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Verlag Lauggaffe 21

,,Ta,blatl-Haus".

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Dienstag. 27. Juli 1915.

Morgen -Kusgave.

Nr. 343. ♦ 63. Jahrgang.

Der ttrieg.

(Ein wichtiger Stützpunkt südlich Lokal erobert. — Erneuter Kampf um das Plateau von Doberdo. — Schwere italienische Verluste im

Krngebiet. — Verona mit Bomben belegt.

Der österreichisch - ungarische Tagesbericht.

W. T-.B. Wien, 26. Juli. «Nichtamtlich.) Aurtlich verlautet vom 26. Juli, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Südlich Sokal eroberten unsere Truppen einen sür unsere Brückenköpfe am östlichen Bugufer wert­vollen Stützpunkt, wobei 110V Gefangene und 2 Maschinengewehre iu unsere Hand fielen. Nord­westlich Grubieszow gewannen deutsche Kräfte er­neut Raum.

An den anderen Teilen der Front trat keine Ände­rung der Lage ein.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gestern entbrannte der Kampf um den Rand des Plateaus von Doberdo aufs neue. Tag und Nacht griffen die Italiener an der ganzen Front un-

Der König von Württemberg hat am 25. Juli folgendes Telegramm von seiten des Generalkommandos des Armee­korps erhalten:

»Ew. Majestät melde ich aller untertänigst, daß das Armeekorps neue Erfolge errungen hat. Von dem von uns als Ziel gesteckten R v f h a n kaum eingctroffen, stürmte die 26. Division das entscheidende Werk der ersten Stellung. Die anderen zum Korps gehörigen Truppen stürmten di: benachbarte Front. Besatzung nach viertägigem Kampf schwer erschüttert, über 2600 streckten die Waisen, Rest zog ab. Wir verloren nur verhältnismäßig wenig. Festung heute im Besitz des Armeekorps. (Gez.) Frhr. v. W a ck e r."

Die Sammlung „hinter dem Bug".

Eine weitere französische Verteidigung des russischen Rück­zuges.

Br. Genf, 26. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Der „Ternps" erklärt, es sei unmöglich, vorauszusehen, welches der Ausgang der eiugeleiteten großen Schlacht sein werde. Man versichert, daß Großfürst Nikolai, den durch die Festun­gen Nowogeorgiejewks-Jwangorad-Warschau gebildeten Ver­teidigungsgürtel mit aller Kraftanstrengung streitig machen werde, ohne sich um jeden Preis halten zu wollen. Seine Strategie sei durch die Notwendigkeit eingegeben, seine Kräfte intakt zu halten, damrt die Wogen sich wieder vor­wärts ergießen können, wenn die Ausrüstung eine neue Wiederaufnahme der Offensive mit Erfolg zulasten wird.

unterbrochen mit größter Heftigkeit an. Aber auch der neue Aufwand an Kraft und Opfer war umsonst. Nur vorübergehend erzielte der Feind örtliche Er­folge. Heute beim Morgengrauen waren die ursprüng­lichen Stellungen wieder ausnahmslos im Besitz der heldenmütigen Verteidiger.

Gegen den G ö r z c r Brückenkopf unternahmen die Italiener einen Angriff. Henke früh setzte das Massenfeuer der italienischen Artillerie im Görzischcn wieder ein. Im Krngebiet wurde gestern nacht ein feindlicher Angriff im Handgemenge und mit Scheinwerfern zurückgeschlagen. Die zurückgehendcn Italiener erlitten in unserem Geschüb- feuer starke V e r l u st e.

Einer unserer Flieger belegte Verona mit Bom­ben. An der Kärntner und Tiroler Front hat sich nichts von Bedeutung ereignet.

Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Vie tapferen Schwaben.

'Telegrammwechsel zwischen dem König von Württemberg und Kaiser Wilhelm.

