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mo. S« Jahrgang. _Wresv«v-ner Tagblatt (Abend-Ausgabe). Vertag: «anggafse S7. Sv. Februar »vv». Seit- L.

Ministers des Innern zu intervenieren. Trotz dieses

Beschlusses erklärte Silvela, die Regierung werbe auf eine etwaige Protestnote keinerlei Rücksicht nehmen und die Zukunft abwarten, um die Angelegenheit vor dem Parlament zur Sprache zu bringen. Heraldo sagt, das Counts sei nunmehr gezwungen, sich in sein Schicksal zu ergeben, oder aber seine Demission zu geben. Am Donnerstag wird eine neue Versammlung des Comitss stattfinöen, um seinen endgültigen Beschluß zu fassen. — Nach einer Madrider Depesche des „B. T." haben sich in Vigo, wo bereits am Dienstag blutige Zu­sammenstöße zwischen der Gendarmerie und der Volksmenge stattgefunden hatten, die Tumulte wieder­holt. Mittwoch gab es bei einem Zusammenstoß zahl­reiche Verwundete, darunter auch einen Leutnant und einen Sergeanten der Gendarmerie. Die Stadt ist jetzt militärisch besetzt, befindet sich aber in fortdauernder Aufregung. — Eine andere Meldung besagt: In Vigo fand gestern ein blutiger Zusammenstoß zwischen Gendarmen und einer Volksmenge statt, welche die Ab setzung des ihr verhaßten Polizei-Inspektors verlangte. Letzterer hatte die Polizisten bei unbedeutenden Anlässen mit dem Säbel auf die Menge cinhauen lassen und wurde von dieser auf das Stadthaus zurückgedrängt, wo die Gendarmerie plötzlich auf die Menge schoß. Ein Toter, «in Sterbender und vier schwer Verwundete lagen am Woden. Der Protest ist ein allgemeiner. Der Bürger­meister reichte seine Demission ein. Alle Läden sind zum Zeichen der Trauer geschlossen.

* Rußland. Das Ministerium des Innern hat an alle russischen Blätter ein geheimes Cirkular gerichtet, in dem ihnen befohlen wird, in Anbetracht dessen, daß die russische Negierung die Absicht hege, die Besserung der Zustände in Macedonien auf friedlichem Wege zu er­reichen, sich aller überflüssigen Angriffe auf die türkische Regierung und insbesondere auf die Person des Sul­tans streng zu enthalten.

* Türkei. Der Minister des Äußern, Tewfik Pascha, überreichte dem russischen und österreichisch-ungarischen Botschafter ein Memorandum, in welchem für die von aufrichtiger Freundschaft diktierten Reform-Vorschläge gedankt und deren strikte Durchführung versprochen wird.. — Eine aus albanischen Civil- und Militär-Personen bestehende Spezial-Kommission ist im Aufträge des Sul­tans nach Ueskueb abgereist, um die Albanesen zur Auf­gabe der Opposition gegen die Einführung der Reformen zu veranlassen. — Entgegen anderer Berichte ist es Tat­sache, daß cs sich bei dem am Montag stattgefundenen Angriffe auf ein verschlossenes Haus um die Aufhebung eines geheimen revolutionären Comitss gehandelt hat.

* Britisch-Jndien. Obgleich es kaum mehr möglich erschien, haben die letzten Nachrichten aus Indien noch eine weitere Verschlimmerung der Pestepiöemie gemeldet. Es starben innerhalb einer Woche fast 28 000 Menschen, was gegen die vorausgegangene Woche eine Zunahme von nahezu 4000 und gegen die zweitvorige Woche eine solche von 11600 Todesfällen bedeutet. Wodurch diese ganze ungeheure Steigerung der Sterblichkeit in der kurzen Zeit von zwei Wochen hervorgerufen wurde, wird wohl ein Rätsel bleiben. In der Präsidentschaft Bombay er­lagen in der letzten Berichtwoche 10 747 Menschen der Seuche, in der Stadt Bombay allein 496. Sehr schwer­wiegend ist die Steigerung der Peststerblichkeit in der Präsidentschaft Bengalen bis auf über 3000, in den Ver­einigten Provinzen bis gegen 3000, im Pundschab auf über 2600. übrigens sind die Zahlen für den Bezirk Poona, der bezüglich der Pest schon seit drei Jahren eine traurige Berühmtheit genießt, in die obigen Angaben noch nicht einmal eingerechnet. Die dort erscheinenden Zeitungen berichten, daß die Epidemie in der Stadt Poona allein über 100 Opfer täglich fordert. Sehr schwer lastet die Pest ferner auf dem großen Hafen Karatschi an der Indus-Mündung, außerdem auf den Großstädten Allahabad, Meerut, Benares, Lucknow und

