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$ltf, 5S1, 50. Jahrgang

Pvie-davener TagVIatt (Mornen-AnSnave). Verlag: Langgafle 27,

13. November 1002. Seite 5,

gemacht wirb, haf? man Feuer macht, um vor allen

Dtngen Kaffee zu machen. Das Weib macht unterüefsen die Betten, sie macht die Stube rein, macht Ordnung und macht sich die Haare. Wenn sie zu lange macht, macht öer Mann ein saures Gesicht. Daraus macht sie sich frei» lich nicht viel, aber gutes Blut macht es doch nicht, wenn einem immer die Bemerkung gemacht wirb: Mache, daß Du fertig machst, ich kann sonst vor Aergcr nichts machen. Als er sich auf den Weg machen will, um sich auf den Buttstäbtcr Markt zu machen, macht es ein so gräuliches Schneewetter, daß er nicht weiß, was er machen soll u. s. w. Ei so macht ihr Deutschen Eurer verwünschten Macherei ein Ende."

Gerichtssaal.

6. Wiesbaden, 12. November. (Strafkammer.) Vorsitzender Herr Landgcrichtsdirektvr de 'Jlicm; Vertreter öer König!. Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Dr. Feisenberger. — Im Wirthshaus geht's los, auf der Straße endet es; im Wirthshaus wird gestritten, auf der Straße gebalgt. So war es auch in der Nacht zum 80. Juni d. I. in unserer Stadt, wo in einer Wirth- schaft am Michelsberg ein paar junge verheirathete und unverheirathete Männer beisammen sahen. Einige spielten Karten, ein Anderer mengte sich hinein. Die Spielenden verbaten sich das und der Schluß vom Liede war, daß der Eine vom Gastwirth, der für den Frieden seines Hauses fürchtete, mit sanfter Gewalt auf bas Straßenpflaster gesetzt wurde. Dort kam der Herausge- worfcne mit einem Diener der heiligen Hermandad in einen lebhaften Meinungsaustausch, der damit endigte, daß der ziemlich erheblich betrunkene Civilist und Feind der Spielkarten auf die Wache geführt wurde, aus der er nach kurzer Zeit mit blutender Nase zurückkehrre. Die blutende Nase führt er auf die kräftige Hand eines Schutzmannes zurück. Nun setzte er seine Irrfahrt durch die Straßen fort. Er traf dabei seine Kollegen aus dem Wirthshaus, die ihn nach langem Hin und Her gründlich verhauen und verfluchen haben sollen. Feststellen läßt sich in dieser Hinsicht jedoch nicht viel und der Taglöhner August K. und der Knecht Heinrich P. von hier werden deshalb nur wegen einfacher Körperverletzung zu Geld­strafen von 10 bezw. 20 Mk. verurtheilt.

Meine Chronik.

In dem See im königlichen Forst bei Ludwigsort (Ostpreußen) wurden Sonntag Nachmittag die Leichen zweier in den dreißiger Jahren stehenden Damen, an­scheinend Schwestern, anfgefunden. Bei den Leichen fanden sich Rückfahrkarten nach Königsberg. Näheres ist bisher noch nicht ermittelt worden.

Die Angehörigen der drei bei dem Brandunglück vom 18. Januar im Stadttheater zu Breslau schwerver­letzten BallettänzeriNnen haben Direktor I)r. Löwe auf Zahlung von jährlich 1200 bis 1860 Mark bis zum vollendeten 45. Lebensjahre der drei verletzten und dauernd erwerbsunfähig gewordenen Damen verklagt, stutzeröem werden je 8000 Mark Schmerzensgeld, sowie Erstattung der Kosten für Arzt und Verpflegung be­ansprucht.

