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Dienstag. 17. August 1915. £M>ettösflUS0(lbC* Nr. 380. . 63. Jahrgang.

Die Forts der Södioestsront von Komo gestürmt.

Auch vor Nowogeorgijewsk eiu wesentlicher Fortschritt.

Insgesamt an 1« 000 neue Gefangene! 260 Geschütze!

Erfolgreiche Kämpfe bei Kupijchtn. Das weitere Vorbringen der Armeen v. Scholz und v. Goll­witz Ein Fort und zwei SwischenwerUe von Nowogeorgijewsk genommen, weiteres sieg­reiches vorwärtsschreiten überall!

Der Tagesbericht vom 17. August.

W. T-B. Großes Hauptquartier, 17. Aug, (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Bor Ostende vertrieb unsere Küstenartillerie zwei feindliche Zerstörer.

In den Ost - Argonnen wurde bei La Fillrmort» ein französischer Graben genommen.

Bei B a p a u m e fiel ein englisches Flugzeug in unsere Hände. Die Insassen, 2 Offiziere, sind gefangen genommen.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hinvenburg.

Weitere Kämpfe in der Gegend von K u p i s ch k i waren erfolgreich. 625 Gefangene, darunter 3 Offiziere, und 3 Maschinengewehre fielen in unsere Hände. Truppen der Armee des Generalobersten v. Eichhorn, unter Führung des Generals L i tz m a n n, erstürmten die zwischen N j e m e n und Jesia gelegenen Forts der Südwcstfront von K o w n o. \ über 4500 Rüsten wurden zu Gefangenen gemacht, 240 Geschütze und zahlreiches sonstiges Gerät erbeutet.

Die Armeen der Generale v. Scholtz und v. Gall- w i tz warfen unter fortgesetzten Kämpfen den Gegner weiter in östlicher Richtung zurück. 1800 Russen, darunter 11 Offi­ziere, wurden gefangen genommen» 1 Geschütz und 10 Maschinengewehre cingcbracht.

Au? der Nordostfront von Nowogeorgijewsk wurde eingroßesFort und zwei Zwischenwerke im Sturm genommen.

Auf den übrigen Fronten gelang es fast überall den . Gegner weit er zurückzu drängen. Es wurden 2 4 0 0 Gefangene gemacht, 19 Geschütze und sonstiges Material erobert. Die

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Prinz Leopold von Bayern

und die

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen

sind im weiteren siegreichen Fortschreiten.

In ihrem amtlichen Bericht vom 16. August behauptet die rnstische Heeresleitung, daß rustifche Vorhuten am 13. August bei Dunajow, an der Zlota-Lipa, zwei Reihen deutscher Graben erobert und deren Verteidiger niedergemacht hätten. Unseren, an dieser Stelle kämpfenden Truppen ist nur eine rnstische P a t r o u i l l e n - Unternehmung in der Nacht vom 12. zum 13. August bekannt, dir völlig scheiterte und bei der der Gegner 4 Tote und 2 Verwundete vor unserer Stellung ließ und die »ns keine Verluste brachte.

Oberste Heeresleitung.

von den östlichen Kriegsschauplätzen. Kowno vor dem Zoll.

Ein Höllcnfever aus allen Geschossen aller Kaliber.

Br. London, 17. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.) TerDailn Telegraph" veröffentlicht unter der Überschrift «Ein Titanenkampf" folgende Depesche aus Petersburg: Mit ungeheurer Wucht und ununterbrochen stürmen die Deutschen gegen Kowno an. Der Feind weiß, daß der Besitz der Stadt ihm die größte, vielleicht einzige (?) Aussicht bietet, die Reu- gruppierung der russischen Heere, die nach dem Weichsel- Übergang notwendig wurde, ernsthaft zu gefährden. Nachdem die Festung von einem Höllen'euer aus Geschaffen aller Kaliber überschüttet wurde, erfolgten die aussichtslos durch- «rfiihrten Fnfanterieanqciffe, durch die es den Deutschen schließlich gelang, sich der A u ß e n f ° r t s zu bemächtigen-und sich dem inneren Befestigungsgürtel auf wenige eng- lischrMeilen zu »Skiern. In offiziellen Kreisen weist man darauf hin. daß jede M i n u t e, die Kowno sich hält, für den Feind jedenfalls ein Verlust bedeutet, und man ist der An­sicht, daß ein Unterliegen Kownos durch die großen materiellen Verluste des Feindes ausgeglichen würde. (Das sind r» M ungeschickte Selbstberuhigungsversuche. Schrrftl.)

42-em-MSrfer vor Kowno.

Rotterdam, 17. Aug. (Jens. Bln.) DemEcho de Paris" wird aus Petersburg gemeldet, dag vor Kowno d-ie Hölle los sei. seit di; Deutschen Emde dieser Woche ihre schwersten Ae- schütze in Stellung gebracht hätten. Die Heranführung der 42-Aentrmeter-Mörser sei mit 'ungeheuren Schwie­rigkeiten verknüpft gewesen.

Brest-Litowsk und die Rokitno-Sümpfe.

