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Erstaunen erklärt der Mann, daß für das Auffinden eines Riffes in einer Schiene keine Belohnung gezahlt wird, wohl aber für eine geborstene Schiene. Dafür gebe es drei, ja fünf Rubel Belohnung. Man läßt die Schiene also ruhig weiter aufplatzen, bis sie für die Gratifikationsansprüche reif ist!
■r Die Träume der Blinden. Blinde träumen ebensoviel wie die normalen Menschen, die Frage aber, ob sie in ihren Träumen sehen, wurde von einer wissenschaftlichen Gesellschaft, die 200 Blinde darüber ausforschte, dahin beantwortet, daß Blindgeborene oder solche, die das Augenlicht vor dem fünften Jahre verloren, auch in ihren Träumen nie sehend sind. Von denjenigen, die zwischen dem fünften und' siebenten Jahre erblindeten, war ein Teil im Traume sehend, der andere nicht. Die erst nach dem siebenten Jahre Erblindeten dagegen sahen stets, wenn sie träumten.
* Therese und Peter. Aus dem Leserkreise ging der „Cobl. Ztg." folgender Brief zu: „. . . 22. August. Ge. ehrter Peter. Ich will Ihnen nun meinen Wunsch nämlich ausfüllen, was ich auf dem Herzen habe, wenn Sie nun die Gedanke habe, die ich habe, dann fangen wir beide Bekanntschaft an, ich weiß aber nicht, was Sie vor Gedanken haben. Wenn Sie sich nun so gut schicken wie mein anderer Schatz, dann bin ich zufrieden, ich binn beinahe 4 Jahre mit ihm gegangen, ich hätte ihn auch bekommen, wenn er nicht gestorben wäre. Lieber Peter, ich mache mir blos Gedanken und denke, Sie wollten mich Utzen, das ist aber bei mir der Fall nicht, denn ich werde jetzt den 13. Oktober 24. Jahre und den 13. Oktober habe ich Namenstag, wenn man schon so alt ist, dann laßt man sich nicht mehr Utzen. Ich meine, es wäre Ihnen doch nicht ernst gewesen. Ich hätte Ihnen gestern geschrieben, aber ich war am Montag Abend mit meinem Schwager auf der Musik gewesen, da war ich zu müde vor zu schreibe. Ich will Schließen mit vielen Küssen und Grüßen von Ihren Dich liebenden Threschen. Adresse... Gute Nacht, schlafen Sie recht wohl. Bitte bald Antwort, lieber Peter, aber nicht Utzen, schreiben Sie mir auch wie alt Sic sind und ob Sie schon bei den Soldaten waren."
Kleine Chronik.
Ein Stückchen von der Schmalspurbahn erzählt die „Barmer Ztg." aus Werdohl: Nicht nur einen schweren, sondern sogar einen besonders schwierigen Diebstahl hat sich der Arbeiter Hücking geleistet. Er sprang nämlich auf einen Wagen des Zuges zwischen Werdohl und Augnstenthal und holte sich von demselben ein Packet mit 10 Kisten Cigarren, die er als gute Beute an sich nahm, dann sprang er wieder von dem gemütlich daherfahrenden Zuge herunter. Der Dieb ist jetzt um iy 2 Jahre Gefängnis, die ihm die Hagener Strafkammer zuöiktiertc, die „Schmalspur" aber um eine Erfahrung reicher.
Die Mannschaft eines amerikanischen Kutters hat auf der Insel Bouldyer der Alsutengruppe bedeutende P elzrobbe n - Br utplätze entdeckt, ähnlicher Art, wie sie auf den Pribiloff-Jnseln gefunden worden sind. Irgend ein Zeichen, daß weiße Robbenjäger diese Brutstätte bereits betreten hätten, war nicht zu finden. Die Suche nach weiteren Brutplätzen in jener Gegend wird fortgesetzt. Es wurde die Vermutung ausgesprochen, daß die Insel der Aufenthalt der Pelzrobben während ihrer Abwesenheit von den Pribiloff-Jnseln sein könnte. Die Entdeckung ist angesichts der Tatsache wichtig, daß die Anzahl der Pelzrobben auf den Pribiloff-Jnseln ständig abnimmt.