Der Bischof Nazary von Nischni-Nowgorod ließ vor Kurzem eine Untersuchung über den „Grad der Ver­derbtheit des Gauklers R. Lenz" anstellen, der mit Hülfe einer Frau in vielen russischen Städten Vorstellungen gegeben hat. Der beauftragte Geistliche erklärte darauf in seinem Bericht: „Ich bin fest d.avon überzeugt, daß R. Lenz nicht ohne den bösen Geist fertig werden kann. Dies wird durch seine Programme bewiesen, die voller Prahlereien sind. Lenz hat sich öffentlich vom Teufel mit allem seinem Zubehör — Nägel, Schwanz und Hörner — umgeben dargestellt: der Teufel kriecht in serviler Haltung zu Lenzens Füßen und blickt ehrfürchtig zu ihm auf. Man wisse nicht, wie der Gaukler mit dem Fürsten öer Finsterniß stehe . . .

Umgebung des Poles nicht, doch es ist nicht daran zu zwei­feln, daß die Eisverhältnisse daselbst jenen gleichen, welche wir weiter im Süden beobachten. Das Eismeer selbst wird, meiner Meinung nach, keine unbesiegbare Schwie­rigkeit bieten, damit Herr Dr. A.-K. seinen kühnen Plan vollführe. Die Frage müßte sich also mehr darum drehen: Wird das Unterseeboot richtig funktioniren? Und dar­auf vermag Niemand besser zu antworten als Herr A.-K. Endlich, und nicht zum kleinsten Theile, beruht meine günstige Meinung über das Projekt auf der mannhaften Art seines Urhebers, seiner Kühnheit und Besonnenheit.

* Verschiedene Mittheilunge«. Zur Affaire des Kapellmeisters Straus wird mitgetheilt, daß Herr Straus und Fräulein Bozena Bradsky ihre Entlassung Seitens des Direktors Zickel nicht für rechtmäßig erachten. Sie sind der Meinung, daß diese Entlassung zu Unrecht geschehen ist und nur von dem Besitzer des Theaters, Professor Stein in B e r n , hätte ausgesprochen werden können. Im Uebrigen geht zu öer Affaire selbst die Nachricht ein, daß Fräulein Bradsky sich von dem „Nervenchoc", der sie nach dem Ueberfall — auf den Kapellmeister Straus befiel, wieder erholt hat.

Die orthodoxe Geistlichkeit Schleswig- Holsteins hat den „Jörn Uhl" auf den Index gesetzt, nachdem ein früherer Kollege Gustav FrenssenS dessen Werk heftig angegriffen hatte. Im Schriftenverzeichniß für die Kolportage des Landesvereins sind nach dem „Schlesw.-Holst. Kirchenblatt" der „Jörn Uhl" und „Die drei Getreuen" gestrichen worden.

Der in B o st o n verhaftete M a s c a g n i wurde auf Anordnung des Obergerichts nach Hinterlegung einer Bürgschaft von 4000 Dollars, die er selbst beibrachte, in Freiheit gesetzt. Sofort nach der Haftentlassung belangte Mascagni seinen früheren Geschäftsführer gerichtlich auf Zahlung von 50,000 Dollars wegen öer unbegründeten Verhaftung.

Die Nürnberger Schiller-Stiftung hat, wie von dort geschrieben wird, heuer 21 Spenden im Gesammtbetrage von 4600 Mk. verliehen. Es entfallen davon 2000 Mk. auf 9 Maler und Bildhauer, 1500 Mk. auf 7 Musiker und Sänger, 700 Mk. auf 8 Dichter und Schriftsteller und 400 Mk. auf 2 Schauspieler. Es handelt sich um vielversprechende Talente beiderlei Geschlechts.

