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Verlag Langgasse 21

„Tagtlatt-Ha-s".

«ÄNter-tzall- g-öffntt von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends.

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Anzeigen-Annadme: Für dieAdeod-Ausg. bis IS Uhr

mittag^; für die Morgen-AuSg. bis 3 Uhr nnchmiltagz. Berliner Schriftlcitnng des Wiesbadener Tagblatts

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„Tagblatt-Haus" Nr. e«50-5S.

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Sonntag, 25. Juli 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 341. ♦ 63. Jahrgang.

Unser glänzender Siegeslauf im Osten.

Die Heftungen Pultusf und Roshan genommen.

Seit dem 14. )uli 120000 Gefangene!

Der Tagesbericht vom 24. Iuli.

W. T-.B. Großes Hauptquartier, 24. Juli. (Amtlich.)

westlicher Kriegsschauplatz. Erfolglose französische Angriffe bei Souchez und Leintreq. Die schweren Verluste der Franzosen in den Vogesen.

Bei Souchez wiederholten die Franzosen auch heute nacht ihre erfolglosen Handgranaten­angriffe.

Bei den gestern gemeldeten Sprengungen in der Champagne hat der Feind nach sicherer Feststellung große Verluste erlitten. Seine Versuche, uns aus der gewonnenen Stellung zu vertreiben, s ch e it er t c u.

Südlich von Leiutrey wiesen unsere Vorposten abermals feindliche Vorstöße ab. Die in dem Bericht der französischen Heeresleitung vom 22. Juli, 11 Uhr abends, erwähnte, über die Seille geworfene starke deutsche Aufklärungsabteilung bestand aus 5 Manu, die das friitdliche Hindernis durchschnitten hatten und sich unter Verlust eines Mannes zurückzogen.

I« der Gegend von M ü n st e r fanden gestern Kämpfe von geringerer Heftigkeit statt. Nach den Ge­fechten der letzten Tage sind dort vor unserer Front etwa 2600 gefallene Franzosen liegen­geblieben.

Gastlicher Kriegsschauplatz.

Sin glänzender Sieg der Armee von veloro in Kurland.

russische Angriffe gegen die Brückenkopfstellung abge- wlcscu. Cm thüringisches Regiment zeichnete sich dabei besonders aus.

Den deutschen und österreichisch-ungarischen Trup­pen der Armee des Generalobersten v. Wohrsch und den Armeen des Generalfeldmarschalls v. Mackensen sielen seit dem 14. Juli etwa 50080 Gefangene in die Hände. Die genaue Zahl sowie die Höhe der Materialbeute läßt sich noch nicht übersehen.

Oberste Heeresleitung.

Der Feind bei Rozalin und Szadow geschlagen

und zersprengt. Gewaltige Siegesbeute. Die Festungen Koshan und pultusk erobert! vie Narewlinie damit durchbrochen. Auch dort ungeheure Siegesbeute. Nördlich der pilica die Weichsel erreicht.

. Die Armee des Generalobersten v. B e l o w siegte bei Schau len (Schawle) über die russische 5. Armee. Seit 10 Tagen ständig im Kamps, Marsch und Ver­folgung, gelang es den deutschen Truppen gestern die Russen in der Gegend Rozalin und Szadow zu stellen, zu schlagen und zu zersprengen. Der Ertrag ist seit Beginn dieser Operationen, dem 14. Juli, aus 2 7 0 0 0 G e f a n g e n c, 25 Geschütze, 40 Maschinen­gewehre und über 100 gefüllte bespannte Munitions­wagen, zahlreiche Bagagen und sonstiges Kricgsgerät angewachsen.

Am Narew wurden die Festunqen Roshan und Pultusk in zähem unwiderstehlichem An-^ st u r m von der Armee des Generals v. G a l l w i ü er­obert und der Übergang über diesen Fluss zwischen den beiden Orten erzwungen. Starke Kräfte stehe« bereits auf dem südlichen Ufer. Weiter nördlich und südlich dringen unsere Truppen gegen den Fluß vor.

In den Kämpfen zwischen N j e m c n und Weich­sel wurden seit dem 14. Juli 41000 Gefangene, 14 Geschütze, 90 Maschinengewehre genommen.