Aus Vraunschweig wird der „Franks. Ztg." berichtet: Wie in der jüngsten Versammlung des hiesigen Vereins für Gesundheitspflege Professor Blasius in einem Vortrag mitteilte, erschienen auf dem letzten H 0 f b a l l, den Prinz Albrecht von Preußen im hiesigen herzoglichen Residcnzschloß gab, zwei Damen in Reformkleidung.
Eine technische Kuriosität hat ein amerikanischer Erfinder namens Riswick in die Welt gesetzt, nämlich ein heizbares Bett, das gewiß für alle Eigentümer kalter Füße, namentlich während der Wintermonate, ein willkommener Besitz wäre. Die „Erfindung" besteht aus einer Reihe von Warmwasserrohrcn, die auf der Unterseite und um das Bett herum laufen und mit einem kleinen Behälter unter dem Bett in Verbindung stehen: letzterer wird durch eine kleine Lampe geheizt.
Von derKurischcnNehrung wird geschrieben: Die milde Witterung der letzten Zeit fördert manche eigentümliche Erscheinung zu Tage. So sind wandernde Ratten mehrfach von Fischern mitten auf dem Haffe angetrvffcn worden. Die Tiere zogen anscheinend von der Nehrung nach dem östlichen Haffufer. Da die Ratten von dem ungewohnten Marsche auf der glatten Eisfläche völlig erschöpft waren, so gelang es, ganze Mengen der schädlichen Nagetiere zu töten.
Der Vesuv hatte am Sonntag, nach den „M. N. N.", einen Ausbruch. Große Lavamaffcn ergossen sich in mehreren Strömen die nordwestliche Flanke hinab. Tausende von Reisenden waren herbeigeeilt, um den Ausbruch zu sehen, der besonders nachts ein wunderbares Bild darbietct, da der mächtige Feuer-Widerschein der langsam steigenden Lavaflut den ganzen Golf von Neapel bis weit hinüber nach Sorrent und Posilippo mit rotem Flammenlicht übergießt.
Ketzte Nachrichten.
-« Paris, 5. Februar. Das französische Marine- Ministerium beschäftigt sich augenblicklich mit einem neuen Unterseeboot, das sich bei den ersten mit ihm an- gestellten Versuchen vorzüglich bewährt hat und die bisherigen Systeme durchweg in den Schatten stellt.
-n London, 5. Februar. Gutem Vernehmen nach wird für die neue Transvaal-Anleihe auch das Ausland interessiert werden, da man von dem Gedanken ausgeht, daß die Jnternationalität der südafrikanischen Goldminen, die doch durch die neue Regierung gefördert werden sollen, einen derartigen, bisher ungewöhnlichen Schritt genügend rechtfertige.
Einsendungen aus dem Leserkreise.
