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„T-gbl-tt-Haus" Nr. 6680-53.
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Mittwoch, 18. Kugust 1915.
5wend-Ausgabe.
Ne. 382. » 63. Jahrgang.
Kowno gefallen!
Mehr als D9 Geschütze und unzähliger Material erbeutet!
herrliche Liegesbotschaft!
W. T.-B. Großes Hauptquartier' 18. August. <Amtlich.) Tie «estung Kowuo mit allen ForiS und unzähligem Material, darunter weit urekr als 4vv SdeschüLe, tst seit heute »»acht in deutsche»» Best«. Sie wurde trotz zähester t erteidiguug »nit stürmender Harrd genommen.
Oberste Heeresleitung.
»
Eine schönere SisgesbotsHaft konnten wir uns zum heutigen Geburtstag unseres treuverbündeten greisen Kaisers von Österreich nicht wünschen und keine bessere Getzurtstagsfreude für den auch bei uns im Deutschen Reiche aufrichtig verehrten Herrscher! Mt frohem Stolz dürfen wir diese neue herrliche Waffentat feiern; mit besonderer Freude auch darum, weil der neue gewaltige Erfolg sich wieder au den Namen unseres Hinöenburg knüpft, unter dessen Oberbefehl die Truppen des gerade in unserem Korpsbezirk besonders geschätzten Generalobersten v. E i ch h o r n stehen, die unter der Führung des schon in den Kämpfen bei Lodz aus das rühmlichste bewährten Generals v. Litzmann das ungeheuer starke Bollwerk der Russen in so überraschend schneller Art de- zwimgcn haben. Erst gestern wurden wir durch die frohe Botschaft unserer Heeresleitung erfreut, ldaß die zwischen Njemen und Iesia liegenden Forts von Kowno, also eüva ein Viertel seiner Befestigungen, erobert waren, und heute nacht bereits haben unsere herrlichen Truppen die ganze Festung trotz des zähesten Widerstands der Verteidiger, erstürmt! Das Gerede von dem „strategischen Rückzug", wie es in der russischen und der Presse der anderen feindlichen Länder nach dem Falle von Warschau und Jwangorod verbreitet wurde, verfängt diesnial nicht. Kowno hat mit dem „strotegr- schen Rückzug" auf die inzwischen bereits z. T. überschrittene Buglinie nichts zu tun. Es war die stärkste Festung Rußlands auf dem nördlichen Teil seiner Front. Tie Wirkung dieser Siegesmeldung muß auch im feindlichen Ausland ungeheuer sein. Der militärische Erfolg des Falls von Kowno erscheint uns fast wichtiger als der Fall von Warschau, das freilich als Hauptstadt Russisch-Polens und die dritte Hauptstadt Rußlands politisch mehr im Vordergrund steht. Nachdem Kowno gefallen, ist mit Wilna die große Eisenbahn Warschau-Bialostok-Grodno-Wilna-Dünaburg- St. Petersburg bedroht, ü. h. eine der allerwichtigsten rückwärtigen Verbindungen für die neue russische Verteidigungslinie. Die ungeheure Zahl der Sieges- beute bewerft klar, daß die Russen Kowno halten wollten: aus Warschau und Jwangorod hatten sie die meisten Geschütze fortgeführt. In Kowno fielen weit über 400 in unsere Hand und unübersehbares Material. Fürwahr, wir haben alle Veranlassung, Gott zu danken!
Kowno, Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements, liegt an dem Punkt des Nfemen, wo ihm von Norden die Wilija und von Süden die Jessifa zufließt. Mit einer Einwohnerzahl von 80 000 Menschen steht Komno durch ;eine Industrie und einen lebhaften Holzhandel mit Deutschland im wirtschaftlichen Mittelpunkt des nordwestlichen Rußland. Von hier aus führen strahlenförmig die Straßen nach Wilna-Dünaburg, nach Riga-Libau und nach Insterburg-Königsberg. Hierdurch sowie durch seine Eisenbahnlinien nach diesen Städten und endlich infolge seiner Ausgabe als Brückenkopf von drei Flüssen ist Kowno zu einem starken Flügelstützpunkt der Nje'.nenlinie ausgebaut worden. Zusammen mit Warschau, B r e st - Li t o w s k und N owoge o r g i j ew s k ist Kowno die einzige Festung erster Klasse des europäischen Rußland. Um die Stadt selbst zieht sich eine Umwallung, welche aus den 80er Jahren vorigen Jahrhunderts herrührt. Sie ist als veraltet zu bezeichnen. Über diese Stadtumwallung hinaus sind in einem Kreise von 26 Kilometer neun Werke vorgeschoben Von ihnen liegen fünf auf dem linken, dem südlichen Ufer und sperren vor allem die Straße nach Eydtkuhnen und Suwalki, während die anderen vier, aus beiden Ufern der Wilija, die Wege nach Mlkomir
