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N-. 267. Worgen-Ansgalre.

* Fast meint er (der Mann), dort bei den Frauen wohne ^

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sein besseres Selbst: an diesen stillen Plätzen werde auch die 5* lauteste Brandung zur Totenstille, und das Leben selber zum H, Traume über das Leben. Jedoch, jedoch ... <»

. . . Der Zauber und die mächtigste Wirkung der Frauen » ist, um die Sprache der Philosophen zu reden, eine Wirkung £ in die Ferne, eine aotio in äistans: dazu gehört aber, zuerst '

und vor Allem — Distanz!

Nietzsche.

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Späte Erkenntnis.

Roman von Alexander Römer.

Ellen faßte ihre Hand mit festem Druck und beugte stch zu ihr nieder. „Gott hat ja nun auf andere Weise geholfen", flüsterte sie, „ich sah diese Enttäuschung voraus, und fürchtete mich sehr vor dem heutigen Tage. Nun wird ja doch alles über unser Bitten und Verstehen gut, bitte, nimm dich zusammen, trübe mir mein Glück nicht."

Leopold, der ein paar mühsam erzwungene höfliche Worte nrit Welcord gewechselt hatte, wendete sich zur Tür.

„Das Brautpaar wird niemand vermissen", sagte er, „ich empfehle mich, ich habe drüben noch allerlei zu er­ledigen."

Er ging und Ellen sah ihm mit einem angstvollen Blick nach. Die Mutter lehnte bleich und fassungslos in ihrem Stuhl. Trotz des Glückes, das da vor ihr cms- leuchtete, vermochte sie sich in das Unerhörte nicht zu finden.

Welcord flüsterte mit seiner Braut. Er wollte jetzt gehen, zunächst zu Frau Rose, um ihr die Nachricht seiner Verlobung zu bringen. Am Nachmittag kam er wieder, um alles nötige zu beraten. Er küßte der Mutter die Hand. Die alte Frau riß stch gewaltsam aus ihrer Ver- störung empor. „Ach! Ellen", rief sie in einem angst­vollen, hilflosen Ton, „wie soll das nun werden, wenn du auch von mir gehst, und die Aussteuer — die Hochzeit —"

Ihr dämmerten plötzlich die Worte auf, welche Leopold in Bezug auf ein Legat gesprochen, das Ellen zugefallen sei. „Gottlob, du hast wenigstens ein kleines Heirats­gut", setzte sie hinzu, „aber binnen so kurzer Zeit läßt sich ja gar nichts beschaffen-"

Welcord fühlte Mitleid mit der schwachen, durch die widersprechendsten Aufregungen verwirrten Frau.

„Mütterchen", sagte er scherzend, „wenn M« Ihre Ellen lieb haben, so dürfen Sie jetzt um nichts mehr sorgen. Was die Aussteuer anbelangt — so notiert mir Ellen ihre Wünsche, ein Paar Telegramme nach Paris, Berlin oder Hamburg cm die betreffenden Magazine, und -wir haben binnen ein paar Tagen alles, was wir brauchen."

Me Dokwrin sah ihn sprachlos an, dann flog eine dunkle Röte über ihr blasses Gesicht und sie atmete tief aus. „Verzechen Sie, es überwältigt mich — aber Ellen, Kind! wie glücklich siehst du aus! Gott segne euch!

Donnerstag, de« 11. Irrrn.

Sie schlang ihre Arme um die Tochter und Tränen j stürzten aus ihren Augen.

Als Ellen draußen Abschied nahm von dem geliebten Mann, überkam sie plötzlich das Gedenken an all die Wrren, die hier noch zu ordnen waren, bevor sie schied.

„Wegen meines Bruders möchte ich später mit dir reden", sagte sie zaghast und ein schamhaft peinliches Erröten glitt über ihre Züge. „Er hat mir viel Sorge gemacht und nun große Täuschungen erfahren, nicht nur diese, die der heutige Tag ihm brachte; auch noch andere, tief in sein Gemüt greifende. Ich sehe noch keinen Weg, wie er sich zurechtsinden soll. Du bist so gut, so klar und besonnen, du wirst uns beraten, o! du mein Retter, mein Lichtbringer!"

Sie schmiegte sich an ihn. Schon in der ersten Stunde ihres Glückes mußte sie ihm mst diesen bösen, verworrenen Dingen kommen.

Er sah lächelnd auf sie herab und küßte ihre Stirn. „Quäle dich nicht, sieh, das erhöht mir ja mein Glück, daß ich nun hoffentlich alle diese Qual, die deine Augen trübte und deine Wangen schmal machte, von dir nehmen kann. Meinst du, daß ich nicht das meiste schon wüßte?. Ich habe rnich doch, so lange ich hier bin, nur mit dir be> schästigt, und nach dem Grund deiner Sorgen mußte ich Wohl zuerst forschen. Die Leute wissen dann gemeinig­lich ein gut Teil von den inneren Zuständen in einer Familie. Tein Bruder hat ein unverständiges Leben ge­führt und seine Erfahrungen ahne ich, er kennt mich noch nicht, ich ihn vielleicht mehr. Ich denke, er ist noch im stände, sich aufzuraffen . Wir müssen ihm jetzt Zeit lassen, aber in den nächsten Tagen, wenn wir ein wenig warm mst einander geworden sind, da nehme ich ihn mir allein, und wir werden uns schon verständigen."

