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Verlag Sanggasfe 21

„TagMltt-HmtS".

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12 Ausgaben.

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Sonntag, 15. aas*ft 1445.

Morgen * Ausgabe.

Nr. 377. ♦ 63. Jahrgang.

Der Krieg.

Neue Fortschritte in den Argonnen. — Der be­festigte Wald von Kowno erstürmt. — Zwischen Narew und Bug ist der Slina- und Nurzec- Kbschnitt erreicht. — Eine weitere Vorstellung von NowogeorgijewsK genommen.—Oer wider­stand bei Losice-Miendzqrzecz abgeschlagen. — Vordringen der Armee Prinz Leopold gegen den Bug. — Die Armee Mackensen erreicht die

Stratze Radzqn-Dawidy-Wlodawa.

Der Tagesbericht vom 14. August.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 14. Aua. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

I« den Argonncn wurden im Martiuswerk neue Fortschritte gcnmcht. Die Zahl der Gefangenen stieg auf 4 Offiziere und 246 Mann.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Krudenburg.

Nördlich des N j e m e n uud in der Gegend von Alesow, Kupifchky, Weschinty und Kowarsk entwickeln sich neue Kampfe.

Bor Kowno nahmen unsere Angriffstruppen den h e f e st i g t c n Wald von Dominikanka. Dabei wurden 350 Gefaugeue gemacht.

Zwischen R a r e w und Bug erreichten unsere Armeen in scharfem Nachdrängen den Slina- und R u r z e c - Abschnitt, an den der Gegner zu er­neu t e m Widerstand Halt gernacht hatte.

Im Norden von Nowogeorgijewsk wurde eine starke Vorstellung erstürmt. 9 Offiziere, 1800 Manu und 4 Maschinengewehre fielen in unsere Hand.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Prinz Leopold von Bayern.

Die verbündeten Truppen nähern sich dem Bug n o r d ö st l i ch von S o k o l o w.

Westlich der Linie Losice-Miendzyrzecz ver­suchte der Feiud durch hartnäckige Gegenstöße die Ver­folgung zum Stehen zu bringen. Alle Angriffe wurden abgeschlagen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Der in den Kämpfen des 10. und 11. August g e - s ch l a g e n e Fetttd fand gestern nicht mehr die Kraft, sich dem unaufhaltsamen Vordringen der verbündeten Truppen zu widerscben. Die Armee ü b er s ch r i t t in der Verfolgung die Straße R a d z y n- Dawidy-Wlodawa. ^ Oberste Heeresleitung.

Dfe grotzen Fortschritte der Verfolgung zwischen Bug und Weichsel.

Neue erfolglose italienische Angriffe.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 14. Aug. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautet vom 14. August, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Die im Hümme w e st l i ch des Bug vordriugendeu derbündeten Armeen trieben auch gestern in der Ver­folgung die Nachhuten des Gegners vor sich her. Österreichisch-unsarischc Truppen haben beider­seits der Bah» Lukow-Brest-Litowsk vor- rückend den Raum westlich und südlich Miendzyr- zecz erreicht. Deutsche Truppen gcwanuen die Gegend von W i ßm i c e und drangen über W l o d a w a hinaus vor.

In Ostgalizien nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.-

Gestern abend wurden an verschiedenen Teilen der Südweftfiont feindliche Angriffe abgewiesen, so im Tiroler Grenzgebiet, an der Fedajastellung uud an der Bvpenalinie (südlich Schluderbach), im G ö r z i- sch e n, am Monte D ei sei B usi und auf den Höhen östlich M o u f a l c o n e. Überall blieben die alten Stellungen in unserem Besitz.^ Nachts fuhr einer unserer P a n z c r z ü g e bis zur Einfahrt des Bahn­hofs von Mousalcone vor und beschoß fciudliche In­fanterie auf de» Höhen von La Rocca und Traius bei de» Adriawerkcn.

Der Stellvortrete: des Chefs des Generalstabs: v. Hü fcr, Feldmarschalleutnaut.

vie Nriegsziele.

O Berlin, 13. August.