* Über die Linienführung der projektierten elektrischen
Bahn nach Bier stabt scheinen, den verschiedenen Eingesandts nach zu urteilen, noch immer irrige Meinungen im Publikum verbreitet zu sein. Nach den vor einiger Zeit im Rathaus öffentlich aufgelegt gewesenen Plänen, über den Ausbau der Theodorenstraße soll die elektrische Bahn weder durch die Alwinen- straße noch durch die obere Bierstadterstraße gelegt werden. Sondern die Stadt beabsichtigt folgende Linienführung: Am
Museum soll die Wilhelmstraße gekreuzt werden, um dann der Frankfurterstraße entlang in die Bierstadterstraße zu gelangen, welche letztere benutzt werden soll bis zur Einmündung der Rosenstraße. Gegenüber dieser letzteren biegt die Bahn dann direkt in die neue Theodorenstraße, die von hier ab schräg durch die jetzigen Gärten geht und läßt so die Bierstadterstraße links liegen. Nachdem die Blumenstraße geschnitten wird, geht die Bahn dann auf der neuen Theodorenstraße in einem großen flachen Bogen durch das v. Knoopsche Terrain und kommt unmittelbar unterhalb der Brauerei, also gegenüber der Gartenstraße, wieder zurück auf die Bierstadterstraße. Auf diesem ganzen Wege hat die Bahn nur Steigungen bis 6 Prvz. zu überwinden, während die Bicr- stabterstraße solche bis 8 Proz. und die Humboldtstraße in ihrem oberen Teile Steigungen über 8 Proz. aufweist. Diese von der Stadt geplante Linie entspricht allen Anforderungen, sowohl in Bezug auf Betriebssicherheit, als auch hinsichtlich der Rentabilität, denn nur eine zweigleisige Bahn kann erfahrungsgemäß gut rentieren. Zu einer zweigleisigen Bahn gehören aber auch entsprechend breite Straßen. Nun will man die Theodorenstraße, wie die öffentlich ausgelegten Pläne ja auch zeigen, zu einer imposanten Hauptstraße mit breiten Vorgärten erweitern, ivährend dies bei der Humboldt- und Alwinenstrahe ja ganz unmöglich ist. Diese neue Bahn kreuzt dann auch eine große Anzahl der vornehmsten Billenstraßen: Haincrweg, Paulinenskraße, Rosenstraße, Blnmenstraße, Uhlandstraße, Beethovenstratze, Gartcnstraße, Alwincnstratze und Bodenstedtstraße. Aus technischen und geschäftlichen Gründen ist also diese von der Stadt geplante Linie vor den anderen, früher wohl ins Auge gefaßten zweifellos bei weitem vorzuziehen! Der Herr Einsender in Nr. 48 spricht von einer Serpentinenstraße. Für die neue Theodorenstraße ist diese Bezeichnung wohl nicht ganz zutreffend, denn eine Straße mit einer einfachen Ausbiegung kann man doch in technischem Sinne keine Serpentinenstraße nennen. Gegenüber einem späteren Eingesandt ist auch daran sestzuhalten, daß für ein Villenviertel anerkanntermaßen gebogene Straßen, wie die neue Theodorenstraße, bei weitem interessanter wirken, wie die langweiligen modernen schnurgeraden Straßen, welche lediglich nur zweckmäßig für die Geschäftsstraßen der inneren Stadt sind. Zum Schluß mag noch bemerkt werden, da in den verschiedenen Eingesandts die Rede von der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft ist, daß c3 doch zu bedauern wäre, wen» nach den trüben Erfahrungen, die man mit dieser gemacht hat, die neue Bahn Bierstadt-Wiesbaden-Dotzheim, die zweifellos eine der einträglichsten Linien werden 'wird, wiederum in die Hände der Süddeutschen käme. Wiesbaden kann den Ertrag zur Steuererleichterung gut gebrauchen. A.
* Da jetzt wieder die B ä u m e in den Alleen und Straßen be
schnitten werden, ist es höchste Zeit, um gegen die unvernünftige Art der B e s ch n e i ö u n g kräftigen Widerspruch cinzulegen. Unbegreiflich ist mir nur, daß nicht schon längst ein Fachmann oder ein Naturfreund sich gegen diese Behandlung der Bäume verwahrt hat. Zu verwundern ist nur, daß die fast jeden neuen Triebes beraubten Bäume wieder ausschlagcn: daß sie im Mai und anfangs Juni, wo wir schon manchmal gern den Schatten suchen, keinen spenden können, ist klar: dazu scheinen sic aber auch nicht gepflanzt zu sein. Hoffentlich genügt diese Anregung, um die betreffende Behörde zur alsbaldigen Abstellung dieses offenbaren Mißstandcs zu veranlassen. A.
Briefkasten.
Einige Abonnenten. Die Frist zur Bewerbung um die für ein Anglerlicd vom deutschen Anglerbund ausgesetzten Preise läuft am 15. Februar d. I. ab. Die näheren Bedingungen sind durch die Geschäftsstelle des deutschen Anglcrbundes, Berlin SW., Hallesches User 36, zu beziehen. Das Urteil des Preisgerichts wird in der am 10. April c. erscheinenden Nummer der „Deutschen Angler-Zeitung" veröffentlicht.
