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Sette 4. _ Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt .

Spesen von iy^ Pf. für das Pfund (1 Prozent Skonto ist da­bei berücksichtigt) zusammen? Eine weitere Beleuchtung der interessanten Geschichte von dem von der Zuckerfabrik beziehen­den Privatmann wird man sich vor Beantwortung der obigen Fragen sparen dürfen. Es sei nach bemerkt, daß seit einiger Zeit von keiner einzigen Zuckerfabrik Ware zu beckam-men ist, weil die Fabriken entweder ausverkauft sind oder wegen Ar- bertermangel ichre Liefsrnngsder-ffichtumgen nicht erfüllen können.

— Die Firienfvaziergüngc werden amr Dienstag, den 20. d. M., wieder ausgenommen. Nachmittags 2 Uhr hüben sich die Kinder auf den Schulhöfen der Schulen an der Bleichl­und Kastellstraße einzufinden. Bon dort nehmen dann regel­mäßig die Ausflüge ihren Anfang und dort finden sie auch ihr. Ende. In einem Merkblatt, welches den Kindern für ihre Ettern ausgefolgt wird, erhalten diese Kenntnis davon, daß mit Rücksicht auf die Unmöglichkeit der Beschaffung von Milch solche an die Kleinen nicht verabsolgt wird, sondern daß diese darauf angewiesen sind, sich etwas zu trinken von zu Hause m-tzubringen. Helferinnen und Helfer fehlen noch. Ge­eignete Personen werden 'gebeten, sich im Gewerkschaftshams resp. aus dein Zimmer 41 des Rathauses zu melden.

— Sendungen an Kriegsgefaugene. In der Aufschrift der Sendungen an Kriegsgefangene im feindlichen Ausland genügt zur Unterbringung der Sendungen neben der Angabe des Namens, Diensigrades und Destimimunysortcs die Be­zeichnung rer Kompagnie (Eskadron, Batterie) urid des Slegi- ments (selbständigen Bataillons). Weitere Angaben, wie sie für Feldpustsendungen vorgeschmeben siiid, z. B. Brigade, Divi­sion, Armeekorps, denen der Gefangene angehört hat, beein­trächtigen die Übersichtlichkeit und Deutlichkeit der Aufschrift und damit die richtige Zustellung. SenLmngen mit solchen weitergehenden und irreführenden Angaben worden von den Postanstalten nicht mehr befördert, sondern den Absendern zurückgegeben.

— Fruchtsaft für unsere Truppen im Felde. Das Kreis- kamitee vom Roten Kreuz schreibt uns: Die Abteilung 6 vom Roten Kreuz, Marktplatz 3, hat den Auftrag erhalten, 15- bis 20 000 Flaschen Fruchtsaft herzustalleli, und zwar für die Truppen :m Felde, da die Leute, der Typhus- und Chcckevage- fahr wogen nur abgekochtes Wasser trinken sollen, was ohne Zusatz von Obstsaft zu schlecht schmeckt. Von einer hiesigen Dame ist uns der Vorschlag gemacht worden, daß sie uns von allen Fruchtsaften, welche jre einkocht, einige Flaschen spenden will, und daß sie in gleichem Sinne auch in ihrem Freundes­kreis für uns wirken will. Dieser liebenswürdige Gedanke gibt uns den Mut, bei den Hausfrauen Wiesbadens darum zu bitten, ob sie dem Beispiel nicht folgen wollen, und von ihrem Vorrat einen kleinen Teil der Abteilung 6 dam Roten Kreuz überweisen wollen. Wir nehnren jede, auch die kleinste Gabe, dankbar an.

— Zucker gegen Mückenstiche. Ein wenig bekanntes ein­faches Linderungsmittel gegen Mückenstiche ist der Zucker. Wenn man einen frischen Mückenstich anfeuchtet und mit einem Stückchen Zucker darüber reibt, wird durch den in die Stichöffnilng eindringenden Zuckersaft der Mückenstichstoff neutralisiert. Der Schmerz schwindet fast augenblicklich, auch wird eine Anschwellung der Haut verhindert oder erheblich gemindert.

— Die Verlustliste Nr. 271 liegt in der Drgblattichaster- hallr (AuSkunstsschalter links) sowie in der Zweigstelle Brsmarckring 10 zur Einsichtnahme auf. Sie enthält u. a. Verluste des Füsilier-Regiments Nr. 80, des Reserve-Jnfam- terie-Regiments Nr. 87 und des Landwshr-Infantmie-Regi- ments Nr. 87.