Berlin 17. Aug. (Zerif. Mn.) Mit großer Eirtsckstostsn- heit nähern sich unsere Heere Brest-LitowSk, wo die geschlog-we russische Hauptarmee allem Aisschein nach den letzten Versuch zu maci^u gedenkt, den Siegcsmarsch des Feindes zum S t e b e n zu bringen, so wird vor- einem alten preußi- schen Offizier demB, L.-A." geschriebein, der zugleich die Frage aufwirft ob diese Stellung zum Widerstand geeignet ist. Seine Hauptverteidigung findet Brest-Litowsk in den

Die Zlucht aus Riga.

Stockholm, 17. Aug. (Zens. Bin.)Rjetsch" berichtet, daß die Flucht aus Riga ununterbrochen fortdauere. Di« Kanzleien der staatlichen Mittelschulen sind nach Dorpat verlegt, und man überlegt, in welche Schulen des inneren Rußlands die Schüler untergebracht werden können,falls ein geordneter Unterricht in den Rigaer Schulen nicht mög­lich sei". An Stelle der flüchtenden Rigaer treffen Flücht­linge aus den Nachbarbezirken, meistens kleine Leute und Bauern, die mst ihren Wagen und Vieh die Straßen für den Verkehr sperren, dort ein. Nachrichten aus W i t e b s k und anderen Städten melden von der schwierigen Lgge der Flüchtlinge, die sich hierhergewandt. Die Städte sind über­füllt, die Preise für Wohnungen und Lebensmittel aufs äußerste gestiegen. Das Denkmal Herders in Riga und die Statue des alten Ritters auf dem Basfionsplatze sind fort* genommen worden.

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Rokitno-Sümpfem. Die Festung aber kann nur ->um Teil als allen modernen Anforderungen entsprechend be­zeichnet werden. Was die Rokitno-Sümpfe anbelawgt, so ist es fraglich, ob sie heute noch dieselben großen Schwierig- keiten bieten wie vor einem Jahrzehnt, denn es w'rd versichert, daß die rustifche Regierung in dieser Zeit sehr viel zur Entwässerung des bewaldeten Sumpfgeländes ge­tan hat.

Erfolgreiche Zliegerbeschietzung eines russischen Militärzuges.

Stockholm, 17. Aug. (Zens. Bln.) Wie aus PeterS- bürg gemeldet wird, ist ein aus 40 Wagen bestehender russischer Militärzug kurz vor der Einfahrt in Brest-Litowsk von einem deutschen Flugzeug angegriffen und schwer beschädigt worden. Das deufiche Flug­zeug hat den Zug lange Zeit verfolgt, unbekümmert um daS auS den Wagenfenstern erfolgende Gewehrfeuer. Der rnffi- sche Lokomottvsührer versuchte, mit Volldampf zu entkommen. Das Flugzeug erwies sich jedoch als schneller und flog genau über dem Bahngeleis. Zwei der heruntrrgeschlcuderten Bom­ben trafen die vorderen Wagen, die völlig zerschmet­tert wurden. Die Zahl der Toten wird nicht angegeben, ist jedoch sicherlich bedeutend, da der Zug voll besetzt war.

Br- Petersburg, 17. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die deutschen Flugzeuge bombardierten während de: letzten Tage mit großer Heftigkeit die bedeutenden Kreuz­punkte der Eisenbahnlinien zwischen Warschau und Grodno. Die Beschießung verursachte mehrere Opfer unter der Zivilbevölkerung.

vre Sündenböcke für die Räumung Warschaus.

Sr. Zürich, 17. Aug. (Eig. Twahtbericht. Zens. Bln.) Srcolo" meldet, daß die von der Duma angenommene Tages­ordnung, welche die sofortige Bestrafung der air der Räumung Warschaus Schuldigen verlangte» prompt aus­geführt wurde. Der Kriegsministcr teilte mit, daß drei Be­amte deS Kriegsministcriums, Niger, Frcibnrg und Talknr- koliS, in der Petersburger Zitadelle gehängt worden sinh und daß Baron Grotius zu lebenslänglicher Ver­bannung verurteilt wurde.

DerSieg" der unrichtigen Partei.

Br. Genf, 17. Aug. (Eig. Drahtbericht.Zenf. Mn.) Eine gestern in Paris verbreitete Meldung von einem russischen .Sieg" bei Wlodawa hat sich als falsch erwiesen. Nnn mutz dre französische Fachkritik die Hinfälligkeit ihrer darauf ge­bautem Trugschlüsse bekennen. Der deutschen Erzwing:mg des Nurec-Überganges wird ein entscheidender Einfluß auf die Verteidigung Bialostoks upid Brest-Litowsk abge­sprochen. Das Schicksal dieser beiden Platze hänge, so meinen Pariser Armeekreise, von einer großen Schlacht östlich des Sltnaflusses ab. Ter Großfürst schulde dieses Risiko dem! Haupt der russischen Armee.

Oie gewaltigen Leistungen des verpflegungs Nachschubs.

Köln, 17. Aug. (Zens. Bln.) Wie de:Köln. Ztg." aaS dem östlichen Kriegspresseo-uart'.er gemeldet wird, ist d>is wefio Gebiet westlich der Weichsel täglich erfüllt von rastlos vorwärtsrollenden Verpflegungs sc affeln unld Train, j Auf dem zerstörten Lande, das seiner Eisenbahnen und säurt.