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Verlag Laaggaffe 21

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Für dieAbend-Auig. bi»iSUhr ^ ^

mm«,,! für die Morßen-Äusg bi« s Uhr nachmittags Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts

12 Ausgaben.

Fernruf:

„r-gblatt-Hmi," Nr. 665» -53. Bon 8 Uhr Margen« bi» 8 Uhr abend», mchrr

Ne^amen. ®an*e, halbe, driitel und »ierrel°Äiten7 dur«aH näch""besonderer' Berechn^?/"— unederholter Aufnahme unverLnderter An^igen in kurren Zwischenräumen entfhrechender Nachlaß.

Montag, 30. August, morgens.

8onder - kiusaabe.

ISIS.

Sei Kowno harmäckiger feindlicher widerstand gebrochen. — Verfolgung durch das Sumpf- gelände bis nahe vor Kobrqn. — Taufende von Zivilpersonen zum Schutze der russischen Linien mitzbrauchl.

Der Tagesbericht vom 29. August.

W.TVß. Großes Hauptquartier, 29. Aug (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisie.

(Vestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.

Südöstlich dvn Kowuo wurde hartnäckiger feindlicher Widerstand gebrochen. Unsere Truppen folgen den weichenden Russen.

Das Waldgelände östlich von Augustow ist durch­schritten. Weiter südlich wurde in der Verfolgung die Linie Dombrowo-Gorvdek-Narewka-Abschnitt (östlich von der Stadt Narew) erreicht.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern,

Die durch den Bialo-Wieska-Forst verfolgende Heeresgruppe nähert sich mit ihrem rechten Flügel Scereszewo.

Unter Nachhutkämpfrn wurden die Ruffen bis in die Linie Poddobno (an der Straße nach Fruzana) - Tewli- Kobrvn gedrängt.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Unsere von Süden her durch das Sumpfgelände vordringenden Verbände haben den Feind bis nahe vor stobrvn verfolgt.

Mit einer Roheit, die unsere Truppen und unser Voll mit tiefer Abscheu erfüllen muß, haben die Russen zur Maskierung ihrer Stellungen Tausende von Ein­wohnern, ihre eigenen Landsleute, darunter diele Frauen und Kinder, unseren Angriffen entgcgcngctrir- ben. Ungewollt hat unser Feuer unter ihnen einige Opfer gefordert.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die verbündeten Truppen haben den gestern ge­schlagenen Feind über die Linie Pomarzanv-Koninchh- Kozowa und hinter den Koropiez-Mschnitt zurück- gcworfen. . Oberste Heeresleitung.

3n (vstaattzien weitere Verfolgung des Zeindes. — Oie Stadt 3borow besetzt. Mehrere feindliche Nachhuten geworfen. Sine Neihe größerer und heftiger An­griffe der Italiener gescheitert; die oster- reichilchen Stellungen überall behauptet. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 29. Aug. (Nichtamtlich. DwHtber) Amtlich verlautet vom 29. August mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Unsere Erfolge östlich Wladimir-Wolhnski und an der Zlota-Lipa haben in einer Front von 25 0 Kilo­meter den Widerstand des Gegners gebrochen. Der Ruckzug der Russen ist überall durch brennende Ortschaften und zerstörte Ansiedlungen gekennzelchnct. Dir Zahl der in unseren Händen ge­bliebenen Gefangenen erhöhte sich auf 10000 Die Truppen des Generals der Kavallerie Freiherrn von Pflanzer-Baltin, durch deren vorgestrigen Durchbruch das kroatische Regiment und das Infanterieregiment Nr- 52 wieder Proben ihrer Tapferkeit abgelegt haben, verfolgen den Feind auf Buczacz. Die aus deutschen und osterreichisch-uvgargchen Kräften zusammengesetzte Armee des Generals Grafen Bothmer drängt über Podhaice und gegen Zborow vor. Die von den Russen rn Brand gesteckte Stadt Zborow ist im Besitz der Armee des Generals der Kavallerie v. Boehm- k '' Die K a v a l l e r i e des, Feldzeugmeisters v. Puhallo warf mehrere feindliche Nach­huten und blieb dem gegen die Festung Luck welchen- den Femd auf den Fersen. Bei Kobrhn, wo unsere Verbündeten weiter Raum gewannen, stehen den Russen »unmehr die Wege «ach Nordosten off«. Mer"

