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Verlag LanKgaffe 21

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Sonntag, 22. Kugust 1913.

Morgen - Kusgave.

Nr. 389. 63. Jahrgang.

erklärt der Türkei den Weg.

Die Ueberreichung öev italienischen Note an die Pforte.

W. T.-B. Konstantinopcl, 21. Aug. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Der italienische Botschafter Marquis Garroni hat heute der Pforte eine Note überreicht, worin erklärt wird, daß Italien sich als mit der Türkei im Kriegszustand befindlich betrachtet. Zugleich hat der Botschafter feine Pässe verlangt. Als Grund für Italiens Kriegserklärung wird angegeben, die Unterstützung des Aufstandes in Libyen durch die Türkei uud die Bethindrruug der in Syrien ansässigen Italiener an der Abreise.

Der Einschlietzungsring vor Brest-Litowsk aber- : mals enger gezogen. vrs Räumung der pulrvastellung. Erweiterung der Brückenkopf- i stellung von lvIadimir-Molynski. vergeblicher i italienischer Angriff aus den Monte Eoston. Weitere erfolglose vorstötze gegen den Eolmein u.Voberdo. Udine abermals mit Somben belegt.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 21. Aug. (Nichtamtlich.) Amtlich | verlautet vom 21. August, mittags:

«ufststher Rriegrschauplatz.

Der Feind leistete gestern an der unteren Pulwa l und westlich Wisoko-Litowsk erneut heftigen Widerstand gegen die nachdringrnden österreichisch-un­garischen Truppen. Er lies; es an vielen Stellen auf j den B a j o n e t t st u r m ankommrn, so bei der Ver­teidigung des an der Straße Wisoko-Litowsk gelegenen : Dorfes T o k a r y, das nach heftigem Ringen genom­

men wurde, und im Kampfe um einen Stützpunkt bei > Klukowczy, dessen sich siebenbürgische Infanterie um I Mitternacht bemächtigte. Mehrfach durchbrochen und i durch deutsche Truppen auch bei Thmianka geworfen, s räumten die Russen heute früh die P u l w a st e l I u n g ! und wichen gegen den Lcsnia-Abschnitt zurück. Vor I Brest-Litowsk zogen wir den Einschliestungs- [ ring abermals enger. Während die Verbündc- ; te« an die Krzna-Mündung vordrangen, warf Feld- l marschalleutnant v. A r z den Feind beiderseits der von Biala heranführcnden Straße gegen den Gürtel zurück. ! Unsere brückenkopfartige Stellung nördlich W l a d i- mir-Wolhnski wurde erweitert, wobei unsere l Truppen stärkere feindliche Abteilungen aus dem Felde

- schlugen. In Ostgalizien blieb die Lage unver- j; ändert. .

Italienischer Rriegrschauplatz.

In Tirol stand ein Teil unserer Tomales- ( stellung und die Werke auf den Hochflächen von L a k Barone und F v l g a r i a auch gestern unter schwerem

- Dauerfeuer. Ein italienisches Infanterieregiment, ver- [ stärkt durch Bersaglieri, griff den Monte Eoston

zweimal vergeblich an. Ebenso wurden im Gebiet von Schluderbach der Versuch einer Alpiniabteikung, auf die Forame-Schluchten vorzudringen, abgewiesen. I Im Kärntner Grenzgebiet dauern die gewohnten ! Geschützkämpfe fort.

