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Verlag Langgaffe 21

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gabestrllen ,n allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Aur- Landorten und ,m Rheingau die betreffenden T-gbiatt-Träger,

12 Ausgaben.

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„Tagblatt-HauS" Nr. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 8 llhr abends, außer Sonntags.

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Ä -Breis für die Zeile: 15 Pfg, fär örtliche Anzeigen im „ArbeitSmarkt" und ^kleiner Anzeiger" ichrr Satzform; So Psg, in davon abweichender Satzaussührung, sowie sür alle übrigen örtlichen Anzeigen; 30 Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen; 1 Ml, für örtliche Reklamen; 3 Mk, für auNvLrtig» Neklanien. Ganze, halbe, drittel und vierte! Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.

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«inagl; für die Morg'en.Ausg. bis sühr nachmittags. Berliner Schriftkeituug desWiesr«deuerTa«Slatts: Berlin-WilmerstwrfGüntzelstr. 66, F ernst«. : AmtUhland 450 n.451.

Montag, 30. August 1913.

Abend-Ausgabe.

Nr. 402. «- 63. Jahrgang.

Lipsk am Vobr erstürmt!

Oer Zeind zur Aufgabe des Zübabfchnitts gezwungen.

Ramps «m ven Brückenkopf von Zriedrichstadt.

— Generaloberst von Eichhorn nördlich Glita.

— weitere 1600 Gefangene und 7 Geschütze erbeutet. — Der Gstrand des Forstes von Biaio- stok erreicht- — Im Kampf um den oberen Narew. — ver Feind bei Suchopol geworfen-

Der Tagesbericht vom 30. August.

W. T.-B- Großes Hauptquartier, 30. August. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Gestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von hindenburg.

Truppen des Generals von Below stehen im Kampfe um den Brückenkopf südlich von Friedrich st ad t.

In den Kämpfen östlich des N j e m e n hat die Armee des Generalobersten von Eichhorn die Gegend nordöst­lich von Olita erreicht. Es wurden weitere 1608 Ge­fangene gemacht und 7 Geschütze erobert.

In der Richtung auf Grodno wurde Lipsk (am Bobr) erstürmt, der Feind zum Ausgcben des S i d r a - A b- s ch n i t te S gezwungen und S o k o l k a von uns durch­schritten. Der Ostrand der Forsten nordöstlich und östlich von B i a l o st o k ist an mehreren Stellen erreicht.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Am Biala-Wieska-Forst wird um den Übergang über den oberen N-rrcw gekämpft.

Die deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen des Generalobersten v. W o y r s ch warfen den Feind aus seinen Stellungen bei Suchopol (am Ostrande des Forstes) und Szcreszowo. Sie sind in scharfer Verfolgung begriffen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Um den Rückzug ihrer rückwärtigen Staffeln durch das Snmpfgebiet östlich von Bruzana zu ermöglichen, stellte» sich die Russen gestern in der Linie Poddobno, in der Gegend südlich von Kobryn, noch einmal znm Kampfe. Sie wurden geschlagen, trotzdem sie bereits abmarschierende Teile wieder in den Kampf warfen. Auch die Fortführung des in der Kriegsgeschichte aller Zeiten unerhörten Verfahrens, zum Schutzs der flüchtenden Armeen die auf dem Rückzug mit- geschlepvte Bevölkerung des eigenen Landes zu vielen Tausen­den, darunter hauptsächlich Frauen und Kinder, in unsere Angriffe hineinzutreiben, nützte ihnen nichts.

Oberste Heeresleitung.

3-

Die Räumung von Wilna.

Furcht vor dem Vordringen nach Petersburg.

