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Zreitag, 13. August 1915.

Morgen - Kusgabe.

Nr. 373. * 63. Jahrgang.

Unaufhaltsam vorwärts im Osten! wizna und der wichtige Knotenpunft Luiow genommen.

Ein französisches vefeftigungswerk in den Kr- gönnen erobert. Schwere Verluste des Gegners. — 3urückgeschlagen«r rnfsifcher Angriff im vawina-RS schnitt, südlich des Njeinen. — wizna genommen! — Die Russen über den Gacfl^ geworfen, Hier seit 8. Rngust 4980 Gefangene und 12 Maschinengewehre «rbeutet. — Samdrow erstürmt. — Sortgeseffte Verfolgung östlich Warschau. — Den Zeind auf der ganze» Zront zwischen Bug und parczew zum Rückzug gezwungen!

Der Tagesbericht vom 12. August.

W- T.-B- Großes Hauptquartier, 12. Aug. LAmüich.)

westlicher Rriegsfchauplatz.

In deu Argonnen eroberten wir nöcklich von Bienue le Chatevu ein französisches Befestigungsr»e rk» das Martinswerk, machten 74 unverwunbete Ge­fangene, darunter 2 Offiziere, und erbeuteten 2 Maschi- nengelvchrc und 7 Minenwcrfer. Der Feind erlitt große bl« tige Berlust'e. Bei der Wegnabme eines feindlichen Grabens nordöstlich La Harozee siete« einige Gefangene in unsere Hand. Unter Znrücklaffn«, von 40 Dolen floh der Rest der Besatzung.

Gestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von Hinöenburg.

In Kurland und S a m o g i z i c n ist die Lage «nvrr-

Südlich des N j e m e u schlugen Truppen der Armee des Generals von Eichborn einen mit erheblichen Kräfte« tBt_ Lawina - Abschnitt unternommeiwn Angriff btutig ab. Der Gegner ließ 7N0 G e f a n g e n e in unseren Händen.

Die Armee des Generals von Scholz nahm den Brückenkopf von Wizna und warf südlich des Narew de,» Feind über den Gac-Fluß. Seit dem 3. August machte die Armee 49 5 « Mann, darunter 11 Offiziere, zu Gefangene» und erbeutete 12 Maschinengewehre.

Die Armee des Generals v o n G a l l w itz stürmte Z a m- brow und drang weiter südlich unter ständigen Kämpfen über Andreejow in südlicher Richtung vor.

Bor Nowogeorgijewsk nichts Neues.

Eines unserer Luftschiffe belegte den Bahnhof Bialostok mit Bomben. Größere ExPlosronau

wurden beobachtet.

Heeresgruppe des Generaifeldmarschafls

Prinz Leopold von Bayern.

Unter vielfachen Kämpfen mit feindlichen Nachhuten wurde die Verfolgung fortgesetzt und der Wufchawka-Abfchnitt überschritten. Lukvw ist besetzt.

Heeresgruppe des GeneralfeldenarschoM» von Mackensen.

Nachdem die verbündten Truppen an mehrere» Punkten in di« zäh verteidigten feindlichen Stellungen ringe, brachen waren, sind die Russen seit heute nacht auf der ganzen Front zwischen Bug und Pareze« im Rückzug. Oberste Heeresleitung.

»

Der russischeRstckzng zwischen Bug «nd Weichsel.

Reue schwere Verluste der Italiener.

W- T.-B. Wie», 12. Aug. (Mchtamtlich.) Amttich ver­täutet vom 12. August, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

' Die nördlich des unteren Wieprz verfolgeudc« öster­reichisch-ungarischen Kräfte haben heute L u k » w geuommen und sie bis Bystryzca, westlich Radzy», überschritte«. Zwischen der TySmienica und dem Bug wurden gestern die Rüsten durch unsere Verbündete» an mehrere,« Stellen geworfen. Der Feind räumte heute früh das «efechtsfeld uud zieht sich zurück.

Sonst ist dir Lage unverändert.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der küftenländischen Front wurde in der ver­gangenen Sdacht ein großer feindlicher Angriff gegen den vorspringeuden Teil des Platoan« von D » b e r d o und zwei Bvrstvhe bei Zagrad», denen unter Tag eine heftige Artillerie­

vorbereitung vorangegangen war, unter großen Ver­lusten der Italiener abgcwiefen. Bo-r dem Görzer Brücken­kopf herrscht Ruhe.

An den. übrigen Fronten dauern die Gcschützkämpfe und Plänkeleien fort.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabrs. v. Höf er, Feldmarschallrntnant.