— Bexsonal-Nochrichten. Dem Zollassistent a. D. Benz in Wiesbaden wurde das Verdienstkrmrz in Gold und dem Frisigcndarmeriewacktmeiftsr a. D. Mannei in Hochbeim, Landkreis Wiesbaden, sowie dem Aufseher a. D. Zimmer- mann in Hadamar das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.

ftus dem vereinsleben, vorberichte, Vereinsversammlungen.

* „Deutscher Schriftsteller-Verband'. Am Sonntag tasten in Wiesbaden vom „Deutschen Schriftsteller- Verband" die Ortsgruppen Mainz, Frankfurt a. M.. Wies­baden. Auch aus Koblenz und einzelnen Nachbarorten waren Mitglieder berbergekommen. Die „Tagung" begann in dem idvklischen Garten des Schriftstellerheims „Demmlnhort" bei Kaste« und Kuchen. Auch die Vorträge, die geboten wurden mochten allen Anwesenden Freude. Beschlossen wurde die

Wiesbadener Tagblair.

Feier bei einem Abendessen im „Nonnenhof". Auch dort wur­den die Vorträge fortgesetzt und wenn auch die ernste Zeit laute Fröhlichkeit verhinderte, so können doch die Veranstalter des Festes zufrieden auf den hübschen Tag zurückblicken. der hoffentlich die Mitglieder der verschiedenen Ortsgruppen ver­anlaßt. öfter zusammenzutreffen.

Vereinsfeste. (Aufnahme frei bis zu 20 Seiten.)

* Kriegsabend im „Klub der Freunde". Auf die vielen Anfragen geben wir hiermit bekaiint, daß im Klub bereits ein solcher Abend schau am 14. Mürz staltfand unter nachfolgendem Programm: Afft einer kurzen, aber kernigen Ansprache leitete Herr Hildner den Abend ein. Dann folgten Deklamationen, Soli. Musikstücke uiid dergleichen in bunter Reihenfolge. Herr Fritz von hier sang auch das berühmte Schtachtenlied das „Heidsgrab", wofür er stürmischen Beifall erntete. Eine gute Kapelle unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Fr, Jrrle hier war auch vorhanden. Sehr verdient machte sich Frl. Tora Hiegler von vier, welche wesentlich zum guten Gelingen des Abends beitrug und me Zuhörer durch niuie, der Zeit anpassende Deklamationen erfreute. Großen Anklang fand daö von Herrnr Jrrle und Herrn Feldwebel Ott gespielte Heldenlied der „Emden"-Mannschaft iKlavier und Violine). Ein von Herrn Hildner gebrachtes Hoch auf unfern Kaiser, seine tapferen Truppen und unsere treuen Verbündeten wurde unter großem Jubel aufgenommen. * Zahlreiche Geld­spenden gingen ein und sind die dafür gekauften Liebesgaben ins Feld abgcgcmgen und auch gut angekommen. Um V»12 Uhr war man gezwungen, zu schließen, trotz unerledigten Pro­gramms, und gingen die verehrten Zuhörer befriedigt nach Haufe, wieder einige schöne, ernste Stunden im Klub ver­lebt zu haben. Der Abend fand im Klubsaal „Gaaseställche" unter zahlreichen Zuhörern statt. F 481

Aus dem Landkreis Wiesbaden.

— Dotzheim, 11. Juli. Gestern abend hielt der „Ge­werbeverein" im Gastbause „Zur Krone' seine dies­jährige ordentliche Generalversammlung ab. Die ausscheiden- den Vorstandsmitglieder: Vorsitzender Dachdeckermeister Fr.