Die Öffentlichkeit ist Zeugin einer wenig erfreulichen Erörterung darüber, ob mit Recht oder Unrecht von einem Gegensatz Zwischen dem Reichskanzler und einer Gruppe namentlich benannter „Gegner" ge­sprochen wird. Die Bemühungen, diesen Widerspruch als nicht vorhanden hinzuftellen, bewirken ganz natur­gemäß den verstärkten Eindruck, daß er doch vorliegt. Der Eindruck ist vielleicht falsch,, gleichwohl laßt er sich nicht wegleugnen. Wir beabsichtigen nicht, an dem Streite teilzunehmen, möchten aber fragen, wo­mit die Behauptung gestützt werden soll, daß der Reichskanzler seine Kriegsziele niedriger ein- stellt, als es den von der ungeheuren Mehrheit der öffentlichen Meinung vertretenen Forde­rungen entspricht/ Wir haben uns an das Wort des Kanzlers von den „realen" Sicherheiten und sodann cm die Kundgebung des Kaisers zum 1. August zu hal­ten, und wir können daraus die beruhigende Gewiß­heit schöpfen, daß kein Friede geschlossen werden soll, der nicht die gebrachten Opfer an Gut und Mut auf- wiegt. Bor allem aber, wenn sich Bestrebungen be­merkbar machen, die im Falle des Gelingens schwerlich ohne einen Personenwechsel ans Ziel gelangen könnten, dann müssen sich die betreffenden Personen doch auf jemand berufen, der zwar nicht hinter ihnen zu stehen braucht, den sie aber für den geeigneten Mann halten, um ihre Wünsche zu verwirklichen. Es ist keineswegs die Rücksicht ans den Burgfrieden, die uns ein weiteres Eingehen auf diese Frage verbietet. Die Sache ist so ernst, daß sie die Schranken des Burg­friedens durchbrechen würde, wenn sie leibhaftige Gestalt besäße. Solche aber besitzt sie nach unserer Über­zeugung nicht. Mit anderen Worten: wir glauben nicht, daß in den lettenden Kreisen, auch wenn man ihren Bereich weit faßt, grundsätzliche Mei­nung s v e rj ch i e d e n h e i t e n darüber ausgetaucht sind, in welcher Weise wir militärisch, politisch und wirtschaftlich den unerbittlich zu er­zwingenden verstärkten Grenzschutz zu schüren haben. Wir haben die Zuversicht, daß die Kriegsziele rm Osten wie im Westen, soweit das bei der augenblicklichen Kriegslage geschehen, kann, ein­mütig ins Auge gefaßt werden. Ja, wir vertrauen darauf, .daß die Bekanntgebnng unserer Forderungen, die eines Tages ja wird erfolgen müssen, befriedige Überraschung auch bei denen Hervorrufen wird, die heute aus einer nur unvollkommen zu erklärenden Be­sorgnis heraus das Gespenst unzulässiger Zaghaftigkeit heraufbeschwören. Wir meinen, man dürfe erwarten, daß die Bedeutung der westlichen Nordsee­küste und die Wichtigkeit der Ackerbaugebiete im Osten von jedem erkannt wird, der dazu berufen ist, die Verantwortung für zukünftige Entscheidungen nicht bloß von der Gegenwart, sondern ebensosehr und eigentlich noch mehr vor den kommenden Geschlech- tern zu tragen. Es muß aber wiederholt werden, die Hauptsache ist, daß die Männer, auf die es ankommt, Staatsmänner und Militärs, untereinander einig sind. Wären sie es nicht, so hätte kein Versuch der Geheimhaltung bewirken können, idaß uns ein etwaiger Widerspruch vorenthalten geblieben wäre. Nach den ims bekannten Tatbeständen vermuten wir deshalb, daß die Zwecklosigkeit des Eifers, mit dem ein gegenstandsloser Gegensatz doch hergostellt oder gar ver­tieft werden soll, bald genug von denen, die ein Interesse an diesem Tun zu haben scheinen, eingesehen wer­den wird. Handlungen nrüssen sprechen, nicht Worte. Der Krieg ist ja noch nicht zu Ende. Erst muß die Ernte reif e n, bevor sie eingebracht werden kann. Wie wir nach Warschau gekommen sind, werden wir hoffentlich auch nach anderen schönen und zukunfts­reichen Plätzen gelangen, von denen aus praktische nationale Politik getrieben werden kann an Stelle von Programmen, die, solange sie mir Programme bleiben, das Mißliche haben, aus ihre Ausführbarkeit hin angezweifelt zu werden. Nach dem Maße der Niederzwingung unserer Feinde wird sich auch das Maß unserer Forderungen richten. Die Furcht vor übergroßer Bescheidenheit dünkt uns grundlos. Welchen Sinn können Streitereien haben, wenn das Schwert noch die H a u p t a r b e i t zu ver­richten hat? Wir haben gewiß schon heute das Recht dazu, uns als Sieger zu fühlen, aber soweit sind wir noch nicht, daß die Feinde unseren Sieg als bereits unumstößliche Tatsache anerkennen. Zwar Rußland wird vielleicht bald dazu gezwun­gen sein, England und Frankreich jedoch müssen erst fühlen, damit sie lernen. Wenn der Pariser „Temps" jüngst mit frecher Verleugnung der ^Wahrheit erklärte, Frankreich müsse den ganzen Sieg erringen, der jetzige „halbe" genüge nicht, so ist es '

allerdings wohl richtig, daß das Blatt genau weiß, auch von einem „halben" iNoge könne keine Rede sein, sondern nur von einer Niederlage, indessen ist die Wirkung der Lüge auf die irregeleitete Mei­nung der Franzosen gemünzt, und dies Volk glaubt in der Tat iminer noch, daß es nur einer l e tz te n An­strengung bedarf, damit wir bis zum Rhein zu­rückgejagt werden. Also muß gründlich durchgegriffen werden und das werden wir be­sorgen. Ist es geschehen, dann wird sich zeigen, t daß unseren verantwortlichen Persönlichkeiten ihre Kriegs- ziele wahrlich hoch genug gestellt haben werden.