W.T.-B. Stuttgart, 26. Juli. (Nichtamtlich.) Auf ein Telegramm des Königs von Württemberg hat der Kaiser folgendes geantwortet:

„Ich danke Dir herzlich für die Mitteilung über me-it braves Infanterie-Regiment Nr. 120. In West irnfe Ost wetteifern Deine tapferen «chwaben aut das schönste in hingebender Treue, unvergleichlichem Heldenmut mit allen übrige« deutschen Stämmen. Gott sei ferner mit uns.

Wilhelm."

Der russische Generalstav habe 1909 die Festungen Polens deklassiert und die Konzentration der Armee hinter den Bug verlegt. Die geringe Entwicklung des Eisenbahn. Netzes sei eine Folge dieses Planes; der momentane Man­gel an Munition zwinge Rußland, ihn jetzt anzuwenden.

Das Ergebnis der ersten 8 Tage der neuen Offensive.

Nr. Wien, 26. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Mn.) Aus dem Kriegspressequartier meldet der Berichterstatter der „B. Z.": Die großen Erfolge der gegenwärtigen Schlacht gegen die Russen, die, noch in vollem Gange, schon zu entschei­denden Schlägen geführt hat, basieren auf r e st l o s e m Zusammenwirken aller in den Angriffsplan eingestell­ten Faktoren. Wieder war ein Plan der Überraschungen dar­auf angelegt, alle Berechnungen der russischen Heeres­leitung auf das Glatteis zu führen. In vierfacher Gliederung setzte die Offensive ein. Ein Antriffsteil wurde exzentrisch in Kurland vorgetrieben, die drei an­deren Stvßgruppen wandten sich gegen das polnische Festungsviereck und das in diesem Teil eingeschloffene, teils bedrängte Eisenbahnnetz. Die Heeresleitung der Verbün­deten wußte die Kräfte nacheinander so ins Treffen zu füh­ren, daß jeder Stoß erfolgbringend wurde. Die bogenförmige russische Aufstellung in Polen erhielt auf diese Weise einen empfindlichen Schlag nach dem anderen, deren, jeder dem Feind nicht nur sehr große Verluste bei­brachte, sondern auch auf seine gesamte Situation empfind­lich einwirkte. Kaum hatten die Rüsten eine starke Kraft­gruppe bei Lublin gesammelt und diese gegen den bei Krasnik vorgehenden Verband des Erzherzogs Joseph Ferdinand anrennen lasten, setzte Hindenburg seine An- griffshebel in Bewegung, von denen der eine in Kurland, glückt, gingen auch die zwischenW ei ch sel und Bug stehen- Front zurückdrückte; und kaum war hier der erste Angriff ge­glückt, gingen auch die zwischen Weiche! und Bug stehen­den Kräfte, gegen die sich die Hauptabwehr richtete, schon

wieder zur Offensive vor, und auch hier wurde, wenn auch nur schrittweise, Terrain gewonnen. Bon zwei Seiten sah sich der russische Halbkreis gepackt. Während die Russen daran waren, ihre Kräfte so schnell es die p o l n i s ch e Eisenbahn er­laubte, auszubalancieren, erfolgte ein dritter Stoß: die Offensive gegen das Zentrum der russischen Linien in Polen, der Druck in der Richtung Jwangorod. Die Gesamtoperationen erfolgten in ihrem bisherigen Werlaus w iederum von der glänzend organisierten Kriegsmaschine der Verbündeten. Das Resultat der ersten Woche der neuen Offensive ist h o ch e r f r e u l i ch. Zwei Seiten Festungsvier- ccks sind eng umfaßt, in die Linie der Vorfestungen zwi­schen Nowoqeorgijewsk und Groduo ist Bresche gelegt, an den weiten Umkreis der Vorstellungen des Wasfenplatzes Warschau lehnt sich Hindenburgs feste Mauer. Jwan­gorod ist auf der Westseite eingeschloffen und gegen die Eisenbahnlinie Jwangocod-Lublin-Cholm wurde ganz bedeu­tendes Terrain gewonnen.

Die Zurcht vor dem Zoll Warschaus.

