Mge jiim Mesbllüener TaOlatt.
Uo. 153. Marge« Ausgabe.
Mittwoch, den 1. April.
51. Jahrgang. 1903.
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Die tuentqften Männer kennen ihre Frauen — und das ft» ist schlimm. Die wenigsten Fronen kennen ihre Männer —
J und da» ist gut. — Zur Größe kann man sich aufringen,
« aufschwingen, aufdulden, aber nicht aufblascn.
Ä Marie Ebner-Eschenbach.
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(17. Fortsetzung.)
Der Maltheser.
Roman von O. v. Kis-Killay.
Er erkundigte sich, — er wußte es also nicht selber. Und weiter nichts . . . Werner fühlte Schamröte in seinen Wangen aufsteigen, als er das Zimmer verließ.
Da kam auch soeben Käthe nach Haufe. Sie war ganz atemloch und als sie ihn erblickte, rief sie ihm schon von weitem entgegen:
„Liebster Werner, verzeche, ich habe mich so fürchterlich verspätet!"
Kurzsichtig; wie sie war, bemerkte sie nicht den langen prüfenden Blick, mit dem er sie umfing. Sie sah so unbefangen aus, sie kam nicht von einem Stelldichein, jetzt wenigstens nicht . . .
„Bist du böse?" fragte sie, während sie chren Hut vbnahm. „Ich habe mich so sehr beeilt — Dora hatte mich abgeholt, um Besorgungen zu machen, und darüber, versäumten wir die Zeit ..."
Sie reichte ihm die Stint zum Kusse, die er flüchtig mst den Lippen berührte.
Beim Mittagstische sagte er plötzlich, während sie die Suppe austeilte:
„Ich habe Frau von Rehsan schon feit Ewigkeiten nicht gesehen und will dich nächsten Mittwoch hin- begleüen."
Er sah scharf nach ihr hin — weder zitterte aber ihre Hand, noch entfielen ihr Suppenlöffel und Teller. Sie blickte ihn nur überrascht an.
„Was, du, Werner, willst zum üve o’clock? Wie kommst du zu diesem so plötzlichen, übrigens sehr vor nünftigen Entschlüsse? Ich bin ganz damit einver standen, denn die übrigen Herren haben alle wenigstens einmal ihre Aufwartung gemacht. Weißt du, daß Dora ihre Verwunderung über dein hartnäckiges Fortbleiben geäußert hat?"
„So — und warum hast du es mir nicht früher gesagt?"
„Ich habe ja kein Recht, dir dein Tun und Lassen vor zuschreiben- Du hättest auch nicht aus meine Ermahnum gen gehört und dich wahrscheinlich nur über Dora geärgert. Überdies, du weißt, wir sind so guw Freundinnen, daß sie es sich sofort hat ausreden lassen."
*
Am folgenden Mittwoch, während Käthe sich mit ihrem Manne mit der Trambahn zur Freundin fahren ließ, wunderte sie sich über die leichte Verstimmung, welche sich im Grunde ihrer Seele regte. Nein, eigentlich keine Ver- sümmung, sondern ein Mangel an froher Erwarstmg, welche sie bei dieser Fahrt zu erfüllen pflegte. Sonst
rekapitulierte sie schon im voraus die Fragen, die sie tellen, sogar die Antworten, die sie geben wollte. Sie lebte alles im Geiste vorher durch, das sie auch später in der Erinnerung wiederholt nachempfand.
Heirte aber drückte sie Werners Gegenwart. Sie hatte das Gefühl, als habe ihr Verhältnis zu Gossar plötzlich eine ganz andere Färbung erhalten, als sei es mit der Unbefangenheit für immer vorbei . . . Nicht etwa, daß Werner störend eingreifen könnte, er durste getrost an der Unterhaltung testnehmen, sie besprachen ja nichts, was nicht die ganze Welt hätte hören können. Er würde aber nur so verständnislose Augen machen, wie jedesmal, wenn sie eine Frage anregte, die er als blaustrümpfig abwies . . Und das quälte sie schon im voraus. Es war also doch ein Zwang . . .
Als das Rauenbergsche Ehepaar in den Salon trat, waren die meisten Habituäs bereits versammelt. Nur Gossar fehlte noch und die Majorin, was Werner erleichtert aufatmen ließ. So konnte er unbeachtet selbst besser beobachten.
Er zog sich mit einem Album in eine Ecke zurück. Ein günsüger Standort. — Und jetzt erschien Gossar in der Tür. Ein scharfer Blick Werners flog zu chm herüber. Auch Gossar hatte ihn gesehen. Ein Ausdruck des Erstaunens malte sich in seinem Gesicht.
Er begrüßte die Damen einzeln. Dann trat er auf Werner zu. Dieser erhob sich. Sein ernster, fragender Blick kreuzte sich mit dem ruhigen, festen Gossars. Eine worllose Frage und Antwort, dann schüttelten sie sich die Hände.