HandeBsteiL
Vom Finanzmarkte.
Die Bilder an den Börsen wechseln kaleidoskopartig, und der Gesamteindruck wird bald durch das stärkere dieses, bald durch ausgeprägtere Tendenz jenes Platzes bestimmt. Während die kontinentalen Märkte diesmal in der Hauptsache abwartende Haltung bekundeten, zeigte sich in N e w-Y o r k, namentlich zum Schluß, größere Regsamkeit. Die Spekulation setzte die Kurse in die Höhe auf befriedigendere Nachrichten vom Geldmärkte hin, konnte indes die Notierungen nicht auf dem erreichten Niveau halten, weil es an der notwendigen Unterstützung von anderer Seite fehlte. Zu denjenigen Spezialwerten, die nennenswerte Aufbesserungen erfuhren, gehörten die Anaconda-Gopper-Aktien, die infolge von Gerüchten einer Erhöhung der Kupferpreise an einem Tage mehr als 8 Points gewannen. In London war während der verflossenen Berichtswoche nicht viel los. Abgesehen von der Erkrankung des Königs, die naturgemäß deprimierend auf die Stimmung wirkte, fehlte es auch sonst an den notwendigen Anregungen für einen größeren Verkehr. Der südafrikanische Markt bleibt schon aus dem Grunde leblos, weil das Schicksal der Goldminen noch immer nicht geklärt ist, und so lange darüber nicht einigermaßen Gewißheit besteht, fehlt es an der notwendigen Voraussetzung für eine regere Gestaltung des Geschäfts. Der Amerikanennarkt zeigte gleichfalls kein besonders bewegtes Aussehen, obwohl die Nachrichten aus New- Ycrk wohl geeignet gewesen wären, die Unternehmungslust zu fördern. In Paris standen fremde Renten im Vordergründe. Türken hielten das Interesse wach, da die Entscheidung der Unifizierungsangelegenheit, die schon zur journalistischen Seeschlange geworden ist, nunmehr nahe bevorzustehen scheint. Auch Spanier und Portugiesen profitierten von verschiedenen Fiuanzgerüchten, über die allerdings noch gar nichts Bestimmtes in Erfahrung zu bringen war, die vielmehr lediglich auf Vermutungen beruhten. Wien verharrte in unentschiedener Haltung. Die Erörterungen über die Art und Weise, wie die Konversion der gemeinsamen Rente durchgeführt werden soll, verstimmten, da aus diesen Darlegungen hervorzugehen schien, daß man die Verwirklichung des in Rede stehenden Geschäfts doch für schwieriger hält, als anfangs geglaubt wurde, ln Berlin ließ die Lebhaftigkeit des Geschäfts zum Schluß nach, ohne daß dadurch die bisherige Festigkeit der Gesamt-Tendenz beeinflußt wurde. Aber der Wunsch, erzielte Gewinne möglichst bald in Sicherheit zu bringen, und die Scheu vor einer weiteren Überlastung des Marktes mit Hausse-Engagements trugen dazu bei, die erwähnte Geschäftsstille hervorzurufen. Zu Beginn und während des größten Teiles des Verkehrs waren erhebliche Umsätze in deutschen Anleihen zu verzeichnen, was dem Markte eine entsprechende Stütze bot. Namentlich 3-proz. Werte fanden die besondere Beachtung der Spekulation. Das alte Favoritgebiet, der Montanaktienmarkt, hatte vorübergehend etwas von seiner Bedeutung eingebüßt, trat jedoch in der zweiten Hälfte der Berichtswoche wieder mehr in den Vordergrund. Besonders Eisenaktien profitierten von dem günstigen Situationsbericht des leitenden rheinischen Blattes über den rheinisch-westfälischen Eisenmarkt. Ausserdem stimulierte die Meldung-von der angestrebten Bildung
eines allgemeinen deutschen Stahlwerksverbandes, sowie eine als unrichtig bezeichnete Mitteilung, wonach die Sätze des neuen russischen Zolltarifs nicht wie früher den Goldrubel, sondern den Papierrubel als Norm nehmen. Nicht so günstig wie Eisenaktien lagen Kohlenwerte, auf die ein unbefriedigender Bericht von der Essener Börse, sowie die Meldung, daß in den letzten Tagen auf einigen größeren Zechen Westfalens Feierschichten eingelegt worden seien, einen Druck ausübten. Auf dem Bank-: aktienmarkt hatte der ursprünglich lebhafte Verkehr gleich-j falls nachgelassen. Der Kassamarkt verkehrte in günstiger Haltung. Geld war sehr flüssig, so daß der Privatdiskont sich auf l 7 /s Proz. ermäßigen konnte. Der letzte Reichsbankausweis zeigte eine kleine Schwächung der Position. Im all-, gemeinen haben sich die Aussichten für die Weiterentwicklung des Börsengeschäfts nicht verschlechtert.