Letzte Nachrichten.

wb. Berlin, 12. November. Die Morgenblätter melden: Bei dem gestrigen vom deutsch-amerikanischen Verein zu Ehren des Botschafters White gegebenen F e st- m a h l brachte Staatssekretär Graf Posadowsky ein Hoch auf den Kaiser und den Präsidenten Roofevelt aus. Der Kaiser habe stets die von Friedrich den: Großen j angebahnte Freundschaft mit Amerika zu befestigen ge- ■ sucht und hege aufrichtige Bewunderung für das große : amerikanische Staatswesen und den 'gegenwärtigen Prä­sidenten. Professor Harnack feierte White als treuen i Freund des deutschen Volkes, der deutschen Wissenschaft i und als Förderer des gegenseitigen Verständnisses der beiden Völker. White dankte in längerer Rede für die erwiesene Freundlichkeit und für alle seit Jahrzehnten hier Vorgefundene wissenschaftliche Anregung. Er ge- dachte der schon im Bürgerkriege bewiesenen Freundschaft Deutschlands für die Union, erwähnte den Besuch des Prinzen Heinrich, für den alle von dem herzlichen Gefühle der Bewunderung beseelt seien, sowie die Betheiligung Deutschlands an der kommenden Ausstellung in St. Louis und fügte hinzu: Alle Amerikaner wünschen aus Herzens- grund Frieden mit Deutschland, für dessen Energie, Kunst und Wissenschaft dort stets die Achtung wachse. Ein mächtiges Band sei auch die Liebe der Deutsch-Amerikaner zur alten Hermath. White schloß mit dem Wunsche, die Freundschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten : Staaten möge ewig währen und stetig erstarken.

wb. Madrid, 12. November. Im Bezirk Bälde- o r r a s (Provinz Orense) kam es wegen des Oktrois zu Unruhen, bei denen eine Frau getödtet, zwei Männer verwundet und zwei Gendarmen leicht verletzt wurden. Elf Personen wurden verhaftet.

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wb. Kreseld, 12. November. Wie die „Krefelder Zeitung" meldet, hat die am 2. November hier verstorbene Frau Marianne Rhodius, Nichte des 1888 verstorbenen Philanthropen Cornelius de Greifs, der Stadt Krefeld ein Legat von 1,800,000 Mark vermacht. Dasselbe soll die Bezeichnung Cornelius de Greiff'schcr Unterstütziingsfonds erhalten und zu verschiedenen Wohlthätigkeitszweckcn verwendet werden.

Einsendungen aus dem Leserkreise.

* Im Anschluß an die Antwort des Herrn Or. F-ischenich im Abendblatt vom 11. ö. M. zur Foyerfrage, der ich in allen Thetlen beistimme, möchte ich als Abonnent des König!. Hoftheaters hinzusügen, ob es denn zulässig ist, daß ein derartig elegantes Foyer als Restaurant mit warmer Küche dienen soll, so- daß man in den Zwischenakten — anstatt gute, frische Lust — Dünste von Bratensauce und bergl. cinathmen mutz, — in München, sowie in Wien wird selbst den Cafe-Restaurants in den König!. Hofgärten keine Konzession zur Führung von „warmer Küche" crthetlt aus Rücksicht für das Publikum, das diese An­lagen bei reiner Luft genießen soll, was bei geschlossenen Räumen, wie cs hier der Fall ist, doppelt fühlbar ist. Eine zweite Frage ist folgende: Wie hat sich das Publikum der linken Seite des 2. und 8. Ranges bei einer eventuellen Feuersgefahr zu verhalten, indem durch den Anbau des Feuers der Ausgang auf die Terrasse resp. ins Freie in Wegfall kam? Auf eine Anfrage beim Billeteur wurde mir gesagt, baß man in solchem Falle nach der „rechten Seite" gehen müßte, um — außer der Treppe — ins Freie ge­langen zu können, wozu bei einer entstehenden Panik oft keine Zeit übrig bleibt. Wäre es nicht möglich, daß ein Noth-AuSgang an der „linken Seite" des Theaters geschaffen wird? Denn die vorhandene Aufgangstreppe allein dürfte bei solchen Gelegen­heiten unzureichend und für Manchen nicht zu erreichen sein. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mir erlauben die Königliche Intendanz auf den stiefmütterlich behandelten „Ausgang" zum zweiten Rang aufmerksam zu machen. Bei den höheren Preisen, die die Abonnenten seit Beginn dieser Saison zahlen und bei dem Umstande, daß dieser Rang zur besseren Geltung kommen soll, wäre es nicht unbillig, wenn die Berwaltung des Königlichen Hostheaters diese Treppe mit Lauser belegen ließe und für eine entsprechende Beleuchtung dieses Aufganges sorgen würde, um den Kontrast zwischen dem 1. und 2. Rang etwas auszugleichen. Wie ich und andere Besucher des 2. Ranges schon öfter beobachtet haben, wird selbst das eine Licht auf dem Treppen-Absatz in den Zwischenakten nicht aufgedreht, sodaß man beim Herabgehen zum Foyer Gefahr läuft, stürzen zu können.

