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« Jahrgang.

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K-. 185.

«».»«, Dienstag, den 28» April»

Rebaktions-Fernfprecher Ro. SS.

1988.

Morgen-Ausgabe.

Ilür Mai unö Juni

auf das

„Wiesbadener Tagblatt"

zu abonnieren, fiirdet sich Gelegenheit

im Uerlag Langgasse 37, bei den Ausgabestellen, den Zweig - Expeditionen

der Nachbarorte,

»nd bei sämtliche« deutschen Reichspostanstalten.

Die Mederillge der Engländer im Kmaliland.

In ganz England hat die plötzliche Nachricht von der Niederlage und völligen Vernichtung eines britischen Lruppendetachements im Somaliland große Bestürzung hervorgerufen. Der Schauplatz dieses Ereignisses liegt weit ün Innern des Landes, in dessen wasserloseni Gebier die von Oblia am Indischen Ozean und von Berber am Golf von Aden aus ausgegangenen britischen Kolonrren vorgedrungen waren. Wir geben unseren Lesern bei­stehend eine Karte des gesamten, hier in Betracht kommenden SomolüGebietes, in welcher die britischen Truppenstellungen rnd Märsche, sowie die. Stellungen der Mullahtruppen eingezeichnet sind. Die britischeil Truppen sind durch schwarze Rechtecke markiert, die Scharen des Mullch durch. schraffierte Rechtecks und diejenigen der Abchstznier, die von Westen her den britischen Expeditioren als Hilfstruppen dienen sollen, sind durch schräggetnlte schwarz und weiße Rechtecke dar­gestellt. Von einer Wirksamkeit dieser letzteren Truppen hat man nie etwas gehört.

Über die Katastrophe selbst liegen bisher folgende Berichte vor: Eine fliegende Kolonne unter Oberst Cobbe verlieb am 10. April Galadi, um den Weg nach Walwal zu erkunden. Am 17. trifft er in Gumburru ein und er­kennt, daß er wegen unüberwindlicher Wegeschwierrg- keiten und wegen Wassermangels zurück muß. Er scheidet eine Arrieregarde guter Hauptmann Olivey aus und rst im Begriff, dm Rückmarsch anzutreten. Plötzlich glaubt er aus der Richtuig, wo die Nachhut sich befindet, Ge- wehrfeuer zu höre«. Wegen des dichten Urwaldes oder aus sonstigen Brüchen hat er keine Augenverbrndung mit ihr. Sie war vielleicht auch etwas weit ab von der

Hauptkolonne. „ . YI ... ,,

Der Führer der Kolonne handelte vollständig korrekt. Er schickt dem schenbar bedrohten Teil semer Kolonne um 91/4 Uhr früh Dberst Plunkett mit etiva 200 Mann

Feuilleton.

Licknng Treck.

1. Todestage ies Hauptes der romantischen Schule. (28. April.)

Bon vr. Lothar Robi«.

.Mondbiglänzte Zaubernacht.

Die den Sinn gefangen halt,

Wunderwllc Märchenwelt,

Steig' «s in der alten Prachtl it diesen Verse, kennzeichnet Ludwig Treck, der vor l,r einem balbtn Jahrhundert in Berlin als Ackch ünüberfchlumUerte, die Bestrebungen jener Olch- wir als die.Romantiker" zu bezeichnen pslegen,

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Konnte feI6ft «tlt. »1® r“ “Ä, «?Sno außerdem die beiden Schlegel, Irnim, Brentan . s lLiardenberck u. a. gehörten? Nichts Geringeres, >ml und Wirktchkeit. die einander meisü so senw-

m Leben geguübersteheu ver,ohnen und zwa

n neutralen B»den der Dichttunst. Die Okomanrii

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itt und dem simenden Gemüt ebenso wenig Rech-

et über — dcl Nutzen der Stallfutterung, ooer lls über die Prcht des nächtlichen Sternenhnnmels if Sevfeft mißte sich die Gemeinde, wenn das

