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Verlag Laugzasie 21

„Tiztl-v-Hims".

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12 Ausgaben.

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„Tagblatt- Hau»" Nr. 8650-5».

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!Ür die Aufnahme von Anzeigen an vorgejchricbcnen

Dienstag, 10. August 1915.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 367. ♦ 63. Jahrgang.

Nmo-GeorgienM vollKomMN eingeschlossen.

praga am östlichen Weichselufer besetzt.

G«scheiterte französische Angriffe. — 5 französische Flugzeuge abgeschossen. — Oie offene Stavt Saarbrücken mit Bomben belegt! — Fortschritte des Angriffs gegen Uowno und auf Lomza. — Die Nüssen über den wieprz zurückgenrorfen.

Der Tagesbericht vom 9. August.

W.T.-B. Großes Hauptquartier, 9. Aug. (Amtlich.)

westlicher Nriegsschauplatz.

Mit Tagesanbruch entwickelte sich ein Gefecht bei H o o g e, östlich von Ipern.

In de» Argonnen scheiterten französische Vor­stöße.

Gestern wurden bei Dammerkirch und am Schwarzen See, heute früh bei Ipern, Gondrrxange und bei Harbonby je ein französisches Flugzeug durch unsere Kampfflugzeuge abgeschosien. Die lebten beiden Flugzeuge gehörten einem Geschwader an, das vorher ans die offene, außerhalb des Operationsgebietes lie­gende Stadt Saarbrücken Bomben warf, natürlich (einerlei militärischen Schaden anrichtete, Wohl aber 9 friedliche Bürger getötet, 26 schwer und eine große Unzahl leicht verletzt hatte.

Defiltchrr «riegssckanplatz.

Die Angriffstrnppen von Kowno haben sich ä h e r an die Festung herangeschoben. Es wurden 130 Russen (darunter 3 Offiziere) gefangen ge- «ttnnmen und 8 Maschinengewehre erbeutet.

Auch gegen die Nor d- und Westfront von Lomza machten wir unter heftigen Kämpfen Fort­schritte. 3 Offiziere, 1400 Mann wurden zu G e- f a n g c n e n gemacht, 7 Maschinengewehre und cm Panzerautomobil eingebracht.

Südlich Lomza wurde die Straße nach O st r o w erreicht und die Straße Ostrow-Wyskow über­schritten. Die an einigen Stellen noch zäh standhalten­den Russen wurden geworfen.

Nowogeorgisewsk wurde auch im Osten zwi­schen N a r e w mifc Weichsel abgeschlossen.

Gegenüber von Warschau wurde Praga besetzt. Unsere Truppen dringen weiter nach Osten vor. In Warschau wurden einige tausend Gefangene gemacht.

Südöstlicher Rriegsschauplatz.

Die Armee des Generalobersten v. W o h r s ch über­schritt in der Verfolgung die Straße Garwolin- Rhki (nordöstlich von Jwangorod).

Der linke Flügel der Heeresgruppe des General- fcldmarschalls v. Mackensen drängte die Rusien über die Wieprz zurück. Mitte und rechter Flügel näher« sich der Linie Ostrow-Gansk-Uchrus (am Bug).

Oberste Heeresleitung.

*

Die Verfolgung des Feindes am wieprz wird fortgesetzt Die grofte Strafte Warschau-Lublin überschritten. Der wieprz bereits überschritten. Die 3abl der Gefangenen auf 8000 erhöht. Am Dnjestr der Feind bei Uscieczkow geworfen, dort 1000 Gefangene. — Zurückweisung aller italienischenAngriffoGin italienisch-italienisches Gefecht.

ver österreichisch - ungarische Tagesbericht

W. T.-B. Wien, 9. Ilng. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 9. August, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Der von der Weichselfront zurückgewichene Fejnd wird verfolgt. Österreichisch-Ungarische und deutsche Strritkräste haben schon gestern zwischen der Eisenbahn Jwangorod-Lublin und dem Orte G a r w o l i n die große Straße Warfchan-Lnbli« in östlicher Richtung überschritten. Das linke Wieprz- ufer und das rechte Wcichselufer bei Jwangorod find vom Gegner gesäubert. Unsere Truppen übersetz­ten den Wieprz gegen Nvrdosten und Norden. Dir Gefcchtssrldcr von Lubartow und Mechow wiesen alle Spuren einer eiligen Flucht des Feindes auf. Die Zahl der von der Armee des Erzherzogs Joseph Ferdi­nand gemachten Gefangenen erhöhte sich auf 8000. Zwis^n Wieprz und Bug wird weiter gekämpft. Am Dnjestr aufwärts lycrrczksw warfen unsere Truppen die

