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si. Jahrgang.

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Mg. 133. Berlags-Fernfprecher R-. 2953. Freitttg» d«N 20 . MälZ. Nedaktions.^ernsprccher No. 52.

1903 .

Morgen-Ausgabe.

M MW Äl> mcn dm tolleii MaJ.

1 Bekanntlich hat Euglanb nach dem Fiasko seiner ersten, von Berbera aus in das Innere von Somaliland unternommenen Expedition gegen den Mullah irnter Zu­stimmung Italiens eine zweite Kolonne in -Obbia, an der

Dies ist im allgemeinen die strategische Lage; der

Feind befindet sich südlich des eigentlichen britischen Ge­bietes, und gewissermaßen, der üblichen Hinterlands- theqrie nach, in der italienischen Interessensphäre, ^ da Italien das Protektorat über die östliche Lomaltkiiste besitzt. Unsere beistehende Karte, in der die Hauptmarsch­richtungen der Kolonnen eingetragen sind, gibt ein sehr übersichtliches Bild der Situation.

Das Gelingen der britische,: Operationen anlangend, so kommt alles darauf an, ob mnu die Hauptmacht des

ZUM FELDZUGE im Somali Land

Gicardafiil

urao

Südostküste des Somalilandes, gelandet, um von dort aus in nordwestlicher Richtung vordringend, gegen den Mullah zrt marschieren. Die von Berbera aus südsüd­östlich marschierende Expeditioir soll sich mit derjenigen von Obbia in dem Gebiet von Mudug und Äohotle treffen, da man dort die Streitkräfte des Mullah ver­mutet. Gleichzeitig hat man sich englischerseits der Unter­stützung Abessyniens versichert, dessen Gebiet bis zum Webt Schebella, südwestlich der Landschaft Ogaden hincmfveicht, und so marschiert eine dritte, die abessynische Kolonne, von Westen her gegen den Mullah, die bereits bis Djerlogabi vorgedrungen ist. _

Mullah und diesen selbst tatsächlich durch die eingeleiteten Vormärsche zu umfassen vermag. Ties scheint jedoch fraglich, denn die Möglichkeit ist nicht abzuweisen, daß der Mullah sich der geplanten Umfassung üurch Rückzug in südwestlicher Richtting entzieht. Jede Verzögerung in der Ausführung der Operationen mußte diese Mög­lichkeit steigern, und tatsächlich sind denn auch bei der britischen Kolonne allerlei Verzögerungen vorgekommen, die teils in der Unzuverlässigkeit der mit verwandten Somalisoldaten, teils in der Ungunst des Terrains ihre Ursachen hatten. Das Innere des SomalilandeS, das Gebiet der Hand sowie südlich davon ist vielfach steinige

und wasserlose Wüste, in der ohne den Besitz der zerstreut

liegenden Quellen-Truppen nur sehr schwer sich bewegen können. An auch nur einigermaßen gesicherten Zufuhr« straßen fehlt es ganz und gar, so daß die britischen Ope­rationen mit ganz außerordentlich lokalen und klima­tischen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Nur zur Regenzeit ist auf Wasser und Vegetation zu rechnen, zu anderen Zeiten sieht man der Heuschreckenplage und der Tsetsefliege entgegen.

Zn kleineren Zusammenstößen mit Truppen des Mullah ist es bei den, den britischen Hauptkolonnen vor­ausgesandten fliegenden Kolonnen bereits wiederholt gekommen. Tie Entscheidung aber, die erst bei dem Zu­sammenstoß der Hauptkolonnen mit dem Mullah erfolgen kann, steht noch aus, aber allem Anscheine nach ziemlich nahe bevor.

Aus der franMschen Kummer.