lelimn von der beiden Emmausjungern ausgelegt g sollte, eine la-g- Abhandlung über, -den Nutzen

ndesrichtmm"ssgenüber betonten die ,.Romans

hörte nran wieder Gewehrfeuer, und bald melden Flücht­linge, daß die gairze Abteilung von übergroßer Übermacht in dem unübersichtlichen Gelände überfallen, sich brillant geschlagen, und daß fast alle Leute und alle Offiziere deir Heldentod gestorben sind. Oberst Cobbe befindet sich mit dem Rest — 220 Mann und 1000 Kamelm — in schwieriger Lage. Entsatz unter Gmecal Manning ist bereits unterwegs und trifft auch hoffmtlich rechtzeitig ein. Wie aus Aden telegraphiert wird, war der Feind, der Pliinketts Koloime vernichtete, 10 000 Mann stark.

Er gab keinen Pardon. Nach den letztm Nachrichten ist es noch nicht ganz sicher, ob wirklich alle Offiziere tot sind, da die Kunde nur von Afrikanern übermittelt wurde. Obbia ist am 15. April geräumt worden. General Manning hat kaum 2000 Mann bei sich; ob die Messynier ihm helfen, ist unbekannt, aber man erwartet nicht viel von ihnen. Das Trnppenschiff „Hardinge" wird sofort nach Bombay abgehen, um Truppcnverstärkungen zu Holm.

Nach weiteren Depeschen aus Aden befindet sich da? Hauptquartier des Mullah bei El Hahved, vier bis fünf

alter mit seinem Ritterwesen, seinem Minnesang und

seinem Wunderglauben, mit seiner zauberhaften Sagen- unb Märchenwelt ebenso hin, wie aus die poesieverklürte Romantik des Orients, die in bunten, sinnberückendcn Sagen und Legenden, in süßen > Liedern und goldenen Weisheitssprüchen eine ganze Zaubcrwett in sich birgt. So verdanken wir den Romantikern zum Teil muster­gültige Übersetzungen der morgenländischen, italienischen und spanischen Dichter (Dante, Petrarka, Calderon, Lope de Bega u. a.) und vor allem auch des großen Briten, Shakespeare, in dessen Meisterdramen die Romantiker ihre Ideale am entsprechendsten verwirklicht sahen. Ludwig Treck, der dem Hause eines tüchtigen Handwerkers — sein Vater war Seilermeister — entstammte und am 81 . Mat 1778 in Berlin geboren ward, war während seiner Studienzeit auf den Universitäten Halle, Erlangen und Göttingen, wo er, dem Wunsche seines Vaters ge­mäß, Theologie und Philosophie studierte, vielsach lite­rarisch tätig, und schon als Siebzehnjähriger fertigte er für den bekannten Buchhändler Fr. Nicolai Über­setzungen und eigene Arbeiten. Schon damals hegte er eine besondere Vorliebe für Shakespeare und die Spanier, und eine große Freude gewährte es ihm, sich in die Tiefen des inneren Lebens zu versenken und in der Wett der Phantasie zu träumen. Das ging so weit, daß er sich am hellen Tage zuweilen in einem Traumzustande befand und sich von Geistern umgeben wähnte, denen er um­sonst zu entfliehen suchte re. Ja, es bereitete ihm eine ge­wisse Befriedigung, bis tief in die Nacht hinein planlos umherzuirren, Kirchhöfe aufzusuchen und in stiller Träumerei auf Gräbern zu verweilen. Einmal mutzte er in einer ihm sonst wohlbekannten Straße Berlins einen Bürger fragen, in welcher Stadt und in welcher Straße er sich befände. . . . Nach Beendigung seiner Studien lebte Tieck eine Zeit lang in Hamburg, wo er seine zukünftige Gattin, die Tochter des Pastors Alberti, kennen lernte. Von hier wandte er sich nach vorüber­gehendem Aufenthalte in Berlin nach Jena (1789), wo er in traulichen Verkehr mit den Romantikern Schlegel, Brentano, Novalis und den Philosophen Schelling und Fichte trat. Auch mit Goethe und Schiller trat er in

Tagemärsche südwestlich von dem Orte, wo Plunketks Kolonne vernichtet wurde.