Einer für Viele: F. J. Z.

* Auch ich habe unter der „drangvoll fürchterlichen Enge" in unserem prächtigen Foyer schon öfter zu leiben gehabt, aber ich bin zu der Erkenntnitz gelangt, daß nicht Raummangel die Schuld an diesem beklagenswertyen Zustande trägt. Thatsächlich ist unser Foyer trotz der eingebauten Treppe, die aber, wie mir gestern ein Kundiger versicherte, in der neulichcn Aufstellung nicht mit als freie Flüche berechnet sein kann, das größte der größeren Theater. Aber der Fehler ist der, daß es zu ge. schmachvoll ist. Man hätte die Arbeit irgend einem Durch­schnittsarchitekten überweisen sollen, der uns einen schlichten Saal geschaffen hätte, und das Uebel wäre nicht ausgetreten. Das Publikum drängt sich in den Raum, nicht etwa, um zu essen, sondern um bewußt ober unbewußt Schönheit zu genießen. Das ist der Fehler, der einzige Fehler. Man spare mit Licht, man über­kalke die Gemälde, verhänge die Spiegel und cs wird Raum genug vorhanden sein. Die gebotene architektonische Schönheit ist des Teufels. Fühlen sich doch auch manche Leute, die bisher in be­scheidenem Kostüm im Theater saßen, veranlaßt, jetzt aus lauter Furcht vor der Pracht und dem Licht in elegantestem Seiöen- kleide oder feierlichem Gehrock zu erscheinen. Man sangt hier an, Toilette für das Theater zu machen. Das ist eine Verschwen­dung. die gerügt werden muß. Ergo: der König!. Baurath Genzmer ist ein Unglück für Wiesbaden. Der Mann ist uns ent­schieden zu theuer. Jetzt arbeitet er sogar schon den Konfektions­geschäften in die Hände. Man stelle ihn so bald als möglich kalt.

Ein Theaterfreund.

* Sehr geehrte Redaktion! Herr Prediger Welker erhebt in Ihrem Dienstag-Morgenblatt gegen die von Ihnen nach der „Kleinen Presse" veröffentlichte Notiz über eine s o c t a l d e m o- kratische Parteivcrsammlung in Biebrich ver­schiedene Einwände mit dem Bemerken, daß ihm das erwähnte Frankfurter demokratische Blatt selbst nicht zur Hand sei. An­scheinend berührt ihn namentlich die kurze, mit Bedacht nur den Kern der Verhandlungen herausschälende Form des Berichtes un­angenehm. Hätte er die „KI. Pr." selbst zur Hand genommen, die ja für-ihn nicht schwer zu erlangen kein wirb, so würde er ge­funden haben, daß die (von Ihnen wortgetreu übernommene) Notiz im Depeschentheil stand und sich daraus die knappe Fassung wohl ohne Weiteres erklärt haben. Hätte ich, ohne Rücksicht auf den in einer Zeitung bekanntlich meist sehr eng bemessenen Raum, Alles wiederholen wollen, was von Herrn Melkers socialdemo- kratischen Parteigenossen -gegen dessen Ansichten über den Kampf mit dem Centrum geltend gemacht worden ist, so würde der un- betheiligte Leser vermuthlich ein für Herrn Welker noch un­günstigeres Facit daraus ziehen, ohne daß der Bericht Herrn Welker besser gefiele. Daß Herr Welker ein bedingungslos ehrenwerther und ideal gesinnter Streiter gegen konfessionelle Engherzigkeit und kirchliche, insbesondere klerikale Herrschsucht ist, davon bin ich überzeugt, und glaube diese Ueberzeugung wo es für mich galt, auch stets mit der Offenheit, die Herr Welker über die Taktik stellt, zum Ausdruck gebracht zu haben. Ich theile aber anderseits mit recht vielen Leuten — Socialdemokraten und Ntchtsocialdemokraten — die Meinung, baß im politischen Tages- karnpfe sich zum ehrlichen Muth auch die schon in der Bibel em­

