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,Vi«b. Tagblatt“ m richten and mit der Anfechrift „Schach“ m rer, Organ des Schaehtereina Wiesbaden.
Redigiert von H. Diefenbach
Wiesbadener Schachverein, Spielgelegenheit Samstags- und Mittwochsabends im Cafe Maldaner in der Marktstrasse. Hauptspielabend: Samstags.
Wiesbaden, 29. August 1915.
Aufgaben.
Nr. 362. 8. Loyd.
ab ede t gh
Matt in 2 Zügen.
Nr. 363. Kohtz und Kockelkorn.
Kg3, Da3, Td7, Sg7. Bf2. —
Kg5, Ld5. Matt in 3 Zügen.
Nri 361 .ist durch Streichung der Dc6 und des schwarzen Königs bl und Hinzufügung eines weißen Turmes auf co und eines weißen Königs auf bl zu verbessern.
Partie 140.
Gespielt um den Wanderpreis des „Svenska Dagbladet“ in Stockholm 1915.
Weiß: Nyholm.
Schwarz: Engiund
1.
e2—e4
jd7—d6
15.
La 3—e7!
Te8 x e7
2.
d2—d4
Sg8-f6
16.
Tfl—elf
Ke 6—f7
3.
Sbl—c3
Sb8—d7
17.
Telxe7f
Dd8xe7
4.
Sgl—f3
e7—e5
18.
Sg6xe7
Kf7xe7
5.
Lfl—c4
h7—h6>)
19. Ddl—e2t
Ke7—f8
6.
d4xf5
d6Xe5
20.
Tal—el
c7—c6
7.
Lc4xf7f
Ke8xf7
21.
a2—a4
a7—a5
8.
Sf3Xe5t
Kf7—e8*)
22.
De2—e7t
Kf8—g8
S.
Se5—g6
Th8—g8
23.
De7—e6f
Kg8—f8
10 .
e4—e5
Lf8—b4
24. De6—d6t
Kf8-g8
lL^tO-0
Lb4Xc3
25.
Dd6-e6f
Kg8—18
12.
b2x c3
Ke8—f7
26.
h2—h4
h6—h5
13.
eö—e6f
Kf7Xe6 3 )
27.
12—13
fl7—gS
14.
Lei—a3
Tg8—e8?*)
28 . De6—e7f
Schwarz gab auf, da auf 28 . . . Kh7; 29. Te7-f Kh6; 30. Dh8 + und Matt im nächsten Zuge gefolgt wäre.
4 *) Ein Tempoverlust. Der gerade Weg der Entwicklung war 5. Sd7—b6 6. Lc4—b3 e5 X d4 7. Ddl X d4 c7—c6 8. Dd4—d3, Lf8—e7. — *) Da h7—h6 geschehen ist, sollte der König nach h7 streben, also nach g8 gehen. Auf Se5 —g6 würde dann Dd8—e8 folgen und das Spiel ausgleichen. — *) Kf7xg6 würde zum Verlust führen. Es geschieht dann 14. Ddl—d3f, Kg6—h5 15. Dd3—f5s, g7—g6 16. Tfl eil mit der Drohung Tel—e3. — 4 ) Ein entscheidender Fehler. Der Läufer mußte unwirksam gemacht werden, also war c7—cß geboten.
Nr. 3: 1. Lai f6; 2. TxhS fß; 3. Th2.
Nr. 4: 1. Tg3 f6; 2. Lxf6 al D; S. Txg7.
Nebenlösung: 1. Tf3 C3; 2. Txc3 und 3. Tc8G.
Nr. 6: 1. Kd6 g2; 2. Txg2 f6; 3. Lxf6.
Richtige Lösungen zu allen Aufgaben sandten ein: F. 8., J. B. und Wdw. in Wiesbaden; zu den Aufgaben 356 bis 359 K. Schwarz in Fulda und zu der Aufgabe 358 M. Deubert in Wiesbaden.
•
Die Turmidee der Aufgabe Nr. 357 von Paul Johner.
Ein Wiesbadener Problemkomponist schreibt uns: „Wie ich Ihnen schon bei früherer Gelegenheit mitteilte, verfolge ich mit Interesse die Veröffentlichungen in der Schachspalte des „Wiesbadener Tagblatts“. So habe ich auch gestern wieder mit Vergnügen die reizende Nr. 357 von Paul Johner in Berlin gelöst. Sie schreiben dazu: ,,Es handelt sich aber mehr um eine Studie etc.“. Sie werden indessen entschuldigen, wenn ich widerspreche: Die
Stellung hat doch wohl nicht den Charakter einer Studie, sondern den eines Problems. Keine der aufgestellten Figuren ist überflüssig, sondern zur Durchführung der wunderschönen, unten weiter ausgeführten Turmidee notwendig. Daß der Eindruck einer Schlußstellung einer Partie erweckt wird, dürfte wohl kaum, obwohl der Wert des Stückes dadurch noch erhöht wird, eine vorgefaßte Absicht des Verfassers sein, sondern nur das zufällige Ergebnis bei Durchführung der Turmidee. Daß es dem Komponisten gelungen ist, sämtliche 14 möglichen Betretungsfelder des Turmes e5 durch die scheinbar überflüssigen Figuren für die Lösung auszunützen, ist eine wunderschöne Idee und eine Leistung, die selten ist. Die Stellung ist, wie Herr J. Mieses sagt, „ein vortrefflich ausgearbeitetes Stück“. Ich möchte Sie nun bitten, bei Gelegenheit der Bekanntgabe der Lösung auf die besondere Schönheit der Turmidee aufmerksam zu machen. Ihnen aber danke ich, daß Sie mich mit einem so wertvollen Stück, das mir bisher unbekannt war, bekannt gemacht haben. 1 *
Cer Nachdruck der KStsel ist verboten.