Eine trostreiche Nachricht für England bringt, wie schon gemeldet, inzwischen das Reuterbureau aus Aden. General Manning hat die Scharte der Niederlage Plunketts wieder ausgewetzt. Es heißt in der Meldung: General Manriing hatte auf dem Marsche zur Befreiung des Obersten Cobbe ein«: Kampf mit den Streitkräften des Mullah, von deneir 200 Mann getötet wurden. Oberst Cobbe wurde befreit.

Deutsches Deich.

* Hof- «nd Personal-Nachrichten. Der Gcmeinderat t« Weimar bewilligte 10 000 Mk. für den festlichen Empfang des Großherzogspaares am 2. Juni und 3000 Mk. für da» Künftlerseft.

* über die Hcrcinziehung der Person des Kaisers in die parlamentarische Debatte sprach sich Fürst MSmgrck in der Reichstagssttznng vom 11. Dezember 1874 folgen-

. dermaßen aus: „Ich kann mich dem von seiten des Herrn Abgeordneten v. Hoverbeck so streng accentuierten Ver-

Seziehungen, ohne daß sich jedoch hieraus ein engeres Verhältnis bildete. Umso inniger entwickelte sich der Verkehr mit den erwähnten Gesinnungsgenossen, mit denen er eine Art literarischen Zirkels einrichtete, der geradezu als Wiege der Romantik gelten kann. Tieck gab damals bereits „Romantische Dichtungen", eine Samm­lung älterer und neuerer Poesieen, heraus (1799), der bald der altdeutsche Künstlcrroman „Franz Sternbalds Wanderungen" folgte. Nach kurzem Aufenthalt in Dresden und einem Aufenthalt auf Ziebingen bei Frankfurt an der Oder, dem Gute seines Freundes Vurgsdorff, unternahm Tieck im Jahre 1804 mit seiner Schwester eine Reise nach München und von dort nach Italien, dem Ziele seiner Sehnsucht, mit der nach vor­übergegangener Lehrzeit des Dichters Wanderzeit be­ginnt. In Rom studierte er mittelalterliche Dichtungen in den wertvollen vatikanischen Handschriften. Im Jahre 1806 zurückgekehrt, tonnte er keine geeignete Anstellung finden: er wandte sich daher seinen Studien über Shakespeare von neuem zu und suchte zu diesem Zweck des britischen Dichters Heimatsland und Geburtsstadt, Stratford, auf, auf welcher Reise er auch zum Studium des französischen Theaters in Paris Aufenthalt nahm. Seit 1818 finden wir den Dichter im schönen Elbflorenz, wo er im Jahre 1825 znm Hofrat und Intendanten des Hoftheaters ernannt wurde. Nun beginnen Tiecks Meisterjahre. Er bildet den Mittelpunkt des literarischen Lebens Dresdens und glänzte namentlich durch seine geistreiche Unterhaltung und durch sein seltenes Talent als Vorleser dramatischer Werke, worin er von nieman­dem, selbst von den tüchtigsten Schauspielern nicht, er­reicht wurde. Er las an einem Abende im Sommer und Winter je zwei fünsaktige Dramen von 6 Uhr an bis tief in die Nacht hinein ohne merkliche Ermüdung, und mit wahrer Andacht lauschte die Versammlung dem kunst­vollen Vorträge. In Dresden geweilt und einem solchen Abende nicht beigewohnt zu haben, galt für den Gebil­deten soviel, als ehedem in Rom gewesen zu sein und den Papst nicht gesehen zu haben. Am liebsten las er Shakespeare, dann auch Goethe und Schiller, zuweilen Calderon. in besonders gewühlten Kreisen wohl auch