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Miaut ;um Wltsbaütntr TaublaN.

K». 283. Morgen-Ausgabe.

Des Edlen Leben sei dem Sommertagc gleich, M

Der Morgen boffnuiMfrisch, der Mittag tatcnreich, [7 Der Abend feirrfltU, von mildem Glanz umlacht,

Ein tiefes, stilles Schau'n in Gottes Srcrnenvracht. »

Julius Lohmeyer. ^

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(11. Fortsetzung.)

Kentnanl Kammchens Abenteuer.

Eine heitere Geschichte von G. v. Stokmans-Germanis.

Mannia bereitete an einem Seitentische den duften- den Mocca, füllte die Tassen und schickte die Diener da­mit herum, aber einige der Herren zogen es vor, sie selbst tu holen und stehend in ihrer Nähe auszutrinken. Das schöne Mädchen besaß für alle eine große Anziehungs­kraft, und ihre scharfen, originellen Bemerckungen waren immer treffend und klug. Ihr Vetter Max schien aber

für ihre Vorzüge kein Verständnis zu haben, denn mit einer brüsken, fast unhöflichen Bewegung durchbrach er den Kreis der Bewunderer, der sich um sie gebildet hafte, und sagte schroff:

„Sollte vielleicht für mich auch noch etwas übrig sein?"

Fast erschreckt wandte Mannia sich zu ihm um. „Hast du denn noch nichts bekommen?" fragte sie hastig.

„Nein", erwiderte er, „bis jetzt noch nicht. Es ist ja auch ganz selbstverständlich, daß ich zuletzt bedacht werde — erst die Gäste, dann ich — aber zuweilen vergißt man mich ganz und gar, und meine Selbstverleugnung ist noch nicht ausreichend ausgebildet, um dies als Vorzug zu empfinden."

Eine feine Röte stieg in Mannias Wangen empor, und befremdet starrten die Herren auf den Sohn des Hauses, der sonst so gastfreundlich, und liebenswürdig war, und nun plötzlich seiner üblen Laune ungehemmt den Zügel schießen ließ. Aber nur einen Augenblick währte das peinliche Intermezzo, dann warf Mannia ein wenig den Kopf zurück, und ihr leises, melodisches, ein wenig spöttisches Lächeln brach den Bann.

„Da sehen Sie, wie es geht, wenn ein junger Herr so viele Schwestern hat", sagte sie lusüg. „Für gewöhn­lich ist er Hahn im Korbe und wird schrecklich verwöhnt — da kommt es ihm ganz merkwürdig vor, wenn man seine Herrlichkeft einmal vergißt", und zu Max gewendet, fuhr sie fort:

„Sei nur nicht so grimmig, verehrter Brummbär- Pascha; du sollst deinen Kaffee haben, und zwar ganz besonders schönen. Heiß wie die Hölle, schwarz wie der

Teufel —"

, „Und süß wie die Liebe", ergänzte Panthenau mit schwärmerischem Augenaufschlag.

, Mannia nickte. „Ja, Herr von Panthenau, süß wie ' die Liebe ,vorausgesetzt, daß die Liebe wirklich süß ist — was ich, trotz mangelnder Erfahrung, mitunter bezweifle. Kennen Sie nicht den berühmten klassischen Vers von Moritz Busch?

Ein Irrtum, welcher welt verbreitet,

Und viele Menschen irre leitet Ist, daß die Liebe eine Sache,

Die immer viel Vergnügen mache!

Sams tags den 27. Juni

Alle lachten, und Panthenau beschlich ein Gefühl heimlichen Unbehagens, während Mannra ihres Vetters Tasse füllte und sie ihm mit komischer Grandezza über, reichte. „Ist der Haustyrann nun wieder versöhnt? fragte sie schmeichelnd, „oder soll ich in Gemeinschaft mit dem mitschuldigen Diener einen Fußfall tun? Das Ware jedenfalls neu und äußerst wirksam, aber mein geknicktes Selbstbewußtsein würde sich wohl sehr bald rächen, und wenn diejenige, welche du einst zu heiraten gbdtznkst, bei mir vorfragte und ein unparteiisches Urteil über deine häuslichen Tugenden von mir verlangte, wurde ich sie dringend warnen und sagen: Um Gottes willen, heiratm Sie diesen Menschen nicht. Er kann schrecklich unsiebens- würdig sein und hat alle Anlagen zum Haustyrannen.