Einen harten Schlag erlitt Mittwoch, wie schon gemeldet, der Klerikalismus in der französischen Kammer. Der Berichterstatter der Kongregations-Kom­mission, Rabier, hielt eine Rede mit einer Untersuchung über die Kongregationen, welche die Autorisation nach- gesucht haben. Er schloß mit der Empfehlung der Ab­lehnung aller Gesuche ohne Spezialdiskussion, weil dies das einzige Mittel zur wirklichen Ausführung des Der- cinsgcsetzes sei. lLcbhafter Beifall links.) Der Sozialist Pressens4 kritisiert die geheime Tätigkeit der Orden, be­sonders deren Ausbentung des Beichtgeheimnisses zur Beherrschung der Gläubigen tind zur politischen Agi­tation. Pressensä erwähnt, daß der Jesuitenpater Dulac eine im Beichtstuhl gemachte Mitteilung benutzte, um den obersten Vikar zu denilnzieren. Der Abbä Lcmire widerspricht sehr heftig. Pressensä antwortet, er stelle ihm die Beweise für seine Behanptmig zur Verfügung. Der Gemäßigte Renault-Morliere will die Kommissions- Vorschläge als juristisch unzulässig bekämpfen. Minister­präsident Eombes weist die Behauptnug zurück, daß das Vorgehen gegen die Orden die Lehrfreiheit verletze. Selbst die Gemäßigten, welche diesen Vorwurf erheben, sind damit einverstanden, daß das Lehrrecht an gewisse berufliche und moralische Bedingungen geknüpft wird. Combes verweist ans die parlamentarische Enguete über die Unterrichtsreform, deren Notwendigkeit auch die Ge­mäßigten anerkennen. Die kongreganistische Erziehung näh re.den Zwiespalt zwischen ihrer eigenen und der allgemeinen Ge­sell s ch a f t s m o r a l, sie habe die Einheit des Geistes und der Herzen und damit die Einheit der Nation zerstört. Das ist das Werk, welches die Kongregationen in 50 Jahren vollbracht haben. An Ihnen ist cs, dieses Werk abzuurteilen. (Rufe rechts: Sie sind selbst ein Werk der Kongregation! Stürmische Heiterkeit rechts und in der Mitte.) Eombes: Ich habe bisher nie gegen diese Legende protestiert. Ich bin arm geboren und mußte Pension in einem kleinen Seminar nehmen, weil dies billig war, aber ich bin nie Schüler einer Kon-

FerriUeton.

Der Hansschwamm und seine Folgen.

Von A. Wolfs,

Architekt und Lehrer der landwirtschaftlichen Baukunde am Landwirtschaftlichen Institut zu Hof Geisberg.---)

Von allen Fehlern, welche den Gebäuden in Städten und auf dem Lande anhaften lönnen, ist jedenfalls der Hausschwamm die gefährlichste Plage und an erster stelle zu nennen. Derselbe entwickelt sich aus den klemsten Anfängen, versteckt miö sehr oft so lange unbemerkt, lns größere Zerstörungen an den Gebäuden das Vorhanden­sein desselben kenntlich machen und zur Gewrßhert bringen. Es ist daher von größter Wichttgkeit für Haus­besitzer und solche, die es werden wollen, die Ursachen, die Lebensbedingunge» und die Entwickelung von Haus- schwammbildnngen, sowie die Art und den Grad der durch sie an Gebäuden zu ermöglichenden und zu erwartenden Zerstörungen kennen zu lernen, als auch auf Mittel auf­merksam gemacht zu werden, welche zur Bekämpfung und Beseitigung des Hausschrvammes geeignet sind. Der Hansschwamm, mit dem wissenschaftlichen Namen Merulius lacrymans, auch der stinkende, tränende Hausschwamm genannt, ist eine Pflanze und gehört zur Gattung der Pilze. Er wächst an dem Manerwerk der Häuser, sowie besonders an dem Holzwerk der letzteren und entsteht durch dem Auge nicht sichtbare Sporen der Schwammpflanze. Diese Sporen werden bei der Erbau­ung der Häuser mit eingebaut, finden hier die nötigen Lebensbedingungen und gelangen nunmehr zur pflanz­lichen Entwickelung. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß durch Einschleppung von Schwammsporen eine spätere Infektion von Gebäuden erfolgen kann. Zur Entwicke­

lt Mit Erlaubnis des Herrn Verfassers aus dem Bericht über das 27. Winterhalbjahr 1902/03 des Landwirtschaftlichen Instituts ru Hof Geisberg entnommen

