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12 Ausgaben.

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Mittwoch» 11. Slugust 1913.

Morgen- Ausgabe.

Nr. 369. ♦ 63. Jahrgang

£otma erstürmt!

vorwärts gegen die Zortslinie von Kototto. — Südlich des eroberten Lomza die Strafe nach Gstrow Kämpfend überschritten. — Seit dem 7. August 10128 (Befangene in den Kämpfen an der Bugmündung. — weiteres Vordringen der Armeen des Prinzen Leopold von Bayern und des Generalobersten von woyrsch.

Der Tagesbericht vom 10. August.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 10. Aug. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz.

Südlich von Iper« gelang es stärkeren eng­lischen Kräfte» sich in den Besitz der West teile von H o o g c zu setzen.

Französische Minensprengungen in der Gegend des Gehöftes Beausejour in der Cham­pagne waren erfolglos.

Nach der Zerstörung des Viadukts, westlich von Dammerkirch, durch unsere Artillerie am 30. Mai haben die Franzosen im Zuge einer Umgehungsbahn die Larg südlich von Mansbach überbrückt. Die kürz­lich frstgestelltc Brücke wurde gestern durch einige Voll­treffer unserer Artillerie zerstört.

Am Südrande des H e s s e n w a l d e s, westlich von Verdun, wurde ein französischer Fesselballon hernntergeschoffen.

Am 9. August, 11 Uhr abends, warf ein feindlicher Flieger auf Zadzand — auf holländischem Ge­biete, in der Nahe der belgischen Grenze — Bomben.

Zwischen Vellingen und Reinweiler (süd­lich von Mühlheim in Baden) mußte ein französisches Flugzeug im Feuer unserer Abwehrgeschütze landen. Führer und Beobachter sind gefangen genommen. Bei Pfirt wich ein feindlicher Flieger, durch unser Feuer gezwungen, auf schweizerisches Gebiet aus.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Auf der Westfront von K o w n o wurde der Angriff unter ständigen Gefechten näher an die Fortslinie herangetragen. Hierbei machten wir wieder einige hundert Russen zu Gefangenen, 4 Geschütze wurden erbeutet.

Truppen der Armee des Generals v. Scholz durchbrachen gestern nachmittag die Fortslinic von Lomza, erstürmten Fort 4 und nnbmen heute bei Tagesanbruch die Festung. Südlich von Lomza wurde die Straße nach O st r o w kämpfend überschrit­ten. Ostrow wird noch vom Gegner gehalten. Bei B o j a n y, westlich von Brok, bis zur B u g m ü n- d u « g haben unsere Truppen diesen Flnß erreicht. Seit dem 7. August wurden hier 28 Offiziere, 10100 Mann zn Gefangenen gemacht.

Östlich von Warschau ist die Armee des Prinzen Leopold von Bayern bis nahe an die Straße Stanislawow-Nowo-Minsk gelangt.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die Armee des Generalobersten v. W o y r s ch er­reichte in der Verfolgung die Gegend nördlich und öst­lich von Z e l e z h o w. Sic nahm Anschluß an den von Süden vordringenden linken Flügel der Heeres­gruppe des Generalseidmarschalls v. Mackensen. Aus der Front von Ostrow bis zum Bug wurden die feindlichen Nachhuten auf ihre Hauptkräfte zurückgcworfen. Oberste Heeresleitung.

*

Die Verfolgung des Feindes am wieprz wird fortgesetzt. — Das wieprzknie mehrfach über­schritten. — Bei Tzernenica am vnjestr eine Brückenkopfstellung genommen; 2800 Ge­fangene» 6 Nlaschinengewshre. — Km Plateau von Dobcrdo drei italienische Angriffe abge­schlagen.

ver österreichisch - ungarische Tagesbericht,

W.T.-B. Wien, 10. Rüg. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 10. August, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Die Verfolgung des aus dem W e i ch s e l l a n d weichenden Gegners dauert an. Die Truppen des Generals v. K o e v e ß haben die Linie südöstlich Zelechow genommen. Ihnen schließen sich die über den unteren Wieprz vorrückenden Teile der Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand an. Auch das Wieprzknie ist an mehreren Stelle« überschrit­

ten. Weiter östlich, an der Front bis zum Bug, nahmen unsere Verbündeten eine Reihe von feindlichen Nachhuts st ellungcn. Am Bug und an der Z l o t a - L i p a ist die Lage unverändert.

Bei Czernenica, ans dem Süd ufer des D n j e st r, bemächtigten sich inneröstcrrcichische und küstcnländische Heere und Landwehrrcgimenter einer brückenkopfartigcn Stellung, welche die Russen bisher hartnäckig zu verteidigen wußten. Der Feind flüchtet über den Fluß und ließ 22 Offiziere und 2800 Mann als Gefangene, 6 Maschinen­gewehre, viel Fuhrpark imd zahlreiches Kriegsmaterial in unseren Händen.