und Schaulen verriegeln. Auch diese Werke sind in den 90er Jahren vorigen Jahrhunderts erstanden, sollen jedoch in den letzten Jahren vor dem Kriege teilweise moderner ausgcstaltet, worben sein. Wenn auch die Anlagen der Festung Kowno nicht den jetzigen Anschauungen Rechnung tragen, so sind sie doch als ein ernstliches Hindernis anzusehen und dementsprechend die Leistung unserer tapferen Truppen zu bewerten. Seine besondere Stärke besaß Kowno, äbgesühen von den drei schützenden Wasserarmen, in einer sehr zahlreichen Artillerie. Die wahrscheinliche Geschützzcchl für das armierte Kowno wird auf 1000 berechnet und die Kriegsstärke der Besatzung auf 36 000 Mann. Im gegenwärtigen Zeitpunkt entzieht es sich der. Beurteilung, oh die russische Heeresleitung in den letzten Wochen soviel Menschen und Material in der Festung belassen hat und ob die bittere Not nicht einen Teil davon an ebenso bedrohte Punkte gezogen hat. Diese Feststellung bleibt einer späteren Zukunft überlassen. Wir können nur stolz auf die Eroberung Kownos sein. Zweimal ist Kowno 'das Ausfallstor der russischen Heere ge-' wesen, welche im Sommer des vorigen und im Winter dieses Jahres unser schönes Ostpreußen in so schändlicher Weise verwüsteten. Jetzt ist dieses Tor in Trümmer gelegt und darum ist der moralische Wert dieses neuen Besitzes mindestens ebenso hoch zu bemessen als der strategische. In letzterer Hinsicht bedeutet Kowno in deutschem Besitz: eine Schutzwand Kr das nahe dahinter gelegene Ostpreußen, einen kräftigen SKtzpunkt für jedwede Unternehmungen in das nördliche Rußland und einen vorzüglichen Flankenschuh unserer Narew- Njemcn-Stellung, da die kürzeste Bahnstrecke in die Heimat führt. Wie Velfort im Westen, so liegt Kowno im Osten an der Grenze der deutschen Heimat.
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Viktoria geschossen!
S. Berlin. IS. Aug. (Eig Meldung Zeus. Bln.) Ans Anlaß de-' Eroberung von Kowno wurde heute van 12 bis 1 Uhr im Lustgarten wieder Viktoria geschossen. Zugleich läuteten alle Krrchenglocken in Berlin und Bvrorton zur Feier dcS Sieges.
Die bisherige Kuxust-veute im Osten.
Br. Berlin, 18. Aug. (Eig. Drahrberichit. Zeeff. Mn.) Es liegt jetzt abermals eine Zählung der SiegeSborrte im Osten vor, die sich für die erste A ugu st h a l f t e , lediglich nach Angabe der Berichte der verbündetem Ernerolstäbe, auf ctiva 86 000 Offiziere und Mannschaften, 4t Geichütze und 177 Maschrnvngewebve beläuft. Davon entfallen aus die peitschen Truppen 1 i )8 Offiziere und 70 950 Mannschaften, IC Geschütze und 144 Maschinangewchre; aus die k k. Tvuvpen 60 Offiziere, 14 700 Mann, 34 Geschütze und 33 Maschinengewehre.
Württembergische Landsturmmänner als erste in Warschau.
Ein Telegramm König Wilhelms.
W. T.-B. Tratte,art, 18. Aug. (NiclftamAich.) Auf die telegraphische Meldung, daß ein württenrbergisches Regiment als erstes in Warschau ernaezogen ist, hat der König an den Regimentskommandeur, Oberstler-tnant Daher, folgendes Telegramm gerichtet: „Ganz überrascht -und sehr beglückt durch Ihre Mellmng, spreche ich Ihnen und den, Regiment meine herzlichsten Glückwünsche aus. Ich bin mit den braven Land- sturmmännern stolz, daß es ibuer vergönnt war, als erstes diesen großen wichtigen Llbschnitt durch ihren Einzug -n besiegeln. Gott stehe ihren Waffen auck ferneiyin ber.
W i l h e l m."
Ein Neutraler über den Eindruck vom Kalle Warschaus in Rußland.
W- T.-B. London, 18. Aug. (Nichtamtlich. Drähtbericht.) Die „Times" bringen einen Artikel eines Neutralen, der im ätzten Jahre kriegführende und neutrale Länder besucht hat, und kürzlich aus Rußland kam. Ich bin beständig überrascht, wie wenig die Engländer begreifen, was der Verlust Warschaus für die Russen bedeutet. Der zuversichtliche Ton der Zeitungen verhüllte den tiefen Schm er z. den alle Russen empfinden. Der Verfasser erzählt, daß eine mit ihm reisende russische Dome, als sie bei der Landung in England die Nachricht erfuhr, in Ohnmacht fiel, und fahrr fort: Die Engländer sind gegenüber vem Kriege viel gleichgültiger als Hclläni er, Schweden und Schnauzer. Entweder weil sie schlecht unterrichtet oder zu weit von ben Kriegsoperationen entfernt sind
Die Entscheidungsschlacht vor Brest-Litowsk noch r» dieser Woche?
