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#rf«t 4 . »I. Januar 1003.

WteSvavener Tagblatt (Morgen-NuSgaire). Berlng: «an„affe 27.

6U Jahrgang. No. L».

«ad »war auf Grund von Gutachten der Herren Professor YresentuS-Wtesbaben und Professor Dr. Mayrhofer. In dem Gutachten heißt eö, daß Sirupzusätze in kleinen Mengen zur Konservierung der Waren erforderlich und durchaus nicht gesundheitsschädlich seien. Auch der

S irbezusatz sei unbedenklich. Zu dem Zusatz kleinerer u an «täten von Salicylsäure könne nichts Be­

trügerisches oder Schädliches erblickt werden. Im Aus- lande kämen ähnliche Konservierungsmittel zur An» rvendung. Mit dem Stärkesirup solle nicht an Zucker gespart werden, sondern das Hartwerden der einge­machten Früchte werde damit verhindert.

— WaS sind Politische Zwecke? Auf Grund des § 01 des vitrgerlichen Gesetzbuches hatte der Polizeipräsident zu Frank-

i urt a. M. gegen die von dem Verein zur Bekämpfung der Vtvt- cktton brtm Amtsgericht beantragte Eintragung deS Vereins in >aS Vereinsregister Einspruch eingelegt. Den Einspruch suchte der Verein durch Klage zu beseitigen und führte aus, der Verein könne nicht als politischer Verein angesehen werden. Der Lin- sprach sei mithin unzulässig. Der Verein woüe nach seinen Statuten der Vivisektion und Tierquälerei durch Versammlungen, Druckschriften und Eingaben an die Regierungen und gesetzgcben- den Körperschaften cntgegentreten. Vom Polizeipräsidenten wurde entgegnet, der Verein verfolge politische Zwecke, indem er danach strebe, die Vcrwaltungspraxis zu ä»dern und die Vivi­sektion zu beseitigen. Der Bezirksausschuß erkannte aber im Sinne des Vereins mit der Ausführung, anS den Satzungen des Vereins ergebe sich nicht, daß der Verein politische Zwecke ver- folge, es fei vielmehr anzunehmen, daß der Verein neben der vccinsluffung der ösfentlichen Meinung auch nebenbei die Gesetz, gcbung und Verwaltung berühren wolle. Die bisherige Tätig­keit des Vereins spreche nicht dafür, daß es sich um einen poli­tischen Verein handle. Es stehe nicht fest, daß der Verein etwa an Regierungen oder parlamentarische Körperschaften herangetreten sei, um die Vivisektion zu beseitigen. Der Verein habe Versamm. lungen mitBorträgen abgehalten und nur gelegentlich dteStcllung der Negierung zur Vivisektion gestreift. In einem Falle habe sich der Verein an einer Eingabe beteiligt, die an Behörden gesandt wurde, worin über Mißgriffe in der Behandlung von Gruben- pferdcn mit der Bitte um Abstellung Klage geführt wurde, der auch Folg« gegeben sei. Auch hierin sei eine politische Tätigkeit des Vereins nicht zu erblicken. Diese Entscheidung griff der Polizeipräsident durch Berufung beim Oberverwaltungsgericht an, welches, dem „Franks. Gen.-Anz." zufolge, auch die Borent- scheidung aufhob und die Klage des Vereins abwicö, indem aus- geführt wurde, ein Verein verfolge in dem Falle politische Zwecke, wenn er ein« Einwirkung aus die Gesetzgebung oder die Grund­sätze der BerwaltungSpraris bezwecke. Im Hinblick auf LieSiatutcu und nach dem sonstigen Material müsse aber angenommen werden, daß der Verein danach strebe, ein Verbot der Vivisektion herbei- zusühren.