W. T.-B- Kopenhagen, 30. Aug. (Nichtamtlich.) „Ber» lingske Tidende" meldet aus Petersburg: Wilna wird ge­räumt. Täglich kommen Ströme von Flüchtlingen aus Kowno und den umliegenden Gegenden nach Petersburg. Die Flüchtlinge erzählen, daß die russischen Soldaten ihre Wohnsitze in rauchende Trümmerhaufen ver­wandelt haben. Die Straßen sind ungefüllt mit Trüm­mern von Möbeln und anderem Hausrat. Nur wenige Menschen sind zurückgeblieben. — Man arbeitet nun in Petersburg mit größtem Eifer daran, die Erzeugung der Munition zu verdoppeln. Viele Fabriken sind für die Herstellung von Munition eingerichtet. Die Schüler der technischen Hochschule bilden Arbeiter aus. Die Frage des Vordringens nach Petersburg hängt damit zu­sammen. ob es den Deutschen gelingt, die Bucht von R i ga zu erobern und sich dort einen Stützpunkt zu schaffen. Man hält diesen Versuch für ein gewagtes Spiel, weil im Spät­herbst das Gelände zwischen Narew und Düna in einen Zu­stand gerät, der für die Truppenbeivegungen der Deutschen beinahe unüberwindliche Schwierigkeiten bietet. Immerhin ist es Tatsache, daß die deutschen Heere in Kurland so stark ausgerüstet sind, daß man auf große Pläne schließen muß. Man nunnit an, daß die Artillerie in diesem Abschnitt über 2000 Kanonen zur Verfügung hat.

Oer neue Gouverneur von Warschau.

Posen, 80. Slug. (Jens. Bln.) Zum Gouverneur von Warschau rsi nach dcni „Posener Tageblatt" nicht General von Scheffer-Bovadel, sondern General v. E tz d o r s ernannt wor­den. v. Schefsci-Boyadel bat als ältester General die Mrli- tärgewalt in Warschau nur so lange susgeüK, bis -der Aom«e- führer Prinz Leopold von Bayern in die eroberte Stadt ein- zog. Cr steh> nach wie vor an der Spitze des Armeekorps, mit dem er ins Feld gezogen ist.

Die Klagen der Polen.

W- T.-B. Moskau, 30. Aug. (Nichtamtlich.) „Rußkoje Slowo" berichtet: Die polnischen Organisationen hielten in Moskau einen Kongreß ab. Sie beklagten sich über das grobe, ungesetzliche Benehmen der Pro­vinzbehörden gegen die panischen Flüchtlinge und verlangten völligen Schadenersatz, Registrierung der Flüchtlinge, natio­nale Kirchen und Schulen sowie Rückbeförderung der Flücht­linge nach dem Krieg.

Oie Kämpfe an der 3lota-Lrpa.

Die große Offensive Her Verbündeten, idie anfangs Mar am Dunajec- und Biala-Äbschnitt begonnen hatte und über Przemysl und Lemberg weit nach Osten fort- geführt war, hatte am oberen Äug und -an der Zlota- Lipa ihr Ende gefunden. Einmal galt es, nun erst in erster Linie die russische Zentralstellung in Westpolen anzugreifen und die dort befindlichen russischen Haupt­kräfte zu schlagen. So blieben die österreichrsch-ungariifchen Streitkräfte zum allergrößten Teil wieder einmal auf sich -selbst angewiesen und die Russen konnten infolge­dessen mehrfache Angriffe gegen ihre Stellungen richten, die aber alle abgewiejen werden konnten. Die Armee Pflanzer-Baltin stand dabei am Mittellauf des Dnjestr mit der Front nach Norden, und deren rechter Flügel dehnte sich bis an die rumänische Grenze aus. -Gerade gegen sie haben die Russen verschiedene, mit starken Kräften unternommene Angriffe gerichtet, die aber sämtlich gescheitert sind. Es gelang der Armee sogar, die wenigen Stützpunkte, die die Russen noch aus dem Südufer des Dnjestr besaßen, zu erobern und den Geg­ner gänzlich auf das Nordufer zurückzuwer-fen.