pfohlene Klugheit gesellen müsse. Herr Welker dürfte meines Er<i achtens nachgerade aus einer Reihe sehr persönlicher Erfahrungen: haben lernen können, daß mit der von ihm beliebten Tonart in» Befreiungskampf der Geister zur Zeit nicht weiter zu kommen ist.. Ich habe mich mit ihm über diesen Punkt schon mehr als einmal» persönlich und mündlich in aller Freundschaft unterhalten. Will» er trotzdem die Notiz der „Kl. Pr.", indirekt also mich, als irrend Verfasser, der Befangenheit zeihen, so mag er's immerhin thun.<l Ich kann daran nichts ändern.

Hochachtungsvoll C. H a a S.

HaBisHelsiSfoelB.

Oie Berliner Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft vormals Echwartzkopff hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen vextheii-s baren Reingewinn von 1,192,340 Mk. (1,172,832 Mk.) erzielt und: zahlt wieder 10 pCt. Dividende. Infolge des bekannten Urtheii» des Oberverwallungsgerichts, betreffend die Steuerfreiheit des' Agiogewinnes für neue Aktien, wird ein in Reserve gestellter; Betrag von 276,480 Mk. frei, der zum grössten Theil im laufen-* 1 den Jahr der Reserve zugeführt werden soll.

„Phönix“, Aktiengesellschaft für Bergbau- und Hflttenbehciob' zu Laar bei Ruhrort. Die „Phönix“ hat für das abgelaufenai Jahr ihren Aktionären keine Dividende zahlen können und auch* das neue, am 1. Juli begonnene Geschäftsjahr hat sich bis jetzt* nicht sonderlich gut angelassen. Die Nachfrage aus dem Inland ist fortwährend bei verhältnissmässig niedrigen Preise» sehr gering und es sind deshalb die Werke noch immer ge-j zwungen, Arbeit im Ausland zu suchen, um die Hütten mi einigermassen flottem Betrieb zu erhalten. Bei der glücklicher,! Weise noch starken Nachfrage in Amerika ist das Ausfuhr-! geschäft sehr bedeutend, wenn auch die Preise äusserst mässiga- sind und einen Gewinn nicht lassen. Es dürfte noch lange Zeit vergehen, bevor zwischen der gewaltig gestiegenen Produktions-' fähigkeit der Werke und der Konsumtionsfähigkeit des inlän-f dischen Marktes ein Ausgleich eingetreten sein wird.

Schuckeit-Gesellschalt. Die guten Nachrichten der letzter!; Tage haben auf die Aktien der Schuckert-Gesellschaft einen; recht günstigen Einfluss ausgeübt. Ganz besonders hat das Ver-/ trauen angeregt, welches das Finanzkonsortium zur Zukunft des- Unternehmens hat. Die Aktien sind vom Montag auf Dienstag! um nicht weniger als 3.60 pCt. gestiegen. Gleich anregend wan der Kurs der Continentalen Gesellschaft beeinflusst. Dieselben] notirten am 10. d. M. 46.50 und am darauffolgenden Tage 49.30.' Auch bei den übrigen Elektricitälsaktien war eine Kurssteigerung; zu bemerken. So konnten Allg. Elektricitätsaktien 4 pCt. an-J ziehen und auch Siemens haben 27* pCt. gewonnen.