Italienischer Kriegsschauplatz:

Die täglichen Geschützfcuerkämpfe an der Süd- Westfront hielten auch gestern an. Im Görzischen und bei Plava steigerten sie sich zuweilen zu bedeu­tender Heftigkeit. Drei italienische Angriffe gegen den nach Westen vordringenden Teil des Plateaus von Doberdo und ein Vorstoß des Feindes ans Z a g o r a (südöstlich von Plava) wurden abgewiesen. Sonst hat sich nichts von Bedeutung ereignet.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Unaufhaltsam vorwärts.

Unaufhörlich und unaufhaltsam drängten unsere siegreichen Truppen im Osten auch in den letzten Tagen den anziehenden Russen nach. Zwischen Düna und Nsemen kämpfte die Armee des Generals v. Below wie bisher siegreich mit der Front gegen Dünaburg. Bon unserer Heeresleitung liegen hierüber zurzeit keine Meldungen vor. Dafür können wir aus -der russischen Mitteilung ersehen, daß es ihren Truppen nicht gelun­gen ist, unseren Siegeszug zu hemmen. Mer die Er­eignisse auf diesem nöMichen Kampfraum meldet der russische Generalstab: „.Zwischen Düna und -Njemen

fanden andauernd Kämpfe ohne wesentliche Änderung der Front statt." Es steht jedesmal schlecht um die Sache des russischen Heeres, wenn sie auf wichtigen Kampfplätzen ihre Leser mit allgemeinen Redensarten abspeist. Wir können aber mit Freude feststellen, daß die Armee Below, ihr Ziel fest vor Augen, auf der be- schrittenen Bahn siegreich weiter schreiten wird. Ge­nauere Duldungen fruden wir in den letzten Heiden Meldungen unserer Heeresleitung Mer das Schicksal der Festung K o w n o. Hier schoben sich unsere An- griffstvuppen näher an die Festung heran. An der Westfront drangen wir näher an die Forts linie vor. Ihren Zweck als Festung, eine Schutzmauer gegen die .vordringenden Deutschen und ein Rückhalt für eigene Offensivunternehmungen, hat sie bisher nicht erfüllt. Die nördliche Umgehung des Generals v. Below konnte Kowno nicht hindern, sei es, daß feine Besatzung an Zahl zu schwach war öder sei es, daß es ihr an dem nötigen Offensivgeist mangelte. Aber auch dieser Pfeiler an der russischen Njemen-Front wird ebenso ge­sprengt werden wie die anderen, die noch stehen. Jetzt ist auch Lomscha am Dienstagmorgen er­obert! Kowno ist ebenfalls wie Ossowiez und O st r o l e n k a die noch einsam stöhengebliebene Mauer eines abgebrannten Hauses. An sie kann der Bauherr Nikolajewitsch keine neue Front anbauen. Möge sie sich an Kawno-Grodno oder Ossowiez an- lehnen, jedesmal würde der Bau kein fester sein, da der deutsche Sturmbock drohend in Front und Rücken sicht. Aber nicht nur Kowno, der Eckpfeiler einer etwaigen Front der Russen, ist im Begriff von den Deutschen zer­trümmert zu werden. Weiter südlich wird die Su-mps- sestung Ossowiez von den Deutschen jbelagert. Wenn auch die deutsche Heeresleitung bisher keine Mel­dung hierüber gebracht hat, so lesen wir es mit stolzer Freude in der russischen. Ein Werk, das auf der Westfront gelegene S o s n i a, wunde bereits von un­seren Truppen erobert. Das ist ein herrlicher Erfolg, da Ossowiez außer seinen starken Außenwerten einen natürlichen Schutz besitzt durch die nördlich und südlich der Festung sich kilometerbreit Hinziehenden Sümpfe des Bobr. Fast nur aus dem schmalen Gang der Straße Grajewo-Ossowiez ist eine Annäherung möglich. Also auch hier können wir in den nächsten Tagen frohen Mel­dungen entgegensehen. Ist erst e i n fester Stein aus denr starken Bau herausgeschlagen, so wird dieser selbst auch bald fallen.