„Fch freue mich herzlich, Sie wiederzusehen", nahm Gossar das Wort. „Es war immer mein Wunsch, Ihnen noch einmal im Leben zu begegnen. Ich habe Sie stets in dankbarer Erinnerung behalten. Und ich steue mich, Ihnen, dem Gatten, meine Hochschätzung und Verehrung für Ihre Frau Gemahlin auszusprechnt. Die gnädige Frau wird Ihnen erzählt haben, in welch halsbrecherische Diskussionen wir uns zu stürzen Pflegen . . ."
War es ein geschickter Schachzug, um ihn sicher. zu machen? Werner dankte verbindlich, und Gossar verfügte sich zu Käthe, an deren Seite er Platz nahm, ganz unbefangen, als gehöre es sich. Bald waren sie in lebhafter Unterhaltung begriffen. Dieses Mal schien es aber keine gelehrte Verhandlung zu sein, denn sie lachten fröhlich, und bald gesellten sich einige jüngere Damen hinzu.
Während Werner in seinem Album blätterte, durchkreuzten hunderterlei Gedanken sein Hirn. In dieser Fassung hatte der Verkehr nichts Anstößiges. Es lag aber die Gefahr sehr nahe, daß sich etwas anderes hieraus ent- wickele . . . Was war zu tun? War es nicht besser, den Feind auf ein Terrain herüberzuziehen, wo er ihn bester erwachen konnte?
Sein Entschluß war gefaßt. Im Moment des Auf bruchs trat er zu Gossar, und ihm die Hand kräftig schüttelnd, sagte er:
„Da ich wahrscheinlich an den Mittwochsgesellschaften nicht häustg teilnehmen werde und sehr gern Ihre Bekanntschaft erneuern möchte, so gestatten Sie mir. Ihnen in den nächsten Tagen meine Aufwartung zu machen."
Gossar verbeugte sich dankend — seine Augen leuch i teten.
Auf dem Heimwege äußerte Käche, indem sie die Hand ihres Mannes ergriff:
„Es war recht von dir, Werner, Herrn von Gosiar einzuladen. Es hat mir die ganze Zeit schwer auf dem Herzen gelegen. Es war mir auch zu Mute, als spiele sich etwas hinter deinem Rücken ab. Nun wird unsere Freundschaft gleichsam legitimiert."
Werner lachte spöttisch auf.
„Legittmiert vielleicht, jedoch nicht sankttoniert . . . Überdies, Käthe, kennst du das Sprichwort: „Verbotene Früchte schmecken süß."
Es war anfangs April. Gleich Tränen rieselten die einzelnen Tropfen hernieder, welche ein warmer Frühlingsregen an die Fensterscheiben schlug. Drinnen rm Zimmer war es beinahe dunkel. Käthe lag auf dem ~ ofa, das Gesicht in die Kissen gedrückt und weinte.
Werner war zum Major berufen worden und hatte gebeten, nicht mit dem Abendbrot auf ihn zu warten« In einer fieberhaften Spannung hatte sie ihn gehen sthen- Jetzt endlich war sie allein — jetzt endlich durste sie sich der Wonne hingeben, chren Schmerz auszuweinen!
Sie hatte die Tür verriegelt. Das Mädchen war m. der Küche. Es war kein anderer Laut zu vernehmen, als das eintönige Geräusch der herabfallenden Tropfen. „ Und Käthe weinte, weinte laut, als müsse sich in dem stürmischen Ausbruch der Kummer lösen, der nun schon zwei Monate ihre Seele belastet hatte. Von Zeit zu Zeit unterbrach sie sich und lauschte, wie auf eine fremd« Stimme. .
Sie weinte sonst nie, — warum tat sie es jetzt? Es mußte ja einmal ein Ende nehmen. Ihr selbst war es als leise Ahnung zum Bewußtsein gekommen, jenes Mal. wo sie mit Werner hingefahren, jenes letzte Mal, wo sie glücklich gewesen war.