Verband deutscher Beleuchtungsglashütten. In Görlitz
fand im Laufe des vergangenen Monats eine Versammlung der Hüttenbesitzer statt, die einen Verband deutscher Beleuchtungsglashütten gründeten. Zweck dieses Verbandes ist die Regelung der Erzeugungs- und Preisverhältnisse. Beigetreten sind sämtliche anwesende 27 Fabrikanten, da die Notwendigkeit einer Aufbesserung der sehr darniederliegenden Industrie all ge, mein anerkannt wurde.
Kohlenindnsirie. Die Nachrichten, daß es im Rheinisch, Westfälischen Kohlenrevier wieder bedeutend stiller geworden ist, ja, daß auf mehreren Werken bereits Feierschichten eingelegt wurden, scheint sich nun doch zu bestätigen. Über die Tragweite dieser Nachrichten fehlen jedoch noch zuverlässige Mitteilungen. Es ist wohl in den nächsten Tagen schon ein klares Bild über die gegenwärtige Lage der Rheinisch-Westfälischen Kohlenindustrie zu erwarten. — Interessieren dürfte, daß sich die Förderung der Syndikatszechen laut „Rhein.-westf: Ztg.“ im Monat Januar auf rund 4 350 000 Tonnen belief. Sie war um 150 000 Tonnen höher als im Dezember 1902 und sogar annähernd 400 000 Tonnen höher als im vorigen Januar.
Knpferpreiserhöhung. Der Verein deutscher Kupferwerke hat infolge Anziehens der Rohkupferpreise die Preise der Kupferfabrikate von 134 auf 138 Mk. pro 100 Kilo erhöht. Die Preise für Kupferrohr ohne Naht wurden auf 176 Mk. pro 100 Kilogramm erhöht.
Bcrgweiksfnsionsbestiebimgen. Den großen Aktiengesellschaften des Rhein- und Ruhrbezirks sind die kleinen selbstständigen Bergwerke ein Dorn im Auge und sie suchen wo und wie sie nur können, die Verschmelzung der kleineren Werke herbeizuführen. Die großen ausschlaggebenden Werke sollen eben in allen Hauptangelegenheiten des Kohlensyndikats ungehindert den Ton angeben können. Neuerdings ist wieder die Fusion dreier Zechen im Gange. Es sind dies die Eintracht, Eiberg und Johann Deimelsberg. Das nächste Ziel soll außer der Vereinigung sein, eine Aktiengesellschaft zu bilden. Ob es gelingen wird, wird die nächste Zukunft lehren.
Vereinigte Kunstseidcnfabriken, Aktiengesellschaft, Frankfurt a. M. Der Aufsichtsrat beschloß, 9 pCt. Dividende in Vor, schlag zu bringen. Im Vorjahr wurden 8 pCt. bezahlt.
