Nr. 335._ Freitag, 16. Juli 1915.
demselben Weg wieder auf meine damaligen Bekannten mit denselben Sün-dengesichdern und gleichem Schicksal. Nach meinen bei dem betreffenden Förster eingezagenen Erkundigungen stellte sich dieses Manöver als Schfoindcl und ein die Güte des Spaziergängers mitzbvc m chender Streich hevauL. Mögerr diese Zeilen dazu dienen, andere Leute zu informieren und d:e deutschen Farstbsamtrn vor dem Vorwurf der „halüba- rischen" Handlungsweffnl zu betoahren.
— Kleine Notizen. Die Volkslese Halle. Hellmund- strassc 45. 1. bleibt während der Schubferren Sonntags geschlossen. — „Sei Fürst Bismarck tn Friedrichs- ruh" heisst der Titel eines Schristchens. das einen Vorira« i'ber d-e Maienfahrt der Schleswig-Holsteiner zu dem acht- zrgjäbrilgen Msmarck enthält, den der Verfasser Professor Rein hold Macke in Wiesbaden, ebemaliger Vorsitzender des Nordmarkvereins, am 1. Mai 1915 im Wiesbadener Philologcn- vcrein gehalten bat.
*
Israelitischer Gottesdienst. Israelitische KultuS- gemeinde. Synagoge Michclsberg. Gottesdienst in der Hanptsynagyge: Freitag: abends 1% Uhr, Sabbat: morgens 8% Uhr nachmittags 3 Uhr. abends 9.25 Uhr Wochentage: morgens 7 Uhr, abends 7Va Uhr. Die Gemeindebibliothek ist geöffnet: Dienstagabend von 8 bis 10 Uhr.
Alt-Israelitische K u 11u s g e in e i n d e. Synagoge: Friedrichstrabe 33. Freitag: abends 7Vi Uhr, Sabbat: morgens 7% Uhr. Muffaph 9% Uhr, Borrrag 101h Uhr. imch Mittags 4 Uhr. abends 9.25 Uhr. Wochentage: rnorgens
6% Uhr. abends 7% Uhr. Montag: nachmittags 6 Uhr,
abends 9% Uhr, Tischo b'Av: morgens Uhr abends 7% Uhr.
Talmud Thora-Verein Wiesbaden, Nero- slratze 16. Sabbat-Eingang 8 morgens 8.30. Mussaph 9.30, Mtncha 5 45, Ausgang 9 25. Wochentags: morgens 7. Mincha und Schiur 8.15. Maarif 9.25. Dienstag: abends 8.
Aus dem vereinsleben.
Vorberichts, Vereinsversammlnngen.
* Die Kommission für Kriegsfürsorge der „Mittel- standsvereinigung für Mitteldeutschland" (Sitz Wiesbaden) hielt am 13. Juli ihre 25. Sitzung ab. Der Vorsitzende verlas zunächst eine Depesche des Vorstands- mtgliedes Major Ernst Simons-Kassel, in welcher die Tätigkeit der Kommission und des Vorstandes anerkannt tvurde. Es waren eine grosse Anzahl von Bittgesuchen um Unterstützung ctngegangen. den Gesuchstellern konnte sämtlich eine Anweisung für Bedürfnis artikel gegeben werden. Die Schaffung einer Witwen- und Waiferunkerstützungstasse für die Zurückgebliebenen der Mitglieder ist gesichert. Der Lebens, mittelwucher kam zur Sprache; es wurde bedauern biss unser Markt Ni einer ausgesprochenen „Börse." geworden ist, dass der „Mammon" über Vaterland und Mannesehre steht. Es sei die höchste Zeit, dass die Behörden hier mit eiserner Faust eingreifen. Den vielen Beschwerden liber die fliegenden Händler konnte die Kommiffion nicht näher treten, da nach dieser Seite mehr wie genug geleistet wurde, und das für Leute, die ebenso wie andere nur das „Geschäftchen" im Auge haben.