Kanpur. In der Stadt Bombay ist die Sterblichkeit wieder auf 90 vom Tausend der Einwohnerschaft ge­stiegen. Was das zu bedeuten hat, mag man daraus er­messen, daß bei uns schon eine Sterblichkeit von mehr als 20 vom Tausend als ein Anzeichen ungesunder Verhält­nisse betrachtet wird. Auch in Kalkutta verschlimmert sich die Lage zusehends, und zwar hat augenscheinlich die große Feier der Königskrönung ihren Anteil daran. Zu diesem Fest strömten mindestens 50 000 Bettler zusammen, um an der Speisung teilzunehmen. Nach der Angabe ärztlicher Beobachter waren diese Leute der Mehrzahl nach in der traurigsten körperlichen Verfassung, nament­lich mit ansteckenden Hautkrankheiten behaftet, auch zahl­reiche Aussätzige waren darunter: ferner konnte man die Merkmale der Malaria und der Elephantiasis wahr­nehmen. Daß gegen diese Ansammlung von Krankheits­trägern von seiten der Behörde nichts geschehen war, mutz auffallen und kann eigentlich nur durch die An­nahme erklärt werden, daß man den Mut zur Be­kämpfung der Seuche einigermaßen verloren hat. Frei­lich beruhigt man sich bet dem Gedanken, daß ein Pest­kranker entweder nicht zu gehen vermag, oder nicht mehr in einem Zustand ist, der die Gefahr einer Ansteckung mit sich bringt. Daraus glaubte man schließen zu dürfen, daß sich Pestkranke unter jenen Krönungsgästen nicht befinden würden. Trotzdem fällt es schwer, einen Zusammenhang zwischen der Verschlimmerung der Pest in Kalkutta und jenem Fest von der Hand zu weisen.

Ans Stadl und Land.

Wiesbaden, 26. Februar.

— Personal-Nachrichten. Oberlehrer Schmelz aus Wies­baden ist von Bieöenkopf nach Wiesbaden versetzt.

— Knrhans. Morgen Freitag, den 27. Februar, findet Italienischer Opern -Abend des Kurorchestcrs statt.

Rs. Residenz-Theater. „Der blinde Passagier tritt Freitag den 27. d. M., wiederum seine Reise auf der „Victoria Luise" nach dem Norbkap an. Seine fröhlichen Schelmenstreiche haben bereits so viel von sich reden gemacht, dass cs unnötig erscheint, aus die­selben noch besonders hinzuweisen. Auf Wunsch vieler aus­wärtiger Theaterbesucher bringt die Direktion Samstag „Fallisse­ment" von Björnson und Sonntag nachmittag kommt das unver­wüstliche „Alt-Heidelberg" zur Aufführung.

— Die Jnnkermann-Gastspiele im Residenz-Theater haben einen geradezu sensationellen Erfolg. Alle Vor­stellungen finden bei ausverkauftem Hause statt, und auch für die heutige ist bereits vormittags kein Platz mehr zu haben gewesen.

— Rcichshallcn-Theater. Nur noch drei Abende ist das jetzige vorzügliche Programm zu sehen und wer sich einmal richtig aus­lachen will, der versäume nicht, sich bis längstens Samstag das Programm anzuschauen, denn Sonntag, den 1 . März, wird ein vrllständig neues Personal dem alten Platz machen.

6. Bezirksausschuß. (Sitzung vom 26. Februar unter dem Vorsitz des Herrn Regierungsrats Kantel.) Der „Turnverein Wiesbaden" klagt gegen den hiesigen Magistrat (Steuerverwaltung) wegen Heran­ziehung zur Lu st ba r k e i ts st e u er. Der Verein hatte zur Einweihung seines neuen Vereinslokales eine „Eröffnungskneipe" veranstaltet, bei welcher Klavier ge­spielt, gesungen und deklamiert wurde. Eine Anzeige zum Zwecke der Steuer-Entrichtung war nicht erfolgt. Der Magistrat hat nachträglich 15 Mk. Lustbarkeitssteuer von dem Vorsitzenden des Vereins, Herrn Photographen Ernst Wolfs, eingefordert und denselben wegen Unter­lassung der Anzeige gleichzeitig in eine Geldstrafe von 2 Mk. genommen. Der Vorstand hat gegen die Steuer­anforderung sowohl, als gegen die Strafe rechtzeitig bei dem Magistrat Einspruch erhoben, der indessen zurück­gewiesen wurde. Der klägerische Verein behauptet nun, die Festlichkeit habe im eigenen Vereinslokal, welches von den übrigen Wirtschaftslokalitäten vollständig getrennt liege, stattgefunden und einen rein familiären Charakter getragen. Eine solche Feier im eigenen Heim sei aber keine Lustbarkeit im Sinne der Verordnung. Außerdem

