Verlag Lauggasse 21
„Tagblatt-Haus".
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mittos«; für die Morgen-Ausg. bis 3 Uhr nachmittags. Berliner Schriftleitung des Wiesbadener Tagblatts
12 Ausgaben.
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„Tagblatt.Haus" Nr. «650-53.
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Samstag, 24. Juli 1915.
Oer Urieg.
ver österreichisch-ungarische Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 23. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 23. Juli, mittags:
Russischer Rriegsschauplatz.
Oie fortschreitenden Angriffe der Verbündeten zwischen Bug und Weichsel. Vas Vordringen am westlichen weichsellaus gegen Iwangorod.
Die Kämpfe in Südpolen, in Wolhynien und am oberen Bug nehmen ihren Fortgang. Gegen die Bugstrecke Kamionka - Strumilowa - Krystyno- Pol-Sokal, an deren Ostufcr wir uns einige brückenkopr- artige Stellungen eingerichtet haben, setzte der Feind sehr starke Kräfte ein. Er arbeitete sich an einzelnen Punkten bis auf 300 Schritt an unsere Schützengräben heran. Anderseits kam cs zum Ha n d g e m e n g e. überall wurden die Rüsten unter großen Verlusten zurückgcworscn. Südöstlich Sokal nahmen bei einem kühnen Flankeustoß das Feldjägerbataillon K-pal Nr. 10 3 russische Offiziere und 342 Mann gefangen.
Nordwestlich Grubieszow gewannen deutsche Kräfte bedeutend Raum. Zwischen der B i st r i z a und der Weichsel warfen die Truppen des Erzherzogs Joseph Ferdinand den Feind auf Belzyce und über Wronow zurück.
Westlich der Weichsel, von der P i li c a m L n d u n g aufwärts, sind die Verbündeten bis an den Strom und den Gürtel von Iwangorod herangcrückt. Bei Kozinrcc kämpfen unsere Truppen noch mit feindlichen Nachhuten.
An den anderen Teilen der Front ist die Lage im allgemeinen unverändert.
Italienischer Kriegsschauplatz:
Oie Schlacht im Görzischen noch nicht abgeschlossen. Abgeschlagene italienische Angriffe auch gegen Peteano-Sdraussina. Auch im Rrn- gebiet und am Monte piano die italienischen Angriffe gescheitert.
Die Schlacht im G ö r z i s ch c n ist noch immer nicht abgeschlossen. Gegen den Görzer Brückenkopf unterhielten die Jtalicner gestern ein mäßiges Artilleriefeucr. Ein Angrif' auf dem Monte Sapotino wurde abgeschlagen. Im Borfelde von P o d g o r a liegen Hunderte von Feindes.
Ieichen. Unsere Truppen haben die ursprünglichen Stellungen des Brückenkopfes ausnahmslos in Besttz. Bei der Abwehr der zahlreichen feindlichen Stürme zeichnete sich die dalmatinische Landwehr neuerdings besonders aus. Am Rande des Plateaus von Doberdo wird weitergekämpft. Gegen den Abschnitt Pcteano. Sdraussina setzten die Italiener in der verfloffenen Nacht drei Angriffe, die abgcwiesen wurden, an. Ebenso mißlang ern Versuch des Gegners, sich zwischen Sdrauffina und Polazza »äh er an unsere Gräben heranznarbeiten. Auch neuerliche Vorstöße des Feindes bei Selsz, Bermegliano und gegen den Monte Kosisch waren gleich allen früheren vergeblich.
Am mittleren I sonzo fanden nur Geschützkämpfe statt.
Im Krn gebiet wiesen unsere Truppen gestern, dann nachts und heute früh Angriffe ab.
Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet hat sich nichts Wesentliches ereignet. Ein Nachtangriff der Italiener aut bcn M o n t e P i a n o scheiterte. Das Artillcriefeuer hielt an mehreren Stellen an.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Hofer, Feldmarschatleutnant.
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Der russische Generalstabsbericht.
vvr Warschau und Jumnnorod zugestanden.
_ W * £*?;,■ Petersburg, 23. Juli. (Nichtamtlich.) Generalitabsderkcht.
