feltatVnfr TsglilK
® cri ,sf g i <, “|S e 21 wöchentlich l2 Ausgaben. «eso-sa.
«aaükr-H-llr gkiffnet von 8 Uhr m-rg-nS bi» 7 Uhr abends. ' • M Sott 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonnidg».
vezngs-Preis sttr beide Anszaben: ?o Big. monatlich, M, 2.— vierteljährlich durch den Verlag Langaahe 2t, ohne Bringerlohn. M 8,— vicneljährlich durch alle deutichen Bostanstalten, ausschließlich Bestellgeld. — iSegnas-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle BiS- marckring 19, sonne die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt; in Biebrich: die dortigen Ausgabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.
„Tagblatt-H-us" Nr. 6650-53.
Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntdgi.
Anzeigen-Preis für die Zeile: 15 Bsg. sür ktliche Anzeigen im „Arbeitsmarkt" und,,Kleiner Ameig«- in nnhestlicher Eatzsorm: A> Pfg. in davon abweichender E-tzaussuhrung, sowie für alle übrigen örtlvche» Anzeigen: so Psg. sür all- auswärtigen Anzeigen: 1 Mt. sür öriliche ReNamen: 2 Mk. sur auswtrtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlausend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlatz.
instiagz^"ü^d^M"rgen-Ausg.^bis'b Uhr^nachmittag^ Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin-Wilmersdorf Güntzelstr. 66, Fernspr.: Amt Uhland 450 u. 451. Z^enÜndW^mr"W^th?^bm5^i!
Samstag, 31. Iuli 1915.
Morgen - Kusgave.
Nr. 351. ♦ 63. Jahrgang.
Die m OlMe SAN der Ame oon Mi
Bet VeMMetsm jioüffien MmMW and immto n ifirrtn SleHen ttmm.
Ein weiterer französischer Angriff im priester- waide zusammengebrochen. — Die Armee o. woqrsch macht bei Erzwingung des Weichsel- Übergangs 800 Gefangene und erbeutet fünf Maschinengewehre. — Die russischen Stellungen westlich wieprz durchbrochen. — viele Lausend Gefangene und 3 Geschütze die SiegesbewLe. — Sie russische Front zwischen Weichsel und Bug zum Wanken gebracht.
Der Tagesbericht vom 30. Iuli.
W. T.-B. Großcs Hauptquartier, 30. Juli. (Amtlich.)
westlicher Kriegsschauplatz.
Bei Perthes in der Champagne wurden von beiderseits Minen gesprengt, wobei wir einen f r a n zö s i s ch e n Flankierungsgraben nordwestlich des Ortes zerstörten.
Im P r i e st e r w al d e brach ein französischer Angriff beiderseits Croix des Carmes im Feuer der Infanterie und Artillerie vor unseren Hindernisten zusammen.
In den Vogesen griff der Feind gestern nachmittag erneut die Linie L i n g e k o p f - B a r r e n k o p f an. Die Nahkämpfe um den Besitz der Stellung sind noch nicht abgeschlossen.
Zwei englische Flieger mußten nahe der Küste auf dem Waffer niedergehen und wurden gefangen genommen. ",
Westlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage ist im allgemeinen unverändert.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Truppen der Armee des Generalobersten von W o y r s ch haben am frühen Morgen des 28. Juli den Weichselübergang zwischen Pilicamündung und Kozienice an mehreren Stellen erzwungen. Auf dem östlichen Ufer wird gekämpft. Es wurden bisher 860 Gefangene gemacht und 5 Maschinengewehre erbeutet.