Nachdem die Entscheidung in Westpolen gefallen, die ri.lssischen Festungen erobert und das ganze russische Heer in östlicher Richtung tu das Innere des Landes zurückgew-orfen war, konnten wieder deutsche Trup­pen in größerer Zahl dorthin geworfen und die O f f e n- sive auch in Galizien wieder ausgenommen werden, denn die gänzliche Befreiung dieses Landes war schon aus politischen Rücksichten wünschenswert. In­zwischen war an der Zlota-Lipa ein Befchlswechsel und eine Truppenverschiebung porgenommen worden. Die letzten Telegramme des Großen Hauptquartiers 'haben schon angegeben, daß Teile der früher hier gestandenen Armee Lrnsingen östlich des Bug bei Wlodawa ver­wendet worden sind und sich in erfolgreicher Weise am Angriff auf Brest-Litawsk beteili-gt haben. In de-ni letz­ten Telegramm des Großen Hauptquartiers wird an­gegeben, -daß die an der Zlota-Lipa befindlichen deut­schen und österelchisch-ungarischen Truppen unter dem Befehl des bayerischen Generals Grafen v. Bothmer sichen. Sie haben die russischen Stellungen am Ostufer der Zlota-Lipa angegriffen und, trotzdem sie seit vielen Wochen stark ausgebaut und befestigt waren, in breiter Front erobert und die Russen in östlicher Richtung zu­rückgeworfen. Lärmt ist einer der wichtigsten Abschnitte in Südostgalizien in die Hände der Verbündeten gefallen und die ganze russische Front von neuem, und zwar auf 250 Kilometer durchbrochen. Es ist ein­leuchtend, daß das siegreiche Vorgehen der Verbündeten über die Zlota-Lipa nach Osten gleichzeitig zur Ent­lastung der Armee Pflanzer-Baltin beitragen muß, da sie alle nördlich des Dnjestr stehenden russischen Ab­teilungen in der Flanke trifft. Auch auf die Verhält­nisse am oberen Bug muß dieser neue Sieg des Grafen Bothmer von Einfluß sein.

Gleichzeitig ist auch die Armee des Feldzeugmeisters v. Puhallo, von der starke Kavallerie von Wladi- mir-Wolynski aus über Kowyl in nördlicher Rich­tung durch die Rokitno-Sümpfe gegen die Straße Brest- Litowsk-Pinsk vorgegangen war und siegreiche Gefechte mit einer russischen Kavalleriedivision bestanden hatte, mit ihren Hauptkräften von Wladimir-Wolynski aus in östlicher Richtung auf die noch von den Russen besetzte Festung Luck vorgegangen. Der Feind, der sich diesem Vormärsche entgegenstellte, wurde angegriffen und auf die Festung selbst zurückgewvrfen. Aus dem Vorgehen der Armee Graf Bothmer im Süden und der Armee Puhallo im Norden ergibt sich eine allge­meine Offensive der Verbündeten südlich der Rokitno- Mrmpfe gegen die diejenigen russischen Abteilungen, die noch die östlichen Grenzbezirke von Galizien besetzt hal­ten, sowie ein Vorstoß gegen das WoHynische Festungs- Lreieck.

Regierungsfeindliche Kundgebungen in Moskau.

Blusige Zusammenstöße mit der Polizei.

W. T.-B. Petersburg. 30. Aug. (Nichtamtlich) „Rjetsch" meldet: Am 23. August waren in de« Haupt­städten Rußlands Gerüchte verbreitet, daß Kowno wie- dererobcrt und dir Dardanellen gefalle« seien. In Petersburg und Moskau fanden deshalb Kundgebungen statt, obwohl die Polizei diese sogar unter Androhung von Strafe verbot. In Moskau attete die Kundgebung in eine regierungsfeindliche Demonstra­tion aus. An dem Denkural des Generals Skobelew wurden Reden gehalten, darunter eine von einem jun­gen Mann, die die Polizei vcranlaßtc, ihn sofort zu verhaften. Das Publikum wollte ihn befreien. Dadurch entstand ein Kampf mit der Polizei, wobei mit Fahnenstangen und Steinen gekämpft wurde. Biele Per­sonen, auch Polizisten, wurden verwundet. Me Menge zog den Polizisten nach und zertrümmerte die Fensterscheiben des Polizeireviers. Erst in der späten Nacht gelang es der Polzei, oie Menge anscinauderzu- sprengen. i.