Bilderrätsel.
andu oben dame deut envo hsel inig ndden nnor note nwec eika schl taat tens vere zwis. Vorstehende Gruppen sind so zu ordnen, daß sie, in sinngemäßer Abteilung gelesen, ein wichtiges, auf den gegenwärtigen Krieg bezügliches Ereignis bezeichnen.
Anagramm.
Die Engländer holten sie an die Front,
Dieweil sie wohl gedacht:
Die Deutschen sind nur an das Helle gewohnt,
Und die hier sind schwarz wie die Nacht.
Die Deutschen fürchten nichts auf der Welt Und haben nur d’rüber gelacht.
Und werden von jenen die Zeichen verstellt, Erglüh’ n sie in schimmernder Pracht.
Auflösungen.
Nr. 356 (3 Züge). 1. La2 b5; 2. Da7+; 1 . ; ; Kb6 ?, Sd5+. — Nr. 357 (3 Züge). 1. Th6, gxh6. 2. Dal; t ...,•» 2. Txht+. — Nr. 358 (3 Züge). 1. Tc2. — Nebenlösung: l. TdS. Nr. 369 (2 Züge). 1. Tb4.
Auflösungen der Bätsel in Nr. 389.
P7 Bilderrätsel: Postscheckamt. — Geheimschrift: Befreiung Lembergs. (Schlüssel: Burg, Feile, Ring, Neger, Geier, Ljebe, Meise.) — Charade: Bergarbeiterstreik. (Berlin, Garbo, Liter. S(rei(t)k. — Akrostichon: Bajlcanhalmnsel. (Säst, Abart, Lauge, Kelle, Astern, Neid Halm, Aroma, Leier, Brauch, Ufas, Nadel, Segel, Estrich, Laster,) — Zaiilen-
Die Lösungen der Dr. Hartlaubschen Vierzüger sind:
Nr. I: 1. Tiv4 f6; 2. Te4 gxhö; 3. fg4.
Mr. 2: 1. Tf2 d3; 2. Tf6 gxh6; 3. T^6+.
L-ränlwcrMK fBt fit tzSriftieituii-'lS. v. WaiGnDotf In EßieäBaHuu — fcakt nah gntat der 8. C'4etf«R(era[4m tz°s.KuchdruS»r«i ln MsSfiäSsä"
1915
Der Roman.
nr. 201.
Morgen-Beilage der Wiesbadener Tagblatts.
Sonntag, 29 . Nugust.
1915.
(L. Fortsetzung.)
^rteöelS Ciebe, <Nachdruck verboten.!
Roman von Anny von Panhuys.
„Ah, das ist ja Magda Bergen vom Karl-Theater", sagte Gräfin Sorhagen und hob ihre Lorgnette. Sie musterte eingehend die junge Schönheit. „Viel zu auffallend für meinen Geschmack", meinte sie dann. Der Oberst nickte, für Frauen war sein Interesse abgestumpft. Avancement, Dienst und Werde blinkten ihm wichtiger.
„Wie gefällt sie dir, Friedel?" Hans fragte es. Der kameradschaftliche Unterton lag wieder ln seiner Stimme, bas Heiße, Süße, Werbende war daraus geschwunden, das Erscheinen der Schauspielerin hatte den Zauber gebrochen.
„Ich sinde Fräulein Bergen sahr schön und sehr elegant", gab Friedel zurück, „außerdem ist sie eine gute Schauspielerin und schon sehr beliebt trotz d« kurzen Zeit ihres hiesigen Wirkens."
„Ich habe sie noch nie spielen sehen, du weißt, ich mache mir nicht viel aus dem Theater. Sage, Friedel, wo blieben wir doch noch gleich vorhin im Gespräch stehen? Sprach ich nicht davon, daß ich „Lauchengel" auch für bas Derb») in Köln anmeldete?"
„Ja, davon sprachst du, Hans", sie lächelte müde und gezwungen. Wenn er wüßte, wie weh er ihr eben getan. -- „Wie schön deine Augen sind, sie leuchten so eigen heute", hatte er ihr Hugeraunt und nahe daran war sie gewesen, il>m ihr Fühlen und Denken preiszu- geben, und jetzt entsann er sich seiner Worte nicht einmal mehr. Friedel preßte die Lippen aufeinander und in ihren braunen Augen erlosch der Glanz. Sie bemerkte nur allzu gut die Blicke, die Hans ab und zu nach dem Nachbartisch hinübersandte zu dem schönen jungen Weibe. Im übrigen nahm die Schauspielerin von der angenehmen Aufmerksamkeit, die ihr auch von anderen Tischen zuteil ward, nicht die geringste Notiz. Ruhig und leise sprach sie zuweilen mit ihrer Begleiterin und beide ließen sich die bestellten Speisen gut munden.