Gestern haben die verbündeten Armeen des Generalfeld- marfchalls von Mackensen die Offensive wieder ausgenommen. Westlich Wieprz durchbrachen d esu t s ch e Truppen die russische Stellung. Sie erreichten am Abend die Linie Piaski-Biskupiee und die Bahn östlich davon. Viele Tausend Gefangene und 3 Geschütze sielen in unsere Hand. Dieser Erfolg sowie die Vorstöße österreichisch-ungarischer und deutscher Truppen dicht östlich der Weichsel, preußischer Gardetruppen bei Krupa. nordöstlich von Krasnostaw, und anderer deutscher Truppen in Gegend von W o j s l a w i c c haben die russische Front zwischen Weichsel und Bug zum Wanken gebracht. Heute früh räumten die Russen ihre Stellungen auf der ganzen Linie. Sie halten nur noch nördlich von, Grubieszow. Oberste Heeresleitung.
>»
W. T.-B. Berlin, 30. Juli. Im gestrigen amtlichen Bericht aus dem Hauptquartier muß es bei nordöstlich von Suwalki nicht 2010. sondern 210 Gefangene heißen.
von den östlichen Kriegsschauplätzen.
Neue Verteilung der russischen Streitkräfte.
Rußland über Italiens Kriegführung enttäuscht.
Br- Wien, 30. Juli. (Mg. Drahtbericht. Zerrs. Mn.) Der „Rußki Invalid" erklärt, daß 'eine neue Verteil un g der vuffischen Streitkräfte ftatttfinde. Neun Zehntel der gesamten russischen Armee. Millionen Manschen, seien
gegenwärtig an den Kämpfen beteiligt Die russische Negierung sieht sich in der Voraussetzung, daß Österreich-Ungarn sich dar Italiener nur durch Verschiebung zahlreicher Streitkräfte vom Norden nach dem Süden werde erwehren können. , getäuscht, und der russische Botsckwster in Ronl, Giers. soll Sonnino über die großen Nachtoilc.. die Rußland aus dem Scheitern der Jfcmzoakticm erwachsen, wiederholt scharfe Worte gesagt haben.
Ern russisches Gegenmittel der giftigen Gase.
Rotterdam. 30. Juli. (Jens. Bln.) Aus Petersburg wird der „Morning Post" gemeldet, daß die Russen ein Mittel gefunden haben, um sich Degen die Wirkung der von den deutschen Truppen angewandten Gase zu schützen. Wenn ein derartiger Angriff bevorstehe, so würde Petroleum auf getrocknetes Heu und Stroh geschüttet und dieses in einer tiefen Grube angezündet. Der dadurch entwickelte Luftzug lenke die Gase von der Front ab.
Der Kampf um Warschau.
Wie die englische Prcffe auf die Einnahme der Stadt vorbereitet.
W. T.-B. London, 30. Juli. (MchtamÄich. Rsuter.) Die „Times" meldet aus Warschau vom 28. Juli: Die heutigen Nachrichten sind unbefriedigend. Wie verlautet, haben die Deutschen dem N a r e w überschritten und sich auch im Süden eingegraben. Der Feind ist wicht sehr weit entfernt, man steht den FeiLrschein bremuender Dörfer. Sellbst Optimisten sind der Ansicht, daß die Räumuug Warschaus nunmehr eine Frage von Tagen ist. Zn betonen ist, daß die Russen auis ihren Stellungen nicht vertrieben werden können, sondern sich lieber zurückzieben, als daß sie eine Schlacht wagen, auf die sie ungenügend vorbereitet sind, so daß eine Niederlage entstehen könnte. Das Postamt wurde geschlossen; die Beamten haben die Stadt verlassen.
Deutsche Unterseeboote rm Weißen Meere?
Br. Paris, 30. Juki. (Mg. Drahtvei'cht. Zerrs. Bln? Aus Petersburg wird deni „Temps" gemeldet, daß deutsche Unterseeboote im Weißen Meere gesichtet worden seren.
Begeisterte Huldigungen für die Kaiserin in Königsberg.
W 1 . T.-B- Königsberg i. Pr., 29. Juli. (Nichtamtlich.) Die Kaiserin ist, vom Allenstein kommend, heute abend hier eingetroffen und hat im königlichen Schlosse Wohnung genommen. Als die Kaiserin kurz nach ihrer Ankunst mit der Kronprinzessin ans den Balkon des Schlosses heraustrat, wurden ihr von der Ddenge unter Absingen patriotischer Lieder begeisterte Huldigungen dargebracht.