Kii§ dem Landkreis Wiesbaden.
ei. Hochheim, 14. Juli. Die hiesige Ortskranfen- k a s s« wählte an Stelle d«S wegen Wegzugs aus dem Vorstande ausgeschiedene^i Kaufmanns Heinrich Horne den Schneidermeister Heinrich Schäfer zum ersten Vorsitzenden. — Der Flug her Sau erwummo t t e hat begonnen. Leider tritt dieser Schädling in diesem Jahre sehr stark auf. Der Bekampfungsausschuss hat darum angeordnei, dass morgen allgemein das Bespritzen der Weinberge gegen den Sauer- tvurm zu beginnen hat. Da es an Arbeitskräften fehlt, sind Knaben der oberen Schulklassen beurlaubt worden.
Wiesbadener TagblaN.
Provinz Hessen-Nassau.
Kegierungsdezirtt Wiesbaden.
ui. Geisenheim a. Rh., 14. Juli. Die Villa des Herrn Dr. Schäfer an der Rüdesheimer Landstraße hier, die gegenwärtig nicht bewohnt ist. da der Bescher sich im Felde befindet, wurde in einer der letzten Nächie do» Spitzbuben heimgesucht. Die Einbrecher haben die Belten benutzt, sich die Vorräte angeeignet, denn in der Küche lagen allenthalben geöffnete Konservenbüchsen umher und habeil sich auch am Seit gütlich getan, wie die mrcherstehenden leeren Scckt- flaschen bewiesen. Was sonst noch von der werrvollen Einrichtung fehlt, war nicht festsustellen, da der Besitzer eben nicht anwesend ist.
Regierungsbezirk Rassel.
es. Kassel, 15. Juli. Der Eröffnungsakt der „Aus- st e l l u n g für Verwundeten- und K r^a u k e n- f ü r sorg e im Kriege" am Samstag, ocu 17. Juli, vormittags 11 Uhr, wird im Hörsaale des AuSstelluirgSgebäudes (Landesmuseum. Kassel. Wilhelmshöher Platz) stattfinden. Zu der Feierlichkeit hat dte Schirmherrin der Ausstellung, die Prinzessin von Neuss, ihr Erscheinen zugesagl. Die Eröffimngs- rode wird im Namen der Veranstalter der Ausstellung der Lberpräsident der Provinz Hessen-Nassau. Wirklicher Geh. Rat Hengstinberg, halten._
Nachbarstaaten u. -Provinzen.
IV. T.-B. Darmstadt. 15. Juli. Der „Darmstädter Zettung" zufolge wurde der Professor an der :echn,scheu Hochschule zu Tarmslndt, Geheimrat 'Dr. E. Ä,t t t l e r , auf sein Ansuchen vom 1. November in den Ä u hü stand versetzt und ihm <nls diesem Anlass das Komturkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen verliehen.
Br. Heidelberg. 15. Juli. (Eig. Drahtbericht. Ktr. Bln.) Dr. Emil Lask, ausserordentlicher Professor für Philosophie an der Heidelberger Universität, ist auf dem Schlachtseide den Heldentod gestorben. Er hat ein Alter von 40 Jahren erreicht. _
Sport und Luftfahrt»
* Crttt Renntag in Feindesland. Unsere Offiziere verstehen es auch in Feindesland. Sport zu treiben. In dem Städtchen Kurtowiany in Kurland fand sich eine Rennbahn. Schleunigst wurde der notwendige Rennverein zusainmcnge- stellt, und ein Renntag konnte am Donnerstag, den 7. Juli, in Szene gehen. Natürlich ohne Totalisator, genau wie in Hoppegarten. mit Riesenfeldern. da in den füits Prüfungen 72 Pferde zum Start gingen. Nachmittags um 4 Uhr erschien der „Sportwelt" zufolge im Viererzug mit Spitzenreitern Fürst Adolf von Schaümburg-Lipve auf der Rennbahn. Im i inleitenden Flachrennen kamen 15 Pferde an den Pfosten; der bekannte ehemalige Rennreiter, jetzt Mitglied des Freiwillige!' Automchilkorps W. Schulz gewann auf einer Stute des Starters Rittmeister v. Sperber. In den betden nächsten Rennen konnte der Gavdeulcm Leutnant v. Morgen, der Sahn des Generalleutnants, jedesmal Herrn W. Schulz auf den zwetten Platz verweisen, blieb aber in dem Jagdrennen im Gelände, das Oberleutnant v. Schmidtseck gewann, im ge- schlagenen Felde. Den Schluss bildete ein Trostrennen über 700 Meter, in dem Leutnant Milde als Sieger durchs Ziel ging.