Russen an mehreren Punkten, wobei 1600 Mann g e - fangen und 5 Maschinengewehre erbeutet wurden.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gestern stand der Südteil des Plateaus von D o- b e r d o stellenweise unter heftigem Geschützfcuer. Unsere Artillerie antwortete mit Erfolg. Auch in der Gegend von Plava herrschte erhöhte Artillcrietätig- keit. Ein Versuch schwächerer italienischer Infanterie in unsere Stellungen bei Zagora einzudringen, miß­lang. An der K ä r n t n e r Grenze griffen kleine feindliche Abteilungen an mehreren Punkten erfolglos an. Vor unseren Stellungen auf dem Bladner- Joch ließ der Feind über 100 Tote zurück. Im Tiroler Grenzgebiet wies eine unserer Patrouillen auf der C r e st a B i a n c a (Christallo­gebiet) eine feindliche Halbkompagnic ab und brachte ihr erhebliche Verluste bei, ohne selbst auch nur einen Mann zu verlieren. Westlich Daone und Lavancch fand in der Nacht zum 8. August ein lebhaftes Feuer- gefccht statt, an dem jedoch unsererseits keine Trup­pen beteiligt waren.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

»

Ein Er'aft des Prinzen Leopold von Bayern

Berlin, 9. Aug. (Zeus. Bln.) Der Oberbefehlshaber der in Warschau eimgezogsnen deutscher. Truppen, Genieralseld- marschall Prinz Leopold von Bayern, hat der döut- schem „Ladzer Zeitung" zufolge nachstehende Bekanntmachung an die Einwohnerschaft erlassen:

Einwohner von Warschau! Eure Stadt ist in deutscher Gewalt! Aber wir führen Krieg nur gegen feindlich; Truppen, nicht gegen friedliche Bürger. Ruhe und Ordnung soll gewahrt, das Recht geschützt werden. Ich er­warte, daß Warschaus Bürger keine feindlichen Hamdlumgen unternehmen, dem deutschen RechtZgesühl vertrauen und den Anordnungen unserer Triqipenbefehlshaber Folge leisten wer­den. Der deutschen Heeresleitung ist ober bekannt geworden, daß der Feind Anschläge gegen die Sicherheit unserer Truppen in Warschau vorbereitet hat. Darum bin ich gezwungen, die Häupter und angesehensten Bürger der Stadt als Geiseln zu nehmen, die mir für die Sicherheit der Truppen bürgen. An euch ist es, das Leben dieser eurer Mitbürger zu schützen. Wer darum Kenntnis hat von geplanten Anschlägen irgendwelcher Art, hat im Interesse seiner Mitbürger wie der Ruhe und Sicherheit der Stadt Warschau die Pflicht, solches ungesäumt bei der deutschen Mili­tärbehörde zur Anzeige zu bringen Die T c d e sstrafe hat derjenige zu gewärtigen, der sich einer Unterlassung in dieser Hinsicht schuldig macht oder gar Anschlägen Vorschub leistet.

Nach dem Fall von Warschau.

Die Umschreibung in der rnffijchen Presse.

Br. Lugano, 9. Aug. (Erg. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der Sonderberichterstatter des .Karriere detla Sertt" m Petersburg bespricht die Lage nach der Rärarmng von War - schau. Das russische Volk habe die Nachricht natürlich mit leb haftem Schmerz entgegenyenommen, aber auch mit Ergebung gegenüber 'der Rotwondigheet nick Nützlichkeit gewiss«»: unabwe ndbarer militärischer Operationen. -~ Die „Birfchetvoje Wjedomost'." schreiben R v fef a«t> ist un - beste gbar. Die Deutschen bemühen sich, den verwund­baren Punkt Rußlarcks zu finden, wo sie d:esem den Todes­stoß versetzen können. Das Wort Sieg behält seinen alten Klang für 9tutzland. — Der „Rjetfch" schreibt: Schmerz, aber keine Beunruhigung verursache uns die Räumung vor Warschau. Unser Heer ist unversehrt und toller Kampfesmut. Unterstützen wir die nationale Berteeinrg darin, wieder gut zu machen, was in der Versorgung des Heeres unterlassen worden ist. Warschau ist für uns zur Eire ns chm ld ge­worden. Dee Berichterstatter des „Rietsch" fügt hinzu: Nowog-egecrijews! bleibt sich selbst überlassen gegenüber den: Feind, der es von allen Sei tan zu um­zingeln sucht. (Ist inzwischen geschehen! Schrisitl.i D»e Festung ist für diesen Fall seit lan gem m it aller So rg- falt ausgerüstet worden. Die russischem Heere ziehen sich inzwischen methodisch in ihre twic Verteidigungslinie, die den Vorteil der Unterstützung durch die Festungen Kowno, Grodmo umd Brest-Litow'sk hat, zurück.

Die Freude der veutsch-Amerikraner.

Genf, 9. Aug. (Jens. Bln.) „Eorriere desto Sera" melde'-, Zehrctausende von Deutsch-Amerikanern organisierten ftt New Jork eine rauschende Fest k u n d g eb u ug wagen des 'Falles von Warschau .

Die Vedrängung der Ruffen bei UHIna; v -,

Ein englischer Bericht.