Die Kaiserin und die Kronprinzessin besuchten heute von Königsberg aus das durch den Russeneinfall sehr mitgenommene Dorf Abschwangen nebst der Kirche sowie die Städte Tomnau und Allenburg und kehrten nach Königsberg über Wehlau zurück.
vom französisch-belgischen Kriegsschauplatz.
Der ehemalige Kriegs minister Messimp verwundet.
W- T.-B. Paris, 30. Juli. (Nichtamtlich.) Der „Matin" meldet, daß der ehemalige Kriegsminister Oberst Messimy in den Vogesen durch einen Granatsplitter am Schenkel schwer verwundet wurde.
Die letzte englische Verlustliste.
W. T.-B. London, 30. Juli. (Nichtamtlich.) Die letzte Verlustliste zählt 57 Offiziere und 933 Mann auf.
Verschärfte Maßregeln gegen die belgischen Drückeberger.
W. T.-B- Paris, 30. Juli. (Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet: Die belgische und stanzösische Regierung haben ein Abkommen getroffen, nach welchem alle Belgier bis zu 3 6 Jahren, die der Militärpflicht nicht Nachkommen, in Frankreich von der Polizei aufgesucht und zwangsweise den belgischen Militärbehörden zugeführt werden sollen. Die Bestimmung loor bisher nur sür Belgier bis zu 22 Jahren in Kraft.
Ein französisches Handelsverbot mit den Feinden.
W. T.-B- Paris, 30. Juli. (Nichtamtlich.) Der Senat hat einstimmig den Antrag, betreffend das Verbot des Handels mit Österreichern, Ungarn und Deutschen angenommen. >
Absturz eines französischen Flugzeugs.
W. T.-B. Paris, 30. Juki. (Nichtamtlich.) Wie der „Figaro" mitteilt, wurde das Flugzeug, das Mittwochabend in Jssy-kes-Maukineaur abstürzte, von dem Flieger Benoist gesteuert. Benofft hielt den Weltrekord für den Höhenflug mit Passagieren.
Der Schwerverwundetenaustausch.
W. T.-B. Konstanz, 30. Juli. (Nichtamtlich.) Heute vormittag 11 Uhr 10 Min. traf noch ein Schweizer Sanitätszug hier ein, der 31 Schwerverwundete und 4 Offiziere brachte. Die Verwundeten wurden am Bahnhof mit Musik empfangen und in der üblichen Weise bewirtet. Mit dem Zug 2 Uhr 34 Min. wurden die Verwundeten nach Karls, ruhe befördert.
vom letzten Besuch des Königs von Württemberg an der Zront.
W. T.-B. Stuttgart, 30. Juli. (Nichtamtlich.) Auch der letzte Besuch, den der König seinen Truppen auf dem westlichen Kriegsschauplatz abgestattet hat, hat, wie der „StaatS- , anzeiger" schreibt, den zuversichtlichen Geist gezeigt.
der die Linientruppen, Reserven und Landwehr und Äarrd- siurm in gleicher Weise beseelt und das Vertrauen gibt, daß mir solchen Truppen auch die s ch w e r st e Aufgabe gelöst wird.
Ein Propagandaausschuß der französischen Protestanten.
W. T.-B. Paris, 29. Juli. (Nichtamtlich.) Der „Tömps" meldet: Der Verband der französischen Protestanten hat einen Ausschuß gebildet, der in den neutralem Staaten frevwzo- s l s ch e Propaganda betreiben soll.
Kn den Pranger!