— Deutsche Städte-Ausstellung in Dresden 1983. Für die gewerbliche Abteilung der Deutschen Stüdte-Ausstel- lung 1903 in Dresden sind die Anmeldungen so zahlreich eingegangen, daß die großen Jntcrimsyallen, die zur Unterbringung dieser Abteilungen bestimmt sind, bis auf wenige Quadratmeter voll besetzt sind. Nur im Park können noch Plätze zu Ausstcllungszwecken vergeben wer­ben. Der Ausschuß dieser Abteilung unter Leitung seines Vorsitzenden, des Herrn Stadtrates a. D. Karl Weigandt- Dresden, hat in vielen Sitzungen die Anmeldungen sorg­fältig geprüft und nur diejenigen Ausstellungsgegen­stände -»gelassen, welche dem Charakter des Unterneh­mens angepatzt sind. Die deutsche Industrie ist daher in ganz hervorragender Weise vertreten, und man darf er­warten, bah der gewerbliche Teil der Ausstellung ein glänzendes Bild gewerblicher Tätigkeit barbictet und sich der Ausstellung der deutschen Städte würdig anreiht. Be­sonderes Interesse wird die Sonder-Ansstellung für rauch» und rußverhütende Feuerungsanlagen Hervor­rufen. Die wird ebenfalls reichlich beschickt und dürfte sicher dazu beitragen, die Lösung der Rauch- und Rutzfrage in den großen Städten zu erleichtern.

— Dentschc Mädchen, gehet nicht nach Paris! Es ist schrecklich, welche Fülle frischer, junger, deutscher Mäd­chen sahrauS, jahrein nach Paris verzieht und hier zu Grund« geht. Die Statistik unseres Konsulats und unserer Hülfsvereine weiß ein trauriges Lied davon zu singen. Bor allem sollte sich jedes deutsche Mädchen, sei e» Dienstmädchen, Gouvernante ober Stütze der Haus­frau, vor Annahme einer Stellung in Paris oder vor der Slbretse dahin mit einer Anfrage an das deutsche Kon­sulat in Paris wenden, dessen Adresse Rue de Lille 73 ist. Das deutsche Mädchen sollte sich unter keiner Bedingung von seiner zukünftigen Pariser Herrschaft das Reisegeld schicken lassen. Nimmt es von seiner zukünftigen Herr-

zu können, ohne plump oder ungeschickt auszusehen, Jäger gebrauchen eine feste Stütze um die Taille, di> ihnen enganschließende Korsetts oder Gürtel mtt starken Ftschbetnen gewähren, und sie ziehen auS drei Gründen hohe Korsetts vor: weil sie eine gleichmäßiger verteilte Stütze des Körpers geben: weil sie sich nicht verschieben, und weil der Jagdrock über ihnen ohne Falten sitzt." „Der ganze verwickelte Mechanismus des Körpers wird angespannt", erklärte ein Herr, der ein überzeugter An­hänger des Korsetts ist, „und bei körperlicher Ermüdung verhindert das stützende Korsett, daß der Körper in ein« Lage sinkt, bei der er weniger fähig wirb, weitere starke Anstrengungen zu ertragen." Worth muß aber auch oft Korsetts von sehr weiblicher Form für Offiziere liefern, die bei Dilettanteuvorstellungeu weibliche Rollen spiele: wollen. Er erzählt manch lustige Geschichte von starken Gardisten, die wie zarte Feen mit 53 Centtmeter Taillen weite erscheinen wollen. Biele Männer tragen überdies wegen körperlicher Schwäche orthopädische Korsetts.