Ellen blickte dankbar zu ihm auf wie zu einem Höheren.

„So war schon ein liebreicher Geist vorsorgend tätig, als ich noch keinen Ausweg sah", sagte sie weich, „mir ist heute, als sei ich von Wundern umgeben. Ich fürchte nur, du findest noch Ehr, als du vermutest, ein Mensch, wie du, kann keinen Begriff haben von dem Leichtsinn eines so Gedankenlosen. Leopold beichtete mir, daß er Schulden habe, für ihn jetzt untilgbare. Das mir so un- verdient zugewiesene Legat könnte da vielleicht decken —"

Welcord lachte. «Ei, ei! Dein Heiratsgut willst du gleich in der ersten Stunde weggeben, das läßt tief blicken. Die Schulden — das wird allerdings eine böse Arbest werden, sie zu ordnen, und wir haben sehr wenig Zest. Ich will sehen, was stch tun läßt. Er muß mst eine Liste der sauberen Herren, in deren Hände er ge- fall«: ist, ansertigen, und ich oder eventuell der Ge- schäftsträger unseres Hamburger Hauses wird mst den Kerlen abrechnen. Die werden unter den jetzigen Ver- hältnissen froh sein, wenn sie Prozente von ihrem Raub erhalten. Jedenfalls sollen deine Augen jetzt ihren klaren fröhlichen Glanz behalten, ich will nur Glück aus ihnen leuchten sehen."

Er konnte zufrieden sein. Das Glück leuchtete aus chnen.

Zwei Jahre sind verflossen, zwei wolkenlos glücklich«

Jahre für Ellen. Sie kehrte mit ihrem Gatten aus Dal- paraiso nach Deutschland zurück, um wHamburg bleibend^ Stätte zu finden. Welcord besaß dort ein schön nn> gerichtetes Haus an der Alster.

Ellens Herz schwoll in Sehnsucht, die Ihren wieder« zuschen. Me Mutter weilte zu . ihrer Erholung in Norderney und Leopold war bei ihr. Er haste drese letzten zwei Jahre auf Hasti zugebracht, wo er als juristischer Vertreter des Hauses Welcord in dem großen Zweiggeschäfte dort tätig gewesen war.^ Er haste selten geschrieben, aber es war nur Gutes Wer. :hn bm:chtet worden. Ellen war sehr gespannt, wie sie chn finde» mochte.

Alles lag noch ungewiß, ob er sich hier emm neuen Beruf wählen oder nach Haiti zurückkehren werde ES war allsestiger Wunsch gewesen, einander h:er zu stessen und das weitere mündlich zu beraten. , .

Nach kurzen: Aufenthalt in dem neuen Hem: :n Hamburg reisten Ellen und ihr Gatte nach Norderney.

Ellen war steudig überrascht über das Aussehen dec Mutter, die sorgenlosen Jahre hatten sie gÄraft:gt. Bet den reichlichen Mitteln, welche Welcord ^ Wefeesm, hotte sie ein stilles, angenehmes Leben nach ch^em Smne Sri! und mehr für ihre Gesundheit tun konnm, als

°Als Leopolds Schulden beglichen und ihm eme ge- winnbringende Stellung in dem großen Handelshaus, angeboten wurde, schickte sie sich ^

Wie es in dem Herzen ihres Sohnes auSfeft.1 nie recht gsvußt, und so verstand s« auch damals mcht,

'^Des* Bruders Erscheinung und Wesen stimmst^ Ellm

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MMta frofta. Auch m feinem »eien «me et

verändert, wortkarg, verschlossen

Ellen erkannte bald aus semem Gebaren ihrem Manne gegenüber, daß ihn die Wohltaten, welche er dem- f$3S «Jt drückten. Me Stofe sprach m den erstell Stunden, als sie allem warm, s ch über:hr« Eindrücke inbesteff chres geliebten Poldel aus.

Ihr habt ja unsäglich viel für :hn getan , sagst pe« aber er verwindet'« doch nicht, dm furchtbarm Schlag- Man muß immer bedenken er betrachtest sich von ftW an ols der Erbe eines großen Vermogms. >5ii dem Glauben allein hatte er ja auch Wer seine Verhältnisse gelÄ>t, und Ei — empfstchet er stets dm Abstand zwischmsich u:st> deinem Manne, dem ^schwer reichm Herrn rmt der tadel­losen Vorgangmhest."

Ellen schwieg. Der Mutter warm richtige B^nffe nicht mehr beizubringen, und in dm Tatsachm hatte sie

^^Ellen selbst fühlte eine unüberbrückbare Kluft Zwischen sich und dem Bruder, oud) sie mußte unwill­kürlich vergleichen, und ihre schwesterliche Lrebe verblaßt« unter der Erinnerung des Gewesenen.

(Schluß folgt.)

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