Was in Roshan und Pultusk an Krieas- gerät erobert ist, läßt sich noch nicht übersehen. — Vor Warschau fielen bei kleineren Gefechten der letzten Tage 1750 Gefangene und 2 Maschinen­gewehre in unsere Hand. — Nördlich der Pilica- mündung erreichten deutsche Truppen die Weichsel

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Näher an die Westfront von Iwangorod Zwischen Bug und Weichsel seit dem l4. Iuli 30000 Gefangene.

Von der Pilicamündung bis Kozienice (nord­westlich von Iwangorod) ist der Feind über die Weichsel zu r ü ck g e d r ä n g t. Vor Iwangorod schoben sich unsere Truppen näher an die West- fr o n t der Festung heran.

Zwischen Weichsel und Bug dauert der Kampf hartnäckig a«. In der Gegend von Sokal wurden

Ein schwedisches Urteil.

Br- Stockholm, 24. Juli. (Erg. Draihtbericht. Kt Bln.) Dre „Deutsche Tagesztg." schreibt: Der milisi rische Mltarbeitcr des „Svendska Dagbkaded" glaub dap die Absichten der kurländischen Operationen darr bestanden, an Wilna vorbei die russische Haupt m a ch i' i nt Rücken arrzugreifcn, die auf diese Wci gänzlich e i n g e sch l o ss e« würde, was einer Au gäbe eines Hindenburg würdig sei. De Russen sei zu scharf zugesctzt, um ein ähnliche Manöver machen zu können. Ihre Niederlage st gewiß. '

Das Urteil eines englandfreundlichen norwegischen Mattes.

W. T.-B. Christiania, 24. Juli. (Nichtamtlich.) Das aus­gesprochen englandfreundliche „Norwegische Handels-Schifs- iahrtsblatt" schreibt über die Kriegslage, die Moral der russi­schen Truppen müsse erschüttert sein, die von deutschen Landwehrtruppen, die zum erstenm al im Feuer waren, aus ihrer stark befestigten Stellung ohne lange Artillerievorbereitung glatt herausgeworfen wurden. Unter diesen Umständen werde es kaum lange dauern, bis Mittel- volen im Besitz der Deutschen sei und Rußland für längere Zeit auf die Defensive angewiesen sein würde, oder Frieden suchen müsse. Die Mittelmächte würden dann die Wahl haben, entweder weiter nach Osten vorzudringen oder sich mit dem g a ii z e n G e w i ch t auf den Westen zu werfen. Die Westmächte seien nicht imstande gewesen die Zeit zu entscheidenden Unternehmungen zu be- n u tz e n.

Auch Wilna von der Zivilbevölkerung schon geräumt!

B , r ‘ Zukarcst, 24. Juli. (Erg. Drahtbericht. Kt, Bln.) Nachrichten aus Petersburg zufolge wird auc der Bezirk Wilna von der Zivilbevölkerung aeräum, Bcrerts ein Drittel ist abgeschoben worden.

Die „Times" über die schlimmsten Befürchtungen.

Kopenhagen, 23. Julü (Ktc. Bln.) Die „Tin,es" meld- auS Petersburg: Die Russen haben zwar das letzte Wort vo Warschau noch nicht gesprochen, aber vom ganzen Land wird das Scblimmfte befiirchtet, nämlich der Fall Warschau- Der nrilitarische Mitarbeiter der „Times" schreibt- D:e «<m auf der russischen Front ist sehr ernst, doch soll das w.ssisch Heer, das Mackensen gegenüberstcht, aas bewährten Truppe, bestehen und hartnäckigen Widerstand bieten.

wie die Russen beim Rückzug im eigenen < Lande hausen.