In Gegend Schau! en stündliche Truppenan- Häufungen auf den Straßen westlich der Chaussee Mitau-Schaulen. In Gegend jenseits des Nfemen am 21. Juli erbitterte Kämpfe am Jeffiafluß, südwestlich Kowno. An der Narewfront nt Gegend des Brückenkopfes Rosany erbitterte Kämpfe. Bei den Dörfern Mrotschka, Kawka säbelten die Kosaken bei erneni fchnerdrgen Gegenangriff eine ^deutsche Kompagnie nieder. Auf dem linken Weichfelufer habw unsere Truppen die Front Blonie-Nadarzyn und die vorgeschobenen Stellungen von Jwango- rod mne. Der Kampf zwischen Weichsel und Bug nahm am 21. Juli neuerdings den Charakter großer Erbitterung an. Der Feind versammelt seine Hauptkräfte in den Richtungen Balgitze, Trcürmiki Wojstabwitzi, Grnbeschow; manche Dörfer und Hohen wechseln oftmals den Besitzer. Am Bug erbitterte Kämpfe von Krylow bis Dobrotwor auf breiter Front Flußaufwärts von Sokal säuberten wir das rechte Bugufer vom Feinde und machten tu dem Dorfe Poturzkce uaaeWr 1560 GeianaevL. >
Morgen - Ausgabe.
Die Aufregung in Riga.
Br. Stcckholm, 23. Juli. (Erg. Drcchtbevicht. Ktr. Bin.) Aus Riga wird depeschiert: Der VcrtehrSPlan der 14 Extra züge nach Petersburg ist wieder aufgehoben, offenbar wegen Wagenmangels. Infolgedessen ist die Stadt überfüllt» weil unzählige Flüchtlinge der Beförderung harren. Unter den Letten und Russen herrscht eine ungeheure Erregung. Fast sämtliche Ausländer und viele Balten sind verhaftet. Die russischen Zeitungen siedeln von hier nach Reval über. Die lettischen Blätter stellten ihr Erscheinen ein» nur noch die beiden deutschen Zeitungen kommen heraus.
Die „fehlenden Fortschritte" der Zentralmächte im Dsten.
Wie der »Zemps" sich und seine Leser „ermutigt".
W. T.-B. Paris, 23. Juli. (Nichtamtlich.) Der „Temps", der seit einiger Zeit seine militärischen Betrachtungen der Operationen an der Ostfront auf das Mindestmaß beschränkte, tröstet heute die Leser folgendermaßen: Die Russell sind zurückgewichen, dies ist unbestreitbar, aber es ist gur, sich die Lage ihrer Armeen Ende August 1914 zu vergegenwärtigen. Abgesehen von den Korps, welche in O st - Preußen eindrangen und sich zurnckziehen mußten, ist die Front beider gegnerischen Armeen heute genau dieselbe wie damals. In elf Monaten haben die Zentralmächte m Wirklichkeit keine Fortschritte gemacht, trotz der Zahl der Soldaten, welche sie in heftigsten Schlachten opferten. Wir würden es gewiß v o r z i e h e n/wenn der Feind auf der F-ucht wäre, aber die Feststellung, welche wir soeben machten, ist deshalb nicht weniger ermutigend.
Die Bedeutung von Rrarnostaw.
Franz Molnar schreibt in der Ofen-Pester Tageszeitung „Az Est": Der richtige Wegweiser für den Vormarsch der verbündeten Armeen ist der Einmarsch der deutschem! Truppen in Krasnostaw. Diesen Ort hat unlängst, als er noch in russischem Besitz war, der Militürschriftsteller einer eniglischen Zeitung dem Schlüssel von Lublin und Cholm genannt, wobei er die russische Aruteeleitung mit dem größten Lobe bedachte, die Krasmostaw als dvn Stützpunkt der Lublin-Eholmer Eisenbahn und als das Herz der Lem- berg-Lubliner Straße gegen alle Angriffe verteidigte. Dies ist Wahl eine genügende Erklärung für die Größe des Er- folges. Die Einsetzung der Sibirier, der bestem Truppen, über die Rutzkand noch verfügt, beweist übrigens, daß auch die russische Heeresleitung Krasnvstaw die vom dem eniglffchem Mititärschriftstelter betonte Bedeutung beigemessen hall
Eine neue Ehrung für Hindcnburg.
Der Großherzog von Oldenburg verlieh dem Generalfeldmarschall v Hindcnburg das Großkreuz des HauS- und Verdienstordens mit goldener Krane und Schwertern.
