Einzelbild herunterladen
 

Leite 4.^11 April 1903.

Wiesbadener Tagblatt (Abend-Ausgabe). Verlag: Laiiggässe 27

31. Jahrgang." No. 170.

erklärte es die Kirche für das Symbol des zum Leben ueuerstandenen Erlösers. An Stelle der Eieropser, welche bei dem Osterfest dargebracht wurden, trat die Gewohn­heit, den Pfarrherren eine Anzahl Eier als Ostergabe zu liefern, und später die Sitte, die Kinder mit Eier zu beschenken, wobei man sagte, der Osterhase, welcher der Ostara lieb war, habe sie gelegt. — Noch weit andere Gebräuche erinnern an die ehrwürdige Vergangenheit, und so ist uns das Osterfest auch aus diesem Grunde noch besonders lieb und wert.

— Kurhaus. Am Dienstag, den 14. April, findet abends 8 Uhr O p - r e t t e n - A b e n d des Kurorchesters statt.

gs. Residenz-Theater. Heute abend geht Snderwanns hoch­interessantes Werk „Die Schmetterlingsschlacht" in der bewährten Besetzung in Scene. Das Programm sür die Ostcrfeiertagc ist ein vielseitiges: 1. Feiertag abend ist mit Lillt Schwendemann-Pansa als Gast „Der Fall Clemenceau", während am nachmittag eine einmalige Aufführung von „Monna Vanna" statisindet. Der 2. Feiertag bringt die beiden Zug- und Kassenstücke: „Lutti" (abends» und „Der blinde Passagier" (nachmittags». Dienstag nachmittag bringen die 11 Scharsrichter aus München etwas Originelles und Neues, und auch am Abend herrscht „Die Ncu- knnst", nämlich Büchners seines und humorvolles Lustspiel.

U Diebels Scharfrichter werden mit drei großen Pro­grammen in unserer Stadt gastieren. Die Programme versprechen, sich sehr abwechselungsreich zu gestalten und werden aus Sololiedern, Rezitationen, Duetten, Ter­zetten, Dialogen und größeren dramatischen Farcen und Satiren bestehen. Die kleine Künstlergesellschaft setzt sich vorwiegend aus Schriftstellern und Musikern zusammen, die sich schon vor Gründung des Unternehmens einen Namen in Deutschland gemacht hatten. Da ist Frank W e d e k i n d , allgemein bekannt als bei berufenste Ver­treter des deutschen Brettlsanges, der erst vor kurzem mit seiner Tragödie „Der Erdgeist" einen so großen Erfolg errungen hat» M. H e n r y . der durch seine französischen Konferenzen und die durch ihn gegründete Zeitschrift „Revue france-allemande" jahrelang einen neuen Kontakt zwischen dem geistigen Deutschland nnd Frank­reich herzustellen versuchte» Hannes Ruch, der begabteste und vielseitigste unter den modernen volkstümlichen Komponisten» Leo Grciner, der Lyriker unter den Elfen» als ständiger Mitarbeiter des „Simplicissrmus weithin bekannt,' Otto Falke nberg und Paul Schlesinger, die durch ihre kecken, dramatischen Farcen den satirischen Teil der Scharfrichterprogramme fast ganz aus eigenen Mitteln bestritten» nicht zu ver­gessen Hanns v. G n m p e n b e r g s , des Uberdramati- kers und köstlichen Parodisten» ferner erwähnen wir noch den Komponisten Leonhard B u l m a n § , den Lyriker Heinrich Lautensack, den grotesken Zeichner Ernst Neu mann re. Von den darstellenden Kräften sind wohl in erster Linie die Tragödin des Breitels, Marya Dolvard und der Rezitator Arcus Troll zu nennen. Die künstlerischen Arbeiten sur die elf Scharfrichter, wie Plakate, Programmtitelblätter, Programmvignetten u. s. w. wurden ursprünglich vom Scharfrichter Kaspar Beil (Ernst Neumann) auvge»uhrt» später erweiterte sich der Kreis der Mitarbeiter und fast alle bedeutenden Zeichner des „Simplicissimus und der „Fugend" (Heine, Paul, Wilke, Schmidhammer, , ■ Diez, Engl rc.) beteiligten sich au der künstlerischen Ausfüh­rung des Reklame- und Programmaterials. Wer sich über Entstehung, Charakter und Mitarbeiter des Unter nehmens näher zu informieren wünscht, den machen wir darauf aufmerksam, daß die Zeitschrift „Buhne und Brettl" (Verlag Harmonie, Berlin) vor kurzem eine Sondernummer über die elf Scharfrichter herausgegeben hat ferner auf den kleinen Scharfrichter-Musenalmanach (Scharfrichter-Verlag, München) mit Text von Heinrich Lautensack und Karikaturen von Ernst Neumann.