Ein Unglück für die Verbündeten im Westen, ap. Rotterdam, 26. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) „Daily Mail" würde der Fall von Warschau um deswillen so nahe gehen, weil er die Kämpfe um Calais stark beein- ftuffsrr würde. Alle Wechselfälle auf dem östlichem Krietzsschau- platz haben die Westfront regelmäßig in Mrtlmdenfchaft ge­zogen. Der heldenmütige Vormarsch der Russen in O st -- prekuß«« uistd Galizien zu 58c- ginn des Krieges rettete die Verbün­deten an der Marne. Der Vormarsch der Rustqn auf die Kamp a t he-u zwang die Tonischen, dortthin Truppen zu sendein, die sonst nmsere Linien bei Sjpern durchbrochen hätte«. Anderer­seits hat unsere Untätigkeit rm Früh-, jahr den Döwtsche« GeLegeuheit ge­geben!, die Rufs«« anzugreifem Wir schulden unseren russischen Ver- bündsten großen Dank Mr die tapfere und treue Unterstützung. Wir schulden ihnen überdies Bewunderung Mr di« prächtigen «und harten Kämpfe, sie jetzt gegen einen überlegSwM Gegner führen. Die Überlegenheit hat ihre Begründung in der MwwitiouS- frage. In vielen BeLrmltmachjan- gen haben die Russen veröffemitlicht, daß sie nicht imstande wären, die von ihnen benötigte Munition zu Hause herzustellen. Sie hätten ihre Vorräte aus 'dem Ausland und van den Ver- bündjeiten zu beziehen. Der Man gel an Munition in 'England muffte sie daher hart treffen. Es war eins Tatsache, welche die russische« Gemerall- nicht vorheisehen .und vor der sie sich nicht schützen konnten. Eine ent­scheidende Schlag zwischen Armeen, von Leinen die eine mit unbeschränkten! Vorräten von Granaten, die andere nur mit beschränkten ver­sehen ist, kann nur ein Ergebnis haben — eine Vernich­tung der Armee, deren Mnnltionsvorräte unzureichend sinh.

Die Russen dürfen den Deutschen nicht erlauben, sie zu einer entscheidenden Schlacht zu zwingen. Sie müssen sich z u r ü ck z i e he n, nachdem sie den: Förride so viel wie mög­lich ^Verluste zugesügt haben. Dadurch, daß sie sich langsam zurückzi ehen, geben sie Gelände auf, aber sie g e w innen Zeit, und mit fcer Zeit kann der Mangel an Munition wieder: gut gemacht werden. So lange die russischen Armee« unbe­rührt sind — und sie ziehen sich ungebrochen au Geist und mit großer strategischer Kunst zurück — gibt es für sie kein wieder guitzumachemdes Unglück. Die Ausdehnung Rußland,? ffr so groß, daß der zeitweilige Verlost einer einzelnen oder! eines halben Dutzend von Provinzen kein großer Nachteil ist. Aber die Räumung von Warschau würde fir die Ver­bündeten ein Unglück sein. Wenn Rußland gezwungen würde, sich zu weit zurückzuziehen, so würden Monate ver­gehen können, bevor es die Offensive wieder ergreife« könnte. Während aller dieser Monate wären die westlichen Verbün­deten gezwungen, die ganze Kraft der deuffchen Stöße auszn- haltcn. So weit haben nur zwei Drittel des deuffchen Heeres gekämpft. Wenn diesmal das ganze deutsche Heer auf sie ge­worfen' wird, so wird der Anprall gewaltig. HierMr müssen sie Vorbereitunyeu treffen und jede Maßregel er­greifen, welche die Weisheit ihnen rät und die Ausrüstung ihnen gewährt.

Das neue serbische Heer

Kein weiteres Vorgehen gegen Österreich erwartet.

Br- Lugano, 26. Juli. (Eig. Drahtbcricht. Ktr. Bln.) AuS dem serbischen Hauptquartier Kragujewatsch berichtet der „Secolo": Der österreichisch-serbische Krieg

habe mit der Wiederbesetzung Belgrads um Mitte Dezember rm Grunde genommen fast aufgehört. Hier mrddaLMdetz