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Verlag Langgafse 21

Tagblatl-Haus".

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»üra!!^str die Äüchm.Ausg .^i«"s im ^nachmittags Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 66, Feruspr.: Amt Uhland 45V«. 451.

für die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenrn tagen und Plätzen wird keine Gewähr übcrnonnnen.

Dienstag, 17. Kugust 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 379. 63. Jahrgang.

Der M)M| Der mWen Stellung um Mjec-IIebergnug.

Feuer auf die Höhe nöMich uluid nordöstlich von Semlin,ae-

Vei Rowno wiederum 1730 Nüssen gefangen. Km Nurzee-Uebergang über 5000 Gefangene. vie Verteidiger von Nowogeorgijewsk auf den Forlsgürtel zurückgeworfen. Bei Wlodawa Vordringen unserer Gruppen auf das Gstufer des vug.

Der Tagesbericht vom 16. August.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 16. Aug.

(AnMch.)

westlicher rlriegsschauplatz.

Nördlich von Ammerzweiler (nordöstlich von Dammerkirch) brach ein französischer Teilangriff vor Mlscren Hindernisien im Feuer zusammen.

Gestlicher Uriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.

Bei weiter erfolgreichen Angriffen gegen die vor­geschobenen Stellungen von K o w n o wurden 1760 Russen (darunter 7 Offiziere) gefangen genommen.

Der mit dem erfolgreichen N urz e c - Über ga n g angebahnte Durchbruch der russischen Stellungen gelang in vollem Umfange. Dem von der Durchbrnchs- stellc ausgehenden Druck und den auf der ganzen Front erneut einsetzenden Angriffe» nachgebend, weicht der Gegner aus seinen Stellungen vom Rarem bis zum Bug. Unsere verfolgende» Truppen erreichten die Höhe von Braust; über 5000 Gefangene fielen in unsere Haud. ^ .. _ . ...

BeiNowogeorgriewsk wurden dre Verteidiger auf den Fortsgürtel zurückgeworfen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Prinz Leopold von Bayern.

Der linke Flügel erzwang in der Nacht den Über­gang des Bug westlich von Drohiszyn.

Nachdem Mitte und rechter Flügel am gestrigen Vormittag Losice und Mienzyrzecz durchschritten hatten, stießen sie in den Abschnitten der Toczna und Klukowka (zwischen Drohiszyn und Biqla) auf erneuten Widerstand. Er wurde bei Tagesanbruch östlich von Losice durch den Angriff schlesischer Landwehr ge­brochen. Es wird verfolgt.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Die Verfolgung wurde fortgesetzt. Biala- Slawa-Thsze sind durchschritten. Östlich von Wlodawa dringen unsere Truppen auf das Ostufer des Bug vor. Oberste Heeresleitung.

Die Nrzna überschritten. vie feindlichen Nachhuten überall geworfen. Oie ergebnislose italienische Bffensive.

Der österreichisch »ungarische Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 16. Aug. (Nichtamtlich. Drahtber.) Amtlich verlautet vom 16. August, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Im Raume östlich des Bug nahm die Verfolgung der Russen raschen Fortgang. Die im Zentrum der Ver­bündeten vordringenden österreichisch-ungarischen Kräfte hefteten sich dem westlich Biala über die Klikawka weichenden Feinde an die Fersen. Die Division des Erzherzogs Joseph Ferdinand gewann abends unter Känrpfen den Raum südlich und südwest­lich Biala, übcrürückte in der Nacht die Krzna und überschritt sie heute früh. Feindliche Nachhuten wur­den, wo sie sich stellten, angegriffen und ge- Morsen. Die Truppen des Generals v. Poeves drängten den Gegner über die Klikawaka zurück. In der Gegend von Biala und gegen Brcst-Litowsk sieht man zahlreiche ausgedehnte Brände. Bei Wladimir- Wolynski, wo wir an mehreren Stellen auf dem öst­lichen Bugufer festen Fuß gefaßt haben, und in Ost- galizien ist die Lage u.n v e r ä n d e r t.

Italienischer Kriegsschauplatz.*

Au der Tiroler Front eröffnete gestern die feindliche schwere Artillerie nach längerer Pause wieder das Feuer gegen unsere Werke, und zwar in besonderem gegen jene am Tomale-Paß und auf dem Plateau von Lavarone und Folgaria. An­griffsversuche italienischer Infanterie an der Tomalr- Straßc und auf die Pop ena- St e llnng, südlich Schluderbach, und im Drei-Zinnengebret wur­de» abgcwiesen. Ebenso scheiterten an der Küftenläudi-

schcn Front erneute Angriffe des Feindes. Ein Vorstoß im Gebiet des K r n und ein Vorstoß gegen den vor- springcndcn Teil des Plateaus von D o b e r o wurden abgeschlagen.

Der Stellvertreter des Chefs des GeueralstaLs: v. Höf er, Feldmarschalleutnant.

*

Neuer Luftangriff auf Venedig, vie vereitelte Verfolgung fünf italienischer Flieger.