sei der Zweck des „Turnvereins" ein volkserzieherischer, und er sei deshalb anderen Volksbildungsvereinen gleich zu halten. Der Magistrat erklärt, öffentlich sei auch jede Lustbarkeit, welche von geschloffenen Vereinen in öffentlichen Lokalen stattfinde, und Me hiesigen Ver­eine müßten bei ihren sogenannten privaten Lustbar­keiten Steuer bezahlen. Der Bezirksausschuß weist die Klage kostenfällig ab, da eine Lustbarkeit vorliege, welche nach § 4 der Verordnung unter die Lustbarkeits­steuer falle. — Die Ortspolizeibehörüe Rüüesheim klagt gegen den Gastwirt Leonhard Becker dortselbst um Aufhebung einer Schankwirtschafts-Konzession. Der Beklagte hat die in der Droffelgaffe 4 belegene Wirtschaft gepachtet und gebeten, ihm, wie seinem Vorgänger, die Konzession zu erteilen. Der Kreisausschutz hat seinem Gesuche stattgegeben, obwohl die Räumlichkeiten beschei­den und in Bezug auf die vorgeschriebene Höhe den ge­setzlichen Anforderungen nicht entsprechend seien. Es sei aber zn berücksichtigen, daß zahlreiche Reisende gern solche Wirtschaften aufsuchten, da dieselben naturgemäß die billigeren wären. Gegen dieses Urteil klagt die Ortspolizeibehörde bei dem Bezirksausschuß, welcher das angefochtene Urteil aufhebt und die Konzession ver­sagt, da der Zustand, wie er bezüglich der Höhe der Zimmer des fraglichen Hauses herrscht, nicht länger ge­duldet werden dürfe, und die Gelegenheit ergriffen werden müsse, um ihn zu beseitigen. — Der Winzer Anton Albus von Rauenthal, der für den dortigen Winzerverein Weine verzapfen will, klagt gegen den Rauenthaler, in seiner Mehrheit aus Wirten bestehenden Gemeinderat, welcher der Meinung ist, die Bedürfnis­frage sei im vorliegenden Falle nur mit gewissen Ein­schränkungen zu beiahen. Der Kreisausschutz hat infolge dieses gemeinderätlichen Gutachtens die Konzession nicht erteilt, obgleich die Ortspolizeibehörde, mit dem Bürger­meister an der Spitze, sich für die Erteilung derselben ausgesprochen hatte. Bezüglich des Ausschanks von Ligueuren will sich der Gesuchsteller gern bescheiden. Der Bezirksausschuß hebt das Urteil auf und er­teilt die Konzession zum Ausschank reinen, von Mitgliedern des Winzervereins gekelterten Weines. — Die Klage der Polizeibehörde zu H ö ch st a. M. gegen den W. G. Ludwig von dort wegen Erteilens der Konzession zum Betriebe einer Schankwirtschaft wird stattgegeben, da die Bedürfnis­frage verneint werden mutz. — Die Lehrerin Gertrud« G a st e y e r von Nassau war früher Volksschnllehre- rin und bezieht aus diesem Verhältnis eine staatliche Pension von 460 Mk. pro Jahr. Als jetzige Privat­lehrerin hat sie ein Gehalt von 1000 Mk. jährlich, so daß sich ihr Gesamteinkommen auf 1460 Mk. stellt. Auf Grund dieses Einkommens wurde sie von der Gemeinde für das Jahr 1902 zu einer Gemeinde-Einkommensteuer von 14 Mk. 34 Pf. veranlagt. Die Klägerin erhob Ein­spruch gegen diese Veranlagung und führte aus, daß ihre Pension bei der Veranlagung auszuscheiden habe. In einem Vorbescheid hat der Bezirksausschuß der Lehrerin recht gegeben und ihre Gemeinde-Einkommensteuer auf 6 Mk. 44 Pf. festgesetzt. Der Nassauer Magistrat brachte die Sache darauf zur mündlichen Verhandlung. Das Ge­richt konnte aber auch hier nur den Vorbescheid bestätigen.