Die wiederholten Vorstöße stärkerer italienischer k Kräfte gegen den küfte nlän d i sch e » Abschnitt Flitsch-Tomein blieben wieder ohne Erfolg. Ein An- [ griff auf unsere Vorstellung am Vrsic scheiterte an ( dem unerschütterlichen Ansharrrn der St. Poeltenet- Landwehr und unseren Batterien. Vor dem Mrzli-Vrh verlor der Feind mindestens 800 Mann. Der Brücken- ! köpf von Tolmeln stand bis heute Mitternacht i \ unter sehr heftigem Geschützfeuer, worauf dann bei [ Kozarsce vier, gegen die Höhen südlich dieses Ortes drei t gegnerische Vorstöße folgten, die sämtlich an der zähen Tapferkeit unserer Truppen zerschellten. Auch gegen unsere Stellung am Rande der Hochfläche von D o- k b e r d o unternahmen die Italiener einen vereinzelten t ergebnislosen Vorstoß. Sonst dauert dort und beim Görzer Brückenkopf der A r t i l l e r i c k a m p f fort.

Eines unserer Flugzcuggeschwader belegte Udine mit Bomben und Brandpfcileu. Sämtliche Flugzeuge l kehrten wohlbehalten heim.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfcr, Feld marschalleutnant.

von den östlichen Kriegsschauplätzen.

Die deutsche Flotte im Rigaischen Meerbusen.

Das ruffische Eingeständnis.

W. T.-B. Petersburg, 21. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbe­richt.) Der Generalftab teilt mit: Starke Kräfte der feind­lichen Flotte dringen in den Rigaischen Meerbusen ein. Der Kampf zwischen unseren und den feindlichen Schiffen dauert fort.

11000 Gefangene in ttowno.

Die Bezwingung der Festung.

-Br. Berlin, 21. Aug. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Nach einem Bericht desB. T." aus Kewno ist die Zahl der gefangenen Rnffen auf 11 800 gestiegen. Der Berichter­statter schildert seinen Einzug wie falzt: Überall in den

Gräben und ans den Feldern sah man tore Russen liegen; auch einige mit dem Mantel bedeckte deutsche Soldaten. Dazu Massen von Munition und Unisorm- stücken aller Art, Gewehre, Tornister, Kochgeschirre, und was sonst auf heftige Nahkämpfe schließen laßt. In dem vorge­schobenen Stützpunkt des Forts 3 war der Boden von gewal­tigen Granattrichtern ausgrriffen; offenbar war es hier, nach­dem die deutschen Truppen eingedrungen waren, zu einem wilden Handgemenge gekommen. Forts 2, das viel­leicht den stärksten Punkt der Befestigung bildete, war fast völlig zerstört. Hier hatten die großen deutschen Brummer ihre furchtbare Zerstörungskraft gezeigt; die Eisenbahnbrücken über den Riemen waren g e - sprengt, so wurden die Truppen mit Booten übcrgcsctzt. Die Holzbrücke brannte und die Schiffsbrücke war gleichfalls zerstört, ihre Wiederherstellung gelang zurrst und nun er­soffen sich in endlosen Zügen die deutschen Truppen der ver­schiedensten Gattungen über den Njrmen nach Kowno hinein. An einzelnen Punkten gab es Feuersbrünste, und besonders im Fabrikgürtel, dem Bahnhof gegenüber, brannten einige Blocks lichterloh, sonst aber war die Stadt bis auf die fast durchweg zersprungenen Fensterscheiben, von der Kanonade nur wenig mitgenommen.

Die Wirkung der schweren deutschen Geschütze.

Kopenhagen, 21. Aug. (Zens. Bln.) Nach englischen Tele­grammen aus Petersburg war die Beschießung der deut­schen schweren Geschütze gegen Kowno von so furchtbarer W i r k u n g, daß, als die deutschen' Truppen die Festung im Sturm nahmen, die Befestigungen nur noch einen Haufen Trümmer und Asche bilderen. Die russischen Militärkreisc geben zu, daß die Lage Rußlands jetzt autzerordent- l' ch schwierig sei. aber man setzt die letzte Hoffnung auf Hie russischen Reserven, die in der strategischen Front in der Nähe Kownos stehen. Man glaubt, daß diese imstande sind, den verhängnisvollen Vormarsch Hindenburgs auszu- halten.

Dänische Bewunderung der neuesten deutschen Rriegserfolge.