* l V

vie Konferenz der Nationalliberalen beim Reichskanzler.

Eine neue Darstellung. h >

Br. Berlin, 14. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bkn.) Die „Nordd. Allg. Ztg." har, wie berichtet, die Na men der sieben nationalliberalen Parteiführer genannt, die vom Reichskanzler eine Einladung zu der vielfach erwähnten Be­sprechung erhalten haben, unter ihnen auch Bassermamn, der jedoch an der Konferenz nicht teilgenommbn hat. E«r- gegen einer Mitteilung der „B. Z.", Wassermann wäre im letzten Augenblick am Erscheinen verhindert gewesen, wird den „Münch. N. N." aus Berlin drahtlich gemeldet, daß diese Dar­stellung den Tatsachen nicht entspricht. Die ursprüngliche Einladung sei vielmehr von seiten des Einladender» selbst, also des Reichskanzlers, rückgängig gemacht Word«».

Eine Kundgebung der Berliner jungliberulen Vereine.

Br. Berlin, 14. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Mn.) Die nicht im Feld befindlichen Vorstände der Jungliüeralen Vereine Groß-BerlinS haben am 13. August folgende Er­klärung beschlossen: In dieser entscheidenden Zeit müssen alle Parteien und Polkskceise mit ganzer Kraft dahin wirken, daß der Friedensschluß Ersatz für die ungeheuren Opfer, dauernde Sicherheit gegen neue An- griffe und freie Entwicklung unseres Volkes, insbe­sondere durch erweiterte uud brsiere Goenzen in -Ost uud West, bringt. Gegenüber dieser ernsten vaterländischen Aufgabe müssen persönliche Rücksichten zurücktreten und besonders sind daher die traurigen Quertreibereien gegen die mannhafte Persönlichkeit unseres Parteiführers zu verurteilen.

Eine weitere Richtigstellung der „Nordd. Allg. Ztg."

■W.T.-B. Berlin, 14. Aug. (Nichtamtlich.) Die „Nord­deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Gegenüber den immer wieberkehrenden Andeutungen, als babe der Reichskanzler bei der EinladuiV zu einer Besprechung mtt national- liberalen Herren, die vor einigen Tagen bei ihm statt­fand, die leitenden Organe der Partei übergangen, .sei festgeftellt, daß zu dieser Besprechung geladen waren: Bassermann, Dr. Friedberg, Präsident Vogel, Prinz zu Schönaich-Carola th, Dr. v. Krause» Schiffer, Dr. I u n ck und Professor Kahl. Unter den Geladenen befanden sich also die drei Vorsitzenden der Ge­samtpartei sowie die Vorsitzenden der Reichstags- und. ver Landtagsfroktion. _

von den östlichen UrlegrscharrplStzeRb

Räumung von Brest»Li1owsk 7

Stockholm, 14. Aug. (Zeus. Bkn.) „Dagblobet" meldet aus Petersburg, dass der Gymnasialdirektor in Brest» L i t» w s k auf Befehl des Höchstkommandierenden die Reife­prüfung unterbrochen hat, «eil dqs Gymnasium nach 51 i e w nbersiedeln muß.

„3u spät.«

Ein Balkandiplomat, dessen Name aus gewissen Grün­den nicht genannt werden kann, äußerte sich in der .Conti» nental Times" über Rußland folgendermaßen:

„Es scheint überhaupt nicht klar, warum die Russen den Kampf fobtsetzen. Die Reden in der Duma, in welchen der Präsident der Kammer, der Ministerpräsident und der Minister des Auswärtigen die Welt glauben zu machen such­ten, daß alles gut stehe und daß .Hoffnung für Rußland sei, sind reiner Schwindel. Im Gegenteil, alles geht schlecht und es ist keine Hoffnung vorhanden! Der Teil der Bevöl­kerung, der sich eine Vorstellung von der Lage machen kann, ist vollkommen überzeugt, daß alles verloren ist! Dis Wiederaufnahme der Offensive von seiten Rußlands ist unter den gegenwärtigen Umständen eine Unmöglichkeit. Rußland macht verzweifelte Anstrengungen, den Beistand Italiens an den Dardanellen zu erlangen. Wenn Rußland den hohen Preis, den Italien für diesen Liebesdienst fordert, zahlen sollte, dann würde es vielleicht möglich sciin, die Dardanellen zu forcieren. Das Werk der Zersetzung, das im russi­schen Reich um sich gegriffen hat, kann nicht aufgehalten werden. Der günstige Moment, wo die Lage Rußlands hätte gerettet werden können, ist unwiderruflich vorbei. Das heutige Rußland ist viel zu geschwächt und vor allen Dingei» zu s ch l ech t organisiert, um auch nur den geringsten tatsäch­lichen Vorteil von einer etwaigen Bezwingung der Darda­nellen ausnutzen zu können. Denn alle dahinzielenden An­strengungen seiner Verbündeten jetzt und in Zukunft müssen sicherlich mit denselben bösen Koxtkn he^eben topften: „Z u