_ Pci-bshallen-Theliter. Neben üem vorzüglichen April

Nroaramm wird von heute ab ein urkomischer Schwank. ^kantivven-Kur", dargestellt von Rudolf Raab und Frau, sowie Rob R M-kel «cf dem R-pe-rtoire erscheinen. Dieser Schwank machte überall ausverkaufte Häuser und cs ist zu hoffen, daß dcr- elbe amh Rer seine Anziehungskraft nicht ocrfeh er- wcrd. An bLen OsteUeiertagen finden zwei Vorstellungen statt, tue Nach mittagö-Vorstellungen zu ermäßigten Preisen.

o. Kommunallandtag. Für den am Mittwoch, d n 15 d M., zusammentretenden 37. Kommunalmndtag des Regierungsbezirks Wiesbaden hat der Landesausschutz außer dem bereits erwähnten Verwaltungsberrcht und dem gleichfalls erwähnten Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben folgende wichtigere Vorlagen vorbereitet, a) Entwurf eines Gesetzes, betreffend Änderung von ‘•yinrifftritteit übe? bas St o tt f o I x & ä t i o tt 3c x-* fa hren und Berichtigung des G r u n d b u ch s wäh­rend desselben für den Regierungsbezirk Wiesbaden, ,,) Entwurf der Verwaltungs-Bestimmungen sur die naffauische Landesbank und für die naßauischc Spar­kasse zur Ausführung des Gesetzes, betreffend die Landev- bank in Wiesbaden, nebst Begrü.ldung und einer Gc- ^ästsanwcifung für die Direktion der nassaulschen Landesbank, e) Beschränkung in der Ausgabe von Schuld­verschreibungen der nassauischen Landesbank, d) .lb- änderung des Reglements für die Ausführung der Für­sorgeerziehung Minderjähriger vom 1c. April, 11. Fun 1<I0'2 e) Reglement für die Verteilung der Ltaatsrentcn an leistungsschwache Gemeinden im Regierungsbezirk Wiesbaden gemäß des Gesetzes, betreffend Überweisung weiterer Dotationsrenten an die ProRnzlalverbande, ,mni ° Juni 1902, f) Bericht der Kommission dev Landes- auSscbuffes über den Antrag der Abgeordneten vr Alberti und T)r. Flesch, betreffend die Arbeitsord-

nung für die in der Wegebauverwaltnng des Bezirks- verbandcs des Regierungsbezirks Wiesbaden beschastig- !cn Arbeiter, e) Bericht, den Beschluß des Kommunal­landtags vom 1». April vorigen Jahres, die Unterhaltung der Bezirksstraßcn betreffend, l>) Bericht über den Bau einer Kleinbahn von Hachenburg nach Betzdorf mit einer Abzweigung von Eckenroth nach Marienberg, i) Bericht ulkend die weitere finanzielle Beteiligung des Be irÄerbandes au der nassauischen Kleiubahn-Aktien- Gesellschast. Dazu kommt noch eine Vorlage wegen der Baukosten für den Neubau des Landeöhauscs.