Eines unserer Seeflugzeuge belegte am 15. August Vier Küstenforts von Venedig mit Bomben, von denen alle, mit Ausnahme einer einzigen, innerhalb der Werke explodierten. Von fünf zur Verfol­gung startenden feindlichen Fliegern wurden zwei beim Aufsteiger! durch Maschinengewehrfeuer zur Umkehr und zur Landung gezwungen. Zwei gaben die Ver­folgung nach einiger Zeit auf, während der letzte feindliche Flieger unseren Flugzeugen bis in die Nähe der istrischen Küste folgte, wo er, ohne Erfolge er­zielt zu haben, umkehren mußte. Unser Seeflug­zeug ist trotz heftiger Beschießung durch die feindlichen Kriegsschiffe und Forts wohlbehalten eingerückt.

Laut amtlicher italienischer Veröffentlichung ist unser 17 3" am 12. August in der südlichen Adria ver­senkt worden. Ter zweite Offizier und 11 Mann des Unterseebootes wurden gerettet nnd gefangen genommen. ^ Flottenkommando.

Furcht vor einer deutschenLandung in Finnland!

IV. T.-B. Kopenhagen, 16. Aug. (Nichtamtlich.)Politiken" meldet aus Finnland: Die Rüsten befürchten eine deutsche Landung in Finnland, die bezwecken könnte, Peters­burg zn erreichen. Tic russische Regierung hat den Gouver­neuren ein Rundschreiben gesandt mit dem Befehl, sobald eure deutsche Landung drohc, der Bevölkerung zu befehlen, sich ost­wärts hinter die Linie Kajana - Willmannstrand zurückzuziehen. Eigentum, das nicht milzunehmcn ist, ein­schliesslich Hauser und Borräte, soll verbrannt werden. Der bisherige Gencralgouverneur Stehn soll durch den Gene­ralstaatssekretär Marlow ersetzt werden, ohne daß rin Systemwechsel damit verbunden wäre.

Gründung polnischer Schützenvereinigungen.

Sr. £»afel, 16. Aug. (Erg, Drahtbericht. Zeus. Bln) Polnische Plätter melden, daß bereits kleine Abteibtznyen der polnischen 55 <f: ü tz e n im Warschau gebildet wurden Der WarschauerEuryr Narodowh" begrützi sie mit den Worten: Mögen Tausende diesem Beispiel folgen, und der Traum der Unabhängigkeit Polens wird t-erwirklicht.

Roloman Szell f.

W. T.-B. Budapest, 16. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der frühere Ministerpräsident und Gouverneur der ungarischen Hypothekenbank Geheimrat Koloman v. Szell ist heute morgen auf denr Gut Ratot gestorben.

Koloman v. Szell, geboren 8. Januar 1642 zu Ratot im Eisenburger Komitat, studierte in Pest und Wien, war 186k als Anhänger Deals zum Deputierten in den Reichstag gewählt und war auf allen bisherigen Reichs­tagen eins der tätigsten Mitglieder des ungarischen Abgeord­netenhauses. 1875 wurde S. Finanzminister und führte große Ersparnisse ein. Wegen der großen Kosten der bosnischen Okkupation nahm er Ende 1878 seine Entlassung und wurde Präsident der ungarischen Kreditbank in Pest, blieb aber als Deputierter bis heute einer der einflußreichsten liberalen Politiker Ungarns. Als die liberale Partei gefügig die Eigenmächtigkeiten Banffys genehmigte, trat er aus ihr aus und vereinbarte 1898, als Banffys Sturz unvermeidlich wurde, ein Paktum mit der Opposition. Dann trat er am 26, Februar als Ministerpcä- sident und Minister des Innern au die Spitze der Regierung. Als er aus Verlangen der Krone bas Rekrutcnkontingent um 8362 Manu und die Zivilliste erhöhen sollte, griff die Oppo­sition abermals zur Obstruktion. Dennoch erlangte S. vom Reichstag Indemnität und erneuerte Ende 1802 mit dem österreichischen Ministerpräsidenten Körber den handels­politischen Ausgleich unter Zugrundelegung eines nLuen Zolltarifs. Da er aber die erwähnte Vorlage nicht durch­bringen konnte, rahm er am 16. Juni 1803 seine Ent­lassung.

Erneute Beschießung Belgrads.

Paris, 16. Aug. (Jens. Bln?. Aus Ni sch wird ge­meldet: Am 12. August, 2 Uhr nachmittqas. hat der Feind be­gonnen, Belgrad vom Punkt 108 westlich ton Semlin aus mit Haubitzen schweren Kalibers zu beschießen. Um den Feind zu zwingen, sein Feuer einzustellen, haben die Serben Semlin umL Pancsova Lcfchossan ira ihr

rahtett, wo sich die feindlichen Reserven befinden. Sobald die Serben einige Granaten gegen Semlin und Pancsova geachtet hatten, hörte das Feuer des Feindes gegen Belgrad auf. Die Österreicher warfen hierbei gegen die Positionen von Belgrad 105 Schrapnells.und Gramsten. Während der Beschießung von Belgrad sind einige Granaten auf Häuser der Stadt.ge, fallen, haben jedoch keine Opfer gefordert.