— Bortrag. Wie wir bereits kurz mitgeteilt, wirb Herr Handwerkskammersekretär A. S ch r o e d e r heute Donnerstag, den 26. Februar, abends 8 Uhr, im Saale der Gewerbeschule einen Vortrag halten über: „Gewerbcsreiheit und Befähigungsnach­

weis". Redner wird in seinem Vortrage, welcher für Freunde und Gegner des Befähignngsnachweises von Interesse sein dürfte, einen geichichtlichen Überblick geben über die Entwickelung des Handwerks von der Blütezeit bis zum Verfall der Zünfte, vom Befähigungsnachweis bis zur Gewerbefreiheit und alsdann aus öre Handwerkerbewegung der letzten Jahre näher eingehen.

— Gesindeball Wiesbaden. Zu unserer Freude können wir heute Mitteilen, daß die Beteiligung an dem Gesindeball am 3. März schon jetzt eine äußerst rege ist. Von vielen Seiten sind beträchtliche Eingänge für die

Feuilleton.

Die Fahrt auf dem Meeresgrund.

Uber die Aufsehen erregenden Experimente mit dem von dem italienischen Professor Gniseppc Pino kon­struierten Unterseeboot mit dem „Hydroskop" liegt ein Gutachten der italienischen Behörde und eine Äuße­rung des Erfinders selbst vor, nach denen die Erfindung Außerordentliches für die verschiedensten Gebiete er­warten läßt. In einem erstereu Bericht heißt es: „Das Boot ist 16 Fuß breit, 30 Fuß lang und cigarrenförmig. Äußerlich weicht es von dem seit Jahren üblichen Typus der Unterseeboote ab. Es ist aus Stahl, anscheinend aus einem Stück gebaut. Dadurch kann das Schiff jedem Druck widerstehen. Der Kiel ist mit Rädern ausgestattct, die die Bewegung auf trockenem Land und auf dem Meeresboden erleichtern. Die Seiten des Schiffes sind init mechanischen Armen und Händen versehen, die von innen in Bewegung gesetzt werden und wie das mensch­liche Vorbild arbeiten. Sie können sich beugen, zurück- Siehen und ausstrecken wie menschliche Arme. Sie können heben und greisen mit hundertmal verstärkter Kraft. Mit diesem Schiff fuhr Signor Pino und seine Mannschaft im Golf von Genua in die Tiefe, an einer Stelle, wo das Wasser nach den Seekarten 290 Fuß tief ist. Der Erfinder wußte vorher nicht, wo der Versuch stattfindcn sollte, und daß auf Befehl des Marineministers dort ein Boot zum Sinken gebracht worden war. Als der Bürger­meister von Genua den Erfinder fragte, ob er darauf vorbereitet wäre, in eine Tiefe hinabzusteigen, die jen­seits der Arbeitsfähigkeit der Taucher läge, erklärte er sich zu dem Unternehmen bereit, und sein Boot war volle 10 Minuten unten. Die Zuschauer wurden jedoch tele­phonisch über den Aufenthalt informiert gehalten. Nach 10 Minuten hörte man Signor Pinos Schiff und sah es an die Oberfläche schießen. Es trug auf seinem Deck und in den seitlich befestigten Armen das kleine Boot, das am vorherigen Tage von den Marinebehörden versenkt 'worden war. Der Pino begleitende Sachverständige be­richtete, daß durch ein besonderes neues Licht des Er­finders der Boden des Golfs ans etwa 200 Meter weit erleuchtet war. Sie liefen eine Zeit lang auf dem Boden umher, bis sie ans dqs Boot stießen und cs an die Ober­fläche hoben. Während Pino und seine Mannschaft die Arme in Bewegung setzten, nahm ein tüchtiger Photo­