lung der Schwammsporen sind erforderlich das Vorhan­densein von Feuchtigkeit und Wärme, sowie der Mangel an Licht und Lust. Es wird sich daher der Hausschwamm mit besonderer Vorliebe da entwickeln, wo Gebäudeteile nnd namentlich deren Holzteile in Berührung mit der Erdfcnchtigkeit gelangen, also hauptsächlich in abge­schlossenen Kellern und sonstigen tiefer gelegenen Gc- bändetcilcn. Dabei kommt es aber auch vor, daß Hanö- schwammbilduugcn in den obersten Stockwerken der Ge­bäude bei den nötigen Lebensbcdingungcn üppig wachsen und ihr Zerstörungswerk betreiben. Besonders gefähr­dete Gebäudekonstruktionsteile sind die Grundschwellcn von Holzbauten und direkt auf dem Erdboden ruhende Holzfußböden. Das Vorhandensein von Hausschwamm macht sich in den ersten Stadien seines Wachtums durch kleine, weiße Punkte bemerkbar, welche sich an dem Holz oder Mauerwerk zeigen. Dieselben wachsen sich zu schlei­migen Flecken aus und bilden später ein feinwolliges Gewebe und silberartiges Gespinst. In der weiteren Entwickelung verwandelt sich das Gespinst ähnlich dem Gerippe eines Baumblattes in ein blätteriges Geflecht, auf dem sich Wassertropfen absondern. Schließlich bildet sich der Hausschwamm in eine zundcrartige oder kork­ähnliche, aber weiche, gelblichbraune Masse um. Zur Reife gelangt, zerstreut er seine Keime weit um sich. Der Hausschwamm wächst sehr schnell, dringt in die Mörtcl- fugen des Mauerwerks und selbst in die Lagerfugen von Bruchsteinen, als auch tu poröse Backsteine ein und schleicht von einem Bauteile zum anderen, alles zer­störend. Unter den nötigen, eingangs erwähnten Vor­bedingungen befällt der Hausschwamm alles Holz, welches ihm Nahrung bietet. Die Fasern der sich entwickelnden Schwammpflanze dringen zunächst in das Innere des Holzwerkes ein und zerstören durch Aufsaugung der zur Weiterentwickelung der Pflanze nötigen Stoffe die Holz­substanz und die Struktur des Holzes. Vom Haus­schwamm befallenes Holz erhält zunächst an seiner Ober­fläche ein faltiges Aussehen, sowie einen tiefen, dunklen Klang beim Beklopfen mit dem Finger; es wird braun

und macht in bösen Fällen den Eindruck von halb ver­branntem oder verkohltem Holz. Später wird das Holz weich, zeigt an der Oberfläche Ouerrisse, zerbröckelt, gibt beim Ausdrücken oder Auftreten nach und bricht durch. Alle Tragfähigkeit der hölzernen Bauteile wird zerstört nnd daher die Standfähigkeit der Gebäude gefährdet. Der Hausschwamm selbst und ebenso das von demselben angegriffene Holz und Manerwerk verbreiten einen starken, moderigen, morchclartigen Geruch. Namentlich da, wo Teile des Hausschwammes durch Ritze oder sonstige Öffnungen ins Freie gelangen, bilden sich Fruchtträgcr, welche eine milchige, übelriechende Flüssig- teit absondern. ES sind daher Räume, in denen Hans- schwammbildungen vorhanden sind, als ungesunde, für den längeren Aufenthalt von Menschen nicht geeignete zu bezeichnen. Um nun zu veranschaulichen, welche Zer­störungen der Hansschwamm verüben kann, sei hier einiges aus der Praxis beschrieben. In einem drei­stöckigen Gebäude siel "etwa sechs Jahre nach dessen Er­bauung der Putz an fast sämtlichen Decken herunter. Auf Veranlassung des damaligen Besitzers, des Nachfolgers des Erbauers, wurde durch Untersuchung festgcstellt, daß sämtliche Decken des Gebäudes, bezw. deren Holz- nnd Strohtcile, mit Hansschwamm besetzt, die Schilfrohre der Deckenkonstruktionen bereits zerstört und nicht mehr im stände waren, den Deckenputz zu tragen. Als Ur­sache der Schwammbildnngen wurde festgestellt, daß zu den Stückhölzern der Zwischendecken nicht entrindetes, tannenes Windfallyolz verwendet und unter dessen Rinde die Schwammsporen mit eingeschleppt worden waren. Durch übermäßig schnelles Bauen (das Gebäude war in sechs Monaten vollständig bewohnbar fertig gestellt und alsdann sofort bezogen worden) war für eine gute Aus­trocknung nicht Sorge getragen. Gegen Herbst fertig­gestellt, wurden in dem bewohnten Gebäude die Fenster wenig gelüftet, dagegen sehr früh geheizt und hierdurch eine starke Verdampfung der in den Gebäudeteilen stecken­den Feuchtigkeit bewirkt, wodurch eine richtige Treib­hausatmosphäre erzielt wurde. Diese fcuchtwarme Luft