Haag, 3. Aug. (Zens. Bln.) „Daily Expreß" meldet, daß in der Gegend von Wilna große deutsche Truppem-Konzen- trationen festgestellt woicken sind. Es seien mindestens fünf deutsche Armeekorps im Anmarsch. Die russi­schen Strertkräfte seien dort van drei Seiten um­zingelt; der Weg nach Osten sei jedoch noch offen. Auch in der Gegend van Kowno entwickeln sich blutige Schlachten.

Die Besorgnisse der französischen Militärkritiker um den russischen Rückzug.

Br. Genf, 9. Aug. (Eig. Dvahtbericht. Zens Bln.) Die französische Armccpreffe ist völlig fassungslos, da die Petersburger Depeschen in allem wesentlichen die äußerste Gefährdung der rnffischen Rückzugslinie bestätigen, ins­besondere über die kritische Lage von Ossowice und G r o d n o, deren einziger Ansgang nur noch kür Stunden dem deutschen schweren Geschützfeuer entzogen bleiben werde.

Die musterhafte Verpflegung der Verbündeten.

Kosakische Brandstifter.

Br. Berlin, 8. Aug. (Zens. Bln.) Der Berichterstatter des „Berliner Tageblatt" im Kriegspressequartier schildert sebr interessant die Verp fl eg u ng sv erh ält ni ss e der Verbündeten im Osten. Unsere Eisenbahn reg im en­ter stellen mit wahrhaft zauberhafter Geschwindigkeit die zer­störten Eisenbahnlinien wieder her, die Pioniere- und Arbeiterabteilungen in einem fieberhaften Tempo Landstraßen und Fahrwege. Hinter der Front werden Feld­bahn en etabliert, in denen Lastwagen, Trainkolonnen und Munition befördert werden. Hinter dem Truppenheer werden ganze Schlachtherden hergetrieben und die Mannschaften be­kommen dreimal des Tages warme Speisen auf den Fahrküchen. Es ist eine wahre Sensation um diese kolossale Organisation. In Radom, wo sämtliche Fabriken t-erwüstet worden waren, konnte eine Lederfabrik und eine Bierbrauerei durch die Deutschen sehr schnell wieder in Be­trieb gesetzt werden, und somit haben die Truppen ständig frisches Bier, was um so wichtiger ist, da das Wasser schlecht ist. Deutsche Arbeiterabteilungen führen hinter diesen Linien die Feldarbeiten aus. Es wird fleißig geschnitten und gedroschen und in den Mühlen Tag und Nacht gearbeitet. Die Gemüsekultur Russisch-Polens konnte nicht vernichtet werden. Das alles kommt den Truppen zugute. Zu den Mahlzeiten gibt es außerdem in Radom hergestelltes Bier, auch Mineralwasser in allen Sorten und in Millionen Flaschen. Bei den gefangenen Kosaken findet man in großen Mengen Zelluloid, Petroleum und Zündschwäinme, alles Mittel zur Brand st iftung. Auch Nowo-AIexan- i r i a wurde knapp vor dem Eintreffen unserer Truppen in Brand gesteckt. Es dauerte sieben Tage, bis die schöne Stadt in Rauchwolken aufgegangen war. Außer Wladimir» W oly nski stehenEhotiaczew,Cimno,Marksztow und Suchodoly in Flammen.

Die Unterdrückung sozialistischer Dumareden:

Br. Petersburg, 9. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Dlm) Der Militärkommandant von Petersburg untersagte auf Grund desGesetzes über den Ausnahmezustand den Abdruck der in der Dum^ von Abgeordneten der sozialistischen Partei gehaltenen Redmr in der Petersburger Presse. Es wird der Presse nur gestattet, den Inhalt der Reden nach der halbamtlichen Petersburger Agentur zu veröffentlichen. Der Abgeoicknete Tscheidsen hat eine neue Ausrage in der Duma gegen die Verfügung der Militärbehörde eiuge-bracht.

Die Lage der österreichische» Kriegsgefangenen in Serbien.

W. T.-B. Wien, 9. Aug. (Nichtamtlich Trahtbericht. Meldung des Wiener Korrespondevz-Burrgus.) Die inter­nationale Kommission, die über die Lage der Kriegsge­fangenem in Serbien zu berichten hatte und die aus den Ge­sandten der Bereinigten Staaten üx Bukarest, V-oticka, dem spanischen Militärattache im Nisch, OLerstleütnicmt Sola, und dem schweizer rschen San itätsh auptman n Bit ad bestand, kchrte nach vierwöchigem Ausejnthalt zmück. S«e berichtet; über den größten Teil der Nnterbriugungsocte der Kriegs­gefangenen umd hatte Gelegenheit viele KrregsgefnngMe zu sprechen. Dem Bericht ist zu entnckhinem, baj) sich die Lage der Kriegsgefangenen in Serbien hnffichtlich der BeharMumg, Verpslegumg umd der sanitärem Verhältnisse im der letztem Zeit im den meisten Unterbvimgmngsorten erheblich ge- bessert hat, wenn auch in verfchiedeuem Orten jw> 4 nicht üb er all! solche Verhältnisse eir-getreten Hch, chstt-Mir; sie für Unsere Khiegsgefangemen wünschen. " '.