* über die Plombierung von Knochen, die Professor v. Mosetig in Wien gelegentlich der letzten Sitzung der K. K. Gesellschaft der Arzte seinen Fachgenossen a>, Nöntgenbildern vorführte und beschrieb, bringen die „Medizinischen Blätter" eine genauere Auseinander­setzung, die bei der Wichtigkeit des Gegenstandes Be­achtung verdient. Bisher war es nur bei den Zähnen ein geradezu selbstverständliches Verfahren, daß eine durch einen krankhaften Vorgang entstandene Höhle mit­tels einer geeigneten Masse ausgesüllt und dadurch der Zahn gewissermaßen als Ganzes wiederhergestellt wurde. Professor v. Mosetig hat nun nachgewiesen, daß es für die Chirurgie in vielen Fällen von hohem Werte sein kann, eine gleiche Praxis bei Beschädigungen von Knochen anzuwenden. Auf diesem Gebiet ist das Mittel der Plombierung sogar noch viel wichtiger, als auf dem der Zahnheilkunde. So sehr jetzt auch mit Recht auf die Be­deutung guter Zähne für das Allgemeinbefinden des Menschen hingewiesen wird, so sind die Folgen schad­hafter Zähne doch wohl nicht zu vergleichen mit denen

schaft das Reisegeld, so ist es vollständig in deren Händen. Es ist gewöhnlich nicht im stände, das Reisegeld bald zurückzuzahlen. Kommt, wie das in neunzig von hun­dert Fällen der Fall, schon in den ersten Tagen der Krach, sieht das Mädchen ein, daß es gröblich getäuscht worden ist, so wird cs durch die Daumenschrauben des ausgc- legten Reisegeldes festgehalten. Meist verlangen die Pariser Herrschaften, die ein deutsches Mädchen suchen, daß sich dieses auf ein oder zwei Jahre bindet. Sie wissen ganz genau, was sie damit verlangen. Keinen französi- scheu Dienstboten bekämen sie unter dieser Bedingung. Der französische Dienstbote verpflichtet sich, welcher Art er auch sei, lediglich ans 8 Tage. Das ist eine ganz unum­stößliche Regel. Das deutsche Mädchen sollte desgleichen tun. Mädchen von 17, 18 Jahren, wie man sie hier so häufig trifft, gehören überhaupt nicht nach Paris. Die Eltern junger Mädchen kann man nicht eindringlich ge­nug auf die Gefahren aufmerksam machen, die ihren Kindern in Paris drohen.

— Steuer. Die Steuerpflichtigen der Straßen mit den Anfangsbuchstaben 0, I), E, F, G sind zur Entrich­tung der 4. Rate am 21. Januar aufgefordert.

— Die hygienische und künstlerische Reformkleidnng für die Frauenwelt hat in vornehmen Kreisen vieler deutschen und ausländischen Städte bereits Einführung gefunden, und selbst Paris, die Geburtsstütte des hundert Jahre alten Korsetts, beginnt der korsettlosen Reform­kleidung Konzessionen zu machen. Es ist auch schon damit begonnen worden, die Reformkleidung mit der kulturell unentbehrlichen Mode zu verschmelzen, d. h. ihr für Hygiene, Kunst, Industrie und Gewerbe ein weites, nützliches Feld zu eröffnen. Die erste Stadt, die spezielle Reformmodenbilder heransbringt, ist Wien, und zwar ist es, angeregt durch die Moden-Akademie zu Leipzig und deren Ausstellung im Jahre 1901, Herr Gustav Fournes, der bekannte Modenzeichner und Herausgeber des „Wiener Mode-Album", der zunächst Straßenreform­kleider stilvoll und praktisch gezeichnet hat und in seinem Wiener Mvde-Album erscheinen läßt. Dieselben können von jeder Dame ungeniert getragen werden, und dürfte gerade der Wiener Geschmack die Reformkleidnng günstig beeinflussen.