Konstanz, 80. Juli. (Zemf. Bin.) Das Garnnomkvm- mando Konstanz stellt durch Veröffentlichung in den doEgen Zeitungen die 'beiden Frauen Berta Reidel und Mar-ga M o e l l e r an den Pranger. Bside versuchten, mit s r anz ö- fischen Sanitätssoldaten Verkehr anzuknüpfen nnd steckten ihnen Briefe zu, welche die Franzosen zerrissen und den Schreiberinnen vor die Füße warfen. Die würdelosen Fvaurn wurden f e st g e n o m m e n.
Nach einer Meldung der „Straßburger Post" vertzssiete die Polizei in Colmar zwei junge Damen, die Töchter des Lehrers Groß und des Metzgermeisters Brolv, die vor- übergefühvten französffchen Gefangenen Kußhände Wiwarsen. Jhre »men wurden in den Zeiitujngen bekonntgemacht.
Oie belgischen Bekenntnisse.
Tie Ausgrabungen der deutschen Regierung in belgischen Staatsarchiven, aus denen wir in der vorgestrigen Wendausgabe einen eisten Abschnitt Wiedergaben, sind für die Erkenntnis «der Geschichte der letzten zehn Jahre und der Ursachen des großen Krieges von erheblichster Bedeutung. Wir hatten schon 'vor Monaten aus diesen Dokumenten ersehen, wie lügenhaft die Behauptung von der belgischen Neutralität war, und wie schr Belgien sich mit Haut und Haaren der englischen Vorherrschaft unterworfen hatte. Die jetzt in der „Nvrdd. Wg. Ztg." veröffentlichten Berichte der belgischen Gesandten mr Auslande an die belgische Regierung liefern einen 'wertvollen Beweis dafür, wie diese wohlunterrichteten Männer die für ihr Vaterland gefährliche Entwicklung voraussahen, ohne jedoch es erreichen zu können, daß ihre Regierung sich von den verhcmg- nisvollen Wegen abbringen ließ.
Sehr charakteristisch sind insbesondere die Darlegungen des früheren Vertreters Belgiens in Berikin, des Barons G r e i n d l, der mit feinen offenherWgen und Deutschland gerecht werdenden Ausführungen seine wohl offenbar süddeutsche (oder österreichische) Abstammung erraten läßt. Greindl war sich nicht im unklaren darüber, idaß der von Deutschland geleitete Dreibund Europa 30 Friedens fahre geschenkt hat, daß England und Rußland von tiefem Haß gegen Deutschland erfüllt waren, während Deutschland niemals die englische Politik durchkreuzt habe. Greindls Berichte waren ebensoviele Warnungen vor der Politik, in die Belgien hineingeraten ist. Mit welchen Gefühlen muß ein solcher Mann den Krieg ausgenommen haben, den er voraus sah, und bei dem seine eigene bessere Einsicht nicht auf der Seite semer verblendeten Regierung, sondern der ungerecht ange- seindeten deutschen Sache gestanden haben muß!
Mit böluerkenswertenr Scharfsinn haben Greindl und andere belgische Gesandte frühzeitig genug erkannt, wie schr der vom Dreibund geförderte und gepflegte Weltfriede durch die Machenschaften Engkaichs und des neuen Dreiverbandes gefährdet wurde, wie schr England als die Triebfeder alles dos Unheils zu gelten hat, das nunmehr der Welt beschert ist. Der englische Neid, der englische Drang zur alleinigen Herrschaft auf der See und in Verbindung damit der russische Haß gegen die überlegene deutsche Kultur — das sind auch nach den Erkenntnissen und Bekenntnissen der bekgi- schen Staatsmänner die wahren Gründe des Weltkrieges. Und es verdient besonders angemerkt zu werden, was der belgische Gesandte in Paris, Baron Guillcmme, nur ein halbes Jahr vor dem Ausbruch des Krieges, am 16. Januar 1914, noch seiner Regierung berichtet hat. Mach ihm find es die Herren Poincarä, Delcasse, Millerand und ihre Freunde gewesen, die die nationalistische, militaristische, chauvinistische Politik erfunden und befolgt haben, deren Wiedererstehen festgestellt worden fei. „Sie'i — diese