_ S tenographieschule. Die Eröffnung der neuen Kursr

und Maschinenschreiben, eriolgt, wie a»S dem ersichtlich, am 20. April. An dem Unterricht können “fS und H?rren beteiligen, an den Dik.atttln.ngcn V-r- ! n^ricliiedener Snstcmc. Dem An ängcr- nnd Fortbildung^ nriuS w d das SysNm Stolze-Schrcy zu Grunde gelegt. An den Übungen der Damendiktatabteilung de- Stolze,cheu Stenographen Bcr"ins (E.-S.» können auch Nichtmitglicdcr deö Vereins te>l

nehmen.

— Naturhistorisches Museum. Die Sammlungen des Naturhistorischen Museums (Wilhelmstraße 20, im ersten Stock) sind von Ostermontag, den 19. April, ab täglich, außer Samstags, zu nachstehenden Zeiten geöff­net. Sonntags, vormittags von 10 bis 1 Uhr (sowie jeden ersten Sonntag im Monat auch nachmittags von 3 bis 5 Uhr), Montags und Dienstags, vormittags von 11 bts 1 Uhr, Mittwochs, nachmittags von 3 bis 5 Uhr, Donners­tags und Freitags, vormittags von 11 bis 1 Uhr.

— Altkatholische Gemeinde. Bei dem am Ostersonntag stattfinöenden Festgottesdicnst wird das durch sein wiederboltes Mitwirken in den kirchlichen Volkskonzerten vorteilhaft bekannte Streichquartett der Herren A. Bruhl,

H Keller, T. Brühl, C. Himmler durch Vortrag zweier Stücke: „Osterandacht" von Weißenborn und „Ave verum" von Mozart die kirchliche Feier verherrlichen. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.

— Die städtische Gemälde-Galerie und permanente Ausstellung des Nassauischen Kunstvcreins ist täglich mit Ausnahme dcs Samstags von 10 bis 1 Uhr vormittags und 3 bis 5 Uhr nachmittags, Sonntags von 10 bis 1 Uhr geöffnet.

o. Standesamt. Der neugewählte Standesbeamte, Herr Popp, ist als solcher von dem Herrn Obcr-Präst- denten bestätigt worden nnd hat daraufhin seine Amts­geschäfte übernommen.

— Altstadt-Verein. Der Vorstand des Bezirksvereins Altstadt hielt am vergangenen Mittwoch eine Sitzung ab, in welcher die Neu-Organisation des Vereins beschlagen wurde. Es kamen ferner einige Mitzstände in der Alt- stadt zur Sprache und soll zunächst bezüglich der äußerst mangelhaften Beleuchtung der Langgasse _ und deren Seitenstraßen eine Eingabe an den Magistrat gerichtet werden. Dem Vorstand gehören nunmehr folgende Herren an: Stadtverordneter Apotheker vr. Kurz, erster Vorsitzender, Fabrikant W. Horn, zweiter Vorsitzender, Kürschner M. Müller, 1. Schriftführer, Kaufmann Louis Heymann, 2. Schriftführer, Dr. E. Cratz, Kassierer, Agent Beruh. Bär, Buchdruckereibesitzer R. Bechtold, Rentner F. Becker, Hotelbesitzer H. Cron, Kausmann H. Eifert, Droschkcnbesitzer I. Ph. Feix, Kaufmann Karl Groll, Architekt L. Meurer, Kupferschmied L. Weygandt und Schloflermeister L. Weyer, Beisitzer.

_Die freisinnige Volkspartei dcs 2. nass. Wahl­kreises hält am nächsten Dienstag, den 14. April, nach­mittags 4 Uhr, im Gartensaal des Hotel-Restaurants Friedrichshof" hier eine Versammlung ihrer Ver­trauensmänner ab, in dcr, wie sich aus dem Anzeigen teil ergibt, über die Ausstellung eines Kandidaten für die kommende Reichstagsmahl in unserem Wahlkreis be­raten nnd beschlossen werden soll. Wenn auch voraus­sichtlich der seitherige Vertreter unseres Wahlkreises, vr. Hans Crüger, wieder ausgestellt werden wird, so i»t doch bei der Wichtigkeit des Gegenstandes der Tagesord­nung ein lebhafter Besuch der Versammlung sowohl von hier, wie von auswärts zu erwarten. Herr vr. Crüger hat in der letzten Zeit an verschiedenen Orten über, die politische Tätigkeit der freisinnigen Volkspartei m den letzten Jahren und insbesondere auch über seine eigene Tätigkeit im Reichstag und Abgeordnetenhaus Bericht erstattet und wird auch, so viel uns bekannt, schon in den nächsten Tagen yierherkommen, um auch noch an anderen Orten des Wahlkreises, insbesondere einigen Nachbar­orten, zu sprechen.