Vonbaufen und die Beisitzer Bäckermeister G. Gaufs und Wagnermeister K. Sommer wurden wieder gewühlt, sowie zu Rechnungsprüfern die Mitglieder Becker, Fasig und Kilian gewählt. Die MitgliederzaU ist tvieder etwas zurückgegangen und beträgt jetzt noch 96, Die Schülerzahl ist dagegen von etwas über 80 auf über 100 gestiegen. Tie Vorschulklasse ist aufgehoben worden. Für die Zwecke der Jugendpflege wurde ein ansehnlicher Geldbetrag bewilligt, auch wurde beschlossen, mit den Schülern der Fortbildungsschule an einem der nächsten Sonntage einen Ausflug rata) der neuen Rheinbrücke bet Geisenheim und dem Nationaldenkmal auf dem Niederwald zu unternehmen. Aus dem Gewerbe-AuS stellungsionds wur­den nochmals für den Kriegskinderhort 100 M. bewilligt. Aus dem gleichen Mitteln hatte der Verein früher schon einmal 200 M. dem Hort zugewendet, ebenso seinerzeit der Gemeinde als Beihilfe zu der Nass. Kriegsversicherung der hiesigen Kriegsteilnehmer 75 M., ferner für die Zwecke des Roten Kreuzes 2b M. zum Ankauf von Wolle zu «Strümpfen. Außer­dem hat der Verein gleich nach Beginn des Krieges feine sämt­lichen im Felde stehenden Mitglieder und deren unverheiratete Söhne, ungefähr 30 zusammen, mit je einem Anteilschein bet der Nass, Kriegsversicherung oinsekaust, so daß der Überschuß aus der Gewerbeausstellun« eine recht wohltätige Verwendung sinüet zum Wohle der ganzen Gemeinde.

Iw Bürstadt, 12. Juli. Von der elterlichen Wohnung Bierftadter Höhe 58 aus wurde am gestrigen Sonntag, nach­mittags 4 Uhr, der infolge inneren Verletzungen am 5, d. M. in Ebarlottenhurg verstorbene Fahneniunker im 5. Großherzog­lich Hessischen JnfantLrie-RLgimeni Nr. 168, Heinrich Hof­meister. auf dom hiesigen Friedhof unter außerordentlich zahlreicher Betsilicmnig zu Grabe getragen. Den langen Trauerzug erüffnete die Musik des Ersatz-Bataillons des Reserve-Jnfanterie-Regiments Nr. 30 aus Wiesbaden unter Kapellmeister Haberland, es folgten der Bürftadier Krieger­und Milftärverein, eine Offizier- und Mannschastsabviümung des 5. Großherzogkich Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 168 aus Offenbach, eine Offizier- und Manrrschafisahordnung des Füsilier-Regiments v. GerSdorff (Kurhess.) Nr. 80 aus Wies­baden. bei welchem der Verstorbene als Kr.iegsfieiwilliger ein- netreten war. Die ergreifende Grabrede hielt der frühere Religionslehrer des Entschlafenen, Herr Kaplan Mcnges. Mit Ehrensalven einer Abteilung des Offenbacher Infanterie- Regiments. Gebet und Segen des Geistlichen und einem Choral der Musik schloß die erhebende Tvauerfeier.

Provinz Hessen-Nassau.

Regier« ugsdezirk Wiesbaden.

Tagung des Verbands landwirtschaftlicher Genoffenschasten.

FC. Limburg, 11. Juli. (Tagung des Verbands der nassauischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, E. V. 27. ordentlicher Verbandstag.) Tie Versammlung inurbe um 10% Uhr im großen Saal des Gasthauses „Zur alten Post" durch Herrn Direktor Petitjean mit herzlicher Begrü­ßung der zahlreich erschienenen Mitglieder eröffnet. Die Prä-

Dienstag, 13. Juli 1913._ Nr. 319.

