Einzelbild herunterladen
 

»WA?m"die M^,'enÄr^^s uhr'ii»chmwt-g^ Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts: Berllu-Wilmersdorf Güntzelstr. 66, Fernspr.: Amt Uhlaud 450 u. 451. Tagen und Wätz-n wir^ränr SrwLbr^örmomn^

Verlag Langgaffe 21

„Tai»lat,-H«rs".

klbattrr-Haöe gdfirttt Ron 8 Uhr morgen» M 7 Uhr abend».

wöchenttich

12 Busgaben.

Fernruf:

„T-gbl-tt-Hans" Sir. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgen» bi» 8 Uhr abend», nutzer Sonntag».

»e,nG»-SrrrS ftr beide A-»gaben: 7» Big. monatlich, M. 2.- vierteljährlich durch den Verlag Langaage 21. ohne Bringerlobn M 3.- vierteljährlich durch alle demichen Poftanstalten. auSichlieglich ivetzSgeld. — Bezugs-Lestelluugen nehmen außerdem entgegen: tu Wiesbaden die Zweigstelle Bis­marckring IS. ionne die Ausaabeftellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betresjenden Tagblatt-Träger.

Anzciarn-Vrris für die Zeile: 18 Bfg. sür örtliche Anzeigen im „ArbeitSmarkt" und Kleiner Anzeiger* in emheitlicher Satzsorm: M Pfg. in davon abweichender Satzaussührung, sowie für alle übrigen örtlichen Anzeigen: so Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen: 1 M!. für örtliche Reklamen: 2 Mk. für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwiichenräumen entsprechender Nachlaß.

1

Donnerstag, 29. Juli 1915. RIOtQCH s Nr. 347. ♦ 63. Jahrgang.

Sie Mike MM »ei «j eSeM ein «Mel MW.

kln die 100 vüv Mann italienische Verluste.

feindlicher Vorstotz westlich Iwangorod zu­sammengebrochen.

ver österreichisch-ungarische Tagesbericht.

W■ T-B. Wien, 28. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich ver. lautet vom 28. Juli, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Der Feind unternahm zwischen Weichsel und Bug und >hci Sotal eine Reihe heftiger, jedoch c r s o l g l »sc r Gegen­stöße. Westlich Jwangorod brach ein feindlicher Borstotz in unserem Feuer zusammen.

Italienischer Kriegsschauplatz:

Gestern ermattete auch der gegen das Plateau von Doberdo gerichtete Angriff der Italiener. Stellenweise unterhielten sie noch ein heftiges Artilleriefeuer. Umsonst rafften sie sich zu vereinzelten Borstötzen auf, die mühelos a b- gewiefen wurden. In dem Kampf großen Stils trat so- mit eine Pause ein. Wie dir erste so endete auch die un­gleich gewaltigere zweile Schlacht im Görzischcn mit einem vollständigen Mißerfolg des ansreifenden Feindes, der diesmal in ungefähr 30 Kilometer breitem Raume zwischen dem Monte Sabotino und der Küste 7 Korps mit mindestens 17 Infanterie- und Modilmilizdivisionen ein­setzte und um jeden Preis ohne Rücksicht auf Opfer an Men­schen und Material durchzubrechen versuchte. Die Ge­sa m t v e r l u st r der Italiener sind auf 100 000 Mann ein­zuschätzen. Erst die Geschichte wird die Leistungen unserer siegreichen Truppen und ihrer Führer in dieser Abwehr- sch lacht bewerten. Nnerfchüttrrt und unerschütterlich stehen sie noch immer da, wo sie vor zwei Monaten den Feind erwarteten. Dies gilt nicht nur von den in zwei Schlachten heiß umstrittenen Stellungen im Görzischen, sondern auch von unsrer ganzen zur Verteidigung im Südwesten der Mo­narchie gewaltigen Kampffront.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs, v. Höf er, Feldmarschalleutnant.

*

Erfolgreicher Angriff auf die Eisenbahnstrecks Kncona-Zesaro

Die beteiligten österreichisch-ungarischen Seestreitkrästc ohno Verluste zurückgekehrt.