Londoner Regierungskreise äußern, wie aus dem Havig gemeldet wird, die größten Besorgnisse wegen der Kriegslage rn Rußland. Greh sagte mehreren Abgeordnetem, die große Entscheidungsschlacht bei Brest-LitowSk sei noch in dieser Woche zu erwarten.
Resckietzung der Bahnlinie warschau-Erodno durch deutsche Flieger.
Petersburg, 17. Aug. (Jens. Bln.) Deutsche Flugzeugs bombardierten während der letzten Tage mir großer Heftigkeit die bedeutendsten KreuzungspnnAe der Eisenbahn!»wie zwilchen Warscharr und Grodno. DaS BombardemMt forderte mehrere Opfer unter der Zivilbevölkerung.
Schwere russische Dffiziersverluste^
w. T.-B. Basel, 18. Aug. (Nichtamtlich.) Der „National. Zeitung" zufolge veröffentlichen Petersburger Blätter Todes- anzeigen für zahlreiche gefallene Offiziere der Garde- Divisionen. In den Kämpfen von Rasiclsk, Gouvernement Lomza, wurde das ganze Offizierkorps einer sibirischen Brigade, genannt die eiserne, außer Gefecht gesetzt. Die Brigade selbst wurde nahezu vollständig ans» gerieben.
Rußlands „neue blitzartige Mobilisiervug".
Genf, 18. Aug. (Zens. Blm.) Bei Erörterung der Brest« Litowsk drohenden Einkreislungsgefahr gibt die französische Faäftritik der Überzeugung AuÄmrck, daß vie hinter Kiew in Bildung begriffenen Armeekorps in absehbarer Zeit in Erscheinung treten werden. Rußlands blitzartige neue Mobilisierung werde, so versichert die Gerfrr russische Bot, schaft, die Welt mft Erstaunen erfüllen.
Der deutsch-russische Schwcrvcrwuudeten-Austausch durch Rußlands Verkchrsschwierigkeitcn behindert.
Sr. Kopenhagen, 17. Aug. (Eig Drahtbericht. Zens. Bln.) Nach einer Meldung schwedischer Blätter wird der Austausch der deutsch-russischen Kriegs invaliden schon in nächster Zeit wieder aushören, und zwar wegen der Befördern ngsschwierigkeiten auf den russischen Eisenbahnen. Das völlig ungenügende Eisenbahnmaterial Rußlands wird durch Truppentranh« Porte in Anspruch genommen.
Eröffnung eines deutschen Gymnasiums in Lodz.
Sr. Lodz, 17. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Die Eröffnung des deutschen Gymnasiums in Lodz sindet am 23 August statt. An diesem Tage erfolgt der Schulanfang in allen Klassen.
vor d«m Rücktritt -es russischen Minister-' Präsidenten Gorempkin.
Sr. Kopenhagen, 18. Aug, (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) „Rutzkoje Slowo" erfährt aus zuverlässigster Quelle, daß Ministerpräsident Goremykin in den nächsten Taget» seinen Posten verlassen wird. Als aussichtsreichste Kandidaten für die Dtinisterpräsidentschaft werden wieder der Landwirtschaftsminisier Kr i woschein und der Oberprokurator des heiligen Synods Somaiiit genannt. Auch der Finarzminister Bark wird voraussichtlich seinen Posten verlaßen. Das beweist eine Mitteilung oer Petersburger Blätter, wonach Bark die bereits angekündigte Auslandsreise aufgibt und an ferner Stelle ein höherer Beamter Kr das Finanzministerium abreisen wird.
ver Raiser und die russischen Ukrainer.
Berlin, 17 Aug. lZsnf. Bln.) Aus Anlaß der Eint« nähme von Cholm hatte der Bund zur Befreiung der Ukraine an den deutschen Kaiser das nächstchende Huldiguugstelegramm gerichtet' „Seine MafestLi Kaffer und König Wilhelm II., Berlin. Bund zur Befre-ung der Ukraina, Organisation der Ukrainer aus Rußland, beeilt sich, Eurer Majestät und der siegreichen deutschen Armee die ehrfurclüsvollen Glückwünsche zur Einnahme CHalms, der altertümlichen Residenzstadt des ukranischen Königs Danylo und der H.ruptstadt des westlichsten von den Ukrainern be- wohndeln Gebretes, darzuhrmgen. In festem Vertrauen im die Macht oes Deuffchen Reiches und der deutschen Armee glauben wir an die endgültige Niederwerfung des Erbfeindes des ukrainischen Volkes und die Befreiung vom rufsffchen Joche auch der ukrainischen Länder östlich vom Bug mit dem Heizen Ukrainas, Kiew. Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. lebe hoch! Hoch die ruhmreiche deuffche Nation und un.beüegbore deutsche Armee! Für das Präsidium des Bundes zur Befreiung der Ukraina: Wladimir ». Doroschenko. Marien v. MelenewSkh." — Darauf ist folgende Antwort ein, gega-ngm: „Das von dem Brä!°dlum des Bundes zur Bo,