senzliste ergab die Vertretung von 86 Genossenschaften und etwa 320 Mitgliedern. Der Vorsitzende und DirMor des nassailischen Genossenschaftswesens Herr Petitjoan erstattete den Rechcnschofts- und Rcchnungsbcricht des Jahres 1914. Das Vertraueil der ländlichen .Genossenschaften zum Hauiptverein bat sich bewährt. Der Zinsfuß für Darleihen und Vorschüsse blieb unverändert (5% Prozent). Im Gegenteil, es entstan­den so große Geldansommlangen in der Spar- und Darlehns- kuffe, daß die neu« Kriegsanleihe ein wahres Ventil wurde, um Lilft zu schaffen, über eine Million wurde von den Mit­gliedern durch den Vorstand gezeichnet. Nack) dem Krieg wer­den an die Landwirtschaft höhere Forderungen herantveten, betreffend Anschaffung von Saatgut, Vieh und AlaschinLn. Der finanzielle Verkehr war oft schwierig und hart, da Schuld­ner, Bürger oder andere Zahler im Felde stehen oder gar ge­fallen sind. Der Verband zählte am 1. Januar 1915 2 Zen- tiallgenossenschaften, 129 Kredit-, 69 Bezug- und Absatz- und 16 andere Genossenschaften. An Futtermitteln wurden be­zogen 3915 Zentner zu 274 958 M., Düngemittel 00 228 Zent­ner zu 207 211 M., Sämereien 300 Zentner, Kohlen 40 480 Zentner. Die eingetragene Haftsumme der Mitglieder beträgt 10 700 M. und das eigene Vermögen des VervanNs für die beiden Zentralen 3 136 719 M. Der Nettokassenüberfchiuß lau­tete auf 19,21 M., dem Vorwaltunigsvorsland wurde Entlastung zuteil. Wiedergcwählt in den Verbandsansschuß wurden die satzimgsgemäß ausscheidendLn Herren: Bürgermeister Bücher au-s Delkenheim, Direktor Wistmann aus Frankfurt und Bür­germeister Keßler aus Halbs bei Westerburg. Einen inter­essanten Vortrag hielt der Direktor der hefsischen Zentralkon- fumvereine Georg Berg aus Darmstadt über ,chas genossen­schaftlich: Bezngswesen in der Krregszeit". An die Genoffen- schaftsvereine, so betont Redner, tritt jetzt die Aufgabe heran, sich mit den LanÄlvirtschaftskammern und Kammunalverbän- den zu vereinigen und bei der Staatsbehörde vorstellig zu werden, daß ine landwirtschaftlichen Konsumenten teilnehmcn an dem Ankauf und der Verteilung der landwirffchastlichen Artikel nicht nur für das Heer, sondern für die Zj-vilgemein- den. Herr LandwirtschaftSinipektor Keifer empfiehlt, sich mit dem Rafffel'fen'oerbond in VerbinLung zu setzen. Gegen 2 Uhr wurde die Deusammliung geschlossen.

Vom Limburger Domfelsen abgessürzt,

— Limburg, 11. Juli. Durch einen tvaucigen Unfall kam in der Frübe des heutigen Tages Herr Hehll aus WormS ums Leben. Der 27jährige Mann hatte infolge eines Un­falls eine Kopfverletzung davongetraoen. war aber soweit wieder hergestellt. Gestern stellten sich bei ihm Anzeichen von Geistes, krankheit ein. dü seine übersührurag nach dem Revier er­forderten. In einem Anfall von Tobsucht eilte er in der finsteren Nacht auf den beim Dom liegenden sogenannten Alten Friedhof und stürzte sich von dom hohen Felsen in die Tiefe. Mit zerschmetterten Gliedern wurde ec beute früh im sogenannten „Steiger" an der Lahn aufgesunden. Die schweren inneren Verletzungen des Unglücklichen führten inner, halb einer Hülben Stunde seinen Tod herbei.

Letzte vrahtberichte.

Eine neue Rreditvorlage in Sicht.

Vortreffliche finanzielle Bereitschaft. — Die Besteuerung der Kriegsgewinne.

W. T.-B. Berlin, 12. Juli. (Nichtamtlich) Die „Nordd. Alljg. Ztg." schreibt: In der am 10. Juki stattgrfmidenen Zu­sammenkunft der bundesstaatlichen Finanz­minister gab der Staatssekretär des ReichDschahamts einen Überblick über die Finanzlage des Reiches und die zur Durchführung des Krieges bisher ergriffenen und weiterhin geplanten Maßnahmen. Die hierauf erfolgte Aussprache ergab allsetttge Übereinstimmung in der günstigen Beurteilung der oemtschen Finanzkraft und die ernftim- instre Bekundung des unerschütterlichen Entschlusses des opfer- beveiten Zusammenwirkens bis zum siegreichen Fri^eden. Die vom Reichsschatzfekretär in Aussicht ganammeiie Finanz­matz n a h in e, insbesondere seine Vorschläge über die bei den gesetzgebenden Körperschaften in der nächsten Tagung dem Reichstag einzubringende neue Kreditvorlage fand einhellige Zustimmung. Auch über die Frage der Beste ue- rung^dcr sog Krieg saewrnne fand ein Meinungs- avstausch statt, der Übereinstimmung dahin ergab, daß die Er­hebung einer Sendersteuer auf den durch den Krieg und wäh- uumd des Kriegs entstandenen VermögensguwachS dem Reich zusteht.