W. T--B. Wien, 28. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich ver­lautet:

Am 27. Juli, früh, unternahmen unsere leichten Kreuzer und To rpedobooteinheiten einen er­folgreichen Angriff auf die Eisenbahnstrecke von A n - eona bis Fesaro und bcschoffen die Stationsanlagen, Bahnhofsmagazine, Wachthäuser, Eisenbahnbrücken an dieser Strecke mit gutem Erfolg. Mehrere Lokomotiven und zahl­reiche Wagen wurden zerstört. Ein Bahnhofsmagazin in Fano geriet in Brand, der eine starke Explosion zur Folge hatte. Gleichzeitig belegten unsere Seeflugzeugr den Bahnhof, eine Batterie, eine Kaserne und sonstige mili­tärische Objekte in Ancona erfolgreich mit Bomben, wobei der Rangierbahnhof sehr stark beschädigt und viel rollendes Material zerstört wurde. In einem Raphtha- tank entstand ein noch auf 30 Seemeilen sichtbarer Brand. Alle Einheiten sind ohne Verluste zurückgrkommen. Feindliche Seestreitkräfte wurden nicht gesichtet.

Österreichisch-ungarisches Flottenkommando.

*

General Irmanow der Führer gegen die Armee Mackensen.

Br. Bukarest, 28. IM. (©iß. Drahtbericht. Zeus. 23In.) Wie die „Nowoje Wremja" meldet. leKat der im Rufe eines ausgezeichneten Heerführers stehende General Irmanow die Operationen gegen die Armee Mackensen.

Deutschlands fürchterliche Macht im Gsten.

Englands Nachlässigkeit.

W. T.-B. London, 28. Juli. (Nichtamtlich.) Die „Morning Post' schreibt in einem Leitartikel: Deutschland

hat eine fürchterliche Macht im Osten zusammen - gebracht und treibt die Russen durch sein überlegenes Gewicht zurück, so daß die russischen Stellungen gefährdet sind. Trotzdem hörten wir von keiner Diversion an der Westfront. Die britische Armee war untätig. Wir hatten wochenlang keine Meldung von Bedeutung. Nichts ist ge­schehen in dieser Krisis, um den Verbündeten durch einen Druck in Flandern zu Hilfe zu kommen. Deutschland darf die Initiative ergreifen und strategisch unbestraft hier und dort zuschlagen. Wir behaupten dreißig Laufgräben mit Schwierigkeit, Deutschland behauptet eine Linie von vielen 10 0 Meilen einschließlich Belgiens und eines Teiles von Frankreich und unternimmt diesen gewaltigen Angriff. Trotzdem schmeichelt sich das britische Volk, daß es angemessene» Teil am Krieg nimmt. Die Lage ist ge­

fährlich und unbefriedigend. Wir haben finan­ziell für eine Linie von 30 Meilen ebenso viel ausgegeben als Deutschland an allen Grenzen. Rußland und Frankreich wissen, daß wir nicht alles tun, was wir können, daß wir den Krieg verlängern, weil wir kaum mit halber Kraft kämpfen. Der Artikel schließt mit der Forderung der W e h r p f l r cht.

Der Kampf um Warschau.

Br. Kopenhagen, 28. IM. (Eig. Drahthericht. Zeus. Bln.) „Daily Telegraph" berichtet aus PeterSbung: Hiesige Mikitac- kreise sind der Ansicht, der Kampf um das Schicksal War­schaus werde vielleicht noch zwei Wochen dauern, dagegen seien entscheidende Ereignisse zwischen Weichsel und Bug und bei Lulblin-Cbolm in nächster Zukunft zu erwcrcken.

Was von der Duma erhofft wird.

IV. T.-B. Kopenhagen, 28. Juli. (Nichtamtlich.) „Rjetsch" bcsft, daß die Duma dauernd tagen werde, um als morali­sche Stütze der Bevölkerung zu dienen.

Zu große Milde gegen die naturalisierten deutschen Kolonisten.

W. T.-B. Kopenhagen, 28. Juli. (Nichtamtlich.) Die „Nowoje Wremja" beschwert sich in einem Artikel, daß der regierende Senat durch allzu große Milde gegenüber den naturalisierten deutschen Kolonisten das ganze Werk der Reinigung Rußlands von Deutschen illuso­risch mache, da jetzt nach den ersten Aufhebungen der Aus­weisungen durch den Senat Tausende gleicher Gesuche ein- lrefen und Berücksichtigung fanden.