Br. Kopenhagen, 20. Aug. (Eig. Drahtbericht. Jens: Bln.) Extrabladed" schreibt: London aus der Luft bombardiert,

Kowno gefallen, eine siegreiche Seeschlacht in der Nordsee, dies sind nur die Taten eines Tages, ausgesührt am 8b. Geburtstag Kaiser Franz Josephs. Es läßt sich nicht ver­heimlichen, daß es mit der Kriegsführung der Entente traurig aussieht. Am niederschlagendsten sind die Verluste, die die Deutschen der englischen Flotte beigebracht haben. Aber auch die wiederholten Bombardements über England sind ein wirklicher Schrecken für die Entente, über­all sieht man die Deutschen Initiative entfalten, die oft mit Glanz, eleganter Sicherheit ausgeführt und unwillkürliche Bewunderungausrufe herausfordern.

Englische Besorgnisse.

V/. T.-B. London, 21. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Daily Mail" schreibt in einem Leitcwtik-l' ME sich das britische Publikum klar, waS der Fall von Kowno bcdoutet? Kann sich jemand eine deutliche Vorstellung von Rußlands Leiden machen? Ter Großfürst Nikolai hat sich mit glänzen­dem Geschick zuriickgczogen. Aber b«s kostete dieser Rückzug Rußlands Stolz? Wie dumm ist es, von >812 als von eiirer Parallele zu reden, als ob die Deutschen tu das Innere Rußlands gelockt würden. Die heutigen Umstände sind hoff­nungslos verschieden. Die Rüsten scheinen sich jetzt von der Njemen-L-ug-Linie zurückzuziehrn. Dar russisch: Generalstab verhehlt nicht, daß der Rückzug es Hindenburg er­leichtert hat, gegen 9 .: g a borzuvehen. Er hält sogar einen - Versuch der Deutschen für möglich, sich einen Weg nach Petersburg zu bahrten. Das Blatt erblickt in der Ein­führung der Wehrpflicht die einzige Riöglichkeit, die. Russen wirklich zu unterstützen.

Ein Utas des Zaren gegen die Juden.

Br. Petersburg, 21. Aug. (Eig. Drahithericht. Zeus. Mn.) Ein Ukas des Zaren ordnet an, sämtliche männlichei. mmt» weiblichen Juden, die nach Kriegsausbruch a.,S dem feiiid- lichqn AuSktwid mach den wejtruff-schen Gouvernements zurück­

kehrten, nach O st s i b i r i e n abzuschirben '.bin weiterer De- fehl schreibt vor, alle galizischen Inden, die nach der russischen Besetzung Galiziens nach Rußland gekommer tvaren, nach Galizien zurückzutreiben.

Die Königin von Schweden bei den deutschen und ruffischen Austauschinvalrden.

W. T.-B. Stockholm, 21. Aug. (Nichtamtlich.) Die Königin besuchte heute den Zug mit deutschen und österreichrsch-ungarischen Invaliden aus Halln­berg. Als der Zug attkam, sangen die Invaliden dieWacht am Rhein". Die Königin ging durch sämtliche Wagen, unter­hielt sich mit den Invaliden und verteilte Liebesgaben. Ein Deutscher und ein Österreicher dankten der Königin im Namen der Invaliden und schloffen mit Hochrufen aus die Königin von Schweden. Die Königin besuchte gleichfalls derr später eingetrosfenen Zug mit russischen Invaliden, denen sie ebenfalls freundliche Worte und Liebesgaben widmete.

Präsident Wilson beglückwünscht Kaiser Franz Joseph.

W. T.-B. Wien, 21. Aug. (Nichtamtlich.) Präsident Wilson leglückwünischte Kaiser Franz Joseph zum Geburts­tag mit einem in herzlichen Worten abgesaßten Telegramm.

ver Krieg gegen England.

Oie Zerstörung desE 13".

Eine schwedische Stimme.