reichisch-ungarische Kräfte erreichten in der Gegend von Lzereszewo den Südostrand von Biclowiezskaja-Puszcza.

Italienischer Kriegsschauplatz.

^ Die vereinzelten Angriffe der Italiener an der ^sonzofront nahmen gestern an Umfang und Hef­tigkeit zu, erzielten aber, wie gewöhnlich, nirgends einen l^folg. Im Abschnitt von Doberdo wurde spät abends ein von starkem Artilleriefeuer vorbereiteter An- Sr m MontedeisriBusiabgeschlagen. «nt Vormittag stürmten zwei Mobilregimenter viermal den Monte San Michele, drangen an einigen stellen in unsere Gräben ein, wurden aber über­all unter schweren Verlusten wieder hinaus­geworfen.

Gegen de» Brückenkopf von Görz eröffnete der «Kt«« Zeit einen Sappenangriff. Unsere Geschütze und Mlnenwerfer zerstörten jedoch alle näher an unsere -zront herangezogcn >n Sappen. Der Brücken- kopf von T o l m e i n stand den ganzen Tag unter hef­tigem Gcschützfcuer. Diesem folgte ein von zwei Regi­mentern und zwei Alpinibataillonen geführter Angriff, den unsere Truppen im Handgemenge abschlugen. Ebenso erfolglos waren einzelne gegen die Brücke Tol- mein und den Raum nördlich dieses Überganges ein- k^setzte Vorstöße sowie v i e r A n g r i f f e auf die Front Mrzli-Vrch-Sljemme. Auch der gegen den Raum von Flitsch mit beträchtlichen Kräften versuchte Angriff kam zum Stehen. Hier von überall blieben unsere Stellungen fest in der .Hand ihrer Verteidiger.

A" ber Kärntner Front ist es ziemlich ruhig. ... 'rmTirolerGrenzgebiet dauern die Geschütz- kämpfe mrt wechselnder Stärke fort.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Ein russischer Bericht über die Kriegslage.

W J. T '.' B ' dt-skon, 29. Aug. ,Nichtamtsich.) Dem „Rußkoje «low, grng von höchst autoritativer Stelle ein Bericht über die R r i r $ e f .1 d c jn. Danach ist infolge dis Falles von Kowno m,t der baldigen Einnahme Wilnas durch die Deut­schen zu rechnen. Dadurch ginge die Haupteisenbahn nach Petcrrbnrg verloren. Es bliebe,- zwei Linien zum Rückzug übrig. Petersburg selbst sei nicht bedroht, da bereits alle Maßregeln getroffen seien. Ans dem östlichen Kriegsschauplätze irrte jetzt eine Ningri-ppierung der Heeras- starken ein. Der Anrin-tlick, an dem dem deutschen Bor- dringen Einhalt geboten werde, käme bald. Augenblicklich s°i Rnvland bis zur Rrgelung der M u n i t i o n S f r a g e zur Defensive gezwungen. Den Westmöchien sei kein Borwnrf zu machen, da die westliche Fron, jevt ebenso wir Gallivoli von eiseuberonierten Grüben, wie bei einer Festung, durchzogen sei. Deshalb seien nur nie,erweise Erfolge möglich. Daher sei aber auch die Lffining der Dardanellen nicht bald zu er­warten. — „Nußkoje Slowv" gib, ein Bild von dem f« r »t - baren Elend der Flüchtlinge, die in unendlichen Reihe,» dre El.ausser von Brest-Litowsk nach Moskau dahir,. ztelien und bereits 7 bis 8 Wochen unterwegs sind. Alle Kinder seien krank, Männer nnd Frliuen sehen wie vagobondierende Ligcuncr ouS, da ste achr Tage und Nachte den Nnbilden der Wrt-erung avsgesctzr seien. Sir äußerten sich unwillig über die zwangsweise Berlasinng der Heimstätten Biele, beson­ders Kinder, stürben unterwegs. Die Flüchtlinge lehnten .'ich nach Transporten mir der Eisenbahn.