/ y Das P-lizeidienstgcbäudc ist im Rohbau fertig und der Turm, welcher das stattliche Gebäude bekrönt, in seiner Konstruktion ebenfalls vollendet. Derselbe erhebt sich in schlanken Formen auf der Ecke von Friedrich- und Marktstratze 11 Meter über dem Dachfirst. DaS auf dem Hinteren Teile dcs Grundstücks belegene Polizeigcfängnis wird nach neuestem System eingerichtet und die Zellen sind derart, daß darin entweder nur ein Gefangener oder mehrere, niemals aber zwei allein untergebracht werden.

o. Arbeitsnachweis. Bei den Vermittlungsstellen dcs Arbeitsnachweises im Rathaus standen im März in dcr Abteilung sür männliche Personen 882 Arbeitsgesuche 510 Angeboten von Stellen gegenüber, von denen 340 be­setzt nmrden. In der Abteilung für weibliche Personen lagen 819 Arbeitsgesuche vor» 989 Stellen waren angc- meldet und 563 wurden besetzt. Insgesamt waren im März d. I. 1701 (im März 1902 1296) Arbeitsgesuche und 1499 (1188) Arbeitsangebote angemeldet und 903 (689) Stellen wurden besetzt.

— Allgemeine Poliklinik. Herr Rechtsanwalt v. Eck hat in einer der letzten Stadtvcrordnctcnsitzungcn mit trefflichen Worten die segensreiche Wirkung der seit wenigen Jahren im städtischen Krankenhause eingerich­teten Poliklinik hervorgehoben. Für eine ähnliche Ein­richtung, die seit viel längerer Zeit hier besteht und gewiß eine nicht minder segensreiche, jedenfalls aber weit aus­gedehntere Tätigkeit entfaltet, hat sich bislang kein Redner gefunden, dcr von so bemerkenswerter Stelle ein Wort ihres Lobes verkündete. Gemeint ist die hiesige Allge­mein- Poliklinik, früher Helenenstraße 2, Part., jetzt Wellritzstraße 22, 1, befindlich. Die Art und der Umfang ihres Wirkens scheinen leider, trotzdem die Anstalt bereits iiber elf Jahre besteht und in stetig wachsender Frequenz laut elf Jahresberichten bis 1. Januar dieses Jahres nicht weniger als 42195 unbemittelte Kranke ganz unent­geltlich behandelt und zum großen Teil mit Medikamenten nnd Verbandzeug auf eigene Kosten der Anstalt versehen hat weiteren Kreisen unserer Stadt ziemlich unbekannt geblieben zu sein. Die gelegentlich der Besprechung des letzten Jahresbericht, 1902, der Allgemeinen Poliklinik an dieser Stelle an unsere wohlhabenderen Mitbürger gerichtete Bitte um eiumalige oder jährliche Beiträge müßte sonst einen befleren, als wie diesmal beinahe rein negativen Erfolg gehabt haben. Es seien daher einige erklärende Worte erlaubt. Während die seit kürzerer Zeit im städtischen Krankenhause errichtete und aus städtischen Mitteln ausreichend dotierte Poliklinik im wesentlichen nur bei chirurgischen und inneren Er­krankungen Hülse gewährt, verfügt die Allgemeine Poliklinik über nicht weniger als neun gut eingerichtete und gut geleitete Spczialabtcilungcn. Diese Spczial- abteilungen umfassen die Zweige dcr inneren Medizin, dcr Nervenheilkunde, der Chirurgie und Orthopädie, der Nasen-, Ohren- und Halskrankheiten, der Haut- und Ge­