IV. T.-B. Stvckhvl,«, 21. Aug. (Nichvamtlich. Drachst-ericht.) Sbemdska Dogblrdet" schve:bt, daß die deurschon Wachschiffe das englische UnterseebootE 13", nachdem «6 ans Gcu>nd geriet, zu vernichten suchten, ist nicht verwunderlich. Im anderen Falle konnte es dem Unterseeboot gk'ickeu, uwterzu- tauchen, bevor die dänische Küstenberteidrgung berair Mir, trat nach den Regeln des Völkerrechts die Mannschaft des Unter­seebootes zu tniterweren. Im Hinblick auf die RögltWrit des Untertauchens, die natürlich schwerwiegende Folgen für die deutsche Flotte und die neutrale Schiffahrt gehabt hätte, hatte der deutsche Kapitän keine Bedenkcii, Granaten auf dänisches Seegehtet zu Wersen.

Ein Dampfer auf norwegischem Seegebiet angehatten.

W- T-B. Stavangcr, 21. Aug. (Nichtamtlich.) Der PostdampfcrIrma" ist gestern morgen 8 Uhr auf der Reise von Newcastle nach Norwegen, nördlich von Jaeterens Riff, von einem deutschen Unterseeboot angehalten worden. An Bord derIrma" wurde mitgeteilt, daß das Anhalten der Dampfer innerhalb des norwegischen Seegebietes vor sich gehe, dennoch wurden die Boote nach dem ersten Warnungs­schuß klar gemacht. Inzwischen fand sich ein norwegisches Torpedoboot ein, das das Unterseeboot darauf aufmerksam machte, daß es sich auf norwegischem Seegebiet befinde. Das Unterseeboot entfernte sich darauf sofort. Auf der Irma" befanden sich mehrere englische Reisende. v

Die Reuter-Mache zumArabic"-Fall.

W. T-B. Amsterdam, 21. Aug. (Nichtamtlich.) Reuter meldet aus Washington: Die Nachricht von der Vcssenkunq des White - Star - DampfersArabic" hätte die dortigen amtilche Kreise, welche nach der letzten Note gehofft hatten, daß nichts mehr vorkonnnen könnte, was den gespannten Zu­stand verschlechtern konnte, sehr erschreckt. Wilson habe sich den ganzen Nachmittag und Abend bemüht, Einzel­heiten zu erfahren. Er weigerte sich ein Urteil zu äußern, bis er Näheres aus amtlicher Quelle erfahren hätte. Aus New Dork meldet das Reuterschee Bureau: Die Preffe des ganzen Landes verurteilt die Versenkung derArabic" stark. Das Reuteriche Bureau beschränkt sich aber auf Zitate aus vier bei solchen Anlässen stets benützten Blättern, nämlich New Yorker Herald",New York World",New York Tribüne" undNew York Times".

Die versenkten Dampfer.

W. T.-B- Amsterdam, 21. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbe­richt.) Eine Londoner Depesche besagt, daß von den gestern als versenkt gemeldeten DampfernBaron E r s k i n e", 5585 TonnenReftormel", 2118 Tonnen groß ge­wesen ist.

333 englische Fabriken unter Regierungs­kontrolle.

IV. T.-B. Land»«, 21. Aug. (Nichtamtlich. Drahitberrcht.) Llohd George gibt bekamit, daß weitere 100 Fabriken umter die Kontrolle des E-eschotzministcriums gestellt worden sind. Ihre Gesamtzahl beträgt jetzt 535.

Widerspruch gegen Churchills Mitarbeit am Kriegsrat.

W- T.-B. London, 21. Aug. (Nichtamtlich.) Der Mit­arbeiter derMorning Post" wendet sich gegen die Zuziehung Churchills zum Kriegsrat, der zum größten Teil aus Politikern und nur aus einem Soldaten und einem Seeoffizier bestehe. Die Lage sei viel zu ernst, als daß die Nation sich weiterer Eingriffe Churchills in die Krtegs- führung leisten könne.