vermischtes.
Ein Lazarett für Sanitätshrrndc. Der Verein ffir Tier- und Menschenfreunde in Jena bat sich dem Deutschen Verein für Sanitätshunde in Oldenburg gegenüber bereit erklärt, ein Lazarett für Sanitätshunde einzurichten, in dem kranke, verwundete, und erholungsbedürftige Sanitätshunde aufge- nornmen werden sollen.
Morgen Ausgabe. Erstes Blaru Seite 3.
Ein Kuß für jeden Baterlandsverteidizcr. Sine neu« interessante Methode zur Anwerbung englischer Rekruten erregt in London beträchtliches Aufsehen. Die bekannte Bartete- tänzerin Gaby Deslys erschien auf emee Rekrutierungs- Versammlung in Camberwell und versprach jedem neuen Rekruten ihr eigenhändig unterschriebenes Portrait zu überreichen und ihn zu küssen. Die verlockende Aussicht, von der ehemaligen Geliebten des ErkönigS Manuel Portrait und Kuss zu erhalten, hatte angeblich grossen Erfolg.
Neues aus aller Welt.
Große Beruntrenungen eines Bankdirektors. Br. Lands - hut, 15. Juli. lEig. Drahtbcricht) Wegen Unregelmässigkeiten in der Geschäftsführung wurde der Direktor der Ge- werbckanf. Karl Becher, in Untersuchungshaft genommen. Die Schädigung der Kasse wurde jetzt auf 33 000 M. festgestellt.
Folgenschwerer Zusammenstoß zwischen Automobil und Straßenbahn. Berlin. 15. Juli. Bei dem Zusammenstob einer Artodxoschke mit einem Strirssenbahnwaqen in der Buda- vcster Strasse wurde der Insasse der Droschke. Dr. Bortz. heransgeschleu-dert. Er erlitt einen schweren Schädelbruch und erlag nachts im Krankenhause seinen Verletzungen.
89 900 M. veruntreut. Berlin. 14 Juli. Wegen Veruntreuungen von Ledevabfällen im Werte von 80 000 M. ist ein Materialienverwalter von der Kriminalpolizei verhaffet worden. Der Verhaftete war in einem hiesigen Grotzgeichäfte angestellt. Nachdem er seine Stellung ausgegeben und eine andere ausserhalb Berlins angetreten hatte,, stellten die Geschäftsinhaber fest, dass alle Abfälle, die sich in grosser Menge vorher angesammM hatten, verschwunden waren. Sie berechnen ihren Schaden auf 80000 M. Seine Abnehmer waren c,n Maler und ein Trödler. Der Verhaftete gibt zu, von ihnen i'ach und nach einige Tausend Mark für die Abfälle bekommen zu haben._ _
Hus unserem Qeserkreise.