Der Fall von Lomscha ist taktisch deswegen von großer Bedeutung, weil nunmehr Rücken und

linke Flanke unserer Narew-Avmeen gegen feindliche Vorstöße gesichert find und wir hierdurch die Freiheit des Handelns gegen unsere: Gegner am Bug gewonnen haben. Die taktische Auswirkung dieses Gewinns kommt auch bereits zum Aus­druck. Nachdem der linke Flügel der Narew- Armse am 7. August sich der Straße Lomscha- Ostrow-Wyszkow nur genähert hatte, wurde diese aim 8. August bereits erreicht und am 9. August kämp­fend überschritten. Der Bug ist von Bojany, westlich von Brog, bis zur Bngmündung von unseren Truppen erreicht. Weiter westlich überschritten die Deutschen am 7. August den Bug bei Wyszkow .und bei S e r o k, nachdem dieser Ort mit stürmender Hand genommen war. Zwei wichtige Bug-Übergänge sind bereits in un­serem Besitz, der dritte östlich Ostrow wird auch bald unser eigen sein. So .geht es Schlag ans Schlag. Linker Flügel und Mftte der Narew-Gruppe arbeiten sich ebenso kräftig vorwärts wie die äußerste Rechte. Wie Lomscha auf dem nördlichen Ende unserer Linie bedrohte Nowogeorgijewst auf dem südlichen unser Fort­schreiten in Rücken und Flcrnke. Nachdem am 5. August eins der drei Ostforts von Nowogeorgijewst von uns erobert war, von -Süden her ein eiserner Ring an die Weichsel geschoben wurde, dann am 6. Befestigungen des Mittelsorts gestürmt wurden, erfolgte am 7. und 8. August durch wefteres Vordringen über den Narew der endgültige Abschluß auf der ganzen Ostfeite. Ta unsere moderne Technik nicht mehr den Hunger als Bundesgenossen für den Sieg über Festungen braucht, kann das- Schicksal von Nowogeorgijewst in kurzem ent­schieden werden, wie das auch mit Praga -der Fall war. Am 8. August besetzten imsere Truppen Praga, beeide­ten hiermit das freventliche Feuer .der Russen ans ihre ehemals dritte Hauptstadt und drangen weiter nach Osten vor. Nach der Menstagsmeldung stehen wir be­reits an der Straße Stanislawow-Now-o- Minsk, also etwa 35 Kilometer östlich von Praga. Der rechte Flügel der Armee Woyrsch, die bereits Zelezhow, 30 Kilanreter nördlich Jwa-ngvrod, über­schritten hat, konnte den Anschluß an den linken Flügel der Armee Mackensen gewinnen. Jeder Schritt o st w ä r t s bringt die Russen weiter zum Weichen. Überall stoßen sie auf deutsche Bajonette: Im Norden auf Below, im Westen ans die Warschau- und Narew-Armeen, im <Wben aus die Armee Woyrsch. So bleibt ihnen nur noch der Ausweg gegen Osten in die Mep­pen Wolhyniens. Die Deutschen können diese Verfolgung nach ihrem Willen fortfetzen, die Russen müssen im Rück­zug blciben, nur nach dem einen Gesichtspunkt, Amten Raum und lange Zeit zwischen ihre Fersen und die Fuß­spitzen der Sieger zu legen. Brest-Litowsk gehört moralisch bereits zu dein Verlustkonto der Weichsel-, Narew- und Nsemen-Festungen. Zwischen Weichsel und Bug drängte unser linker Flügel am 7. August an das Ufer des Wieprz, am 8. bereits d-arüher hin­aus. Auch das Wieprzknie bei Kozk ist nach lder öster- reichischenMeldung vamDrenstag beretts mehrfach über­schritten, während der etwas zurückgebogene rechteFlügel über Ostrow-Ugrusk in der Richtung auf Brest- Litows? ausgreift. Immer e n g er zieht sich das Netz um die russischen Armeen, sowohl im Raume bei Warschau wie auch in dem um Jwangorod. Eine statt­liche Beute ist in den ersten acht Tagen in unsere Hände gefallen. Es wurden auf Grund der amtlichen Meldungen gefangen genommen: 179 Offiziere, 47128 Mann und erbeutet: 126 Maschinengewehre, 44 Ge­

schütze, 10 Munitionswagen. Eine ansehnliche Leistung der treu verbündeten Heere.

Die schwebe Gefährdung des russischen Rück­zugs zwischen Bug und Weichsel.

Br. Berlin, 10. Aug. (Eig. Dücrhtkericht. Zorrs. Mirz Der Berichterstatter des „B. T." im österreichisch-ungarischen Kriegsvressequartier meldet: Der russische Rückzug ist mit de» Durchbruch bei Lubartow-Michow in eine schwere Krisis geraten. In wilder Flucht suchen die Russen die Rückzugsmöglichkeiten teils in nördlicher Richtung über B r a n. o w, teils in östlicher Richtung über Lrskowice. Der bei Lubartow erfolgte Durchbruch machte es frastich. ob die russischen Kräfte die schwierigen Riickzi^soperatione»! gegen unsere frontal und flankierend angrerfenden Tonern durchführen könnten. Die Russen fluteten auch vor de» Armeegruppen Woyrsch und K o e v e s z zurück, und dadurch wurde auch ihr am östlichen Wcichsclnscr bisher verhält»