Frankfurter Transport-, Unfall- nnd Glasversichernngs-Ge- seQschaft Frankfurt a. M. Die Gesellschaft will auf Wasser­leitungsschäden versichern und hat zu diesem Zweck auf deni 3. Dezember eine ausserordentliche Generalversammlung ein4 berufen.

Ungarische Kronenrente. Die ungarische Kronenrente soH

in nächster Zeit an der Pariser Börse zur Einführung gelangen!

Answandernngswesen. Die österreichisch-ungarische Regie-) rung beschäftigt sich mit Plänen, um die Auswanderung nachj Amerika, die alljährlich 100,000 Personen umfasst, über Triesti und Fiume mittels österreichischer Schiffahrtsuntemehmungenl zu leiten. Der Verkehr wurde bisher von den deutschen! Dämpfergesellschaften vermittelt. Dies mag auch mit daran! schuld sein, dass die Aktien der deutschen Schiffahrtsgesell-j schäften in den letzten Tagen einen so wesentlichen Rückgang! erfahren haben.

Denfsche Schiffahrtsaktien sind zu Beginn dieser Woche!

bis unter den Pari-Kurs gesunken. Theils hängt dies mit dem! Misstrauen gegen die Verhältnisse in Amerika zusammen, mit denen unsere Schiffahrtsgesellschaften seit Begründung des! Dampfertrusts noch enger verknüpft sind, theils ist dies auf die ungünstige Lage unserer Exportindustrie zurückzuführen. Die! Aktien des Norddeutschen Lloyd sind heute bis 99.30 gesunkene

Elektrische Schnellbahn Brüssel-Antwerpen. Die belgische Sociötö Cockerill in Seraing hat bei ihren praktischen Versuchen bezüglich einer elektrischen Schnellbahn Brüssel-Antwerpen dia Ueberlegenheit des Langen’schen Schwebebahnpatentes erkannt und daraufhin mit der Continentalen Gesellschaft für elektrisch^ Unternehmungen Unterhandlungen angeknüpft und mit deren! Einverständniss am 1. Oktober d. J. ein Projekt für eine Schnell-* bahn Brüssel-Antwerpen nach dem Schwebebahnsystem des- belgischen Regierung überreicht.

Vom New-Yorker Platz. Die Beruhigung, von der wir ge* schrieben haben, hat nicht lange angehalten. Bereits machet sich wieder Anzeichen einer neuerlichen aussergewöhnlicherv Geldversteifung bemerkbar und nicht nur allein infolge dessen,] sondern auch weil das Vertrauen in die Zukunft auf industriellen# Gebiete mehr oder weniger erschüttert ist, ist ein starker Rück-( gang einzelner Aktien eingetreten. Vorgestern kam die Meid düng von einem starken Kurssturz der Aktien des Stahltrustd An der gestrigen New-Yorker Börse ist zwar wieder einige Be4 ruhigung eingetreten, und die weiteren Manöver der Fixer wurd den aufgehalten, aber es wird doch befürchtet, dass es nur des! geringsten Anstosses bedarf, und wir haben wieder von starÜ schwankenden New-Yorker Börsen zu berichten.

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Die Msrgrn-Airsgabe umfaßt 14 Seit-«

und „Land- und hauswirthfcha ftlicho Rundschau- Nr. 22 .

Leitung: SB. Schulte vom Brühl In Wiesbaden.

Verantwortlicher Redakteur für den gelammten redaktionellen Theil: E. RStberdtl _ Zur die Anzeigen und Reklame»! H. Tornaus: Beide in Wiesbaden.

Truck nnd Verlag der L. Schellenberg'ILc» Hoj-Bnchdruckerei in Wietbad«,