Handelsteil.

Berliner Börse.

$ Berlin, '12. Juli. (Big. DraMhericht) Das Oscäiäft im Börsenverkehr beschränkte sidh auf Kriegskonjunkturwerte. Realistaionslust herrschte namenbüsh anfangs vor, die Kurse stellten sich infolge dessen nahezu durchweg um einige Pro­zent niedriger. Späterhin machte sich eine kleine Befestigung bemerkbar. Umsätze konnten einen größeren Umfang nicht gewinnen. Deutsche Anleihen behaupteten im allgemeinen ihren Kursstand In ausländischen Valuten blieb das Geschäft bei kaum veränderten Kursen gering. Geld flüssig.

Banken und Geldmarkt.

* Die zweite deutsche Kriegsanleihe. Auf die zweite

deutsche Kriegsanleihe waren bis zum 7. Juli 8669.4 Millionen Mark eingezahlt, gleich 95.2 Proz der Gesamtzeichnung. Der Zugang erreicht gegenüber der Vorwoche den hohen Betrag von 101.8 Mili. M. Trotzdem ist die Summe der von den Dar- lehnskassen für die Zwecke der zweiten Kriegsanleihe herge­gebenen Darlehen um nicht weniger als 96 Mill. M. zurückge- gangen, so daß sich gegenüberstehen; Einzahlung auf die zweite Kriegsanleihe 8669.4 Mill. M, Inanspruchnahme der Darlehnskassen für diesen Zweck 399 Mill. M. Das ist gewiß ein erfreuliches Ergebnis, das mit dem Gesamtbilde des Geld­marktes (flüssiger Geldstand) harmoniert.

* Die Bayerische Bankenvereinigang hat, dem Vorgehen der Stempelvereinigung folgend, den Zinssatz für Scheckgut­haben von 2 auf 1% Proz. herabgesetzt

Berg- und Hüttenwesen,

* Gewerkschaft Christoph-Friedrich in Halle a. 8. Diese ganz in den Besitz der Weischen-Weißenfedser Braunkohlen- A.-G. befindliche Gewerkschaft vereinnahmte von dieser in dem am 31. März beendeten Geschäftsjahr 1914/15 wieder 550000 M. Betriebspacht Das Ergebnis nach Deckung der Unkosten und Abschreibungen ist ein kleiner Res 1 von 368 M. (i. V. 600 M.) zum Vortrag. Die Bilanz führt die Gruben­felder (einschließlich Oberfläche) mit 4.55 (ä77) Mill. M. auf. Flestkaufgelder verminderten sich von 659 000 M. auf 439 000 Mark

* Rasiizer Branakohlenwerke, A.-G. Die Gesellschaft sraisä auch fSä lÄÄiW eine Dividende nicht zur Auszahlung

* Me Phönix, A.-G. für Brasnhohlenverwertnng in Berlin,

erwarb im Kreise Zeitz das umfangreiche Kohteufelder ent­haltende Rittergut Falkenhaam zur Kohlengewinnung, bringen. Es besteht jedoch die Hoffnung, daß die notwendigen Abschreibungen verdient sein werden. Die Aussichten für das laufende Jahr lassen sich schwer beurteilen. Die Arbeiter­schwierigkeiten verhindern die volle Ausnutzung der Werke, anderseits werden für die Kohlen wesentlich höhere, gute Preise erzielt.

Industrie und Handel.

* Mitteldeutsche Gimuaiwarenfabrik Louis Peter, A.-G. in Frankfurt a. M. Aus Vterwaltungskreiisen wird mitgeteilt, "daß die umlaufenden Gerüdhte über große Rohimtenalabschlüsse aus der Luft gegriffen und die an die .Kurssteigerung geknüpften Dtvidendenerwartungen „verfrüht'“ seien.