schlechtskrankheiten, der Augenkrankheiten, der Frauen­

krankheiten und Geburtshülfe, der Kinderkrankheiten und der Zahnheilkunde. Die Arzte des städtischen Kranken­hauses erhalten für ihre zweifellos sehr anstrengende Tätigkeit entsprechende Honorierung, die Arzte der All­gemeinen Poliklinik geben ihre Hülfe unentgeltlich. Sie wollen, da ihr Unternehmen rein privater Initiative ent­sprossen, ganz selbstverständlich auch keine Honorierung für ihre eigene Person. Was sie wollen, ist nur ein An­erkennen ihrer ersprießlichen, uneigennützigen Tätigkeit durch eine pekuniäre Unterstützung der Anstalt durch die bessersituierten Mitbürger, wie seitens der Stadt, eine Unterstützung, die ja doch lediglich armen, kranken Leuten zu Gute kommt. Es ist in dieser Beziehung gewiß schon vieles Gute geleistet worden, und den bisherigen Wohl­tätern kann nicht Dank genug gezollt werden, aber im allgemeinen ist die pekuniäre Lage dcr Anstalt eine recht mißliche und legt da unangenehme Beschränkungen auf, wo weitgehender Liberalismus in Form und Umfang der Hülfeleistungen kaum genügen würde. Es sei hier nicht vergessen, sondern mit warmer Anerkennung hervorge­hoben, daß die Stadt der Allgemeinen Poliklinik seit längeren Jahren eine jährliche Unterstützung von 500 Mark gewährt. Die Allgemeine Poliklinik hielt sich nun für berechtigt, um eine entsprechende Erhöhung dieser Unterstützung beim Magistrat einzukommen, und zwar hauptsächlich aus folgenden Gründen: Die Frequenz der Anstalt hat stetig zugcnommcn, von 1600 im Jahre 1892 bis auf nahe an 5000 im verflossenen Jahre. Notge­drungen mußten die bisherigen, durchaus unzulänglichen Lokalitäten aufgegeben und mehr zweckentsprechende, da­her auch teurere neue Räume gemietet und Mobiliar wie Instrumentarium ergänzt werden, außerdem aber muß die seither vom Verein vom Roten Kreuz in dankens­werter Weise unentgeltlich gewährte Hülfe einer Schwester in den Sprechstunden vom 1. Januar d. I. ab mit 800 Mark jährlich honoriert werden. Leider hat der Magistrat die berechtigte Bitte der Anstalt unter Angabe von Gründen, deren Widerlegung nicht allzu schwer sein dürfte, abgewiesen. Die Allgemeine Poliklinik erlaubt sich daher, ihre an die wohlhabenderen Bürger der Stadt gerichtete Bitte, um jährliche, bezw. einmalige Vertrage zu erneuern und hofft außerdem, daß auch ihr in nicht zu ferner Zeit ein Verfechter ihrer guten Bestrebungen innerhalb der städtischen Korporationen erstehen möge! Vielleicht wird sich dann der Magistrat die Unterstützungs­frage noch einmal überlegen und zu der Erkenntnis ge­langen, daß gerade in diesem Punkte etwas mehr Ent­gegenkommen sehr angebracht sein dürfte. Die paar hundert Mark, die man benötigt, würden wohl kaum das städtische Budget in heillose Verwirrung bringen, wohl aber würden sie unverhältnismäßig viel Gutes stiften und den Geber ehren. — Beiträge iverden von allen Ärzten der Anstalt, insbesondere von dem Kassenverwal- tcr, Herrn Dr. Georg Knauer, Wilhelmstraße 5-, fonrte Herrn C. Lugenbühl, Marktstraße 19, ent- gegengenommen.