<MLt verwendete CHnfenDünutn können mcörr zurückaesandt. noch aikkbewadrt
* Bei dem seit Monaten herrschenden schönen Wetter
bringen stark überfüllte Wagen der Straßenbahn täglich zu den Nachmittagszügen, ab Dotzheim 2 50 und 4.24 Uhr. eine grosse Anzahl Ausflügler an den Dotzheimer Bahnhof. Da stürzt sich denn alles auf den einzigen geöffneten Fahrkartenschalter und es bildet sich eine lange, auf der Strasse sich fortsetzende Reihe. Mit bewunderungswürdiger Geduld ivartek jeder, bis auch er seine Karte erhält, worüber bis zu 10 Minuten vergehen können. 10 Minuten zwischen erhitzten Manschen! Da fragt man sich doch, warum denn bei grossem Andrang — und er ist an jedem schönen Tage gross — nicht auch an schönen Werktagen ein zweiter Schaffer geöffnet wird? An Sonn- und Feiertagen, einerlei, ob die Sonne scheint oder ob es regnet, ist ein zweiter Schalter an der Wartehalle geöffnet. Ist das nicht Schablone? Dass manchem da mal die Geduld reiht, ist doch nicht zu verwundern I Der Fahrkartenautomat, der berufen ist, den Schalter zu entlasten, arbeitet bereits seit % Jahre nichc mehr. Die Bahnverwaltnng mutz einsehen. dass hier ein Missstand herrscht. dem abgeholfen werden kann. Ein hantiger Fahrgast
* Noch einmal die „Z u ck e r k n a p p h e t t". Der neugierige Kaufmann in Nr. 319 des „Tagbtetls" wird doch nicht im Ernst glanben, dass wir ihm die Zuckerfabrik öffentlich in der Zeitung namhaft machen würden, die dein Privatmann („Familienvater!") den billigen Zucker lieferte. Was würde dann der Kaufmann dazu sagen, iveun man ihm zumutete. seine Bezugsquellen. Art der Bestellung (!), Berechnung des Preises usw. in der Zeitung zu veröffentlichen? Das sind „Geschäftsgeheiurnisse!" Er mag sich aber beruhigen, dte Sache hat sich tatsächlich so zugetragen wie sie ge^childerr wurde. Alle weiteren Mutmassungen sind überflüssig und grundlos. Wir haben blass die Tatsache mitgeteilt, und damit ist die Sache für uns etkedigt. zumal die Angelegenheit ja geregelt ist und — die Zuckerbestände ausverkauft sind.
Handelsteil.
Die Erträgnisse im Textilgewerbe.
In den Monaten Januar bis Mai 1915 haben 193 Aktien- Gesellschaften des Textilgewerbes ihre Geschäftsabschlüsse kür das verflossene Geschäftsjahr, meist für das Kalenderjahr 1914, veröffentlicht. Das Aktienkapital dieser 193 Gesellschaften betrug für das Jahr 191.4 389.78 Mül. M. gegen 389.51 im Jahre 1913. Es hat also nur eine kleine Kapitatevermehrung statt- gefunden. Die 193 Gesellschaften erzielten im Mittel für das Jahr 1914, wenn man Abschreibungen, und Reingewinn zusammen als Erträgnisse rechnet, 2175 M. auf je 10 000 M. Aktienkapital, während für 1913 die Vergleichssumine nur 2067 M. betrug. Die Erträgnisse haben demnach im Jahre 1914 zugenommen. Und zwar sind: die Abschreibungen von 685 M. im Jahre 1913 auf 716 im Jahre 1914 gewachsen, der Reingewinn aber von 1382 auf 1459 M. Trotz der höheren Abschreibungen und des höheren Reingewinns ist die 1>bildende zurückgegangen. Insgesamt wurden für 1914 nur 7.0 Proz. Dividende verteilt gegen 8.5 Proz. für 1913. tm Woll- gewerbe ohne Kammgarnspinnerei hat sich die Dividende von 9.2 auf 9.9 Proz. erhöht, im Leinen- und Jutegewerbe von 10.1 auf 102, bei den Seidenwebereien von 5.9 auf 6.3. Bei den Baumwollwebereien ist der Rückgang der Dividende besonders auffällig, da bc-a ihnen die Abschreibungen ganz bedeutend, der Reingewinn ebenfalls nennenswert gewachsen ist. Trotzdem ist die Dividende von 8.5 auf 6.8 Proz. des Aktienkapitals gefallen. Eine recht niedrige Dividende geben dis Färbereien und Appreturanstalten, bei denen der Reingewinn äußerst empfindlich zurückgegangen ist
Berliner Börse.