Ostpreußen und Polen.

Wir vermögen in diesem Monat urib in diesen Wochen -manchen Gedenktag zu begehen, der uns an sieg-esfrohe Taten der ersten Krisgszeit vor einem Jahr erinnert. Aber wenn wir diese feiern und frsndig ihrer gedenken, dann sollten wir auch jener Tage nicht ver­gessen, die für einen Teil des deutschen Volkes immer eine schmerzliche und düstere Erinnerung bleiben werden.

Vor einem Jahre war's, als die Kosakenhorden des russischen Generalissimus die Provinz Ostpreußen schwer hermsuchten, Männer, Frauen und Kinder, Jünglinge und Greise auf ihren Beutezügen mit sich fortschleppten oder kalten Blutes erwürgten und blühende Städte und Dörfer in Trümmer und Asche verwandelten. Sie, die sich als die Bringer der slawi­schen Kultur priesen, glaubten die Segnungen dieser Kultur nicht anders als durch VLord und Brand begrün­den zu können, und wateten im Blut der Unschuldigen, die nichts dafür konnten, daß die Schrecken des Krieges auch in ihr Land getragen wurden. Und nicht nur ein­mal, nein, wiederholt mußten sie die Greuel der Ruffen- herrschaft inMhrer Provinz über sich ergehen lassen, ohnmächtig, den Mördern und Brandstiftern zu wider­stehen. Doch die Stunde der Erlösung schlug auch für sie, als Hindenburg, der neuerstandene Retter, mit eisernem Besen dreinfcgte und die nördlichste Provinz vom grausamen Joche befreite. Im ganzen Deutschen Reiche haben sich Gemeinden und Städte zusammen­getan, um die Patenschaft an den zerstörten ostpreu bi­schen Gemeinde zu übernehmen und für deren Wie­deraufbau zu sorgen. Viel tausend große und Heine Scherflein sind -geflossen und kommen noch irmner ein, um der um Hab und Gut gekommenen Bevölkerung -wieder zu den notwendigsten Bedürfnissen zu verhel­fen und ihnen den Hausstand von neuem gründen zu helfen, so daß die feste Zuversicht besteht, daß die Schäden der Verwüstung und Brandschätzung über Jahr und Tag wieder behoben sein werden. Den verstüm­melten und erdrosselten Menschen freilich wird keine noch so große Nächstenliebe imstande sein, ihre Gesund­heit -und ihr Leben wiedcrzugeben.

Und nun das andere Bild: Russisch-Polen.

Heute nach einem Jahre feiern dort die deutschen und österreichisch-ungarischen Heere die größten Erfolge, welche die Weltgeschichte fe erlebte. Es hat wie einst Ostpreußen nicht minder alle Schrecknisse eines furcht­bar blutigen Krieges durchkosten müssen. Himmel- ansteigcndc Feuer- und Rauchsäulen, Zerstörung, Schutt und Plünderung zeichnen auch hier die Wegispur, welche die Heere schritten. Aber nicht die deutschen, nicht die mit ihnen Schulter an Schulter kämpfenden Österreicher und Ungarn sind es, die Verwüstung und Elend in das Land tragen, nicht vor ihnen weichen die Bauern und Städter in Grauen und Entsetzen zurück, sondern die eigenen Truppen sind's, dieselben, die auch Jammer und Elend noch Ostpreußen brachten. Sie schonen weder Frauen noch Kinder noch Jünglinge nnd Greise. Sie schleppen sie überall auf ihrem Rückzug mit sich, sie verwenden diese unglücklichen, von Haus und Hof ver­triebenen Geschöpfe als einen Wall lebendiger Leiber, hinter denen Schützengräben und Befestigungswerke er­baut werden oder schützen sich durch die Verschleppten vor dem unaufhörlich vom Gegner ausgehenden Kugel­regen. Die Ernte wird vernichtet, das Dich woggetrie- ben und das eigene Land mit einer Heimsuchung be­dacht, wie sie selbst in den Kriegszügcn des Mertums unbekannt war.

Wer soll diesen Armen jemals helfen, wenn es nicht Die deutschen, die österreichischen und ungarischen Trup­pen tun, wenn nicht diese den schwer geschädigten Be­wohnern zu Hilfe kommen und ihnen bergen helfen, was noch zu bergen ist. Di- Verbündeten befinden sich hart auf den Fersen der stiebenden Russen, aber die mitgeichleppte Zivilbevölkerung. ungewohnt der Drang­sale und Strapazen, vermag ibnen nicht mehr zu fol­gen, und sie ist wohl auch froh, daß sie's nicht mehr kann. Auf allen Straßen < so lasen wir erst disfer Tage im deutschen Hauptquartrersbericht^- strMnrÄ«