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Verlag Lnnggasse 21

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„Tagdlatt-HauS" Nr. SK50-S3.

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Mittwoch, 21. Iuli 1915.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 333. * 63. Jahrgang.

Nadom besetzt.

fortlaufend genaue und vollständige Berichte von den Kriegsschauplätzen an alle ruf fischen Gemeinden zur allgemeinen Kenntnis ver­senden soll.

Stach einem vom Kriegs rat bestätigten BeMusfe des russischen Ministerrats werden alle im Jahre 1896 Geborenen nunmehr in den Militärdienst eingestellt. Ein weiterer Beschluß des - Kviegsrats schreibt vor, daß alle jungen Leute, die bis Mitte Dezember 1914 in die Artillerieschule ausgenommen worden sind, am 28. Juli als Unterleutnant an die Front abzugehen haben.

wiederholt, das Zurückfluten ihrer Truppen aufzuhalten und nahm überall, wo das Terrain es möglicb machte, den Kampf von neuem auf. Me deutsche Südarmee erkämpfte sozusagen jeden Schritt in blutigen Kämpfen. Me Russen zogen sich ni e dorthin zurück, wo sie es geplant, sondern wohin sie mutzten. Me zurückeroberten Gebiete verraten schon auf den ersten Blick, welch blutigen Preis man für sie gezahlt hat. Nicht nur die verhältnismäßig nahe aneiinanderliegenden Kampslinlien zeugen van dem zähen Widerstand der Russen, sondern auch die vielen zerstörten Städte und Ortschaften. Survtonv und Zydazcow liegen rn Trümmer, Rohatyn ist wie von dem Boden verschwunden.

Der österreichisch - ungarische Tagesbericht.

W■ T.-B. Wien, 20. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich ver­lautet vom 20. Juli, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz, wachsende Gefangenenzahl bei der Verfolgung zwischen Weichsel und Bug. Die Bezwingung der Jlzanüalinie.

Zwischen der Weichsel und dem Bug sind gestern die verbündeten Armeen in der Verfolgung des weichenden Gegners über das Schlachtfeld der letzten Tage hinaus- gerückt. Bei den am Erfolg hervorrasend beteiligten Trup­pen des Feldmarschalleutnants v. Arz wuchs dir Zahl der cingebrachten Gefangenen auf 50 Offiziere und 3500 Mann. Auch bei Sokal brachten unsere Truppen über 3VÜV Ge­fangene ein.

Westlich der Weichsel haben unsere Verbündeten in heldenmütigem Ringen den russischen Widerstand an der I l z e n k a gebrochen. Südlich und westlich von Radom bestanden österreichisch-ungarische Regimenter heftige Kämpfe. Siebenbürgische Infanterie stürmte den Ort K o st r z h n. Radom wurde heute vormittag von unseren Truppen besetzt.

In O st g a l i z i e n ist die Lage unverändert. An der Grenze zwischen der Bukowina und Beffarabien wurde eine russische Brigade überfallen und versprengt.

Italienischer Kriegsschauplatz: wieder erfolglose italienische Angriffe im Görzischen und bei voberdo. Anhaltende ArttlleriekSmpfe an den anderen Stellen der Front.

Die Schlacht im Görzischen dauern fort. Die italie­nischen Angriffe, die sich nun mit großer Heftigkeit auch gegen den Görzer Brückenkopf richteten, hatten am gestrigen Tage und in der Nacht auf den heutigen wieder kein Ergebnis. Nach starker, bis Mittag währenden Be­schießung des Brückenkopfes durch die feindliche Artillerie ging die italienische 11. Infanteriedivision mit betrunte- nen Truppen zum Angriff gegen den Abschnitt von Podgrod vor. Der Feind drang stellenweise in unsere Stel­lungen ein, wurde aber wieder hinaus geworfen. Nach neuerlicher Artillerievorbereitung erfolgte um 4 Uhr nach­mittags ein zweiter Angriff, der um 8 Uhr abends gleich­falls abgeschlagen war.

Um den Rand des Plateaus um Doberdo wird e r - bittert weiter gekämpft. Gestern nachmittag schlug tapfere ungarische Landwehr einen starken Angriff gegen ihre Stellungen bei S t r a u s - i n a zurück. Auch drei weitere Massenangriffe der Italiener brachen hier zusammen. Ebenso scheiterten gegen den südwestlichen Plateaurand von Polazzo, Redipuglia, Bermigliano herange- führte Vorstöße, sowie ein Angriff auf den Rio n t e H o s i s, nördlich Monfalcona. Der in seine Stellungen zurück­flutende Feind erlitt überall schwere Verluste.

Die Artilleriekämpfe am mittleren I s o n z o, im K r n - gebiet nnd der Kärntner Grenze halten an. Im Raume nördlich des 51 r n wurden zwei heftige Angriffe der Alpini abgeschlagen. In den bereits erwähnten heftigen Gefechten in der Krcuzberggegcnd verloren die Italiener über 200 Mann an Toten und etwa das Doppelte an Verwun­deten. Demgegenüber beträgt dort unser Gesamtverlust 42 Mann.

Die Stellung südlich Schluderbach wurde von unseren Truppen wieder zurückgewonnen. Ein neuer­licher Angriff schwächerer italienischer Kräfte auf dem Col di Lana mißlang wie alle früheren.

Der Stellvertreter des Ehefs des Gencralstabs. von Höser, Feldmarschalleutnant.

Die Unsicherheit in Warschau für die Ruffen.

Fortgesetzte Anschläge auf die Eisenbahnen!