Ehrendoktor v. Woyrsch.
W. T.-B. Breslau, 23. Juli. (Nichtamtlich.) Die „Schlei. Volksztg." erfährt: Generaloberst v. Woyrsch wurde von der philosophischen Fakultät der Universität Breslau zum Ehrendoktor ernannt.
Lodzer Arbeiter in Deutschland.
In >der Woche vom 11. bis einschl. 17. Juli sind durch das Arbeitsamt des Kaiserlichen Polizeipräsidiums in Lodz ftir 1196 Familien von im Deutschland beschäftigten Arbeitern 15 045,84 M. Lohnanteile bezahlt worden. Insgesamt wurden seit 14. Mai 74 704,86 M. ausgezcchkt. 108 Famrktem, deren- in Deutschland tätige Versorger di- Lohnanteile noch nicht überwiesen hatten, erhielten zusammen 814 M. zur Linderung ihrer Notlage als Unterstützung aus der Kasse de8 Arbeitsamts.
Tfchervowitz-Lemberg.
Tschernowitz, 22. Juli. (Ktr. Bln.t Die direkte Zugver- bindumg Tschernowch-Lemberg ist seit gestern wiederhergestellt Der erste Zug verließ gestern Lemberg, ebenso ist ein Zug vou dort hier amgekommen. Ans der Tschermowitzer ekektrischon Straßenbahn versehen Studenten der Theologie die Kon- dutteurdieiwste. Die Postdirektion .und die Bahnbetviebs- direktion, die seit dem 25. August 1914 in Klausenburg und zuletzt im Dorum ihrem Sitz hatten, kehvon morgen nacb hier zurück.
vom französisch-belgische» Kriegsschauplatz.
Vas erfolgreiche Vorgehen gegen die Drückeberger in Frankreich.
W. T.-B. Paris, 28. Juli. (Nichtamtlich.) Der „Temps" berichtet: Die scharfen Maßregeln zur Feststellung der dienstfähigen Mannschaften, die sich dadurch der Dienstpflicht entzogen haben, daß sie sich nicht in die Stammrolle ein- tragen ließen, hatten ein ausgezeichnetes Ergebnis. Alle Männer, die ihrem Alter nach militärpflichtig sein können, werden noch aufderStraße angehalten, und zur Vorlage ihrer Papiere genötigt. In der Jahresllaffe 1916 im Militärgouvernement Paris sind allein über 1000 nicht eingetragene Männer festgestellt worden. Die Gesamtzahl der nicht eingetragenen wird ans über 10 000 gejchätzll i
Nr. 339. ♦ 63. Jahrgang.
selbständigen Vornahme allgemeiner Requisitionen einzelner französischer Ministerien.
WL T.-B. Paris, 23. Juli. (Nichtamtlich.) Agence Havas. Auf Ansuchen Millerands verschob die Kammer gestern die Debatte über den Gesetzentwurf, betr. Berechtigung des Kriegsminisieriums, des Marineministeriums und des Kolonialmimsteriums zur selbständigen Vornahme allgemeiner Requisitionen. Sie nahm den Gesetzentwurf über die Anmeldung für Metalldrehbänke, hydraulischen Pressen und Dampfhämmer in Fabriken, Werkstätten usw. an. Unterstaatssekretär T h o m aS erklärte auf verschiedene Anfragen, die durch die Anzeigepflicht ermöglichte Zählung gestatte eine bcsse« Ausnützung aller Betriebe. Die Jndustrieabteilung des Kriegsministeriums erhalte jetzt täglich 6- bis 700 Anfragen Industrieller; jede Anfrage benötige eine Untersuchung. Der Vorteil des Gesetzentwurfes liege in de- besseren Organisation zwischen Industriellen, Pro- duzenten und Abnehmern in diesem Falle dem Staat, und ohne Inanspruchnahme von Zwischenagenten. — Der Senar begann dre Erörterung des Gesetzentwurfes, betr. ein Verbot des Handels mit Deutschen, Österreichern und Ungarn.
Dcsclaux für zurechnunsfähig erklärt.