Br. Petersburg, 30. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zenf. Bln.) Über die blutigen Ausschreitungen, die sich letzten Dienstag in Moskau abgespielt haben, wird noch berichtet: Unmittelbar nach Bekanntwevden der halb- anttlichen russischen Lügen Meldung von dem soge­nannten See sieg im Rigaer Meerbusen, verbreitete sich gleichzeitig in Petersburg und Moskau die Nach­richt, die Dardanellen seien bezwungen wor­den. Die -berüchtigten „e ch t r urs -s i f ch e n" Organi­sationen beriefen sofort den Straßen Pöbel zu den üblichen Kundgebungen. Gegen 4 Uhr nachmittags waren in Moskau die Straßen von Zehntaufenden voll- qepfrvpft, deren Aussehen sofort auf einen beginnenden Pogrom schließen ließ. Me friedliche Bevölkerung eilte in Scharen nach Hause. Man begann, die Läden zu schließen und sperrte die .Haustüren. Inzwischen spielten sich auf den Straßen die üblichen Bilder ab. Der patriotische Mob brüllte die Dolkshymnen aller Verbündeten, schleppte Z a r e n b i ld n i s s e her­bei, zwang alle V or üb er g e hend en auf d i e Knie und brüllte: „Heraus mst den Verrätern." In einzelnen Nebenstraßen begannen P I ü n d e r u n g- e n. Am Denkmal' Skobolews wurden Hetzreden gegen die Deutschen, die Juden und liberalen Verräter gehalten. Dann eilten Arbeitermassen herbei. Es er­schienen rote Fahnen und ertönten Schreie „Man be­lügt uns wieder, nieder mit den Volksfeinden. Genug des blutigen Krieqes und Morde ns!" Da erschien ein Massenaufgebot der Polizei, die bis da­hin -bei den Ausschreitungen des Patrioten­pöbels gefehlt hatte. Als der Polizeihauptmann einen Arbeiterrodner festnehmen wollte, begann ein Kampf. 11 Schutzleute wurden verwundet, zwei töd­lich. Die Polizei mußte sich z n r ü ck z i e h e n, nahm aber einen Verhafteten mit. Die Menge begab sich dann nach dem Puschkin-Denkmal, wo mehrere Redner auf­traten. mit geharnischten Reden gegen den Krieg, gegen die Bestehlung der Feldarmee und gegen die Betrugs­meldungen ans dem Hauptquartier. Es wurden Rufe laut: „Nieder mit dem Zaris­

mus!" Nieder mit dem Massenmord!" Die Polizei war merkwürdigerweise hier nirgends zu sehen. Erft ungefähr nach einer Stunde erschien ein berittenes Aufgebot, das die Menge allmählich zerstreute. An demselben Tage spielten sich in Petersburg ähn­liche Szenen äb, wenn auch in viel bescheidenerem Umfange. Dort nahm die Polizei gegen 8 0 Verhaf­tungen vor.

Eine Tannenberg-Gedächtnisfeier.

^ Po sen, 30. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.)' Eine Dannenberg-Gedächtnisfeier, die im Hauptquartier Ost zu Ehren des Gencralfeld- marschalls v. Hindenburg stattfand, nahm einen erheben­den Verlaus. Ein gewaltiger Fackelzug bewegte sich unter Musikklängen zu der Wohnung des Feldmarschalls, der inmitten seines Stabes die ihm dargebrachten Hul- diguugen entgegennahm und in seinen Dankeswortcn her- vorhobe daß es ihm nur mit Hilfe seiner Offiziere und Krieger möglich gewesen sei, derartig Großes zu leisten. . -