Berlin, 20. Full. (Ktr. Bln.) Die „B. Z." meldet aus Krakau: Aus Pctrikau wird berichtet: Fortgesetzt wiederholen sich die Anschläge auf die Eisenbahnen um Warschau. Nach 8 Uhr abends darf sich in Warschau ohne besondere Be­willigung niemand mehr auf der Straße zeigen. Einer be­sonderen Bewilligung bedürfen auch Reisende, die Warschau passieren.

Die Rusien wollen die Wahrheit wiffen!

Die Einstellung der Neunzehnjährigen.

Br- Petersburg, 20. Juli. (Eia. Draihtlbericht. Ktr. Bln.) Wie auf Verabredung beklagt sich die russische Presse aller politischen Richtungen über die Regie­rung und das große Hauptquartier, daß es versäume, das russische Volk über die wirklichen Vorgänge auf dem Kriegsschauplätze zu informieren. In Duma­kreisen besticht die Absicht, von der Regierung die ^Haftung einer Zentralin stanz zu verlangen, die unter Hinzuziehung von Vertretern der Duma

Oer zähe widerstand der Ruffen bei der großen Offensive.

Li-. Berlin, 20. Juli. (Erg. Trahtbericht. Ktr. Bln.) Über die Aussichten der Offensive in Polen telegraphiert der Be­richterstatter des „L.-A.": Die Abdrängung des Feindes von o st ga l i z r s ch e m Boden geht Hand in Hand mit dem Raum­gewinn der Verbündeten in Russisch-Polen östlich und letzter Zeit sogar westlich der Weichsel. In Anbetracht des hohen Einsatzes, um den gerungen wird, setzte der Feind alles daran, um den Verbündetem möglichst viel Abbruch zu tun und um Zeit zu gewinnen, die östlich von War­schau und Jwamgorod befindlichen Widerstandszemren nachhaltig instand zu setzen. Der von der Natur und von deni Feind geschaffene Widerstand muß hoch einyeschätzt werden, so daß selbst unter günstigen Umständen Wochen vergehen können, ehe die von den Verbündeten erreichten Ziele ein Nachlassen in den operativen Anstrengungen gestatten werden.

Italien und die Offensive im Osten.

Genf, 20. Juli. (Ktr. Bln.) Die italienische Presse ist über die Ankündigirng der russischen Offensive im Osten voll­ständig verwirrt. Der „Corrrere della Sera" nennt den Plan idealistisch und grandios, mutz aber natürlich seinen Erfolg bezweifeln. Die italienische Presse scheint die Niederlage Rußlands für sicher zu halten, hofft aber ans «ine Wiederholung der Ereignisse in dem napoleomschen Feldzug. Die russische Botschaft in Rom hat sich bitter über den täglichem Abdruck der Generalstabsberichte der Mittel­mächte beklagt und den Versuch gemacht, für den neuen Abschnitt des Krieges ein Verbot des Albdrucks in Italien zu , erwirken. , „

von den Kämpfen an der Onjestrlinle.

Br. Berlin, 20. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Den, „B. T." wird aus Strip berichtet: Der Abschnitt der Dnjcstr- linie zwischen Zhdazcow und Surawno zeigt überall, welch heftige Kämpfe dem angeblich strategischen Rückzug der Russen vorausgingen. Die russische Heeresleitung versuchte

Der Erzengel Michael für Nikolai Nikolajcwitsch.

Haag, 20. Juli. lKtr. Bln.) Reuter meldet aus Peters­burg: Der Bürgermeister von Moskau und zwei Mitglieder des Gemeinderats sind zur Front abgereist, um dem Groß- fürsten Nikolajewitsch ein Bild des Erzengels Michael anzubieten.

Gefangenenlager-Besichtigung in Deutschland und Rußland.

W. T.-B. Kopenhagen, 20. Juli. (Nichtamtlich. Ritzausches Bureau.) Vor eitriger Zeit erhielt das dänische Rote Kreuz vom Noten Kreuz in Petersburg die Aufforderung, Verhand­lungen mit Berlin darüber einzuleiten, daß ein Abgesandter des dänischen Rotem Kreuzes, wenm möglich in Begleitung! einer barmherzigen Schwester, die Kriegsgefangenen­lager in Deutschland, in denen sich Gefangene russi­scher Nationalität befinden, besuchen dürfe. Das preußische Kriegsministerium stimmte der Anregung zu unter der Be- dingung, daß gleichzeittg ebensolche Abgesandte die deut­schen Kriegsgefangenenlager in Rußland be­suchen, und zwar sollten wegen der Ausdehnung Rußlands dorthin drei Abgesandte geschickt werden. Das russisch^ Kriegsministerimn nahm dem Vorschlag an unter der Be­dingung, daß auch nach Deutschland drei Abgesandte ge­schickt werden. Da das preußische Krivgsministerium damit einverstanden ist, wird der Plan nunmehr durchgeführt.

Eine Anhänglichkcitserklärung der Pole» in der Donaumonarchie.

W. B. Wien» 20. Juli. (Nichtamtlich.) Im der par­lamentarischen Kommission des Polenklubs hat Reichö- rotsabgeordneter Glabinski eine Erklärung abgegeben, in der er seststellt, daß die polnisch-nationale Partei stets im Dienste der polnischen Nationalidee gestanden hat unter Wahrung der im Parteiprogramm ausgefprochemien vollen Loyalität gegenüber der Dynastte und der österreichisch» ungarischen Monarchie. Die Partei sei niemals mit Faktoren umd Elementen in irgendeine Verbindung getreten, welche die, polnische Nation unterdrückt haben oder der MorypochM