, u Lv°n, 23. Juli. (Nichtamtlich.) Der „Nouvel.
liste ^ meldet aus Paris: Der ehemalige Heereszahlmeister De-claux, der wegen großer Unterschlagungen verhaftet U f ‘!V pater s.emen Geisteszustand untersucht wurde, ist für nicht geistesgestört befunden worden, infolgedessen wurde er aus der Heilanstalt entlassen und in das Ge. fangenlager zuruckgebracht und wird demnächst degradiert
btafy toerfen &U ^ UI18 ® tra ^ e in eine Provinzanstalt ge-
Der Krieg gegen England.
Widerstände gegen eine Vertagung des * englischen Parlaments.
Amsterdam, 23. Juli. (Eig, Drahtbericht. Ktr. Bln.t Der Vorschlag des Ministerpräsidenten Asquith, das Par- Tt 6 °^ r 7 Wochen zu vertagen, hat ->:r pLimes zufolge unter dem Mitgliedern des Hauses starke Beunruhigung heworgerufen. Die Oppositirm hingegen zeigte sich bereits am Mittwoch^ und dem berschiedenM werd-or^^^^ «dürften bereits heute Proteste eingpfjanfoigi
Aus dem Oberhaus.
Tic täglichen Kriegskosten Englands.
W.T.-B. London, 23. Juli. (Nichtamtlich.) Lord Devonport ebbat >m Oberhaus eine Statistik über die Zahl der Berheiratetqu in der Armee und bemängelte die Verschwendung, die m den UnterhaltumgStosten der Soldat en fr au em liege. Er sagte, bis zuin Emde des Jahres werden die täglichen Kriegs kosten eher 4 als 3 Millionen Pfund Sterling betragen. England gibt drei Pfund dafür aus, wofür Deutschland mit einem Pfund coustommt. Kann sich das England leistem? Jn^ Deutschland gibt es keine Verschwendung. — Lord Newkon gab die ungefähre Ziffer der Verheirateten in der Armee aus 843 000 an, die Unterhaltungskosten für die Soldatenfrauen seit Beginn der Mobilisierung gab er aus 25 Millionen Pfund an.
( Aus tem englischen Unterhaus.
Amerikas weitestgehendes Entgegenkommen in der Frage der Bewaffnung der englischen Handelsschiffe. — Friedensanfragen an Asquith und allerhand andere Anfrage».
IV. T.-B. London, 23. Juli. (Nichtamtlich.) Lord Robert Cecil sagw aus eine Anfrage im llntechauS über die Bewaffnung der Hamdelsschiffe, daß die amerikanische Regierung gewisse Regeln aufgestellt habe, die ftir Bertei- bigumgszwecke bewaffneten Handelsschiffen erlauben (!), amerikanische Häfen anzulaufen. In jed:m Falle sei eine unabhängige amtliche Untersuchung erf-wderlich Der Nachweis müsse geliefert werden, daß die Bewaffnung nur zur Defemsive, nicht zu offensiven Zwecken gebraucht werde. — Tennand sagte auf eine Anfrage, der Kriegssekretär werde erwägen, ob es rorteilhaft für die Armee sei, dcrn Rest des ursprünglichen Expeditions- k o r p s vor den Dardanellen zwei oder drei Monate Ruhe zu gönnen, angesichts der iZahl neuer Truppen, dir an die Front zu gehen belieben. — Highan (lib.) fragte den Munitionsminister, wer dafür verantwortlich sei, daß gewisse britische Zünder 32 Unzen Bronze erzieltem gegen 414 Unzen in den französischen Zündern, so daß die Deutsch'en von jedem britischen Geschoß 2 Pfund Bronze gewrundn ulnd daraus acht eigene Zünder Herstellen können. — Ten n a n d bat Higham, seine Frage zurü ckzuz ieh en, da eine Amt- wort im öffentlichen Interesse nicht erfolgen könne. — Higham wollte eine neue Frage stellen, aber der Sprecher gestattete es nicht. — B h l e s fragte, ob Asquith genauer die wesentlichem Ziele bezeichnen wolle, für die Eng. land Krieg führe, in der Hoffnung, daß eine Intervention friedlicher Einflüsse die Erreichung dieser Ziele durch andere Mittel herbeiführen möchte als durch die Fortsetzung des Krieges. — Asquith erwiderte aus Liese Frage, er habe die Ziele so deutlich, als er Lermochtc, in seinen Reden bei Beginn des Krieges und mamLntlich im der Gmild-Hall- Rede am 9. November angegeben. — Snowden fragte, ob in Deut sch land urcher dem SoziccldemokratLU eine ft ar k e