Russische Hoffnungen.

Die Entscheidung nicht vor dem nächsten Jahr- W. T.-B. London, 28. «ufl. (NicbtamÄich.) Ter Pst-"?- bnrger Korrespondent der ..Times" veröffentlicht ein T°'i-- gr>rmm. in dem Swfonow die Zumutung. daß die Ruffqa an btr Ehrlichkeit ihrer Bundesgenossen zweifeln, entrüftet zu- rutfroeift und aufs Ewc gelobt, daß die ruffrsche Regierung nicht F^-eden schließen werde, so lange ein feind- l-cher «o,oat ,rch auf rufsrschem Gebiet be- findet. Der Korrespondent wechselte auch ein Telegramm mi! dem Kricgsmin,ster Polivanow, wonach, die m-ssilch« Regie­rung jetzt damit beschäftigt sei. zwei M > lltonen Rekr ten eiinzoftellen. Die Russen besetzten allmäKch neue Stellungen. Tw Entscheidung des Feldzuges werde nicht vor dem nächsten Jahre fallen. Man hoffe, Petersburg halten zu Di- Armeen würden ohne Beschwerden den Winter durchhalten können Der Jahrgang 1917 sei bofüt bereit. In bem nächsten Jahre würden zwei Millionen bereit sein, ms Feld zu ziehen. '

Die Räumung von Brest-Litowsk.

.. Petersburg, 28. Aug. (Nichtamtlich.) Die

Zentrochdircktion des Generalstabes gab gestern bekannt: Ge- ünfse Berliner Telegramme melden, daß die Festung Brest-

Litowsk nach einem Sturme deutscher und österrerchisch-unga. rischer Truppen gefallen sei. Diese Mitteilung ist unzutreffend und tendenziös. Tatsächlich war bereits feit einiger Zeit ent­schieden, daß die Einschließung einer Garnison von ! Ü0 000 Mann in diesem festen Platze nicht zweckent­sprechend sei. Infolgedessen wurde das wertvollste Material zu rechter Zeit von dort zurückgezogen. Die Werke auf dem l-.nken Bugufer leisteten nur Widerstand, um den in jener Gegend operierenden Armeen die Möglichkeit deS Rückzuges nach Osten zu geben. Als diese Bewegung aus­geführt war, wurden dir Befestigungen und Drücken zerstört, Tie Besatzung dieser Werke schloß sich der Feldarmee wieder an, wie in der amtlichen Mitteilung aus dem Stabe des Groß- fürsten-Oberbefehlshabers bekannt gegeben worden ist. Vorbereitungen zur Räumung von Petersburg

Br. Stcckhckm, 29, A>lZ, (Eig. Drahtberkcht, Jens. Bln ) ,SvenSka Dagbladet" bestätigt auf Grund privater Rach« rrchten aus Petersburg, daß dort Vorbereitungen zm; 9l ä u m u n g der russischen Hauptstadt getroffen werden. Ueberführungen der Sammlungen nach Moskau

Sr. Berlin, 29. Aug. (Eig. Drahtberrcht. Zenf. Blru) Die „B. Z." meldet aus Petersburg: Vorgestern abend fand nn Petersburger Hofministerium eine Beratung in Anwesen- beit des Generaldirektors der Petersburger Museen statt. Es wurde beschlossen, die weltberühmte Bildergalerie rcie auch die berühmten Sammlungen des Petersburger Alexander-Museums nach Moskau zu schaffen. Milder Verpackung, die, wie ausdrücklich beschlossen wurde, geheim vor sich gehen soll, wird sofort begonnen. Um die Ausfüh­rungen der Verpackung geheim zu halten, werden beide Museen für einige Zeit als geschlossen bezeichnet.