— Patentwesen. Das Patent- und technische Bureau von Louis G o l I e , Rhetnstraße 26, erwirkte nachstehende Schutz, rechte: Nr. 168 052. Patent in Belgien aus „Geräuschlosen Spül- apxarat", Inhaber Adam Schleidt, Wiesbaden. Nr. 320 819. Patent in Frankreich ans „Federnden Radreifen", Inhaber Lud. H e n ß , Wiesbaden. Nr. 190 485. Gebrauchsmuster in Deutsch­land auf „Brnchbandpelotte", bestehend ans einer Weichgummt- schale, die nach der Außenseite abgeschrägte Ringe bildet, ver­sehen mit Lnstungslöchern, sowie eingelegten Hartgnmmiringen, die wieder abgeschrägte Kanten besitzen zum Zusammenhalten der Bruchfläche. John W e i b l c r , Wiesbaden, Richlstraße 2. Nr. 191 071. Auf Äntriebsvorrichtung für Briefaufzüge. Inhaber: F. M. Fab ry , Architekt, Wiesbaden, Abolfstraße 4.

Vereins-Nachrichten.

* Wir machen nochmals auf den heute abend stattsindendrn Referier- und Diskussionsabend der Wiesbadener Ge- s c l l s ch a s t s ü r b i l d e n d e K u n st ausmerksam.

* Heute abend 8% Uhr findet im Restaurant „Fricdrichshof" der erste der von dem „Hausbesitzer-Verein" (E. V.) ins Leben gerufenen Besprcchungsabende statt. Die interessante Tagesordnung: Steuern und Lasten des Haus- und Grundbesitzes iRcfercnt: Herr C. ,Kalkbrenncr>. Miete und Mietverträge (Referent: Herr G. Crämcr), sowie die Berichterstattung der vom Verein zur Teilnahme an dem 24. Verbandstage in Berlin ent- sandten Delegierten dürfte eine zahlreiche Beteiligung aller In­teressenten veranlassen. Den Mitgliedern wird in Form von Vor- trägen Gelegenheit geboten, sich über wichtige Fragen des Haus­und Grundbesitzes zu orientieren und aüensallsige Wünsche und Anregungen in der Versammlung zur Diskussion zu bringen.

* Wiesbaden. 20. Januar. (Sterblichkeit.) Nach den unterm lg. d. M. herauögegcbenen Veröffentlichungen des Kaiser- lichen Gesundheitsamtes zu Berlin über die Gesamtstcrblichkeit in den 293 deutschen Städten und Orten mit 15 000 und mehr Einwohnern während des Monats November 1902 hat dieselbe — auf je 1000 Einwohner auf den Zeitraum eines Jahres berechnet — betragen: a) weniger als 15,0 in 98, b) zwischen 15,0 und 20,0 in 189, c) zwischen 20,1 und 25,0 in 42, dj zwischen 25,1 und 80,0 in 12, e) zwischen 80,1 und 85,0 in 2Lrten und k) mehr als 85,0 in keinem Orte. Die geringste Sterblichkeitszisfcr hatte in dem gedachten Monate die Stadt Neunkirchen in der Rheinprvvmz mit 6,6, dagegen die höchste Ziffer die Stadt Neuruppin in Brandenburg mit 80,2 zu verzeichnen. In den Städten und