Wechsel im montenegrinischen Kriegsininisierium.

W. T.-B. Paris, 28. Juki. (Nichtamtlich.) Aus Cettiuje wird gemeldet: Der Ministerpräsident General Wuko- witsch, der gleichzeitig das Amt des Kriegsmimsters be- kleidst, hat dieses Amt uiedergelegt. Kriegsminister wird General Bojowitsch. Da WukcwNsch längere Zeit vermeisan muß, übernimmt L«er Ftnanzmimster Popowitsch interimistisch das Präsidium des Ministerrates. — Die sozia­listische Partei hat beschlossen, dem Jahrestag der Ermordung Jcmres feierlich zu begehen.

Der Krieg gegen England.

Oer Erfolg unseres Il-vootkrieges.

W. T.-B. Berlin, 28. Juli. (Nichtamtlich.) In der eng­lischen Presse wird die Nachricht verbreitet, daß in den bis­herigen 22 Wochen des UntersecbootskriegeS 08 eng­lische und 95 neutrale Handelsschiffe versenkt seien. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, stimmen diese Zahlen nicht. Es sind vielmehr bis zum 25. Juli von deutschen Untersee­booten im Kriegsgebiet versenkt worden: 229 englische, 30 andere feindliche Schiffe, 6 mit feindlichen verwechselte neutrale Schiffe. Außer diesen neu­tralen Schiffen'sind weitere 27 neutrale Schiffe von deutschen Unterscebooten angehalten, untersucht und wegen Führens von Bannware nach dem Prisenrecht versenkt wor­den, da sie nicht eingebracht werden konnten. Der Bollständig- keit halber sei noch erwähnt, daß außerdem 3 neutrale Schisse von deutschen Nnterfcebovtcn infolge vin Verwechslung ange- schossen wurden, aber nicht versenkt sind.

Lin weddigen-venkmal.

Weddigens Tod in der Marineverlnstlistr.

Br. Berlin, 28. IM. (Eig. Drahtbcricht. Zens, Bln.) Weddigens Heldentod wird jetzt in der üblichen Weise be- kanwtgsgeben. Die Marineverlujtliste Nr. 40 enthält am Schluffe schlicht und nüchtern folgendem Vermerk: „Weddsgrn, L>w, Kapriänleutnant, vermiß t." Eine weitere Bemerkung deutet an-, daß er sich wahrscheiMch nicht mehr unter den Lebenden befindet. Der Marinerercin von Wilhelmshaven, „Prinz Adalbert von Preußen", hat die Sammlung von Bei­trägen für die Errichtung eines Denkmals des unvergeß­lichem llnterseebootshelden in die Land genommen.

Wie Rcutcr wieder schürt.

XV. T.-B. London, 27. Juli. (Nichtanrtlich.) Das Reuter- fche Bureau meldet aus Washington: Die Torpedieuu.ua der „Loelanaw" (mit Bannware. Schrift!.) macht in amtlichen Kreisen tiefen Eindruck. Da Einzelheit«» fehlen, sprechen sie sich nicht darüber aus, ob das Ereignis mit der letzten amerikanischen Note in Verbindnmg gebracht werben müsse. Die Besatzung des Schiffes wurde gerettet.

20 000 Märst für den Zerstörer eines Zeppelins

Br. Amsterdam, 28. Juli. (Eig. Drahtbcricht. Jens. Bln.) Lord Michelham hat dem Flieger, der einen Zeppelin zerstört, 1 000 Pfund Sterling zuge-agt. Die Zerstörung muß in der Luft geschehen. Im ganzen hat der Lord nunmehr 10 000 Pfund Sterling für 10 zerstörte Zeppeline ausgesetzt.

Vertagung des englischen Unterhauses.

Br. Kopenhagen, 28. IM. (Eig. Drahtbericht. Zeus. SSfrt.), Das englische Unterhaus vertagte sich gestern auf dew 14. September. Von verschiedenem Seiten wurden Ein­wendungen gegen so lange Ferien in dieser kritischer' Zeit erhoben. Asqurch erwiderte darauf, daß das Unterhaus nn Notfall durch ein königliches Dekret im Laufe einer Woche erniberufem werden könne.