Oie Aufgabe wilnar.

W. T.-B. Genf, 28. Aug. (Nichtamtlich.) Die Parrfei Presse erklärt zum Fall von Brest-Litowsk, es habe, nachdem es von den Russen vollständig geräumt worden sei, welche in der Festung nur die nötigen Truppen gelassen hätte», um dem Gros der Armee den unbehinderten Abzug zu gestatten, kein, Bedeutung mehr gehabt. Wieder einmal sei die Hoffnung der Deutschen, Österreicher und Ungarn, den Führer der russischen Armee einzuschließen, getäuscht worden. Anders sei es mit der Besetzung Wilnas, dessen Fall täglich zu erwarten sei. Die AufgabeWilnas. einer großen Stadt von 300 000 Einwohnern, sei für die Armeen des Zaren eine

schmerzliche Notwendigkeit.

Scharfe Angriffe der vumaiinken auf die Regierung.

Haussuchungen bei Dumaabgeordneten.

Br. Hamburg, 29. Aug. (Eig. Drahtbericht. Jens. Sin.) Das „Hamburger Fremdenblatt" berichtet: Nach PeterSburger Meldungen hat der Dumapräsident die in den letzten Tagen w.ngegangenen zahlreichen Interpellationen der linken Gruppe, >n denen auch von der Regierung unter schärfsten An- grrffsm auf die Politik und die militärischen Leistungen deS Reiches Auskunft über schwebende militü- rische Fragen gefordert werden, nicht mehr zur Beratung ge* fteHt. Die Polizei nahm bei mehreren Dumaabgeordneten ohne Rücksicht auf die jetzt abwesenden Eigentümer Haus­suchungen vor. '

Ein Pressefeldzug gegen die Duma.

W. T.-B. Petersburg, 20. Auz. (Nichtamtlich.) „Rjeffch" meldet. Verschiedene Abgeordnete der Rechten haben er«» schwarzen Block zum Kampfe gegen die Linke in d« Dumc gegründet: Wie auf ein Signal eröffnet die gesamte Pre„e der Rechten einen Feldzug gegen die Duma, die sie be- schuldigt, eine Revolution an zu stiften und gegen eine gründliche Durchführung des Krieges zu tun.

Das Ende des Moratoriums in Österreich-Ungarn.

W. T.-B. Wien, 29. Aug. (Nichtamtlich.) Meldung ded Wiener k. k. Telegr.-Korr.-Bureaus. Mit dem 31. Awzust 1918 erreicht die gesetzliche Stundung in allen Ländern, aus­genommen Galizien und die Bukowina, ihr Ende. Es ist ein unwiderleglicher Beweis fiir die gesunden Grund, lagen und die Widerstandskraft unserer Volkswirtschaft, daß es in wenig mehr als einem Jahre und mitten hu Kriege gelingen ist, zu diesem Ergebnis zu kommen, wcLh, rend andere Starten, wie namentlich Frankreich, noch immer bei der vollen gesetzlichen Stundung halten.

»

Munition für Serbien:

W. T.-B. Bukarest, 28. Aug. (Nichtamtlich.) 3Mbam ccS I. und L KorcespondenzbureauS: Wie aus Turn-Severin gemeldet wird, trafen in Cladova drei Schnelldamvker mit Munition für Serbien ein. ^

Serbiens Antwort an den Bierverband.

W. T.-B. fiiicn. 28. Alst,. (Nichtamtlich.) Hiesige 9TOH«. meliiest aus Saloniki, daß Ministerpräsident Paschi.tfch id