$ Berlin, 15. Juli. (Eig. Drahtberidht) Im freien Börsenverkehr gewann das Geschäft keine größere Ausdehnung. Die Stimmung kennzeichn-ete sich aber im allgemeinen als fest. Kauflust machte sich geltend für Daimler-Motoren, Höchster Farbwerke, Löwe, Finster, Rheinmetali, Allgemeine Elektnzl- tätsgesellsöhaft sowie für verschiedene Stahlwerke, diese Werte erlangten teilweise ansehnliche Besserungen. Kriegsanleihen wurden wenig umgesetzt. Von ausländischen Valuten waren nordische abgeschwächt Geld unverändert flüssig.
Banken und Geldmarkt.
W. T.-B. Französische Maßnahmen gegen die Valnten- speknlation- Zürich, 15. Juli. (Nichtamtlich.) Nach der „Neuen Zürcher Zeitung" wird neuerdings seitens der Bank von Frankreich die Abgabe fremder Valuten von dem Nachweis des Bedürfnisses für den Warenverkehr abhängig gemacht, Diese Maßnahme bezweckt die Valutenspekuiatiori an Auslandsbörsen und besonders in New York zu erschweren b'ezw. möglidbst zu unterbinden. Die Folgen der Maßnahme seien bereits, daß in der seither hohen Bewertung der Ausiandswechsel ein Rückschlag ciagetreten sei. Man beabsichtigt auch, an Stelle der bisherigen Rrivatveröffenllichung der Schwankungen der Auslands Wechselkurse emo amtliche Notierung des täglichen Durchsehmttskurses treten zu lassen. Diese Maßnahme stieß aber auf den Wiederstand der Börsenkreise.
Berg- und Hüttenwesen
* Deutsche Erdöl-A--G., Berlin. Aus Berlin, 14. d. M., wind Ger ,jFikf. Ztg." geschrieben: Die Generalversammlung hat am 16. Juni stattgefunden. Die in § 271 HGB. vorgesehene öBCßonatige Frist Jault ateo am 15. d, M. ah. Es steht aber
schon fest, daß der damals von zum Teil juristischen Vertretern gegen die Gültigkeit der Aufsichtsralswahlen eingelegte Widerspruch nicht verfolgt und also eine Klage nicht erhoben wenden wird) und man kann annehmen, daß die Angelegenheit auch werter auf sich beruhen bleibt. Die Personalfrage dürfte rach Rückkehr des Generaldirektors vom Urlaub geordnet werden. Wenn angenommen wind, daß die Deutsche Petroleum- A.-G. ihren Besitz an Deag-Aktien, den sie übrigens erst erwarb, nachdem die Verwaltung der Deag ihr das Eingehen einer engeren Verbindung nahogelegf hatte, in der Zwischenzeit verstärkt habe, so ist das nicht richtig. Es vertäutet im Gegenteil von mehreren Seiten, cfaß der Ohnehin nicht erhebliche Bestand der Deutschen Petrdcum-A.-G. an Deag-Aktien neuerdings etwas abgenorosmen haben wind. Die im freien Effekten- verkehr in der letzten Zeit bemerkten Käufe von Deag Aktien dürften rein privater und spekulativer Natur gewesen sein.