graph ihre Arbeiten und anderes Sehenswerte auf seinem Plattenvorrat auf. Die Photographieen sind nun ge­druckt und von dieser Kommission geprüft worden. Sic erweitern den Gesichtskreis der Hydrographie, Zoologie, Mineralogie und Botanik der See und werden für die geologische Untersuchung sehr wertvoll sein." Professor Pino selbst führt in einem Aufsatz etwa folgendes aus: „Der von den Sachverständigen der Regierung bei der Küste Genuas gebrauchte Apparat deckte 4600 Quadratfuß des Ozeanbettes, und das Licht war so glänzend, daß alles innerhalb dieser Grenzen mit bloßem Auge wahr­nehmbar war. Mit Hülfe dieses Lichtes wurden Fische und Würmer von der Größe eines Stecknadelkopfes so gut wie gesunkene Fahrzeuge, Stücke Glas und von der Flut dahingetragener Kehricht photographiert. Der ge­brauchte Apparat war nur klein, da die Regierung gegen meine Erfindung natürlich mißtrauisch war und ich alle Kosten zu tragen hatte. Er könnte aber zehn- oder hundertmal vergrößert werden, und seine Nützlichkeit wächst im Verhältnis: mit Hinsicht auf die Ergebnisse sind die Kosten unbedeutend. Der Gedanke, der den ersten Anstoß zu dieser Erfindung gab, war die Hoffnung, den Ozean, seine Straßen und Nebenwege vollkommen sicher zu machen, Schiffbruch an Felsen und Zusammen­stöße auszuschließen. Mit dem Hydroskop ist der See­fahrer der Zukunft Herr der von ihm befahrenen Ge­wässer. Natürlich wird die Seekriegskunst durch das Hydroskop sehr beeinflußt. Torpedos und Unterseeboote wurden erfunden, um sich dem Schiff heimlich zu nähern. Das Hydroskop ist aber stärker als 10 000 Scheinwerfer und taucht das Wasser um das Schiff in ein Lichtmeer, so daß auch kein Hering sich ans 600 Fuß einem Schiff unbemerkt nähern kann. Ich persönlich lege jedoch mehr Wert auf die friedliche Mission meiner Erfindung, die die Völker nähert, da sie in großem Matze die Hindernisse beim Kabellegen und bei der Schiffahrt beseitigt. Auch die unter dem Wasser begrabenen Schätze an Feuerung und Nahrungsmitteln werden durch das Hydrofkop ge­hoben. Ich bin mehr als 200 Mal in meinem Untersee­boot auf dem Boden des Ozeans gewesen, und meine Gefährten und ich haben über 60 Arten eßbarer Mceres- nahrnng heraufgcbracht, die den Gelehrten und Fischern gänzlich unbekannt ist. Die uns in großen Tiefen um­gebenden Fischschwürme waren häufig so dicht, daß sie den Ausblick aus den erleuchteten Fenstern verdunkelten. Aber außer den Fischen, die hungrige Millionen für eine Kleinigkeit befriedigen könne»/ entdeckte ich auf dem

Meeresboden Kohlenlager, die nicht monopolisiert wer­den können, da die Meere entweder nationales Gebiet oder international sind. Wie das Hydroskop, ist auch das unterseeische Arbeitsboot von den italienischen Marinebehörden gebilligt worden, und es ist eine Gesell­schaft mit einem Kapital von acht Millionen zur Aus­beutung der Erfindung gebildet. Seitdem der Bericht der italienischen Regierung gemacht ist, bin ich über 200 Mal mit meinem Boot untergetaucht und manchmal 10 bis 12 Stunden unten geblieben. Bei diesem Boot können dann aber nur zwei Personen hcruntergehen, weil sonst der Vorrat an Luft und Nahrung nicht reicht. Das Boot führt herauf und herunter mit einer Schnelligkeit von 11*/2 Fuß in der Sekunde. Es kann sofort in jeder ge­wünschten Tiefe zum Stillstand gebracht werden und führt ans Land oder dem Meeresboden auf Rädern, die durch eine elektrische Schraube bewegt werden. Das Hydroskop durchdringt die schreckliche Finsternis in der Tiefe. Ich habe bei 600 und 450 Fuß Tiefe befriedigende Ergebnisse gehabt, und dies ist erst der Anfang. Die Aussichten des Hydroskops, verbunden mit dem Unter­seeboot, sind tatsächlich unbeschränkt. So könnte man Gewässer, die als perlenreich bekannt sind, mit dem Hydroskop erforschen und die Schätze mit dem Boot heben. Tann erleiden innerhalb der zivilisierten Welt jeden Monat 180 Schiffe totalen Schisfbruch. Das Hydroskop kann den Ort fcststellen, und sie können wieder flott­gemacht, oder es kann wenigstens die Labung geborgen werden. Der Meeresboden ist die größte Schatzkammer der Welt, die Reichtümer ganzer Weltteile liegen dort und werden auf diese Weise nutzbar gemacht werden..

Aus Kunst und Leben.

* Ausgrabungen bei Heidelberg. 1899 und 1900 wurden auf der Gemarkung Heidelberg Ausgrabungen unternommen, deren Fundstttckc bis mindestens in das dritte Jahrtausend vor Christus hinaufreichen sollen Man darf heute annehmen, daß Steinzeitssiedelungen den Neckar bis zu seiner Mündung begleitet haben. Auf dem Felde zwischen der südlichen Heidelberger Ge- markungsgrenze und den ersten Häusern des Dorfes Rohrbach wurde auf 15 Ackern eine große Anzahl stein­zeitlicher Wohngruben festgestellt. Auf dem rechten Ufer wurden eine Viertelstunde unterhalb Heidelberg-Neuen- heim Wohngruben der jüngeren Steinzeit gefunden