* A.-G. für KehlendestiUation in Düsseldorf. Sehr

schwierig gestaltet sich die Bflanzaufstellunz für das Ende März d. J. abgalaufene Geschäftsjahr 1914/15 Die Gesell­schaft hat in Friedenszeiten den Bau und die Finanzierung von Kokereianiagen im Auslande betrieben, so daß ihre Inter­essen auch dort liegen. Unter diesen Umständen wird die Verwaltung wohl nicht darum kommen, sich einen Bilanz- aufschuh gewähren zu lassen. Eine direkte Verständigung mit den russischen bezw. englischen Betrieben ist nicht mög­lich. Auf Umwegen ist es jedoch gelungen, in Erfahrung zu bringen, daß die Anlagen in beiden Ländern unzerstört sind, und da die betreffenden Regierungen dten Koks und die Neben­produkte gebrauchen, auch voll weitergeführt werden. In England soll sogar ein Neubau während der Kriegszeit fertig­gestellt worden sein. Das hierfür notwendige Geld haben viel­leicht die alten Betriebe bergegeben. Von einer Dividenden­ausschüttung wird die Aktiengesellschaft für Kohlendestillaüon absehen müssen. Im Vorjahre verteilte sie 17 (19) Proz. Divi­dende auf die Stammaktien, 22 (24) Proz. auf die Vorzugs­aktien und 93.70 M. (79.55 M.) auf die Genußscheine.

* Plauen er Spitzenfabrik, A.-G. (H. Herz u. Co.) ia Plauen. Die Aktionäre des Unternehmens werden sich für 1014/15 wieder auf einen sehr ungünstigen Abschluß gefaßt machen müssen. Die Fabrikation hat fast völlig geruht und es ist wieder ein größerer Verlust entstanden. Im Vorjahre schloß das Unternehmen mit einem Verlust von 54 242 AI. ab, nach dessen Deckung die Reserven noch 60 034 M. betrugen;

* Bise neue Speisewagen-Gesellschaft. Über die Errich­tung einer äeutechöBterreichisohen Schlaf- und Speisewagens Gesellschaft finden gegenwärtig Verhandlungen in Berlin statt.

* Zwangsverwaltusg Leipziger VerlagsRmen. Als Eigen­tum von Angehörigen des feindlichen Auslandes wurden in Zwangsverwaltung genommen die Rinnen: Thomas Nelson u. Sons, Verlagsbuchhandlung in Leipzig, E. Marfßorough u. Co. in Leipzig, LSbrairie Nilason in Leipzig.

Verkehrswesen.

* Niederwaidbahn, Büdesheim. Dem Vernehmen nach ist die auf das Aktienkapital von 1200 000 M. eingeforderte Zu­zählung von 10 Proz. erst auf lOlOCO M. Aktien eingegangen. Die Frist soll verlängert werden.

Verslcherunpwesen.

* Volksfürsorge, Gewerkschaftlich-Genossenschaftliche Ver. sicherungs-A.-G. in Hamburg. Diese sozialdemokratische Gegengründung gegen die Deutsche Volksversicherungs-A.-i}, veröffentlicht jetzt dien Abschluß für 1914. Danach betrugen eie Gesamteinnahmen 3 447 291 M., die Gesamtausgaben 3275344 M. und der Überschuß 171947 M. Die Verzinsung des Aktienkapitals ist sataungsmaßjg auf 4 Proz. begrenzt. Für 1914 haben die Aktionäre auf eine Verzinsung des Aktien­kapitals zugunsten der Kriegs-Rücklage verzichtet.

Handelsregister Wiesbaden.

In das Handelsregister wurde bei der Firma „Dycker- hoff und Widmann, Aktiengesellschaft', mit dem Sitze zu Biebrich a. Rh., eingetragen: Das Vorstandsmitglied Diplom­ingenieur Franz Widmann ist gefallen. Das Vorstandsmitglied Otto Sprühaler ist aaisgeschieden.

Sie Morgen-Ausgabe umfaßt 12 Seiten

und die Berlagsbeilage „Der Roman".

Hauptjchriftleiter: A. Hegerhorst.

Berantwortlich für den politischen Teil: I>r. phil. A. H e ldt für den Unter- taltungrteil: B. «. Nauendorf; für Nachrichten »ns Wiesbaden und den Nachbarbezirlen: I. 33.: H. Diefenbach; für „tzn-richtsiaal"; H. Diesenbach: für „Spor: und Luftfabrt": I. V.: C.Losacker: sur ..Verwichtes'- und de» „Bneskasten": C. UoSaifer. für de» Handelsteil: J A. C. Losacker; für

die Anze:„en und Rellame»: H Dornauf; i-wllich in Wiesbaden.

Truck und Verlag der L. Schellenbergschen Hof-Buchdruckerrt ioWtesbLdeu,

Sprechstunde der Cchriftleitung: 12 «S 1 llpr.