* Baroper Walzwerk, A.-G. in Barop. Die Gesellschaft hat ir. dem Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr nicht sonderlich gu-t gearbeitet. An die Ausschüttung einer Dividende (i. V. 0, für 1913 10 Proz.) ist nicht zu denken. Es besteht aber die Hoffnung, ölaß der aius dem Vorjahre übernommene Verlustvertrag von 83 746 M. sich etwas berabmindem wird. Bei einem Aktienkapital von 3 Miil. M. verfügt das Unternehmen über einen Reservefonds von 322 000 M. und einen Emeuerungsfonds von etwa 50 000 M.
* Südafrikanische Goldausbeute. Die Ausbeute dar in der Transvaal ChiamlLer of Miines vereidigten Minenunterneh- mungen betrug im Juni d. J. 755 280 Unzen Gold gegen 763 548 Unzen im Miai ,1915. Seit Jahresbeginn tsl Gold im Werte von 18.72 (i V. 17.35) Mül. Lsfr. gewonnen worden.
Industrie und Handel.
* Dortmunder Viktoria-Brauerei, A.-G. in Dortmund. Der
Vorstand berichtet, daß er mit dem bisherigen Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres sehr zufrieden sei. Leider mache sich die gesetzliche Kontingentierung der bisherigen Produktion von 60 Proz. im Bierverkauf jetzt unangenehm bemerkbar, da entsprechend der verringerte^ Produktion der Verkauf von jetzt ab reguliert werden müsse. Uber das Gesamtergebnis und über die zu verteilend« Dividende für 1914/15 (i. V. 7 Proz.) könne daher Bestimmtes noch nicht gesagt werden.
* Maschinenfabrik Westfalia in Gelsenkuchon. Der Aufsichtsrat beschloß, der Generalversammlung für das Geschäftsjahr 1914/15 eine Dividende von 12 Proz. gegen 5 Proz. im Vorjahr vorzuschlagen.
* Dinglerschc Maschinenfabrik, A.-G., Zweibrücken. Der
Auüaicütsrat beschloß, den nach 280 000 M. (i. V. 325 000 M.) Abschreibungen einschließlich Gewinnvortrag aus dem Vorjahr (1212(4) M.) sich ergebendien Reingewinn von 403SS60 M. (578 000 M.) wie folgt zur Verteilung »orzuschlagon: Der
Rücklage 14 133 M. (74 400 M.), dem Delkrederekonto 80 000 Maik (10 000 M.) zuzuwenden, 4 Proz. (7 Proz.) Dividende zu verteilen, zu Knegsunterstützungen 50000 M. anzuweisen und den nach Abzug der vertraglichen Gewinnanteile sich ergebenden Rest mit 129 855 M. (121200 M.) vorzutragen.
Genossenschaftswesen.
* Kriegs-Kieditkasse, e. G. m. b. H„ Mainz. Dieses gemeinnützige Zwecke verfolgende, am 14 September 1314 mir einem Kapital von 250 000 M. ins Leben getretene Institut, dessen Geschäftstätigkeit auf die HamWskanimerliezirke Mainz und Oppenheim beschränkt ist, berichtet über die erste, am 30. Juni abgelaufene Geschäffeperiode, daß der Verkehr der Kreditkasse, der m den ersten Monaten lebhaft war, später wieder zurüdkgmg. Ee wurden 117 Anträge bearbeitet und daran!
im ganzen zu Krediten 36899 M. gewährt. Die Zahl der Genossen war am Schlüsse des Geschäftsjahres 124 mit 2065 Geschäftsanteilen, die bis auf einen Rest von zusammen 80 M. mit insgesamt 253 125 M. voll ein gezahlt sind. Aus dem Reingewinn von 7834 M. werden der Reserve 783 M. zugeführt, der Rest fließt in die außerordentliche Reserve. Die Bilanz verzeichnet 26 249 M. Wedhselbesfetnd, 98 500 M. Effekten (Kriegsanleihe) und 141104 M. Sparkasseugut haben.