Forttreibung der Zivilbevölkerung. — Plünderung durch die Kosaken. ,

W. T.-B. Wien, 24. Juli. (Nichtamtlich.) Aus dem Kriegsprefiequartier wird gemeldet: Die Truppen der Ver­bündeten finden beim Vordringen in russisches Gebiet vielfach einzelne Gehöfte, oft auch ganze Ortschaften leer an Bewohnern, die Häuser ausgeplündert und ver­wüstet. Aus der Vernehmung der Gefangenen ergibt sich, daß dies planmäßig auf Anordnung der militärischen Behörden geschieht. Etwa zwei Tage bevor die russischen Truppen im Rückzug den Ort verlassen, werden sämtliche Bewohner aufgefurdert, sich beim Gemeindevorsteher Aus­weise anfertigen zu lassen, die ihnen als Legitimatio-n dienen sollen. Auf Grund der Ausweise, welche jeweilig für eine Familie unter namentlicher Anführung aller Mitglieder ausgestellt äverden, soll im Hinterland Unterkunft und Ver­pflegung gefck,affen werden. Vieh und Getreide sind mit- znnehmen. Den Bauern, die d,e Scholle begreiflicherw, nur ungern verlassen, wird bedeutet, daß all dies nur ans Fürs»«ge der Regierung geschehe, da die V e r b ü n txt e n jeden russischen Untertan ermorden und sein Haus nieder­brennen. Sind die Bewohner mit den Linientruppen abge­zogen, plünd-ern die Kosaken und rauben oder zer­schlagen die Habseligkeiten, welche die Besitzer nicht mitneh­men konnten, und zünden die Häuser an, wenn sie die An­näherung der verbündeten Truppen zur Flucht zwingt.

Die bedingte Einberufung der Duma.

Br. Wien, 24. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bin.) Die Korrespondenz „Rundschau" meldet aus Petersburg: Die

Regierung war bereits entschlossen, die Duma nicht einzu- berufen und hatte auch die Genehmigung des Zaren einge- holt, dem man versicherte, daß keinerlei Grund zu Be­sorgnissen wegen der von ihm befürchteten Gärung vorhanden sei. Schließlich aber zeigte sich der Mirristerrat doch genötigt, die Volksvertretung zu versammeln, nachdem sie sich von den Parteiführern nach stürmischer Konferenz hatte versprechen lassen, daß in der Dumatagung keinerlei Erörterungen stattfinden würden, die die Unzufriedenheit des Volkes nähren oder gar die innere Lage Rntziands als bedrohlich hinstellen würden. Daraufhin hat Goremykin im Namen des Ministerrates die Parteiführer verständigt, daß, falls die Debatte in der Duma einen der Regierung unerwünschten Charakter annehmen sollten, unverzüglich mit der Auflösung vorgegangen würde. Die Abgeordneten sind trotzdem entschlossen, sich nicht abschrecken zu lassen und werden in loyaler Einkleidung und unter Wahrung der patriotischen Pflichten des Volkes die Notwendigkeit zur Fortsetzung des Krieges betonen und eine scharfe Kritik an den be­stehenden Mißständen üben.

Vom Programm der ersten Dumasitzung.

W• T.-B. Kopenhagen, 24. Juli. (Nichtamtlich.) „R u ß- koje Slowo" schreibt: In der ersten Dumasitzung am

1. August wird außer Ssasvnow auch Goremykin, der Fi­nanzminister Bark, der Kriegsmrnister Polimanow und der Marineminister Grigorowitsch sprechen. An den näcUten Tagen nach der Eröffnung soll eine gemeinsame Sitzung der Negierung und des Seniorenkonvents stattfinden. Eine voll­kommene Militarisierung der Munitionsfabriken soll durch Gesetz beschlossen werden. Techniker und geübte Arbeiter werden von der Front zurückgezogen und zur Aus­übung des Militärdienstes in die Fabriken geschickt. Der Kampf gegen die Miets - Verteuerung in den Haupt­städten soll durch ein Gesetz ausgenommen werden.

3um 25. Juli.

Eine Erinnerung.

1.0. Von befreundeter Seite schreibt man uns: Der 25. Juli 4914 kann als der eigentliche Beginn des Krieges bezeichnet wenden. Es war dies der Tag. an dem das am 23. Juki 1944 von Österreich-Ungarn über­reichte Ultimatum von Serbien abgelehnt und daraufhin der österreichisch-ungarische Gesandte aus -Belgrad abberufen wurde, Der Tag war in ganz Österreich mit fieberhafter Spannung erwartet worben; in den Wendsrunden löste sich dann der Bann, als die telegraphischen Nachrichten einliefen und es nunmehr klar wurde, daß die Würfel im Sinne des Krieges- ge­fallen waren — des Krieges zunächst mit ©er&gt,