Ein neuer erfolgreicher österreichisch- ungarischer ^lottenvorstotz gegen die italienische Rüste.

Am 11. August früh beschossen unsere Fahrzeuge die italienischen K ü st e » a n l a g r » von Molfetta bis SenoSanGiorgiv. In Molfetta wurden vier Fabriken und zwei Str-aßenbahnViadukte stark zerstbosten. Ein Biadukt stützte ein, eine Fabrik geriet in Brand. In San Spirito find der Bahnhvf und verschiedene Depots bis auf den Grrmd nrcdergebrannt. In Bari wurden das Kastell der Semaphor, dir Rahn und fünf Fabriken beschoffen, von welchen letztere in Flammen ausgingen. Ganz Bari war in Staub «nd Rauchwolken gehüllt. In der Bevölkerung herrschte Panik. Jtakienifche Geschütze mittlere» Kalibers richtet.>n ihr Feuer erfolglos gegen unsere Zerstörer. Auch der Angriff eines feindlichen Unterseebootes mißlang. Der Bahnviadnkt über Seno San Giorgio wurde durch unser Feuer stark beschädigt. Unsere Fahrzeuge sind alle völlig unversehrt hrimgekehrt. Bon feindlichen Deestreitkriisten war außer dem erwähnten Unterseeboot vor Bari nichts zu sehen. Flottenkommando.

*

Reine deutschen Zriedensvorschläge an Rußland!

Eine notwendige Feststellung der „Norddeutschen Allgenieinrn Zeitung".

W. T.-B. Berlin, 12. Aug. (Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Bon

London aus wurden neuerdings noch mit allerlei phan­tastischen Einzelheiten ansgeschmückte Nachrichten ver­breitet, die deutsche Regierung habe in der vergangenen Woche durch Vermittlung des Königs von Tä n c m a r k in Petersburg Friedcnsvorschlägc gewacht, die von der russischen Regierung zurückgewiesen worden seien. Die Nachricht bencht auf Erfindung. Die

deutsche Regierung weist vernünftige Friedens­angebote, wenn ihr einmal solche unterbreitet werden sollten, gewiß nicht a limine zurück. Jh reeseits Friedensvorschläge zu machen, wird die Zeit gekommen sein, wenn die feindlichen Regierungen sich bereit zeigen, das Scheitern ihres kriegerischen Hakt* nehmens gegen uns an z u e rk e n n en.

Das geräumte Mga.

-Eine Meldung aus Petersburg vom 9. August be­sagt, daß die Räumung Rigas andauert und sich in Lrdnung vollzieht; etwa zehn Ei-senbahnzüge trans­portierten die Einwohner und deren Gepäck ab. Die Erle der Russen ist begreiflich, denn man hat aus den Generalstabsberichten erfahren, daß die deutschen Trup­pen nur noch einen Tagesmarsch von der -Hauptstadt Livlands entfernt sind. Ob die Russen dort den vorrückenden Deutschen ernfftiWen Widerstand leisten wollen, kann zweifelhaft sein, denn Riga ist heute keine Festung mehr. Bis zum Jahre 1856 freilich galt sie als eine ersten Ranges, aber die damals niedergelegten Mille sind längst in schmucke Boulevards umgelvairdelt. Allerdings haben die Russen in den letzten Wochen, wie man erfahren hat, um die Stadt noch in aller Eile Feldbefestigungen on* gelegt, doch wird dabei -wohl nicht allzu viel, herausge- kommen sein, denn die Furcht vor den heranrückeadsn Deutschen dürfte weniger die Armierungstätigkeit als vielmehr den Abzug beschleunigt haben. Die Festrms Dünamünde aber beschützt die Stadt nur see­wärts, nicht landwärts.

An sich freilich wäre es begreiflich, >wenn der Zar und seine Berater die .Hauptstadt Livlands nicht ohne ernste Gegenwehr aufgeben wollten, denn ganz «fep* sehen von der außerordentlich wirtschaftlicktztzn Bedeutung Rigas, welches neben Petersburg die io’iir tigste Sech and els stadt Rußlands ist und Säs größte Ausfuhr anfwcist, kommt -der Stadt, Sie an beiden Usern der Düna lIKilometer von ihrer Win­dung in den Rigaer Meerbusen liegt, strategische Be­deutung schon dadurch zn. daß -sie den Knotenpunkt der Bahnen Riga-Oret, Riga-Petersburg, Riga-TuM»«. Riaa-Mitau und der Zweialinie nach Dolderag-VuM-