schadhafter Knochen. Der Knochenfraß und der Knochen­brand sind weitverbreitete und höchst gefährliche Leiden, die den davon Befallenen auf lange Zeit hinaus zu einem Invaliden machen und noch außerdem die größten Be­schwerden, Schmerzen und Unannehmlichkeiten für den Kranken selbst wie für seine Umgebung mit sich führen. Die neue Behandlung dieser Krankheiten würde nun darin bestehen, daß nach der notwendigen Operation die im Knochen entstandene Höhlung mit einer Plombe aus­gefüllt wird, die aus Jodoform, Spermacet und Sesamöl zusammengesetzt ist. Es bildet eine gelbe Masse, die bei gewöhnlicher Temperatur fest ist und sich erst bei etwa 60 Grad verflüssigt. Die wichtigste Folge für den Ver­lauf der Heilung liegt darin, daß durch die Ausfüllung des schadhaften Knochens eine Eiterung der Wunde ver­mieden wird. Geradezu wunderbar günstig ist fernerhin der Umstand, daß die Plombe im Knochen mit der fort­schreitenden Heilung allmählich aufgezchrt und durch gesunde Knochensubstanz ersetzt wird. Man kann nur bedauern, baß bei unseren Zähnen nicht Ähnliches ge­schieht. Die Zahnplomben müssen leider auf möglichst große Dauer berechnet und immer schleunigst wieder er­setzt werden, wenn sie schadhaft geworden sind. Die Knochenplvmbe ist von vornherein dazu bestimmt, mit der Zeit von selbst zu verschwinden und einer gesunden Neubildung des Knochens Platz zu machen. Für den Chirurgen braucht wohl kaum bemerkt zu werden, daß die Plombierung eines Knochens nur erfolgen kann, nachdem alle kranken Teile herausgemeitzelt sind, wie es ja beim kranken Zahn ebenso der Fall sein muß. Fiebererscheinnngen hat Professor v. Mosetig nach solchen Operationen, die er innerhalb dreier Jahre und an weit über 100 Fällen vorgenommen hat, fast niemals be- 'dachtet. Die Zeit bis zur vollständigen HKlung ist ver­schieden. Ein Kranker mit schwerem Knochenbrand am Schenkel konnte schon nach drei Wochen als gehfühig ent- lassen werden. ES hat auch dann noch eine vollständige Wiederherstellung erzielt werden können, wenn von einem Knochen schon alles bis auf eine dünne Rinden- 'chale durch den krankhaften Vorgang zerstört wor­den war.

Orten der Provinz Hessen-Nassau mit 15 000 und mel,r ffltm wvhnern sind folgende Sterblichkeitsztfsern sür den BertcktsmonÄ — gleichfalls wie oben aus je 1000 Einwohner aus den Zettrau» eines Jahres berechnet — ermittelt worden: In Biebrich 12,1 Frankfurt a. M. 18,8 (ohne Ortsfremde 12,7), Wtesbade» 18,6, Marburg 15,8 (ohne Ortsfremde 10,0), Cassel 16,0, Fuldl 16,7 (ohne Ortsfremde !5,0), Hanau 17,7 lohne Ortsfremde 15 ,71 und Höchst ft. M. 18,2. Die Säuglingssterblichkeit war im Monat Rov. 1902 eine beträchtliche, d. h. höher als ein Drittel der Lebens geborenen in 1 Orte, dieselbe blieb unter einem Zehntel derselbe« in 46 Orten. Als Todesursachen der während des gedachte« Monats in hiesiger Stadt vorgekommenen 102 Sterbefäll« — da runter 14 von Kindern im Alter bis zu 1 Jahr — sind angegcbe» Scharlach 1, Diphtherie und Croup 1, Unterleibstyphus 1 Lniigenschwiudfticht 12, akute Erkrankungen der Atmungsorgarr^ 12, akute Darmkrankhcitcn 2, alle übrigen Krankheiten 69 und gv ivaltsamer Tod 4. Im ganzen scheint sich der GesundhcitSzuflans gegenüber dem Monat Oktober v. I. gebessert zu haben. Dt» Zahl der in hiesiger Stadt während des Monats November 190j zur standesamtlichen Anmeldung gelangten Geburten hat — auö« schließlich der vorgekommenen 9 Totgeburten — 170 betragen« dieselbe hat mithin die der Sterbefällc — 102 — um 68 überstiegen.

N. Biebrich, 20. Januar. Bei der gestern im hiesigen Stadt- walüc, Distrikt Rumpclskcücr, abgchalteneii Brennholzver« st e i g e r u n g wurden im ganzen 8605 Mk. 80 Pf. gelöst. In» Durchschnitt wurden erzielt sür das Klafter buchenes Scheitholz 26 Mk.. für das Klafter buchenes Knüppelholz 18 Mk. 50 Pf. bi» 14 Mk. und für 100 Stück buchene Wellen 7 Mk. bis 7 Mk. 50 Pf.