„Ja, also für Köln habe ich mich angeineldet", begann Hans, „na, und nächsten Sonntag hier starte ich auch wieder. Ich wende niir übrigens wahrscheinlich Hecringens „Hexenkind" zulegen, Stute von „Hexe" und „General Schnell". Habe schon mit Heeringen darüber gesprochen. Dreitausend will er halben, aber für fünfundzwanzig Hunderter gibt er sie wahrscheinlich Her, er hat was anderes im Äuge und ist froh, „Hexenrind" loszukriegen. Die Stute ist ja in Grund und Goden verritten, aber ich gewöihne ihr die Dummheiten (bald ab, und wenn ich sie erst mal tüchtig gearbeitet habe, dann gibt es ein erstklassiges Tier."
„Sicht „Hcxenkind" auch in Niederrad beim Trainer?" fragte Friedel, nur uni etwas zu sagen, denn ihre Gedanken waren gar nicht bei her Sache.
„$fa, gleich morgen will ich ihre Gänge ordentlich prüfen, Heeringen wollte auch rauskoMinen, möglich, Daß wir gleich unser Geschäft abschließen."
„Nun sagt bloß,'habt ihr junges Brautpaar wirklich keinen anderen Gesprächsstoff?" unterbrach der Oberst
seineu Neffen. „Da benahmen wir uns als Verlobte doch anders, was Adele?" wandte er sich an seine Gattin. „Wir sprachen von der Ausstattung und von der Liebe und unserer Hochzeit, nicht wahr?"
„Ich glaube, Friedel hätte dafür kein Interesse", erwiderte Hans Buckenbach, und Friedel lachte wieder laut, zu laut um aufrichtig zu sein, und meinte: „Wie gut du mich kennst." Das Lachen klang so hart und aufdringlich, die Wimpern der Schauspielerin hoben sich und schauten befremdet herüber, just, da der Artillerieleutnant hinübersah.
„Und nun wollen wir aufibrechen. Kellner, zahlen", rief Oberst Sorhagen, „also der Heidsicck fällt dir zur Last, Hans."
Friedel erhob sich und schloß die großen Perlmutter- knöpse ihres weißen Jacketts und Hans reichte ihr den Entoutcas. Die Ungarn spielten in leichtem, wiegenden, bestrickenden Tempo: „Das ist das süße Mädel", und Friedel konnte ihre Blicke nicht abwendcn von der zarten Gestalt in dem Weichen Hermelinpelz, der die jungen Schultern mit dem königlichen Schmuck fast allzu schwer zu belasten schien.
„Das ist das süße Mädel", sangen die Geigen und
Hans Buckeubach folgte seiner voranschreitenden Braut.
*
„Gratuliere mir nur, Friede!, mein Rennstall, der bisher nie über rin Pferd hinausging, hat sich um eins verniehrt", rief Hans Buckenbach froh erregt seiner Braut entgegen. Friede! Sorhagen hatte den Offizier vom Fenster aus kommen sähen und war selbst gegangen, ihm die Tür zu öffnen.
„Ich gratuliere dir, Hans.", Sie legte ihre Hand in die seine. „Du hast also „Hexenkind" erworben?"
„Jawohl! „Hexenkind" gehört jetzt mir." Er trat ein und, nachdem ihnr der Diener in der Halle Mütze und Mantel abgenommen, folgte er Friedel ins Zimmer.
Gräfin Sorhagen machte Besuche und der Oberst war im Dienst, die beiden jungen Menschen befanden sich allein in dem eleganten Raume. „Wie ist dir iibri- gens der gestrige Abend bekommen?" fragte Hans, auf einem Stuhl Platz nehmend.
„Sehr gut."
„Das freut mich. Heute morgen war ich schon früh wieder raus und ritt nach Niederrad. Heeringen kam eine Viertelstunde später, ich hatte mir inzwischen „Hexenkind" ordentlich vorführen lassen und mich nochmal überzeugt, daß aus der Stute was zu machen ist. Paß auf, Friedel, wie ich das Biest in Form kriegeI" schloß er cmfleuchtenden Blickes.
„Das glaube ich dir und ich freue mich schon darauf, dich auf „Hexenkind" zu sehen", sein Enthusiasmus riß sie wie immer mit. „Du nanntest mir gestern die Namen der Eltern von ^tzexenkind", wie hießen die doch gleich?"
„Hexe" und ,/Venera! Schnell". Die Stute „Hexe" war ja seinerzeit lange unbestrittener Favorit auf allen möglichen Rennen. Die holte sich die größten Geldpreise, ganz abgesehen von dem Silberzeug, düs. Pfe