— Rheindampsschisfahrt Kvln-Düsseldorscr-Gesell- schaft. An den beiden Feiertagen. Sonntag, den 12. d. M.,, und Montag, den 18. d. M., wird eine Fahrt nachmittags 3 Uhr 20 Min. von Biebrich nach Walluf, Eltville, Rüdes- hcim nnd Bingen uud von Bingen 6 Uhr 15 Min., Rüdes- heim 6 Uhr 30 Min. zurück nach Biebrich ausgeführt.

_ Der Weg von Beausite nach dcr Platterstraße,

auslaufcnd an dem Osttor dcs neuen Friedhofes und. gerade deshalb auch von den Besuchern desselben viel begangen, befindet sich noch immer in einem bcklageiw- werten Zustande. Es ist wiederholt darauf hingewieseu worden, daß dieser so sehr beliebte Spazierweg durch die Holzabfuhr total zerfahren und für den Fußgänger saß unbrauchbar gemacht worden ist, aber zu einer völligen Wiederherstellung ist es bis jetzt leider nicht gekommen. Man hat zwar einen lehmhaltigen und deshalb recht ungeeigneten Kies als Notbehelf aufgelegt, dadurch aber das Übel, insbesondere bei dem Negenwetter dcr letzten Tage, nur wenig gebessert. Läßt sich denn die sinnwidrige Benutzung der sür den Personenverkehr bestimmten Waldwege zur Holzabfuhr nicht einfach dadurch ver­meiden, daß das zur Füllung kommende Holz an und in der Nähe bestehender Abfuhrwege aufge»etzt wird: Welche Kosten entstehen nicht allein durch die Ausbeßc- rung der zcrschundenen Promenaden, von dem berech­tigten Unmut des Publikums über solche Zweckwidrig­keiten und ihre Folgen gar nicht zu reden.

— Bcrcinsregistcr. Eingetragen wurde der katholische L e s c v c r c i n (Kasino» zu Wiesbaden.

— Gütcrrcchtsregister. Gütertrennung haben vereinbart der Fuhrmann Michael Schmidt dahier und Frau, Marie, geb. Rieth am 8. Februar 1308, der Kassendiener Christian Werner datier und Frau Henriette, geb. Franzreb, am 27 März 1903, der Schreiner Philipp K i l b dahier und Frau, Anna, geb. Lauer, am 17. März 1903, und der Dachdecker Karl Riet h in Schicrstcin und Frau, Magdalena, geb. Schröder, am 27. März 1903.

o. Waldbrand. Heute vormittag ist in dem zwischen „^chläferskops" und „Eiserne Hand" belegenen Wald­revier, wahrscheinlich durch Funken, welche aus einer Maschine dcr Schwalbachcr Bahn entflogen sind, ein Waldbrand entstanden. Die hiesige Feuerwache rückte um 10 Uhr mit dem sogenannten Waldwagen nach der Brandstelle ans.

o. Unfälle. Gestern abend gegen y 2 8 Uhr hat ein .mvorsichtiger Radfahrer vor dem Hause Platterstraße 76 ein drei Jahre altes Bübchen umgefahren. Das Kind trug dabei eine blutende Wunde an der Stirn davon, die ihm im städtischen Krankenhause verbunden wurde. Dcr Radler wollte ausreitzen, wurde aber augchalten und von einem Schutzmann notiert. — Der 25 Fahre alte Fuhrmann August Eifert von hier wurde auf der Sonnenbergerstraße von einem Wagen dcr Elektrischen ersaßt, umgestoßen und ein Stück geschleift. Wenn E. glücklicherweise auch nicht überfahren wurde, so erlitt er doch außer erheblichen Quetschungen einen Bruch des linken Schlüsselbeins, so daß er sich zur ärztlichen Be­handlung in das städtische Krankenhaus begeben mußte.

— Humoreske. Unter dieser libcrschrift schreibt uns ein Leser: Meine Köchin erkrankte vor einigen Tagen an Influenza. Der Arzt verschrieb ihr «ntipyrin und RicinuSöl. Das crstcre nahm sie, das letztere nicht. Aus wiederholte Vorstellungen, daß ihre Gesundung ver­zögert würde, wenn sie den Anordnungen des Arztes