Verkehrswesen.
* Die Siraßeneisenbahngesellschaft in Hamburg teilt mit, daß das erste 1Hffh;shr 1915 einen Einnahmeausfall von reichlich 2 Ya Müll. M. zeige. Die Ausgaben Veränderung lasse sich ziffernmäßig noch nicht genau feststellen. Die Gesellschaft Labe andauernd große Aufwendungen wegen der Fürsorge für die im Felde befindlichen Angestellten. Die Verringerung der Ausgaben für das ahge'laufene Geschäftsjahr wird etwa aiuü V-i Miil. M. geschätzt. Man werde für das ersji Halbjahr bei Fortdauer des Krieges auf bessere Einnahmen mit Wahrsehein- hchkeit nicht rechnen können. Ob danach neben der Aufrechit- erhaliung der bisherigen Abschreibungen eine Dividende für das laufende Geschäftsjahr (i. V. 8 Proz.) verteilt werden könne, lasse sieh zurzeit nicht übersehen.
* Betriebsgesellschaft der Orientalischen Eisenbahnen. Die Entwicklung des Verkahrs auf dfem türkischen Netze der Gesellschaft bleibt, nach der „N. Fr. Pr.'", weiterhin lebhaft. Für das erste Semester dieses Jahres ist gegenüber dem vorigen Jahre eine Mehreinnahme von 2 Miil. Fr. erzielt worden, die hauptsächlich durch militärische Transporte herbeigeführt worden ist. Die Ausgaben sind zwar gleichfalls gestiegen, aber lange nicht in dam gleichen Tempo wie die Einnahmen. Für das erste Semester ergibt sich ein erheblich höherer Betriebsüberschuß und aiuch im Juh ist der Verkehr bisher anhaltend gut. Die weitere Zukunft der Gesellschaft ist selbstverständlich durch den Ausgang des Krieges und die Entscheidung über die strittigen Fragen bezüglich des serbischen Netzes bedangt.
* Baltimore and Ohio-Eisenbahn. Die Verwaltung hat
für das am 30. Juni 1915 abgelaufene Halbjahr eine Dividende von 2 Proz. auf die Vorzugsaktien und von 2lti Proz. auf die Stammaktien erklärt.
Schiff s*Nachrichten
über Bewegung und Ankunft der Dampfer vom 1. bis 7. Juli 1915.
Holland-Amerika-Linie. F316
Passage- und Reisebureau Born A Sehottenfela. Hotel Nassau.
Dampfer:
Herkunft bezw. Reiseziel:
Ankunft
bezw. Weiterfahrt:
Rotterdam.
Nieuw Amsterdam
Noordam.
Ryndarn.
nach New York » New York nach Rotterdam von New York » New York
1 3. 7. von Bristol abflreg. 7.7. v. Rotterdam abgeg. 7. 7. Beaoliy Head pasg. 7. 7. Rotterdam eingetr.
11. 6. Rotterdam eingetr.
Die Morgen-Ausgabe umfaßt 12 Seiten und die Berlagsbeffage „Der Roman".
Hauptichriftleiier: L. Hegerhorft.
Berontwortlich für den politischen Teil: Or. xdil. A. H e Idt iür den Unter, haliungsteil; B r. Nauendorfs für Nachricklen ans Wiesbaden und den Nachbarbezirken: 3.58.: H, Diefenbach: für „SericktSiaal": H. Diefenbach: für „Spon und Luflfabn": I. SB.: L. »oSacker: für „Berinichtes" und den „Briefkasten": C. Uodacker. für den HandklSteil: I. B. 6. HoSacker; für die Änzeigen und Reklamen: H Dornauf: Sämtlich in Wiesbaden.
Druck und Lerlag der L. Schelleubergscheu Haf Buchdruckercr lu Wiesbaden,
Si-rechstunde der Sckrittl-ttuuß: 12 dir 1 Uhr.