Diese Ahnung hatte sich verwirklicht. Schon am folgenden Mittwoch hatte er gefehlt. Er kam zivar wieder« aber seine Besuche wurden immer seltener. Er schützt« den Dienst vor, sie glaubte aber jetzt nicht mehr daran« Werners bald darauf abgestatteten Besuch hatte er er- widert. Er hatte sogar ziemlich lange bei ihnen gesessen! und geplaudert, aber schon damals war. Köche ein ge*, wisse? Etwas an ihm aufgefallen, das sie sich nicht deuten wußte, und das bei jeder Begegnung schärfer her- vortrat. Es lag wie verhaltener Schmerz in seinem ganzen Wesen, eine Art Zwang, die sich aucb in der Unterhaltung fühlbar machte. Auch war er in letzter Zeit gerade ihr gegenüber etwas nervös und gereizt. Wr« ein kalter Hauch hatte es ihre Seele berührt, und sie hatw sich verletzt in sich zurückgezogen. Wortlos, ohne Streit war die Entfremdung zwischen chnen entstanden und go< wachsen. Und heute —
Sie hatte ihm den letzten Band der von chm go«, liehenen Schriften zurückgebracht. Er stand abseits curtz Fenster, in ein Buch mit Jlluftrattonen verttest. Ein! Heller Sonnenstrahl fiel auf die schlanke männliche Gestalt, die sich plastisch vom Hintergründe abhob. Wie viel Kraft und Ruhe lag in der ganzen Haltung, aber auch wie viel hilflose Trauer in seinem Blick! Was macht« ihm fehlen? In selbstvergessenem Msteid zog es sie zu
ihm hin. v /
(Fortsetzung folgt.)
The Berlitz School of Languages Rnlanri“
Rheinstrasse 18. Part. iVlttllU ,
Rheinstrasse 18, Part
Sprachlehr-Institut. — Oberleitung: Prof. M. D. Berlitz.
Die Berlitz School unterrichtet ausschliesslich Erwachsene (Herren und Damen) in ihrer eigenen Behausung oder in den Schulräumen. Nur vorzügliche Lehrer und Lehrerinnen der betreffenden Nation, die nach unserer Methode sorgfältig ausgebildet sind. VnterrichtsEeiti Von 8 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. ... . , „ . . ,
Unterrichtsmittel t Das Conorete durch Anschauung, das Abstracto durch Ideenverbindung, die Grammatik durch Beispiele.
neuer Costiimrock,
siebentheilig, mit unten aus- springenden Falten, helle Farben,
SnudtWie i Ausaehlieaslieber Gebrauch der su lernenden Spreche und direkte Verbinden» de» Gedankens mit den Ausdrücken derselben ohne Zuhilfenahme der Muttersprache. Von der ersten Stunde an hört und spricht der Schüler nur die Sprache, die er erlernen will.
Heine VJebereetzunig. Gründe: 1) Zeitersparnis. Bei den Lehrmethoden, die sich der Ueberaetzung bedienen, wird der grösst» Theil der Unterrichtsstunden zu Erklärungen in der Muttersprache des Schülers verwandt, so dass dieser nur sehr wenig die fremde Sprache hört, was ganz unzweckmässig ist. 2) Diejenigen, die nach einem Uebersetzungs-System studiren, werden niemals den Geist der fremden Sprache erfassen, noch in ihr selbst denken können; sie denken vielmehr zunächst das, was sie sagen wollen, in der Muttersprache und suchen dann mühsam für jedes Wort derselben eine deckende Bezeichnung in der fremden Sprache, wodurch, abgesehen von dem entstehenden Zeitverlust, nur ein verstümmelter Ausdruck des Gedankens zu Stande kommen kann.
Weitere Ausführungen sind in den »ratl« ausgegebenen Prospeoten zu finden. Ferner stehen gedruckte Empfehlungen hervorragender Pädagogen und Anerkennungen unserer Schüler, welche zum Theil den ersten Gesellschaftskreisen angeboren, zur Verfügung, die aus eigener Erfahrung die vorzüglichen Resultate unseres Unterrichts bescheinigen.
Wichtig! Allerdings spielt bei unserer Methode die Ausbildung der Lehrer eine entscheidend» Helle. Herr Professor Berlitz ragt darüber in der letzten Vorrede seines Werkes: „Der Verfasser macht das Publikum nachdrücklich darauf aufmerksam, wie noth- wendig es ist, dass, um nach dieser Methode unterrichten zu können, man sie entweder bei ihm selbst oder bei einem seiner autorisiiten Vertreter gelernt haben muss. Er glaubt, dass seine Bücher kein unbrauchbares Werkzeug sind, aber Hutzen können sie nur stiften in der Hand eines Kundigen.“
Unsere Schule bietet die «»rantie eines guten Unterrichts. Gewiss giebt es auch tüchtige Privatlehrer. Dieselben ahmen aber entweder unsere Methode in unvollkommener Weise nach, oder sie wissen besonders vorgerückte Schüler nicht systematisch vorwärts zu bringen. In den seltensten Fällen ist ferner der Lernende in der Lage, die Aussprache oder Lehrbefähigung seines Lehrers beurtheilen zu können und wird meistens erst durch den Schaden klug. Bei uns hat er die Sicherheit, weder seine Zeit, noch sein Geld zu verlieren, denn unter allen Umständen erreicht er nach der Berlitz-Methode sein Ziel doppelt und dreifach so rasch als nach jeder anderen, mag es ihm nur um die Aneignung des nothwendigsten Wortschatzes zu thun sein oder um die gründlichste Ausbildung in der fremden Sprache. Die Beweise hierfür können jederzeit geliefert werden.
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