Max lächelte ein wenig und trank schweigend seinen Kaffee, wobei er sich in einen bequemen Lehnstuhl setzte und die Beine übereinanderschlug. Auch die anderen Herren haften Platz genommen, und die Unterhaltung wurde wieder ganz normal und allgemein. Nur Panthe­nau ärgerte sich im füllen über die unzarte Behandlung, die seine Angebetete von ihrem Vetter erfahren hatte, und machte schließlich seinem Groll in einigen teilnahmsvollen Worten Lust, die er ihr unbemerkt zuraunte. Mannra sah einen Augenblick ernst vor sich nieder, dann sagte sie: „Glauben Sie nur nicht, daß ich mir dergleichen gefallen lasse, Herr von Panthenau. Vor der ganzen Gesellschaft kann ich ihn doch nicht abkanzeln, aber die Strafe ist ihm nicht geschenkt. Unter irgend einem Vorwände lade ich ihn nachher zu einem kleinen Spaziergange ein und wasche ihm gehörig den Kopf. Die ganze Familie verzieht ihn, well er jetzt der einzige Sohn ist, aber ich gedenke nicht, mich der Vergötterung anzuschließen. Er bekommt nach­her seine Gardinenpredigt."

Panthenau überlegte einen Airgenblick, dann sagte er: „Ursprünglich hatte Herr von Twielendorf doch drei Söhne, nicht wahr? Ich sah es neulich im Freiherrn- kalender. Der eine ist tot, der zweite hier — wo hält sich denn der dritte auf?"

„Ich weiß es nicht", war Mannias Erwiderrmg, und ein Zug von Befangenheit glitt über ihr Gesicht. „Er hat sich vor Jahren mit leinen Eltern entzweit und ist heimlich auf und davon gegangen. Eltern und Ge- schwister sprechen nie von ihm .aber das Zerwürfnis, das zu der Trennung Anlaß gab, muß sehr ernst gewesen sein, denn seine Wirkung dauert noch immer fort."

„Also auch hier, wo man es am wenigsten vermuten scflte. ein Familiendrama", seufzte Panthenau. „Ihr Onkel sieht gar nicht danach aus, als wenn er überhaupt je ernstlich zürnen könne."

Mannia lächelte. „Meine Tante kann es um so bester, und er wird stark von ihr beeinflußt. Sie liebt es nicht, wenn man ihre Plane durchkreuzt. Im täglichen Leben gönnt sie uns allen viel Freiheit und mischt sich nicht sin unsere Angelegenheiten, aber wenn es darauf ankommt, heißt es bei ihr: biegen oder brechen, und das hat auch ihr jüngster Sohn erfahren, obgleich gerade er ihr Liebling war."

„Sic alt mag er jetzt sein?"

„Ein Jahr älter als Marie Luise. Die beiden sollen als Kinder unzertrennlich gewesen sein. Mit dem brünetten Max hat er gar keine Ähnlichkeit. Er war ganz

blond und glich seinem verstorbenen Bruder« Leutnant Lämmchen erinnert an beide —"

.Wirklich!"

",Ja7 mir fällt es immer wieder auf, obgleich dk sichtszüge ganz verschieden sind, und Max spricht so^ von frappanter Ähnlichkeit. Dieselbe siegt wohl haupt­sächlich in den Umrissen der Figur, dem blonden und der Art, sich zu bewegen.. Sogar das Or"— verwandtes. Indessen — nicht Zedern fallt auf. Meine Cousine Magdalls zum Beispiel.ww von dieser Ähnlichkeit nichts wissen, und so sicht ieder mtt anderen Augen." #

Rittmeister von Wacht war sonst kein eifriger Brief­schreiber. aber heute kam er mit einem dickm W ttt der Hand gleich nach Tische die Treppe herab schalZ» in die von der Hausfrau scharf kontrollierte PoMM. welche der herrschaftliche Bote täglich nach der mchstM Station trua und sagte, als sie ihn dabei beobacylere^ mit heuchlerischer Dringlichkeit: „Die Briefe 6^ doch heute noch ab? Nicht wahr, gnädige ?>uau - , '

Domina ihm mit vielsagendem Lächeln zunickte ruhigend sagte: „Gewiß, gewiß, sie werden noch rmt dem

^^Wacht ttieb chnm^lugenblick bei ihr stehen, sagte ihr einige anerkennende, von, feinem Verständmste 3^9 Worte über die liebenswürdige Ausnahme, un! Verpflegung und fügte dann mit scheinbar impulsiver

Aufrichtigkeit hinzu: , .•

Es ist wirklich großartig, meme Gnädigste, wie Lie di? Wünsche sedes einzelnen zu erraten verstehen. S t n ;j-. , 1irrt Mlysräel Ihnen gar nicht dankbar genug

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£emii§ und dergleichen bin ich doch ichon ,u ol.. klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch ww bie*

dabei ungewöhnlich, rartfühlend und diskrtt JE^

Gesellschaft sind Sie gut ausychobm. ^uchmr Lo IM nur ini Garten ein recht gemuüiches, schattig«

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Er lachte spöttisch. „Nein, Mutter, meinetwegen kan»

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