-t- Schierstein, 19. Januar. Der unter der Direktion des Herrn H. S ch e u r e r aus Biebrich stehende Gesangverein „Eintracht" hier hielt gestern abend unter Mitwirkung einet» Teiles der Kapelle der König!. Unteroffizierschule aus Biebrich in der Turnhalle ein Konzert ab, das sich eines guten Besuche» zu erfreuen hatte. Das reichhaltige Programm wurde in an­erkennenswerter Weise durchgeführt. Die Chöre wurden durchs weg gut gesungen und fanden ebenso wie die verschiedenen humoi ristischen Borträge vielen Anklang. Den Schluß der Beran- staltung bildete die Aufführung eines kleinen Lustspiels „Taut, Maier", das von den Darstellern recht flott und mit Geschick ge, geben wurde. Ihren Abschluß fand diese recht schön verlausen« Veranstaltung durch eine« sich auschließenLen Ball.

r. Nirdernhansen. 19. Januar. Auch in diesem Winter wir» in den vöhenwaldungcn wieder viel B u ch e n s ch e i t h o l z . namentlich in den Wäldern des Fiskus, gefällt, welches zur Essig, fabrikatton verwendet werden soll und zu dem Preise von 19 Mk. pro Klafter von einer Essigfabrik in Ncuspeyer bei Worms gej kauft wurde. Das Holz wird im Walde aufgerissen und im Herbst, wenn es recht trocken ist, an den hiesigen Bahnhof gefahren, w» e? jahrelang sitzen bleibt und dann erst nach seinem Bestimmungs. ort gebracht wird. Je älter das Holz, desto mehr Essig gibt es. —. Bei Len in der jüngsten Zeit in den Wäldern der hiesigen Gegen» stattgehabtcn H o l z v c r st e i g e r u n g e n wurden sowohl füll Brennholz, wie für Bauholz recht hohe Preise erzielt. Bet eine, heute im E n g e n h a h n e r Gemeindewald staitgchabtcii Holzi Versteigerung wurde sür Buchenholz pro Klafter 25—28 Mk. ge( löst, Buchen-Knüppelholz kostete 18—20 Mk., und das Hundert buchene Wellen wurde mit 8—12 Mk. bezahlt. — Die Gemeind« Ehlhalten beabsichtigt in diesem Jahre eine Wasser, leitu ng zu bauen. Die HcrstcUnng derselben wurde einen» Submittenten übertragen, der dieselbe 25 % unter der Voran- schlagssumme baue» will. Ein anderer Submittent verlangt« 18% über der Boranschlagssummc. — Der 18-jähr. E. Kau» dahier, der am Ende des vergangenen Jahres von ihrem Lieb- Haber eine Kugel in die Brust geschossen worden war, wird das Leben erhalten bleiben. Den Bemühungen der Arzte ist cs näm­lich gelungen, die Kugel aus der Lunge zu entfernen: die Wund« geht ihrer Heilung entgegen. — Herr Fabrikant Schäfer ir» Eppstein hat seine Holzschneidcsabrik in der Nähe des Bahnhof» zu Eppstein an einen Herrn aus Westfalen verkauft, der daselbst eine Ledcrzurichtungsfabrik einrichten will. In Eppstein und in den großen Dörfern der Nähe von Eppstein sind zahlreich« Arbeiter, welche bisher schon in der Lederbranche tätig waren. —. Hier sind die B r o t p r e t s e in der jüngsten Zeit um 5 Pf. pro Laib gefallen, auch die Milchbrödchen sind billiger geworden, zwet Stück, welche bisher 6 Pf. kosteten, kosten eben nur noch 5 auch die Wurst ist billiger geworden: alle Wurstsorten haben wiede« den früheren Preis, den sie vor dem im Herbste erfolgten Aui» schlag hatten.

