenden Personen­zügen verkehren und die Beförderung mit dem folgen­den regelmäßigen Personenzug immer noch möglich bleibt. Besonders erwünscht ist es auch, daß Vereine und größere Gesellschaften die Sonntagszüge bei ihren Reisen bevorzugen und die Zahl der Teil­nehmer und Wagenklasse sowohl für die Hinreise, als auch für die Rückreise der jedesmaligen Etnsteigstation so frühzeitig mitteilen, daß letztere besondere Wagen für die Beförderung bereit halten kann.

— Nachträgliche klingende Anerkennung. Nachdem für die anstrengende Dienstleistung während des Pfingst­festes und der Sänger wett st reittage zahl­reichen Eisenbahnbeamten verschiedener Chargen im Frankfurter Hauptbahnhof Gratifikationen zu teil ge­worden sind, sollen, wie die „Kl. Pr." erfährt, jetzt nach­träglich auch noch das Zugpersonal und die Bahnsteig­schaffner damit bedacht werden. Auch auf den Stationen Rüdcsheim, Wiesbaden, Homburg ist die Verteilung von Gratifikationen vorgesehen.

— Eine geographische Glanzleistung. Die Biebr. Tagesp." reproduziert aus einem Aufsatz, den eine 13- jährige Schülerin als Hausarbeit lieferte, folgende Sätze: „Die Grenzen Europas! Das deutsche Reich begrenzt Ntzinien. Das Ärmel Meer liegt mitten in Aßinicn. Wir haben fünf Meere das mittelländische Meer, stiller und ruhiger Odzjan. Der Odzjan welcher in London liegt. Der salziger Odzjan mündet in das Mittelländische Meer. Das Kuralen Tier (soll heißen: Korallentier) baut gern sein Nest in das Meer. Es sind immer meh­rere und wachsen immer höher. Wenn ein Schiff davor bei fährt so kann es pazieren daß das Schiff ein Loch be­kommt und es dann unter geht. Das kleine Kuralen Tierchen kann tausend Breien (soll heißen: Perlen) machen daß so ein schlimmes Unglück pazieren kann in­dem es doch so ein kleines winziges Tierchen ist." Wenn das kleine Fräulein später einmal in der Kochkunst nur halb so stark ist, wie in der Geographie schwach, dann wird es eine ganz hervorragende Köchin abgeben.

nc. Bon Waldbrändcn gibt cs, wie in jedem Sommer, auch heuer wieder häufig zu berichten, trotzdem es an Warnungen vor leichtsinnigem Umgang mit Feuer in den Wäldern niemals fehlt. Der Landbewohner, der die Gefahren des Waldbrandes und seine ganze Furchtbar, keit kennt oder ahnt, ist auch meistenteils in dieser Hinsicht sehr vorsichtig) der Städter aber, der es gewohnt ist, das Streichholz zu seiner Zigarre brennend auf das Pflaster zu werfen, sollte bei seinen Waldspaziergängen von die­ser üblen Unsitte Abstand nehmen. Ein unachtsam in dürres Laub geschleudertes Streichholz oder Zigarren­endchen kann einen Waldbrand von unberechenbaren

Aber just an dem Tage, an dem sein Schiff mit einer .Kupferbekleidung versehen wurde, kam von St. Helena die Nachricht, daß der illustre Gefangene nicht mehr unter den Lebenden weile."

Droht vom Vesuv Gefahr?

Wie die „Allg. Miss. Ber." mitteilen, hält Arthur Stentzel, der sowohl im Jahre 1902 wie auch zu Beginn dieses Jahres eine Reihe von Taten seismischer und vulkanischer Störungen mit Erfolg im Voraus angegeben hat, die Möglichkeit einer nahe bevorstehenden Vesuv- Katastrophe nicht für ausgeschlossen. Zunächst weist er daraus hin, daß die vorjährigen großen Erdbeben und Ausbrüche, besonders der amerikanischen Schütter- und Vulkangebiete, in einer Trefferzahl von mehr als 78 v. H. mit Gefahrstellungen von Mond. Sonne (und Pla­neten) zusammenfielen, daß also die Einwirkung kos- Mischer Kräfte infolge der Anziehung der Körper unseres Sonnensystems auf das gasförmige Innere unserer Erde bis zu einem gewissen Grade als vorhanden angenommen werden müsse. So habe sich beispielsweise der große Ausbruch des Mont Pel6 und des Soufridre am 8. Mcki 1902, mit dem gleichzeitig ein Ausbruch des Stromboli eintrat, genau zur Zeit einer bemerkenswerten Gefahr- stellung Planetischer Körper ereignet. Überhaupt haben die Ausbrüche sowohl des Mont Pels wie auch des Soufridre ein auffälliges Zusammentreffen mit solchen Gefahrstellungen gezeigt. Selbstverständlich sind die Schwerkraftwirkungen außerirdischer Körper nicht als die ausschließliche Ursache der seismischen und vulkanischen Störungen zu betrachten, vielmehr haben innere Span­nungen und Verschiebungen des Gefüges der festen Erd- rinde einen wesentlichen Anteil daran; die kosmischen Kräfte spielen bei den irdischen Vorgängen nur insofern eine Rolle, als sie die auslösenden Faktoren darstellen. Betrachtet man, sagt Stentzel, nach diesen Gesichtspunkten das Verhalten des Vesuv, so findet man, daß auch in der Reihe der Ausbrüche dieses berühmtesten aller Vulkans kosmische Perioden mehrfach deutlich zu erkennen sind. Rechnet man nun zu der Jahreszahl des furchtbaren Ausbruchs von 1680 einen Zyklus der großen Sonnen­fleckenperiode von 222,5 Jahren hinzu, so gelangt man in das Jahr 1903. Und auch vom Ausbruch des Jahres 1868 trifft man aus das Jahr 1903, wenn man dazu