Wilsons Note.

Die öffentliche Meinung in den Bereinigten Staaten befriedigt

Rotterdam, 28. Juli. (Jens. Bln.) Nach Washingtoner Meldungen gewinnt män dort immer mehr den Erudruck, daß die an Deutschland gerichtete Note die öffentliche Meinung befriedigt. Aus den Erörtevurrgen sind zwei Punkte hervorznheben, zunächst, daß die bisherige Behandlung des „Lusitania"-Falles es Amerika unmögä.ch mache, in dem Krieg eine Vermittlerrolle zu spielen, sodann-, daß Deutschland, wenn es sich nicht im der Lage sehe, eine günstige Antwort auf die Wünsche und Beschwerärn Amerikas zu geben, am besten überhaupt nicht anE- worten solle, -um eine weiitere Erregung der öffenüLchert Meinung im Amerika zu vermieiden.

Oie amerikanische Antwort soll zunächst nicht beantwortet werden.

Br. Berlin, 28. Juli. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Wie die „Boss. Ztg." erfährt, wird die deutsche Regierung die letzte amerikanische Rote zunächst nicht beant- Worten. Der Unterfeebvotskrieg wird mit allem Rach» druck fortgesetzt werden.

Oie Gefahren eines Krieges für Amerika.

Br. Amsterdam, 28. Juli. (Eig. Drahtbericht. Zenf. Bin.) Der Berichterstatter der „Daily Mail" in Washington schreibt: Sollte die gegenwärtige Krise zum Kriege führen, so würde Amerika viel größeren Gefahren ausgesetzt fein als England. Abgesehen von der ungeheuren Masse der deutschen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten und den Hunderten von Spionen und deutschen Parteigängern dienen in jedem amerikanischen Regi­ment eine große Zahl von Deutschamerikanern. Elite-Regiments von New Uork bestehen ganz und gar auS Deutschamerikanern.

Oie strgonnenkämpfe vom 20. Juni bis 2. Juli.

i.

Aus dem Großen Hauptquartier wird uns ge* schrieben:

Unter geschickter Ausnutzung des unwegsamen Argonnenwaldgebirges war es den Franzosen Ende September gelungen, starke Kräfte wie einen Keil zwischen die westlich und östlich der Argonnen kämpfen* den deutschen Truppen zu treiben. Gleichzeitig von Montblainville und Varennes aus östlicher Richtung und von Nordwesten über Binarville drangen die Deutschen in die Wälder ein. Den geringsten Wider­stand fanden die Teile, die an der Straße Varennes* Le Four de Paris durch die Qsthälste der Argon­nen vorgingen. Hier gelang es schnell, die Franzosen bis an das Tal der Biesme bei Four de Paris zurück­zuwerfen. Um den Rest des Keils in den westlichen Argonnen zu beseitigen, mußte die über das Moreau* Tal-Bagatelle-Pavillon-St. Hubert-Pavillon borge* bogene Stellung eingedrückt werden.. Die beiden ge* nannten Pavillons wurden nach einigen Tagen weg* genommen. Dann aber kostete es Wochen und Monate der erbittertsten und blutigsten Nähkämpfc,

um die Franzosen Schritt ftir Schritt und Graben für Graben zurückzudrängen. Es vergingen in den Winter­monaten keine acht Tage, ohne daß irgendwo dem Feinde ein Graben, ein Blockhaus oder ein Stützpunkt entrissen wurde, bald von kleinen Pionier- und Infam terieabieilungen, bald von größeren Verbänden bis zu Brigaden und Divisionen. Während die Franzosen sich mit zäher, unermüdlicher Widerstandskraft immer wieder an jedes kleine Grabenstück und Postenloch klammerten, benutzten sic die so gewonnene Zeit, um sich hinter ihrer Front als neuen Rückhalt eine Reihe von Stützpunkten zu schaffen, die sie mit allen Mitteln moderner Feldbcfestigungskunst ausbauten.

Im Dezember hatten die von Osten vordringen­den Truppen den Rand des tief eingeschnittenen Charme-Bachtales erreicht. Bald daraus, am LZ. Januar, stürmten württembergifche RvgrMLv^i:

t