<rr ? s **•' ?°- Januar. Der Fnhrunternehm«,

Theodor K l o tz b a ch , Friedüerger Landstraße 125 wohnhaft, ermordete heute früh nach vorangegangenem Streit sein« Ehefrau und ging dann flüchtig. — Die 81-jährige Witw« Lang kam beim Absteigen von der Straßenbahn in der Berger­straße zu Fall, erlitt eine Gehirnerschütterung und starb an der«» Folgen. — Der verheiratet« 52-jähr. Fuhrmann Georg B c ck « e wurde aus der Obcrmainbrückc von seinem eigenen Fuhrwerk! überfahren und schwer verletzt. Er starb »ach wenig«» Stunden n» Heiliggcisthospital.

* Aus der Umgebung. In I d st e i n feierten das Fest de, stlbernen Hochzeit die Eheleute Bauunternehmer Friedrich iaaa» und Frau, Elisabeth, geb. Müller. °

In Nochern feierten die Eheleute Philipp Heinrich Han» und Eltsabettza Haus, geb. Hemmighofen, daö Fest der goldene» Hochzeit.

In Nicdererbach feierte die Gemeinde bas 25-j8hrig« Dicnstjubiläum ihres Bürgermeisters, Herrn Adam Egenolf, de, vor 25 Jahren znm Bürgermeister gewählt wurde und seitdem ununterbrochen im Amte ist.

Bon einem recht bedauerlichen Unglücksfall wurde die Familt« Emmel in E n d l t ch h v f e n bettoffen. Der Later war mit dem Fällen einer Eiche beschäftigt und hatte daö Unglück, daß ihm di« Eiche gegen den Leib schlug, sodatz er besinnungslos zusammen, brach. Er verstarb unter den schrecklichsten Qualen. Der Ver­unglückte hinterläßt eine Witwe mit drei Kindern.

Herrn Kaufmann Heinrich Dörner aus Wiesbaden wurde dt« Wald- und Feldjagd zu R e i ch c n b a ch bei Usingen zum Preis, von 700 Mk. ohne Wildschaden zugesprochen: der seitherige Jag». Pächter, Herr Landauer-Idstein, zahlt« 350 Mk. Früher betrug die Jagbpacht nur 105 Mk.

Der bekannte „Knochcnflicker" Nagel aus Oberdach a» Glan ist gestorben.

Ueruüschtes.

* Die Krone als Hort des Friebeus. Für den Neu­bau öes Herrenhauses wird im Aufträge des Kaisers ei» eigenartiges, großes Bildwerk ausgesührt, dessen de» Monarch am Samstag auch beim Empfang des Herren­haus-Präsidiums Erwähnung tat. Es führt den Titel „Die Krone als Hort des Friedens" und ist eine Arbeit des Bildhauers Kuno v. Uechtritz. Auf einem antike» Thronsessel sitzt eine überlebensgroße jugendliche Frauen» gestalt, auf dem Haupte die Königskrone, während übe» ihr als Abschluß des Thronscssels eine vergoldete Sonn« strahlt. Die Friedensgestalt, in einem herabwallenöen leichten römischen Gewände, hält in der Rechten ein lor- beerumkränztes Schwert, unter dessen Schutz die Genie» der Völker sich die Hände reichen, auf ihrem Schooß« halten sie ein Band, das als Inschrift das Wort „Fax* (Frieden) verzeichnet. Das Bildwerk soll in weitzM« Marmor ausgeführt werden und auf farbigem Postamejlt an hervorragender Stelle einen Platz erhalten.

* Operationen an Elefanten. Vor einigen Jahre» war „Jenny", einer der großen Elefanten im CirkuÄ Busch in Berlin, von einer Eisenplatte an einem Fuß beschädigt worden und mußte sich einer schmerzhaften Operation unterziehen. Das Tier trug nachher lang« Zeit eine Art von Gununistrumps, und wenn Herr Tier­arzt Klingner — der die Operation ausgeführt hatte — kam, so hob »Jenny", auch nachdem sie schon lange gans.