Aktiengesellschaft für Feld- und Kleinbahnbedarf, vorm; Ohrenstein u. Koppel, Berlin. Als die Firma Ohrenstein u. Koppel vor mehreren Jahren in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, ging das Geschäft überaus flott und es konnten hohe Dividenden bezahlt werden. Dann kamen aber auch für diese Gesellschaft, wie alle ähnlichen Unternehmungen, die mageren Jahre und die Aktionäre blieben ohne Dividende. In neuester Zeit jedoch soll die Gesellschaft wieder stark mit Aufträgen versehen sein. Namentlich seien es Staatsaufträge für Wagen- und Lokomotiven, die die Werke für längere Zeit nutzbringend beschäftigen und den Aktionären wieder Aussicht au! Dividende eröffnet, wenn das auch noch nicht für das laufend® Jahr der Fall sein dürfte.
Eisenbahn-Einnahmen. Die Einnahmen der Luxem: burgischen Prinz -Heinrich-Eisen bahn in der dritten Januar-Dekade betrugen aus dem Bahnbetrieb: 449 366 Francs, + 36 935 Francs. Der ganze Monat Januar ergab aus dem Bahnbetriebe (also abgesehen von der Einnahme aus den Minen) 389 233 Francs, + 81095 Francs gegen die entsprechende Zeit des Vorjahres. Diese sehr günstige Einnahme im Monat Januar wurde noch von keinem Parallelmonat seit Bestehen der Prinz-Heinrich-Eisenbahn erreicht und zeigt die weitere günstige Entwickelung derselben.
Ungarische Investitionsanleihe. Wie aus Budapest gemeldet wird, wird in parlamentarischen Kreisen als sicher angenommen, daß die Begebung dieser Rente von 200 Millionen Kronen noch Ende Februar oder Anfang März erfolgen wird; Die Rente ist vom Reichstag noch nicht genehmigt.
Die Budapester Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft kann für 1902 6V» pCt. Dividende zahlen gegen 6 pCt. im Vorjahr. Die Wertverminderungsreserve erhält 436 841 Kronen (306187 Kronen). Vorgetragen werden 84 179 Kronen (Vorjahr 50 123 Kronen).
Transvaalbahn. Geheimer Kommerzienrat Hugo Oppenheimer, Inhaber des Bankhauses Robert Warschauer u. Cie. in Berlin, ist als der Träger des deutschen Transvaalbahn-Comites nach London gereist. Derselbe hat, wie man der „F. Z.“ meldet, bereits mehrere Besprechungen mit den Vertretern der Regierung. Er legte diesen klar, daß keine Neigung besteht, die Regierungsofferte anzunehmen und es sich daher empfehlen dürfte, diese zu erhöhen.
Roosevelt nnd der Bimelallismus. Es dürfte wohl kaum einem Zweifel unterliegen, daß es dem Präsidenten der Vereinigten Staaten gelungen ist, die Frage des Bimetallismus wieder einmal in den Vordergrund zu schieben. Der Präsident hat an den Kongreß eine Botschaft über die Währungsfrage gerichtet, die sicher mit dahin zielt, das Verlangen Chinas, die Kriegsentschädigung an die vereinigten Mächte statt in Gold in Silber zu zahlen, durchzudrücken. China und Mexiko haben im wesentlichen identische Noten erlassen, die die alten bime- tallistischen Argumente enthalten. Der Forderungen letztes Ende wird die Einführung eines Zwangskurses für Silber sein und dafür werden sich die europäischen Großmächte, welche sich mit vieler Mühe ihre Gutgeldwährung geschaffen haben, nimmermehr hergeben. Daher wird schließlich alles beim alte, bleiben. Eine Hebung des Silberpreises wird sich nur durcti eine gemeinsame Regelung der Produktionsverhältnisse in den Silber produzierenden Ländern mit Hilfe einer gleitenden Prcduktionsskala herbeiführen lassen. Die Versuche jedoch, die Frage des internationalen Bimetallismus aufzurollen, wer-, den aller Voraussicht nach ganz und gar mißglücken.
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Leitung: W. Schulte vom Brühl in Wiesbaden.
Cfrantttiortlidirr üipbattnir für den gesamten redallionellen Xdl: C, Rütherdt- für die Anzeigen und Reklamen: H. Tornaus: beide ui Wiesbaden. ’ Druck und Bering der L. Schellenberglchen Hol BuHdriickere, in Wiesbaden,
